Cleveland Cavaliers, Gedanken, Golden State Warriors, Playoffs 2017

Langeweile oder Spektakel?

Sind die Playoffs 2017 langweiliger als in der Vergangenheit?

Als Manu Ginobili am vergangenen Montag unter stehenden Ovationen zum vielleicht letzten Mal in seiner Karriere das AT&T Center in San Antonio verließ, geriet die historische Leistung der Gäste aus Oakland für einen Moment beinahe in Vergessenheit. Durch den deutlichen 129:115-Erfolg zogen die Golden State Warriors als erstes Team der Geschichte mit 12 Postseason-Siegen und ohne eine einzige Niederlage in die NBA-Finals ein. In der Nacht auf Freitag folgten ihnen die Cleveland Cavaliers mit einem 33-Punkte-Blowout und einer Bilanz von 12-1. Angesichts dieser Dominanz mehren sich die Stimmen, die die Langeweile des diesjährigen Wettbewerbs beklagen. Doch sind die Playoffs 2017 tatsächlich weniger spannend und spektakulär als in den vergangenen Jahren?

Die Bilanz der Finalteilnehmer aus Ohio und Kalifornien, die in den ersten drei Runden bei zusammen 24 Siegen nur eine einzige Niederlage hinnehmen mussten, lässt auf einen nicht gerade nervenaufreibenden Durchmarsch der beiden Favoriten schließen. Dabei ist schon fast vergessen, dass zumindest LeBron James und seine Cavaliers bereits in der ersten Playoff-Runde gegen die Indiana Pacers einigen Widerstand überwinden mussten. 

Das letztlich deutliche 4-0 täuscht über die durchweg knappen Spiele hinweg, keine der vier Begegnungen konnte Cleveland mit mehr als sechs Punkten Vorsprung für sich entscheiden. Gleich zu Beginn der Serie benötigten James und Co. eine 26-Punkte-Aufholjagd in der zweiten Halbzeit – eines der größten Playoff-Comebacks der Geschichte – um in eigener Halle als Sieger vom Platz zu gehen. Das Duell der an Nummer 1 gesetzten Boston Celtics gegen die Bulls begann mit zwei überraschenden Auswärtssiegen des Außenseiters aus Chicago, auch die Serien zwischen Milwaukee und Toronto sowie Atlanta und Washington waren erst nach sechs Spielen entschieden.

In der Western Conference lieferten die Oklahoma City Thunder – angeführt von Russell Westbrook, der 37,4 Punkte, 10,8 Assists und 11,6 Rebounds auflegte – den Houston Rockets ab dem zweiten Spiel der Erstrundenserie einen harten Kampf. Den angeschlagenen Los Angeles Clippers ging erst im siebten Spiel gegen die Utah Jazz die Luft aus. Der 4-0-Sweep der Warriors im Conference-Finale gegen San Antonio wurde erst durch die Verletzung von Spurs-Star Kawhi Leonard und das folgende 25-Punkte-Comeback in Spiel 1 eingeleitet. Neben einigen weiteren Aufholjagden sorgten Joe Johnson, Marc Gasol, John Wall und zuletzt Avery Bradley in Spiel drei der Eastern Conference Finals mit teilweise irrwitzigen Game-Winnern für die ganz besonderen Momente der bisherigen Postseason. 

Ein Blick auf die Zahlen seit der Saison 2003-04, als auch für die erste Playoff-Runde der Best-of-Seven-Modus eingeführt wurde, zeigt, dass die bisherigen Begegnungen trotz der Dominanz der Cavs und Warriors nicht weniger knapp und spannend waren als in den vergangenen 13 Jahren. Im Durchschnitt endeten die Spiele der ersten drei Playoff-Runden 2017 mit etwas mehr als 13 Punkten Abstand. Das klingt zwar deutlich, liegt aber noch im “normalen” Bereich der letzten Jahre. Zwischen 2004 und 2015 betrug diese Differenz stets zwischen 9 und 13, in der vergangenen Saison sogar 14,5 Punkte. Bezieht man die gestiegene Spielgeschwindigkeit mit ein, relativiert sich diese Zahl noch weiter. Die durchschnittliche Differenz von ca. 14 Punkten pro 100 Ballbesitzen liegt nicht nur unter dem Wert der Playoffs 2016, bereits 2008 und 2009 dominierten die siegreichen Teams ihre unterlegenen Gegner noch etwas deutlicher als in diesem Jahr.

Auch die Länge der bisher gespielten Playoff-Serien spricht zumindest nicht für extreme Langeweile. Trotz der zahlreichen Sweeps der beiden Top-Favoriten aus Cleveland und Oakland wurde bis zu den Conference Finals insgesamt nur ein Spiel weniger ausgetragen als beispielsweise in den Jahren 2007, 2010, 2011 und 2015. Deutlich enger ging es nur 2006 – als die besten Teams der regulären Saison bereits im Conference-Halbfinale (San Antonio gegen Dallas) bzw. Conference-Finale (Detroit gegen Miami) scheiterten – und 2014 zu. In diesen beiden Jahren dauerten die Serien der ersten drei Playoff-Runden im Durchschnitt fast sechs Spiele (2017: 5,3 Spiele). Allerdings enttäuschten dafür gerade 2014 die anschließenden Finals, in denen die Spurs bei ihrem souveränen 4-1-Erfolg gegen LeBron James’ Miami Heat kaum noch Spannung aufkommen ließen.

Verletzungen ebnen den Weg der Favoriten

Dennoch bleibt das Gefühl, dass zumindest die Final-Paarung in diesem Jahr nie wirklich infrage stand. Zu groß war die Übermacht der beiden Superteams um James, Stephen Curry und Kevin Durant. Begünstigt wurde deren lockerer Durchmarsch durch einige Ausfälle wichtiger Spieler bei ihren Herausforderern. Die Warriors profitierten dabei vom Fehlen von Portlands Center-Neuzugang Jusuf Nurkic, von der Verletzung George Hills (Utah Jazz) in der zweiten Runde und vor allem den Ausfällen von MVP-Anwärter Kawhi Leonard und des wiedererstarkten Tony Parker, ohne die die San Antonio Spurs dem Team aus Golden State weder offensiv noch defensiv Paroli bieten konnten.

In der zweiten Runde der Eastern-Conference-Playoffs verloren die Toronto Raptors durch Kyle Lowrys Verletzung nicht nur ihren wichtigsten Spieler, sondern auch jede Hoffnung, sich von ihrem 0-2-Rückstand in der Serie gegen die Cleveland Cavaliers noch einmal zurück zu kämpfen. In den Conference-Finals konnten die Celtics dem Titelverteidiger zwar dank einer grandiosen Leistung von Marcus Smart und dem Game-Winner von Avery Bradley auch nach dem Ausfall ihres Superstars Isaiah Thomas noch einen Sieg abringen. Zu mehr reichte es für das Team aus Boston ohne Thomas’ offensives Talent letztlich aber nicht.

Obwohl sie in diesem Jahr ganz besonders den Favoriten in die Karten spielten, sind Verletzungen wichtiger Spieler in den NBA-Playoffs jedoch leider keine Seltenheit. Im Finale der Western Conference 2003 verletzte sich Dirk Nowitzki in Spiel 3, nachdem die Dallas Mavericks den favorisierten Spurs bereits in der ersten Begegnung der Serie den Heimvorteil geklaut hatten. Ohne Nowitzki unterlagen die Mavs mit 2-4 und San Antonio marschierte zum zweiten Titel der Popovich-Ära.

In den Playoffs 2005 profitierten erneut die Spurs, als Joe Johnson – dank seiner Dreierquote von unglaublichen 47,8 % ein wichtiger Bestandteil der Phoenix Suns unter Mike D’Antoni – die ersten beiden Spiele der Conference Finals mit einem Jochbeinbruch verpasste. Von den beiden Heimniederlagen erholten sich die Suns nicht mehr, während San Antonio am Ende erneut als NBA-Champion dastand.

Im Jahr 2012 war es dann ein gerissenes Kreuzband des (noch) amtierenden MVP Derrick Rose, das den Titeltraum der an Nummer 1 gesetzten Chicago Bulls bereits im Eröffnungsspiel der Erstrundenserie gegen die Philadelphia 76ers platzen ließ und LeBron James den Weg zu seiner ersten Meisterschaft mit den Miami Heat ebnete. Darüber hinaus waren auch die Duelle der Warriors und Cavaliers in den vergangenen beiden NBA-Finals geprägt durch die Verletzungen von Kevin Love und Kyrie Irving (2015) sowie Andrew Bogut und Stephen Curry (2016).

Stars sorgen für Spektakel

Trotz allem hatten die bisherigen Playoffs einiges zu bieten und waren weit mehr als nur ein Aufgalopp zur unvermeidlichen dritten Runde des Duells zwischen den Golden State Warriors und den Cleveland Cavaliers. Nicht zuletzt, da zumindest zu Beginn der Playoffs praktisch alle Stars gesund waren und mit teils spektakulären Leistungen für Aufsehen sorgten. Bereits zwölf Mal erzielte ein Spieler in den diesjährigen Playoffs mindestens 40 Punkte. Das ist schon vor Beginn der Finals die zweithöchste Anzahl der letzten 14 Jahre. Übertroffen wurde sie nur im Jahr 2009 (16), als allein LeBron James und Kobe Bryant je viermal mindestens 40 Punkte auflegten.

Isaiah Thomas’ 53 Punkte gegen die Washington Wizards waren die beste Scoring-Leistung in einem Playoff-Spiel seit Allen Iverson im Jahr 2003. Nur ein einziges Mal in der Geschichte konnten bisher zwei unterschiedliche Spieler innerhalb einer Postseason mehr als 50 Punkte verbuchen. Genau 50 Jahre nach Rick Barry (San Francisco Warriors) und Sam Jones (Boston Celtics) 1967 gelang dieses Kunststück nun auch Thomas und Russell Westbrook. Westbrook war zudem der erste Spieler der Geschichte, der in den Playoffs ein Triple Double mit mindestens 50 Punkten auflegte.

Kawhi Leonard war bis zu seiner Verletzung trotz seiner größeren Rolle im Team der Spurs einer der effizientesten Offensivspieler der Playoff-Geschichte (Offensive Rating 136, PER 31,8). Auch Al Horford (ORtg 131) und Draymond Green (ORtg 128) lieferten insbesondere dank ihrer Treffsicherheit aus der Distanz unglaublich effiziente Offensivleistungen ab. Green trifft bisher 47 %, Horford versenkte für die Celtics sogar 52 % seiner Dreierversuche. Darüber hinaus zeigten John Wall, James Harden, Kyrie Irving, Gordon Hayward und einige andere Spieler teils grandiose Leistungen.

Das Beste kommt zum Schluss

Und dennoch steht der absolute Höhepunkt natürlich erst noch bevor: das dritte Duell der Warriors und Cavaliers innerhalb von drei Jahren. Erstmals werden dabei voraussichtlich alle wichtigen Spieler gesund sein. Und die mit sieben (!) All-Stars gespickten Kontrahenten scheinen noch dazu in Topform zu sein. Einzig Klay Thompson’s Wurf bereitet Sorgen, ‘nur’ 36,4 % (ORtg: 95) seiner Dreier finden bisher den Weg durch den Ring. Trotzdem kann ihn wohl keine Defensive aus den Augen lassen, wodurch er ungeachtet seiner derzeit schwachen Trefferquote zum Spacing der Warriors beiträgt.

Zumal seine Co-Stars diese Mini-Krise problemlos auffangen. Stephen Curry trifft in den bisherigen Playoffs über 43 % seiner Distanzwürfe und legt pro Spiel 28,6 Punkte, 5,5 Rebounds und 5,6 Assists auf. Diese Werte bescheren dem Point Guard ein Offensiv Rating von 124, sein Box Plus-Minus von 11,3 wurde seit 2004 nur von drei Spielern übertroffen. Kevin Durant begnügt sich mit 25,2 Punkten pro Spiel, die er mit knapp 8 Rebounds und einer Dreierquote von fast 42 % garniert. Und LeBron James zeigt mit unglaublichen 32,5 Punkten, 8 Rebounds und 7 Assists, dass er auch mit 32 Jahren noch der wohl beste Basketballer des Planeten ist. Fast 41 % seiner Distanzwürfe finden den Weg ins Ziel, ein Drittel der Ballbesitze der Cavaliers schließt der amtierende Finals-MVP selbst ab. Darüber hinaus bereitet er 30 % der erfolgreichen Würfe seiner Mitspieler direkt vor.

Insgesamt erzielten die Cavs bis zu den Conference Finals mehr als 122 Punkte pro 100 Ballbesitze und sind damit statistisch die beste Playoff-Offensive aller Zeiten. Die Warriors erzielen zwar 4 Punkte weniger, stellen dafür aber die mit Abstand beste Verteidigung der bisherigen Postseason (101,7 zugelassene Punkte pro 100 Ballbesitzen). Es ist also alles angerichtet für das große Finale dieser alles andere als langweiligen NBA-Playoffs 2017. Das Beste kommt – hoffentlich – zum Schluss.

Statistiken von basketball-reference.com (Stand: 26.05.2017)

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28 comments

  1. Dennis Spillmann

    Danke für den Artikel, Simon! :tup:

    Ich finde, dass Langeweile und Spektakel gar keine Gegensätze sind.
    Ich habe lieber klare Serien und überragende Leistungen des siegreichen Teams als ein von Fehlern geprägtes, niedrigklassigeres Spiel, das dann 80:75 ausgeht, “spannend” war, aber eigentlich nicht das Niveau hatte, das man erwartet.

    Ich finde “Spannung” auch nicht essentiell. Es ist ein gutes Zubrot, aber viel wichtiger ist für mich die Klasse, die die Teams haben. Wenn dies dazu führt, dass die Cavs die Celtics mit 30 schlagen: okay. Das Spiel hatte trotzdem sehr viel mehr mit Basketball zu tun als ein 79:80 in der Regionalliga in Deutschland.

    Ein spannenderes Spiel würde in vielen Fällen bedeuten, dass Würfe nicht fallen, die exzellent herausgespielt wurden, dass vielleicht ein Star Foul Trouble hat oder dass es mehr Turnover gäbe. Will man das wirklich sehen, nur damit man am Ende eine enge Partie sehen kann?

  2. Simon

    |Author

    Das sehe ich ganz genauso wie du. Aktuell wird gejammert, dass es nicht 8 bis 16 Teams auf ähnlichem Spitzenniveau gibt. Aber ich vermute, dass es das einfach nie gibt bzw. gab. Die Zeiten, als die Lakers und Celtics den Rest der Liga jahrelang komplett dominierten, werden rückblickend z.B. vollkommen glorifiziert und waren sicher nicht schlecht für den Sport und die Liga.

    Jedenfalls wäre es schade, Teams wie die Warriors und Cavs und den großartigen Basketball, den sie spielen, nicht ausreichend zu würdigen und zu genießen.

    Allerdings finde ich Spannung durchaus wichtig und reizvoll. Wenn wir die in den Finals bekommen, bin ich aber absolut zufrieden.

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    Pillendreher

    Mich haben die Playoffs jedenfalls noch nie so gelangweilt wie dieses Jahr. Und dem Vernehmen nach geht es vielen Leuten so.

    Sollten alleine die Finals ausreichen, um das “wettzumachen”, dann kann man sich die drei Runden davor auch sparen.

    Ich warte jedenfalls auf den 1.7 :D

  4. Dennis Spillmann

    Wärst du gelangweilt gewesen, wenn die Thunder sich ins Finale gesweept hätten?

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    freiplatzzokker

    Ich stimme Pille absolut zu und hätte es ebenso langweilig gefunden, wenn sich die Thunder in die Finals gesweept hätten. Dass eine solche Frage nicht zum Ziel führt, sollte auch klar sein. Die Liga braucht keine dominanten Superteams. Wenn ich mich langweilen möchte, schaue ich mir die Bundesliga mit den Bayern an. Sowas brauche ich jetzt nicht in der NBA. Habe es schon immer genossen, dass es durch den Draft etwas ausgeglichener in der Liga zugeht. Dass jetzt ein erneutes Duell der Warriors gegen die Cavaliers angeblich so viel Spannung aufkommen lassen soll, ist für euch nur Werbung in eigener Sache. Showdown auf angeblich höchsten Niveau mit zwei Hauptakteuren, die beide aus dem selben weinerlichen Holz geschnitzt sind, mag ich nicht sehen.

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    Pillendreher

    Berechtigte Frage. Da würde sich meine Unzufriedenheit wohl in Grenzen halten.:D Ich hatte in den letzten Jahren aber immer das Gefühl, dass man sich auch für andere Teams interessieren konnte, weil man das Gefühl hatte “Jawoll, da geht was!”. Man denke da an die 2010 Celtics und Suns, die 2011-2014 Pacers, etc. Selbst 2015 hatte ich das Gefühl, dass sich die Pelicans gut gegen die Warriors geschlagen haben und ihnen auch die Grizzlies gut zusetzen konnten. Man konnte letztes Jahr mit den Pacers mitfiebern, 2015 mit den Clippers.
    Dieses Jahr hingegen interessiert mich das alles rein gar nicht. Ich hab zwei Spiele seit dem Ausscheiden der Thunder gesehen: LAC/UTA G7 und SAS/GSW G1.

    Die Finals könnten das Ganze für mich auch nur ansatzweise rausreissen, wenn James wieder gewinnt. Aber auch das hat eher etwas mit meiner absoluten Abneigung gegenüber den Warriors zu tun und nicht weil ich plötzlich Cleveland so toll finde.

    EDIT: Und eines darf man auch nicht vergessen: Es dürfte sicherlich nicht im Interesse der Liga sein, dass es so wenig Spiele gibt. Was meinst du, was da den Teams an Einnahmen verloren geht? So etwas kommt ja auch nicht von ungefähr:

    http://basketball.realgm.com/wiretap/246059/Playoffs-Could-Have-Fewest-Games-In-Expanded-Format-Era-Bring-Down-Cap

    Es kann ja nicht sein, dass selbst Fans von Playoff Teams einen auf Bottomfeeder machen müssen und sich praktisch nach dem Ende der RS direkt auf die Offseason freuen, weil es für sie in den Playoffs eh gar nichts zu holen gibt.

  7. Danny Bronson

    Das widerspricht sich, Dennis, sofern du Teams und nicht Team sagst. Letztendlich kann auch ein extrem offensiver Schlagabtausch spannend sein. Das ist jedoch in dieser Liga gegen die Topteams gar nicht gegeben – außer CLE vs. GSW. Die Extraklasse hat sich aus meiner Sicht zu sehr zugespitzt. Bei deinem Beispiel ist allen absolut klar, dass die C´s nicht die geringste Chance haben. Ich möchte solche Serien wie Houston gegen SA sehen, bei dem man vorher nie weiß, in welche Richtung sich das Spiel entwickeln kann. Da können auch Blowouts etwas spannendes sein.

    Wieso wertest du denn Spannung mit abfallender Qualität? Wie oben erwähnt, bedeutet Spannung aus meiner Sicht, dass die Verteilung der Qualität ausgeglichener sein sollte.

    Deshalb kann ich auch auf Verweise auf die alten Lakers-Celtics Duelle gar nicht nachvollziehen. Es ist doch so, dass die Liga durch Regeländerungen versucht mehr Ausgeglichenheit zu schaffen. Dafür gibt es das Draftsystem etc. Offiziell möchte man ja gerade so etwas verhindern, warum soll ich mich als Fan damit begnügen, dass es früher doch auch schon so etwas gab?
    Hier liegt in meinen Augen auch das Hauptproblem, weil alle “Versuche” eine ausgeglichene Liga zu kreieren, sind bis dato gescheitert. 2008 bei den Lakers angefangen, 2010 dann der Höhepunkt, der irgendwie noch (über LeBron Rückkehr inklusive Love, über Durant bei GSW*) bis heute anhält. Und hierfür ist es legitim die Liga auch zu kritisieren.

    Aus meiner Sicht ist der jetzige Zustand fatal für die NBA, da diese in Konkurrenz zur NFL, NHL steht. Schaut euch in diesen Ligen um, jede Playoffs bieten immer unfassbar attraktive Duelle, bei denen man tatsächlich noch diskutieren kann, wer weshalb besser ist. Was ist denn in der NBA? GSW sind besser als alle im Westen, weil Big 4 > als alle Big 1…. CLE ist besser weil Big 3 > Big 1,5 oder gar keine Bigs. Langweiliger geht´s kaum.

    Extrem-Beispiel als Verbesserungsvorschlag:
    Es ist doch so, dass die NBA Spieler teilweise als Ware behandelt (Trades ohne Mitspracherecht für Spieler), weshalb können keine Regelungen getroffen die den MVP/All-NBA Free-Agents untersagen, mit anderen MVP/All-NBA Free-Agents zu unterschreiben? Dann gäbe es exakt 15 Spieler die nicht im gleichen Verein spielen dürften – außer diese sind von einem Verein gedraftet worden. Gutes Scouting soll nämlich belohnt werden.

    *ich weiß du hast hierzu einen sehr guten Artikel geschrieben. Es ist den Umständen geschuldet, dass KD in GSW landen konnte. Die Liga hätte aber damit rechnen müssen, um so etwas zu verhindern.

  8. Avatar

    Pillendreher

    Eine Möglichkeit wäre, die Gehälterdeckelung nach oben hin aufzuheben. Das würde aber bei dem Gros der Liga zu Protesten führen (zahlt man schon für Superstar xy 40 Millionen oder mehr, so bleibt nicht viel für die Allen Crabbes dieser Welt) und wohl auch wieder “die Großen” bevorzugen, die sich solche Payrolls eher leisten können.

    Irgendeine Reform muss aber her. Es kann nicht sein, dass Teams wie Utah jahrelang sehr gute Arbeit machen und dann nach dem ersten Jahr, in dem sie es endlich in die Playoffs schaffen, ihren halben Kern verlieren (könnten), weil ihnen das Geld nicht reicht.

  9. Dennis Spillmann

    Vielleicht kam mein essentieller Punkt nicht heraus: Ich bevorzuge individuelle/mannschaftliche Klasse. Diese ist – aus meiner Sicht – immer interessanter als enge Spiele.
    Für mich gibt es hochklassige enge Spiele und hochklassige Blowouts und im Gegensatz dazu fehlende individuelle Klasse, die Spiele enger machen, weil das Talentlevel sich eher angleicht. Ich möchte eher die 16/17-Warriors-Sweeps als sieben Spiele Boston vs. Washington sehen. Das liegt nicht daran, dass ich Warriorsfan wäre, sondern daran, dass ich individuelle Klasse – integriert in ein Team – sehen möchte. Boston gegen Washington war – bedingt durch Washingtons Bank bspw. – teilweise nicht mit anzusehen.

    Ich denke, dass es mehrer Sichtweisen gibt und ich auch alle akzeptiere: 1. Franchise-Fan, Interesse sinkt gegen 0, wenn das eigene Team ausscheidet; 2. neutraler Beobachter, will möglichst Unterhaltung (enge Spiele sind wichtig); 3. neutraler Beobachter, will Basketball in Perfektion sehen (enge Spiele sind nett, aber nicht erforderlich). Basketball in Perfektion führt zu Blowouts. Das nehme ich in kauf, um zu sehen, wie defensiv wie an Fäden gezogen die Spieler richtig rotieren, den Fehler erzwingen und offensiv superb exekutieren.

    Es hat auch keiner geweint, als die Spurs die Heat in 5 geschlagen haben. Genießt Greatness.

    Zur Gleichstellung der Liga: Das ist ein anderes Thema, meine Meinung hast du bereits gelesen. Ich hätte es auch eher bevorzugt, dass Durant zu GSW verhindert wird (auch aus wirtschaftlichen Gründen der anderen Spieler). Die Heatles fand ich wiederum nicht schlimm. Da gab es Startschwierigkeiten, man hat den Titel in Jahr 1 gegen ein klar unterlegenes (aber eingespieltes und erfahrenes) Talentlevel-Team verloren und brauchte weitere Offseasons, um den Kader abzurunden. Bei den Warriors läuft seit Spiel 2 ( ;) ) alles so, wie es sollte. Für die Parität war dies wirklich nicht gut – aber die individuelle Klasse sehe ich trotzdem gerne. Auch lieber als enge Spiele.

  10. Danny Bronson

    Wieso hätte da einer weinen sollen? Im Jahr zuvor ging das Ding an Miami. Es waren also zwei Schwergewichte im Finale. Von diesen Duellen ist aber nicht die Rede, sondern von allen Vorspielen zuvor. Du findest solche Heatles nicht schlimm, aber genau durch solche Enthaltungen der Liga bei der Zusammenstellungen der Teams, verhindern diese ja im Prinzip tatsächliche Greatness. Ich sehe das ähnlich wie der Show-Clown bei TNT, ein Big3 oder gar ein Big4-Titel hat für mich nichts mit Greatness zu tun.

    Das kauf ich dir für die Sweep-Serien so nicht ab. Kein Mensch guckt sich ein solches Spiel an, weil er sehen will wie Basketball in Perfektion gespielt wird – das ist spätestens nach Runde 1 langweilig. Entweder man hofft instinktiv, dass die Warriors einen schlechten Tag erwischen, oder man glaubt fälschlicherweise, dass der Gegner doch eine Chance hat – sofern man denn kein GSW-Fan ist. Letztendlich möchte jedoch jeder das höchstmögliches Niveau auf beiden Seiten sehen. Und dieses lässt sich mMn nur erreichen, wenn die Spitze reguliert wird. Außer für die Legacy von Bron/Curry/KD macht es für die Attraktivität der Liga überhaupt keinen Sinn, lediglich zwei Teams in der Liga zu kreieren, die eine Chance auf den Titel haben. Da kann der Basketball im Finale so gut sein wie er will, die Chancenlosigkeit der anderen führt dazu, dass die Liga insgesamt einfach grottig ist. Was du mit deiner Anführung der Boston-Washington Duelle übrigens gut belegt hast. Es gibt ein WC-Semi-Final (Der besseren Teams im Osten) welches ein Baskettball-Fachmann in Deutschland überhaupt nicht sehen will – ist das etwa ein gutes Zeichen für die NBA?

  11. Avatar

    freiplatzzokker

    Was ist mit Franchise Fans, die auch nach dem Ausscheiden noch Spiele auf Augenhöhe oder mit Bustpotential verfolgen will? In diesem Jahr ist es echt besonders bitter, da die Gegner der Warriors und Cavs auch noch von Ausfällen geplagt wurden. Mit Lowry, Leonard, Hill und Thomas waren mit die besten Spieler draußen. Das Interesse nimmt dann umso mehr ab, da die Finalstickets direkt gebucht sind.

    Wenn man früher individuelle Klasse sehen wollte, hat man das Allstar Game geguckt. Kann man leider heute auch nicht mehr, da der Kommerz im Vordergrund steht.

  12. Dennis Spillmann

    Was möchtest du denn nun vorschlagen? Wir führen jedes Jahr einen Snake-Draft aller 30 Teams durch, damit wir auch ja 30 gleichstarke Teams in der NBA haben?
    Klar kannst du fordern, dass man seine Free Agents nicht frei auswählen darfst. Heißt das dann im Umkehrschluss, dass die Warriors absolut konkurrenzlos durch die nächsten fünf Jahre laufen – selbst wenn man KD nicht hätte, weil man eben seine wichtigsten Teile zusammengedraftet hat? Tanken dann alle (das erste Mal!) um die Wette, um in der Free Agency nicht ausgebremst zu werden?

    Die NBA hat schon einen extrem reglementierten Markt. Innerhalb dieses Marktes kann man sich aber frei bewegen und entscheiden. Wenn Dallas da mitspielt und sowohl Bogut als auch Barnes den Warriors abnimmt, dann sind die Mavericks eben Schuld an diesen Warriors. Wenn die Twolves lieber Flynn und Rubio als Curry picken, haben sie diese Warriors nicht verhindert. Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist, dass exzellentes Management bestraft werden soll, nur weil der Rest der Liga nicht erkennt, welchen Spieler man wählen /in einem Trade nicht aufnehmen sollte. Die NBA ist nur so lange paritär, wie es auch die Besitzer und das Front Office sind. GSW hat eben extrem smart gearbeitet, dafür wurden sie belohnt. Auch ohne Durant.

    Ansonsten schreib mir bitte nicht vor, was ich lieber sehen will. Du möchtest enge Spiele. Das ist okay für mich. Ich möchte möglichst guten Basketball sehen.

  13. Simon

    |Author

    Wir sind uns doch vermutlich alle einig, dass eine Serie zwischen zwei sehr guten Teams, die sich auf höchstem Niveau, aber eben auf Augenhöhe begegnen, am attraktivsten ist.

    Die Frage ist nur, was ist die zweitbeste Möglichkeit? Klare Dominanz eines perfekt funktionierenden Teams gegen ein mittelmäßiges? Oder zwei mittelmäßige, die sich eine enge Serie liefern?

    Ich verstehe eure beiden Meinungen dazu und denke, dass eine Mischung nicht schaden kann. Basketball ist aber nun mal ein Sport, der nicht besonders gut für überraschende Außenseitersiege gemacht ist. Das ist z.B. im Fußball viel wahrscheinlicher, weil der Zufall eine größere Rolle spielt. Solange NBA-Playoff-Serien also über 4-7 * 48 Minuten und nicht 1 * 12 Minuten ausgetragen werden, wird es weiterhin kaum Upsets geben, und das trotz der vorhandenen Regularien zur Förderung der Chancengleichheit.

    Noch ein kurzer Punkt. Ich bin auch nicht der Meinung, dass das aktuelle System perfekt ist. Aber ich habe bisher auch noch kaum überzeugende Ideen gelesen, wie es deutlich verbessert werden könnte. Ich denke, die NBA funktioniert relativ gut. Gerade im Gegensatz zur NFL ist sie doch auch auf dem aufsteigenden Ast, oder?

    Abgesehen davon finde ich ganz allgemein das viele Gejammere zu allen möglichen Themen einfach übertrieben und unsachlich. Das überschattet häufig auch sachliche und konstruktive Kritik.

    Im Fall der 2017er Playoffs gilt: In den letzten 10 Jahren gab es glaube ich nur 2 Champions, die nicht der Top-Seed ihrer Conference waren. Eines davon war das Heat-Superteam 2012, nachdem Rose, der beste Spieler des #1-Seeds und amtierende MVP, sich das Kreuzband gerissen hatte. Die einzige echte Überraschung waren also die Mavs 2011.

    In 4 der letzten 10 Jahre haben die ersten 3 PO-Runden genau ein Spiel länger gedauert als 2017, 75 statt 74. Und auch die Deutlichkeit der Spielergebnisse in diesem Jahr ist kein Ausreißer nach oben.

    LeBron hat seit 2011 eine Bilanz von 84-18 in den Eastern Conference Playoffs. Ich will gar nicht sagen, dass die Dominanz der Warriors und Cavs gut oder schlecht ist. Aber das Jammern darüber basiert meiner Meinung nach hauptsächlich auf einem starken Recency Bias.

    Edit: Das war auch der Anlass des Artikels, nicht etwa “Werbung in eigener Sache”…

  14. Danny Bronson

    Wie bereits erwähnt wäre ein Vorschlag bspw. ein Veto-Recht der NBA-Leitung. Natürlich mit vorher klar festgelegten Regeln.
    KD zu GSW? Nope – soll er doch zu Boston wenn er unbedingt wechseln möchte…
    Love zusammen mit Bron zu Cavs, wenn bereits Kyrie da ist? Nope – same thing in Miami.
    Diese extremen Reglementierungen von denen du sprichst, machen es unter Umständen etwas schwieriger Superteams zusammen zu stellen, jedoch verhindern diese dies überhaupt nicht. Das ist eben mein Punkt. Die GSW Dominanz wäre mit Sicherheit völlig in Ordnung, da das – wie in meinen ersten Post bereits erwähnt – dem guten Management geschuldet ist. Wobei ich an diese Dominanz nicht glaube, da dieses Superteam ein Jahr zuvor von OKC fast geschlagen wurde und auch schlagbar aussah.
    Das Zusammenstellen von Superteams ist aus meiner Sicht nicht das Werk eines guten Managers, da Spieler als Free Agents mittlerweile nicht den Regeln des Marktes folgen, sondern einfach nur der Chance auf den Titel. Sofern KD GSW mündlich zu einem Wechsel zusagt, behaupte ich, dass jeder GM der Liga es schafft, genug Cap Space freizuschaufeln, um diesen zu verpflichten. Gleiches gilt für LeBron und Love in Cleveland. Den Zwang zu einem Trade bei Androhung einer Nichtverlängerung des Vertrages könnte man in solchen Fällen auch entgegenwirken.

    Und Tanken müssten Teams mit einer solchen Regel eben auch weniger, da man Spieler wie Love, KD oder CP3 leichter halten könnte.

    Nein sind sie nicht. Dallas verfolgt seine eigene Strategie und hat sich eben den Wunschspieler Barnes gesichert, da man auf Free Agents wie bspw. KD nicht den Hauch einer Chance hatte.

    Check und High Five!

  15. Avatar

    Pillendreher

    Das ist ein interessanter Punkt, wobei man natürlich fragen kann: Was sind denn die “Regeln des Marktes”? Es dürfte ein legitimer Beweggrund für Spieler sein, ihre Chancen auf einen Titel zu maximieren. Das Problem heutzutage ist eben auch, dass diese eh schon so viel verdienen (und das auch außerhalb des Feldes), dass sie es sich leisten können, höher dotierte Verträge auszuschlagen. Das einzige Mittel, dass du da den derzeitigen Vereinen an die Hand geben kannst, ist die Gehaltshöhe, aber wenn Spieler xy unbedingt mit Spieler so und so zusammenspielen will, dann geht das auch mit Gehaltseinbußen. Man bräuchte ein Instrument, um den Wechsel unterbinden zu können, nur stellt sich dann die Frage, ob man das einführen will. Will man einen Cousins oder Davis zwingen, immer nur bei ihren Clubs zu bleiben, auch wenn sie nie die Chance haben, um den Titel mitzuspielen?
    Vielleicht wäre in diesem Zusammenhang auch ein Mindestgehalt für bestimmte Spieler eine Überlegung wert. 2x All NBA in den letzten 4 Jahre und unter Max kannst du nicht unterschreiben oder so ähnlich.

    Ich weiß ja auch nicht, ob es wirklich so ist, wie manche Leute sagen (à la “Früher wollten sie sich besiegen, heute wollen sie nur Freunde sein und mit diesen zusammenspielen”). Aber aus Sicht der Liga sollte man dort ansetzen. Es kann nicht sein, dass man fürs Draften bestraft wird (wie etwa die Thunder mit Harden, auch wenn man natürlich berechtigterweise sagen kann: Dann zahl ihn einfach), aber wenn es dann übles Tampering gibt (was es wahrscheinlich sowohl bei LeBron mit den Heat als auch bei Durant mit den Warriors gab), dann sollen die das schon machen können.

    Auf jeden Fall ein schwieriges Thema. Ich jedenfalls wünsche mir wieder Playoffserien, die mich auch als Fan eines anderen Teams begeistern und mitreissen können.

  16. Julian Wolf

    Ich würde gerne mal auf eine Sache eingehen: Waren denn die Playoffs bisher wirklich sooo unattraktiv? MMn (kein großer Fan eines Teams) waren da ein paar echt gute Serien dabei…

    Clippers-Jazz Game 7
    Spurs-Memphis umkämpft
    Rockets-Thunder hat auch Gesprächsstoff gegeben

    Raptors-Bucks -> sehr, sehr geil!
    Cavs-Pacers hatte einiges zu bieten
    Boston-Chicago auch spannend

    Washington-Boston war geil
    Spurs-Rockets auch

    Spurs-GSW mit Leonard kann man sich auch geben…

    Also kurz gesagt: Ich habe mir relativ viele Spiele aus relativ vielen Serien angesehen. Man darf da nicht den Fehler machen, “nur” den Titel zählen zu lassen. Ob die Jazz oder Clippers gegen die Warriors rausfliegen ist zwar theoretisch egal, für die Spieler und die Teams aber doch irgendwie wichtig!
    Dazu kommen halt Verletzungen: Leonard, Rondo und Lowry haben sozusagen 3 Serien “zerstört” mit ihren Ausfällen…
    Also insgesamt finde ich die Kritik deutlich überzogen :stupid: :D

  17. Simon

    |Author

    Bin genau Julians Meinung. Zumal es für z.B. Boston, Utah, die Clippers etc. durchaus wichtig ist, wie sie sich in den Playoffs schlagen bzw. wie weit sie kommen, auch wenn sie höchstens minimale Chancen auf die Finals haben. Gerade für die Jazz und Celtics waren diese Playoffs ein Meilenstein.

    Es gibt nicht nur Championship or Bust. Selbst in besonders “ausgeglichenen” Jahren hatten vermutlich allerhöchstens 4-5 Teams eine realistische Chance auf den Titel. In diesem Jahr waren es meiner Meinung nach 3, eines davon ist durch Leonards Verletzung aus diesem Kreis geflogen. Schade, aber trotzdem gab es viele hochklassige, spannende oder zumindest interessante Spiele.

  18. kdurant35

    Ich bin von den POs ebenfalls nicht so enttäuscht. Es gab sicher bessere Jahre. Aber man kann nicht immer nur Superlative erwarten.

    Wenn ich aber die Vorschläge höre wie man das ausgeglichener gestalten soll, stellen sich all meine Nackenhaare aus. Da werden Dinge vorgeschlagen und behauptet wo ich nur den Kopf schütteln kann.
    Natürlich ist es gutes Management wenn man so etwas wie in GS zzusammestellt ohne zu sehr an Tiefe einzubüßen. Das ist viel mehr als nur Cap freimachen. Und in die Situation zu kommen die best mögliche Option für einen FA zu kommen, muss man erstmal schaffen. Auf dem Weg dahin wurden soviele strittige Entscheidungen getroffen. Allein für Iggy damals zwei ungeschützte Picks zu ofpern war sehr umstritten. Den Trade für Kevin Love nicht zu machen war ebenfalls eine sehr schwere Entscheidung. Und selbst die Vertragsverlängerung von Curry galt damals als high risk move. Von chronischen Problemen wsr damals die Rede. Nur weil es heute genial aussieht ist es zum damaligen Zeitpunkt nicht so einfach gewesen.

    Dann sehe ich ebenfalls nicht das Problem, dass alle Stars auf Geld verzichten. LBJ hat in Cleveland jeden Dollar mitgenommen. KD und LMA kamen fürs Maximum. Horford ebenfalls. Bosh ist nicht zu den Rockets als Riley den 5Jahesmax auspackte. Und Melo wurde kritisiert das er sich für die Kohle entschieden hat. Und Cousins sowie PG13 versuchten über ihre Agenten alles um nicht getradet zu werden (DPE lässt grüßen). Nicht viele Topstars verzichten bei einem Wechsel auf Kohle.

    Die Idee mit dem Veto fund uch schrecklich, sorry. Das ist doch so subjektiv und künstlich. Dann hätte man ja die Moves der Lakers 2012 verhindern müssen. Vor Saisonstart rechneten alle das der Westen nur zwischen LA und OKC ausgetragen wird. Und es ging vollkommen in die Hose. Was ist mit den Wolves. Durch solch ein Veto macht man ja nicht nur die Pläne einer Franchise kaputt. Abgesehen davon muss sich due Frage gestellt werden ob das Veto überhaupt gerechtfertigt wäre. Irving war zz diesem Zeitpunkt nicht unumstritten. Viele hefteten ihm das label good stats in a bad team an.
    Und was passiert dann mit Duncan. Da gewinnt ein Team nur aufgrund eines verletzten MVPs des Jahres 1995 eine der wichtigsten Lotterys. Veto? Ist doch auch nicht fair das eine Dynastie aufgrunde solcher Umstände startet.

    MMn wird oft vergessenen das die Cap Situation in den letzten beiden Jahren einzigartig war. Dementsprechend auch die Möglichkeiten der Teams. Die Liga wollte diesen massiven Anstieg ja verhindern. Es bedurfte jedoch die Zustimmung der Spielergewerkschaft. Daran scheiterte es. Das neue CBA hat solch eine Szenario festgelegt. Dieser Anstieg wird zukünftig unterbunden. Ebenso wurden schon viele Schritte unternommen um Superteams zu erschweren. Verhindern kann man das nie. Und sollte man auch nicht. Vielfalt gehört zum Sport dazu. Wir werden nicht nur potenzielle Dynastien sehen. Ab und zu ist aber vollkommen ok. Alles zu regulieren würde mMn viel mehr schaden.

  19. Danny Bronson

    Als ob GS so gearbeitet hat um an FAs zu kommen. Es galt vor Erhöhung der Caps lediglich die Möglichkeit zu schaffen alle vier Stars halten zu können – das war durchaus gutes Management, ja. Aber an KD hätte man nicht einmal denken können. Dennis hat dies in seinem Artikel über diese Verpflichtung exzellent beschrieben. Deshalb bin ich immer noch der Meinung, dass diese Verpflichtung nicht dem guten Management von GS geschuldet ist, sondern den Fehlern der Liga, die einfach schlecht auf die Cap-Erhöhung reagiert hat.

    Du musst schon alles lesen, wenn du in der Diskussion so angriffslustig reagierst. Ich habe in den ersten Kommentaren beschrieben, was ich mit einem solchen Veto-Recht für die Liga meine. Da wäre gar nichts subjektiv. So wie man diese neue “designated veteran” rule umgesetzt hat, könnte man auch neue Regeln für FAs einführen. MVPs/All-NBA Mitgliedern etc. klare Regeln vorgeben, wann und wie ein Team gewechselt werden kann. Das ganze CBA ist voller komplizierter Regelungen, alles kein Hexenwerk weitere Punkte aufzunehmen. Es gibt dort genug Leute die sehr viel Geld dafür erhalten am CBA zu arbeiten und sich sinnvolle Bedingungen zu überlegen.

    Absolut valider Punkt. Wobei aus Spieler Sicht natürlich total verständlich, die wollen schließen Ihren Teil vom Kuchen haben. Nichtsdestotrotz ist mir diese “Ausrede” der Liga zu einfach. Solche Deals mit Fernsehsendern kommen nicht von heute auf morgen zustande. Ich finde diesen sprunghaften Anstieg einfach nur katastrophal.

  20. Poohdini

    Ich finde, bei dem was Simon und Dennis sagen, viele valide Punkte:

    1) Das System zu ändern ist sehr reaktionär und liegt vor allem an der recency bias. Dass es aber zu diesen Teams überhaupt gekommen ist, bedurfte mehrerer glücklicher Umstände, die hier schon aufgelistet wurden. Alle Änderungen, die hier vorgeschlagen wurden, sind ausgemachter Blödsinn, nicht zu realisieren und würden nichts ändern. Ja, die Playoffs sind scheiße, aber deshalb jetzt etwas zu ändern, stellt falsche Kausalitäten her.

    2) Aus analytischer Sicht sind Blowouts oder klare Siege deutlich besser als knappe Spiele. Aus Sicht eines Schreibers und jemand, der die Spiele analytisch betrachtet, kommen hohe Siege oft gelegen. Warum? Das liegt an der Zufallskomponente. In knappen Spielen erkennt man zwar auch oft Dinge, die richtig/falsch liefen bei den Teams, aber wenn ein zwei Possessions über W/L entscheiden, ist die Analyse nahezu ergebnislos. Gewinnt ein Team mit 20, kann man selbst nach Abzug einer Zufallskomponente noch genügend Zutaten ausmachen, die einen Niveau unterschied erklären. Plays/Possessions, die repräsentativ für eine Offense oder Defense stehen.

    3) Insgesamt finde ich die Playoffs dieses Jahr auch scheiße. Der Hauptgrund sind aber nicht Blowouts oder die fehlende Knappheit der Serien (vllt ein bisschen!), sondern die Tatsache, dass die Runden 1-3 nahezu keine Rolle spielen. Natürlich mag es einem spannend erscheinen, dass die Clippers-Jazz Serie über 7 Spiele gegangen ist. Oder Wizards-Celtics. Aber im Endeffekt ist der Ausgang doch völlig egal, weil die Warriors soooo viel besser sind als der Rest der Conference. In den letzten Jahren war es zumindest so, dass einem Team wie den Clips oder Jazz zumindest ein wenig was zugetraut wurde gegen GSW. Scheiße, ich hatte sogar vor den Playoffs darauf getippt, dass die Thunder SAS und GSW schlagen können. Dadurch haben sogar schon die ersten Runden eine Relevanz, weil wir dort schon sehen können, was bei den Teams funktioniert und was nicht. Wenn man jetzt eh weiß, dass keines der Teams später eine Chance hat, warum soll man sich WC-Spiele überhaupt anschauen. Letztes Jahr waren GSW und OKC fast auf einer Höhe, die Clips und Spurs nicht weit entfernt. Dieses Jahr haben wir das alles nicht. Das ist IMO das Hauptproblem.
    ABER: Und das muss gesagt werden: Wir wussten das alle schon im Sommer als KD mit seinem Move im Prinzip die Konkurrenzfähigkeit der WC zerstört hat. Ich finde es seltsam, dass die halbe Welt JETZT überrascht davon ist, dass GSW unschlagbar scheint. Sorry, aber das war im Sommer schon klar.

  21. Simon

    |Author

    Alles richtig, nur eine kurze Einschränkung: Wir haben nur ca. eine Halbzeit Spurs-Warriors mit Kawhi Leonard gesehen und die war (sogar ohne Tony Parker) ein “Blowout” zugunsten der Spurs.

    Das heißt natürlich nicht automatisch, dass es tatsächlich eine enge Serie hätte werden können, geschweige denn, dass die Spurs die Warriors viermal gedchlagen hätten. Aber zumindest würde ich nicht so eindeutig sagen, dass der lockere Durchmarsch der Warriors schon immer klar und zu keinem Zeitpunkt ein ernsthafter Herausforderer in Sicht war.

  22. Poohdini

    Ich hatte in meinem Artikel zu der Halbzeit zumindest Dinge gezeigt, warum dieser “Blowout” nicht “for real” ist. Ich weiß auch nicht, ob die eine Halbzeit, selbst wenn sie for real sei, wirklich eine Prognosekraft hat. Was lässt uns denn darauf schließen, dass SAS in Vollbesitz der Kräfte wirklich eine Chance gehabt hätte?
    Wenn ich mir die Entwicklung des Kaders anschaue und die Ergebnisse der letzten beiden Jahre, dann sehe ich zumindest keine positiven Zeichen.

  23. Simon

    |Author

    Klar. Wie gesagt, wir können denke ich über keine der beiden möglichen Entwicklungen der Serie zuverlässige Aussagen treffen. Möglich, dass die Warriors trotzdem gesweept hätten. Ebenso möglich, dass die Serie viel enger geworden wäre.

    Aber du hast ja selbst gesagt: Blowouts sind tendenziell eher aussagekräftig, selbst wenn man viel Zufall (und andere Aspekte, die nicht “for real” waren) herausrechnet. Zumindest ist eine solche Halbzeit kein schlechterer Anhaltspunkt als alle möglichen Dinge, die Tage, Wochen oder Monate früher gegen diesen oder andere Gegner zu beobachten waren.

    Ich glaube, dass die Warriors trotzdem in die Finals eingezogen wären. Aber sicher wissen wir das nicht. Das ist mein einziger Punkt: die Spurs waren nicht chancenlos, deswegen war die Serie für mich (bis zu Leonards Verletzung :-) ) nicht langweilig.

  24. Danny Bronson

    Ich liste diese Problematik seit 2008 auf und du begründest das mit der recency bias? Das ist für mich “ausgemachter Blödsinn”, wenn ich auf deine Wortwahl zurück greifen dürfte. Ich will mich zu der Tatsache, ob mein Vorschlag etwas ändern würde oder auch nicht, gar nicht weiter äußern, denn es war NUR mein Vorschlag – und keine Patentlösung. Ich wollte nur darauf hinaus, dass die Bildung von Superteams unterbunden werden sollte, sofern die Liga diese Wettbewerbsverzerrungen nicht weiter hinnehmen möchte.

    Diese Passage würde ich zitieren, wenn mich einer fragt, weshalb ich Superteams nicht sehen will.

    Diese sogenannten Analysten machen <1% aller Basketball-Fans aus und können getrost vernachlässigt werden. Zumal mich interessieren würde was eine Zufallskomponente überhaupt sein soll? Mathematisch irgendwie belegbar bzw. darstellbar? Wenn zwei Teams mit ähnlichen ORtg und DRtg aufeinander treffen, dann gibt es nun mal Spiele und Serien die häufig aufgrund von ein bis zwei Possessions entschieden werden. Wo bleibt denn der Spaß ein BBall Spiel zu analysieren, wenn bereits jeder Fussballfan sofort sieht, weshalb Gegner A besser als Gegner B war?

    Weil jetzt das wahr geworden ist, was alle befürchtet haben. Wenn dir einer androht in zwei Wochen aufs Maul zu hauen, wirst du den höchstwahrscheinlich auch erst anzeigen, wenn deine Nase gebrochen ist. So ist es nun mal, ohne eingetretenes Szenario wird dir kaum keiner zuhören.

  25. Poohdini

    Weil es auch auf dich bezogen war, nicht? Solltest dich vielleicht nicht zu wichtig nehmen.

    Ich glaube nicht, dass es in der jüngeren Vergangenheit dermaßen krass war wie dieses Jahr. Das habe ich aber auch begründet. Im Westen gab es seit Jahren konkurrenzfähige Conference Finals, im Osten bis 2013 auch.
    Golden State ist meilenweit über dem Rest der Conference, was schlicht und ergreifend durch den Wechsel Durants zu erklären ist. Ich weiß nicht, was Superteams damit zu tun haben.

    Ich weiß, dass Analysten nur einen Jota an Zuschauen ausmacht. Das merke ich, wenn ich sehe, wie viel meine Artikel gelesen werden^^. Es ist aber nur eine Meinung. Dass die andere nicht teilen? Liegt in der Natur der Sache. Dennis hat es oben auch schon geschrieben. Für manche sind spannende Spiele wichtig, für manche solche Spiele, wo man Begründungen für Sieg und Niederlage zurecht machen kann.
    Wenn jeder Fußball-Fan diese Analysen machen kann, wozu braucht es dann uns noch?

    Sorry, aber dieser Vergleich ist echt bescheuert.
    Man addiert einen der 3 besten Spieler der Liga (den man einem Top 2 Team im Westen und Top 3 der Liga abzieht) zu einem 73-9 Team und niemand denkt, dass das Team deutlich besser als der Rest ist? Dann ist man eben selbst Schuld, wenn man von langweiligen Playoffs überrascht ist. Ist ja nicht so, dass niemand darauf hingewiesen hat.

  26. Simon

    |Author

    Und Spiel 4 war zwar auch wieder deutlich, aber trotzdem interessant zu sehen dass und wie sich Cleveland retten konnte.


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