BBL

18 Taktik-Happen zu den BBL-Playoffs

18 taktische & technische Feinheiten, die in den Playoffs wichtig werden könnten

Die Playoffs in der Basketball-Bundesliga stehen vor der Tür. Natürlich wollen wir euch auch in dieser Saison bestens auf die geilste Zeit des Jahres vorbereiten. Wir verzichten für die Viertelfinalserien allerdings auf klassische Serien-Previews und wollen stattdessen im Folgenden einige kleinere taktische und technische Dinge aufzählen und erklären, die in der Post-Season noch wichtig werden könnten. Von elementaren Setplays über Signature-Moves: bei den 18 Taktik-Happen ist für jeden etwas dabei. Guten Appetit.

1. Chris Babbs Interpretation der Dreierlinie

Der Dreipunktwurf genießt auch in der Basketball-Bundesliga einen immer höheren Stellenwert. Die Teams spielen passend zur Entwicklung mit immer mehr wurfstarken Spielern gleichzeitig auf dem Feld und versuchen ihre Offensive somit möglichst breit anzulegen. Logischerweise ist in diesem Zusammenhang immer wieder das magische Wort „Spacing“ zu bemühen, welches Andrea Trinchieri von Brose Bamberg auch regelmäßig predigt. So zählt die Aufteilung der ballfernen Spieler zu einem der elementarsten Teile im modernen Basketball.

Dies gilt auch für ratiopharm Ulm, die in dieser Spielzeit sogar die beste Offense der Liga stellen (Offensive-Rating: 121,5). Auch die Spatzen sind konstant mit mindestens vier guten Schützen auf dem Parkett, um so eben auch ihren guten Inside-Spielern Raum zu geben. In dieser Saison geht dieser Plan voll auf und Raymar Morgan liefert gar auf MVP-Niveau ab. Einen großen Anteil daran hat aber auch Chris Babb, der mindestens ebenso wichtig für den Ulmer Angriff ist und durch seinen guten Wurf immer Verteidiger auf sich zieht. Beim ehemaligen NBA-Spieler fällt immer wieder auf, dass er sich im Bezug auf die Dreipunktelinie scheinbar nie an die europäischen Verhältnisse angepasst hat. So findet man Babb meist mehrere Meter hinter dieser Linie wieder, von wo er allerdings keine Probleme hat den Spalding zu versenken.

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Diese Eigenschaft konnte über die Saison sehr gut beobachtet werden und bringt natürlich einige Vorteile für die Ulmer mit sich. So ist die Rechnung ja letztendlich ganz einfach: Je weiter ein Spieler hinter der Dreierlinie postiert ist, desto weiter steht (meist) auch sein Gegenspieler vom Korb weg. Damit wird die Defense auseinandergezogen und für den Verteidiger ist es nicht beziehungsweise kaum möglich auszuhelfen. In der NBA dienen dabei vor allem die Houston Rockets als Vorbild, die diese Technik spätestens seit dieser Saison salonfähig gemacht haben. So stehen Eric Gordon und Ryan Anderson immer mehrere Meter hinter der Linie, treffen von dort aus aber mindestens genauso sicher.

Die Ulmer können so noch größere Räume bespielen, wovon natürlich insbesondere die Big Men profitieren. Während es gegen andere Spieler ganz einfach möglich wäre vom Schützen wegzuhelfen, ist Babbs Trefferquote von so weit außen einfach viel zu gut, als dass sich das die gegnerischen Teams erlauben könnten. In der folgenden Szene wird dies nämlich genau bestraft, als Cliff Hammonds zu weit in die Zone absinkt. Während er für einen normalen Dreipunktwurf wahrscheinlich noch rechtzeitig zurück wäre, steht Babb einfach zu weit hinten, als dass er diesen Wurf noch ernsthaft erschweren könnte.

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Auch gegen eine Zone ist es ein sehr gutes Mittel. Denn so lässt sich diese noch weiter auseinanderziehen und die Gegenspieler müssen noch weiter heraustreten, was Raum für Drives in das Herz der Zone zulässt.

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2. Bayreuths backscreen-set-opener

Die erste Possession in einem Basketballspiel zählt immer zu den Wichtigsten. Dies hat ganz einfach damit zu tun, dass der Coach hier, ähnlich wie bei Timeouts, die Möglichkeit hat ein bestimmtes Setplay anzusagen und ausführlich zu erklären. Auf dem Spielfeld muss dann kein Handzeichen mehr erfolgen und die Spieler können direkt in den Spielzug übergehen. Aus diesem Grund gibt es einige Trainer, die sich dort ganz bestimmte Plays für die erste Possession zurechtlegen, um den Gegner gleich zu beschäftigen. In den meisten Fällen soll es im ersten Ballbesitz erstmal unter den Korb gehen, um dort möglichst leichte Punkte zu erzielen. Dies gibt dem Team Selbstvertrauen und bringt die Zuschauer zusätzlich ins Boot.

Bei medi Bayreuth ist etwas ganz ähnliches angestrebt und so spielen sie ein Play, bei dem am Ende meist Center Assem Marei den Ball nah am Brett erhalten soll. Dafür nutzen sie eine abgeänderte Version ihres “5-Up”, wo ebenfalls ein “Spain”-Pick&Roll (mehr dazu in Happen #5) verwendet wird. 

Der Spielzug startet mit der Ballübergabe an vom Aufbauspieler an den Big Man, normalerweise Marei. Danach werden auf der Weakside zwei Screens für einen kleineren Spieler, meist Nate Linhart, gestellt. Dieser soll dann den Ball des Big Mans übernehmen und in der Folge den Pass nach innen spielen, während sich Marei aufgrund des Backscreens in den Rücken seines Verteidigers auf dem Weg zum Korb freimachen kann.

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3. Bambergs Weakside-Screening

Es ist nur noch wenig Zeit auf der Wurfuhr. Das gespielte Setplay hat in den 15 Sekunden zuvor nicht den gewünschten Vorteil erbracht, sodass nun ein Spieler gefordert ist unter Zeitdruck zu kreieren. Was macht er?

Bei den meisten Teams würde nun die Antwort lauten, dass dieser Akteur im Eins-gegen-Eins versuchen sollte sich irgendwie einen Wurf zu kreieren. Nicht so die Late-Clock-Offense bei Brose Bamberg. Immer wieder ist es zu beobachten, dass die Bamberger, obwohl ihr ursprüngliches Play nicht funktioniert hat, immer noch zu einem sehr guten Wurf kommen. Ein Grund dafür ist ihr starkes Weakside-Screening mit Ablauf der Schussuhr.

In dieser Szene bewegt sich die Shotclock ebenfalls auf die letzten zehn Sekunden zu und die Offensive der Bamberger droht zu stagnieren. Sofort reagiert Nicolo Melli auf der ballfernen Seite und sprintet aus der Ecke hoch, um einen Block abseits des Balls für Teamkollege Fabien Causeur zu stellen. Der Berliner Gegenspieler blickt nur auf den Ball und kann somit nicht mit dem Screen rechnen, der Causeur einen offenen Look ermöglicht.

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Gerade in den Playoffs, wo jede einzelne Possession eine noch höhere Wichtigkeit besitzt, wird es darauf ankommen, wer auch außerhalb der eigentlichen Spielzüge kreieren kann. Der deutsche Meister weiß jedenfalls, wie er auch spät in der Shotclock noch zu seinen Würfen kommt. Interessant wird sein, ob gegnerische Defenses darauf eingestellt sind. 

Im Spiel gegen Ulm wollten die Bamberger diese Weakside-Action beispielsweise auch starten, doch Chris Babb wusste genau was kommt und hatte seine Finger dazwischen. 

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4. Reddings Dreier aus dem Post-Up

Reggie Redding ist in den Lineups des FC Bayern Basketball normalerweise der primäre Ballhandler, weil es den Münchenern an einem echten Point Guard mangelt. Doch auch, wenn der US-Amerikaner den Ball abgibt, ist er noch brandgefährlich und darf von der Verteidigung nie aus den Augen gelassen werden. Dabei fällt vor allem auf, wie er, aber auch einige andere Schützen des FCB, aus dem Aufposten eines Mitspieler eingesetzt werden.

So verfallen die Spieler ohne Ball bei den Bayern beim Post-Up keineswegs in Stagnation, sondern bewegen sich um den Perimeter herum kontinuierlich weiter, um die Defense zu beschäftigen. Gerne setzt dabei ein großer Spieler einen Block, um entsprechend die Shooter frei zu bekommen. Immer wieder resultieren hieraus offene Würfe – besonderes für Redding.

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Wenn der erste Pass zum Dreier nicht offen ist, setzen die Münchener einfach einen Re-Screen, wodurch sich Redding dann meist seines Gegenspielers endgültig entledigen kann.

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 5. Spain P&R

Das Pick&Roll ist mittlerweile der festeste Bestandteil einer offensiven Possession eines Basketballteams. Natürlich hat sich durch das häufige Laufen des Blocken und Abrollens auch irgendwann die Defense darauf eingestellt, weshalb die Coaches kreativer werden mussten. Eine der “neueren” Entdeckungen ist dabei das „Spain Pick&Roll“, welches auch schon mehrfach bei uns thematisiert und wohl durch Andrea Trinchieris Versionen in Bamberg am meisten bekannt wurde. Dabei sind drei Spieler direkt in den Spielzug involviert, in dem zwei Spieler das Pick&Roll laufen und der dritte Akteur einen Backscreen gegen den Verteidiger des abrollenden Spielers setzt.

In der Saison 2016/17 war nun zu erkennen, dass nicht mehr nur der deutsche Meister damit agiert, sondern so gut wie jedes Team eine Version dieses Sets im Repertoire hat. Mit Blick auf die Playoffs haben wir mal ein genaueres Auge darauf geworfen, wie die qualifizierten Teams diesen Spielzug umsetzen und welche Probleme es möglicherweise mit sich bringt. Denn außer Thorsten Leibenath von ratiopharm Ulm hatte jeder Playoff-Coach in dieser Spielzeit mindestens eine Variation dieses Spielzugs in seinem Playbook.

Als Beispiel dafür sollen die folgenden Szene dienen. Zuerst blicken wir auf die Version der Telekom Baskets Bonn, die das Play mit einem Iverson-Cut eröffnen. So erhält, in dem Fall Ken Horton, den Ball an der Seitenlinie. 

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Nun kann der spätere Ballhandler, hier Ryan Thompson, mit einem Zipper-Cut nach oben kommen.

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Während Horton dank seines gefürchteten Wurfs noch das Spielfeld breit machen kann, setzt ein Guard den Backscreen für Julian Gamble, der sich auf den Weg zum Korb macht und angespielt werden kann.

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In der Oldenburger Variante setzt Rickey Paulding den Block, der Brian Qvale Räume eröffnen soll. Positiv ist hier, dass Paulding diesen Screen auch nur antäuschen und stattdessen zur Dreierlinie durchsprinten kann. Da er ein guter Dreierschütze ist, kann er hier gute Looks von jenseits der 6,75m-Linie erhalten, wenn beispielsweise Marei und Linhart hier beide Qvale auf dem Weg zum Korb verfolgen. 

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Als Nächstes schauen wir darauf, wie medi Bayreuth diesen Spielzug ausführt. Zum einen spielen sie diesen, wie oben in #2 erwähnt, für ein Marei-Post-Up. Aber auch die Version durch die Mitte findet sich immer wieder im Spiel der Bayreuther wieder. Hier setzt ebenfalls ein guter Shooter, nämlich Trey Lewis, den Screen, sodass auch hier im Endeffekt mindestens zwei Ausstiegsoptionen zu finden sind.

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Als die Frankfurter Defense sich aber dann nicht einig ist, wie geswitcht werden soll, entsteht eine dritte Option: der Drive für Nate Linhart. Denn zwei Frankfurter konzentrieren sich auf Lewis, der aber gar nicht den Ball erhält, wodurch Linhart plötzlich einen freien Weg zum Korb bekommt.

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Die MHP Riesen Ludwigsburg stellen sich direkt in der passenden Formation auf, um eben auch diesen Backscreen setzen zu können. Dabei nimmt bei den Barockstädtern gerne Chad Toppert die Rolle des Blockstellers ein, um danach auch schnell an die Dreierlinie sprinten zu könne. In diesem Fall täuscht er den Screen auch nur kurz an, beide Würzburger Verteidiger kümmern sich um Cooley und er hat in der Folge einen freien Wurf.

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 6. Schwethelm auf der Vier

Die EWE Baskets Oldenburg haben mit Brian Qvale einen ganz zentralen Spieler ihrer Offensive direkt unter dem Korb. Der US-Amerikaner kann mit seiner Masse und seinen Moves viele Gegenspieler auf sich ziehen und leichte Körbe erzielen. Dies hat zur Folge, dass der zweite Big Man der Baskets am besten eher ein Stretch-Vierer sein sollte, der Qvale den nötigen Platz verschaffen kann. Mit Maxime De Zweeuw haben sie zwar so einen Spieler im Kader, allerdings hatte er auch einige Eingewöhnungsprobleme und war zudem zwischenzeitlich verletzt. 

Die restlichen Big Men der Oldenburger, Dirk Mädrich, Jannik Freese oder Dennis Kramer, können zwar auch teilweise den Dreier treffen, sind aber neben Qvale vor allem defensiv nicht wirklich brauchbar und vom Spielertyp einfach zu ähnlich. So ist es mittlerweile üblich, dass Philipp Schwethelm die meisten Minuten auf der nominellen Power Forward-Position übernimmt. Dort hat der Deutsche in diesem Jahr hervorragende Arbeit geleistet und die Oldenburger mit seinen Dreiern immer wieder im Spiel gehalten.   

Besonders wenn er gegen klassische Big Men spielt, hat er offensiv einige Vorteile. Denn seine Gegenspieler verteidigen dann oft zu korborientiert und lassen ihm Platz an der Dreierlinie, wie hier Isaiah Philmore, der gerne in Korbnähe aushelfen würde und mit einem Dreier bestraft wird.

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Genauso ist Schwethelm auch auf der ballabgewandten Seite immer gefährlich, wenn sein Gegenspieler beispielsweise im Pick&Roll aushelfen muss. Hier orientiert sich Horton als Big Man zum Korb, um gegen Jannik Freese aushelfen zu können. Dadurch ist Schwethelm für einen kurzen Moment offen, was er sofort mit einem Dreipunktwurf ausnutzt.

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7. ALBA’s Nicht-Hedgen als Schlüssel?

Ja, wir geben es zu. Vor etwa anderthalb Wochen hatte die Überschrift hierzu noch anders gelautet. Doch dann entschieden sich die Verantwortlichen in der Hauptstadt dazu Headcoach Ahmet Caki zu entlassen und das Zepter an Thomas Päch weiter zu reichen. Damit änderte sich nicht nur etwas an der Seitenlinie, sondern auch im Spiel der Albatrosse. 

Direkt in der ersten beiden Partien unter der Leitung von Päch war nämlich zu erkennen, dass die Berliner in der Verteidigung des Pick&Rolls nun auf das sogenannte “Hard Hedge” verzichteten. Stattdessen ließen sich Elmedin Kikanovic oder Bogdan Radosavljevic bei gegnerischen Pick&Roll etwas zurückfallen und versuchten zuerst den Ball zu stoppen, ehe sie zu ihren Gegenspielern zurückliefen. 

Hier kommt Kikanovic zwar hoch, allerdings nur kurz um den ballführenden Spieler für einen Moment zu stoppen und seinem Mitspieler die Zeit zu geben zum Gegenspieler zurück zu kehren. Dafür sinkt zusätzlich noch ein Spieler von der Weakside etwas ab, um den direkten Pass auf Jack Cooley zu erschweren oder zu verhindern.

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Unter Caki gingen die Big Man teilweise noch bis an die Mittellinie hoch, um den Ballhandler unter Druck zu setzen. Dies gelang allerdings nur mäßig und so konnten sich die gegnerischen Ballhandler immer wieder lösen und der Gegner hatte ein 4-gegen-3 Überzahlsituation, die er in einfache Punkte ummünzen konnte.

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8. Jack Cooley – Der “Per30-guy”

Die besten Scorer der diesjährigen Basketball-Bundesliga-Saison sind mittlerweile bekannt. Sie hören auf die Namen Raymar Morgan, A.J. English oder Rickey Paulding. Ein Name der dabei nur selten fällt, auch weil er in dieser Rangliste gerade mal Platz 20 belegt, ist Jack Cooley. Der Big Man von den MHP Riesen Ludwigsburg spielt eine sehr starke Saison, kommt aber bei weitem nicht auf die Statlines seiner Konkurrenten. Dies hängt vor allem mit einer Sache zusammen: Cooley bekommt schlicht nicht die Einsatzzeiten wie andere Top-Spieler der BBL. Der US-Amerikaner steht gerade mal etwas mehr als 19 Minuten pro Spiel auf dem Parkett. Somit muss er sich mehr als die Hälfte des Spiels von der Bank aus ansehen und wird in der Zeit von Johannes Thiemann vertreten.

Dies hat allerdings nichts damit zu tun, dass Cooley sich schnell in Foulprobleme bringt – er begeht gerade mal 2,7 Fouls pro Partie. In diesem Fall ist es einfach eine Sache der Rotation von Headcoach John Patrick. Dieser lässt seinen Center nur für eine begrenzte Zeit auf dem Feld, sodass Cooley in diesem kurzen Zeitraum dann sein ganzes Können aufbieten muss. Dies gelingt ihm in dieser Spielzeit sehr gut. 

Das gelingt sogar so gut, dass wenn man Cooleys Statistiken auf 30 Minuten und mit den restlichen Topscorern der Liga vergleichen würde, auffällt, dass sich derr bullige US-Amerikaner gar nicht verstecken muss. Auf drei Viertel hochgerechnet ist Cooley nämlich der zweitbeste Scorer der Bundesliga.

 

Auch gegen ratiopharm Ulm wurde am letzten Wochenende deutlich, dass er dem Tabellenersten wehtun kann. In gerade mal 19 Minuten verbuchte er ein Double-Double (14 Punkte und 10 Rebounds). Sollte Raymar Morgan in der Serie also schnell Foultrouble bekommen, wird Ulm vor große Probleme gestellt. Denn Cooley weiß wie er seine physischen Vorteile gegen die SmallBall-Lineups der Ulmer am Brett ausnutzen kann. So könnte er zum Key-Player der Serie für die Ludwigsburger werden.

Denn wenn Cooley in der Zone zu Werke geht, zieht er meist die komplette Aufmerksamkeit der Verteidigung auf sich. Insbesondere wenn der Gegner selbst physisch nicht so stark aufgestellt ist.

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9. Post-Moves mit Aug

Dominique Sutton hieß der Mann, der in der Hinrunde in Ulm alle verzückte. Mit spektakulären Dunks und anderen athletischen Aktionen brachte er die Fans Woche für Woche zum Jubeln. So geriet der Spieler, den Sutton in dieser Zeit vertrat, fast ein wenig ins Vergessen: Augustine Rubit. Der Forward laborierte den ganzen Sommer an einer Handverletzung und war deswegen lange raus und nur mühsam wieder in Form gekommen.

Doch zum Ende der regulären Saison, kann man nun konstatieren, dass die Ulmer wieder ihren Augustine Rubit in Bestform haben. Der 27-Jährige scort wieder extrem zuverlässig, zeigt seine enorme Beweglichkeit und kann mehrere Positionen verteidigen. Insbesondere mit dem kurzzeitigen Ausfall von Da’Sean Butler, wurde wieder deutlich, wie gut Rubit eigentlich ist. Dabei ist er allerdings kein Highflyer wie Sutton, sondern einfach ein solider Bundesligaspieler, der so gut wie alle Aufgaben, die ihm gestellt werden, löst. Besonders im Post-Up hat er mittlerweile ein großzügiges Repertoire an Moves, die für gegnerische Bigs kaum zu verteidigen sind.  

Ganz besonderes gerne vereint Rubit seine Länge und seine Beweglichkeit, in dem er sich schnell mit einem langen Schritt um den Verteidiger herumdreht. Diese Bewegung ist kaum zu verteidigen und verschafft ihm sofort einen Vorteil, sodass sein Wurf auch kaum mehr geblockt werden kann. In dieser Szene im Spiel gegen Bayern postet er gegen Maxi Kleber auf und nutzt, als dieser ihn eng verteidigt, dann seine schnelle Drehbewegung, um sich loszulösen und abschließen zu können. Kleber verteidigt das gut, ist aber durch den langen Schritt von Rubit im Hintertreffen und kann den Wurf des US-Amerikaners nun nicht mehr entscheidend stören.

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10. LeBron Linhart

medi Bayreuth ist auf den Guard-Positionen mit den beiden US-Amerikanern Kyan Anderson und Trey Lewis exzellent aufgestellt. Trotzdem fällt auf, dass beide eher Schützen sind und – eher untypisch für Guards – selbst gar nicht so viel kreieren. Besonders für das Pick&Roll wird meist einem anderen Spieler der Ball in die Hände gegeben: Nate Linhart. Dieser hat mit LeBron James nicht nur gemeinsam, dass sie aus Ohio stammen, sondern genauso wie der King bekleidet auch Linhart als Small Forward die Position als wichtigster Kreativspieler in seinem Team.

Auffällig ist dabei, welch überragendes Auge für den Mitspieler Linhart besitzt und mit welcher Leichtigkeit er auch entsprechende Pässe spielen kann. Egal gegen welche Pick&Roll-Verteidigung, die Bayreuther Nummer Acht findet immer Lücken, um punktgenaue Pässe anzubringen.

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11. Allrounder Lucic

Die Bank des FC Bayern Basketball ist so lang wie der Ulmer Münster hoch. Gefühlt. Bei den Münchenern kommt nur ein Spieler über die Marke von zehn Punkten, zudem werden auch die Minuten total gleichmäßig unter zwölf Spielern verteilt. Dabei nun den Schlüsselspieler herauszufiltern ist nicht einfach. Während Maxi Kleber ganz klar die ersten Saisonwochen gehörten, kann mittlerweile gesagt werden, dass es bei Bayern wohl auf Vladimir Lucic ankommt.

Der Serbe hat sich im Verlauf der Saison ins Rampenlicht gespielt und dabei vor allem mit seiner extrem guten Defense überzeugt. Im Spitzenspiel gegen Brose Bamberg beispielsweise war er mit seiner kompromisslosen Verteidigung klar der Matchwinner und stoppte damit eines der besten Offensivteams Europas.

 

So wird es interessant zu sehen sein, ob Lucic diese Leistungen auch in den Playoffs bestätigen kann. Wenn alles nach Plan läuft, wartet ja schon im Halbfinale das direkte Duell gegen den deeutschen Meister von 2016. Da kann der Serbe dann endgültig beweisen, ob er Bayerns (defensiver) Key-Player sein und sie möglicherweise bis ins Finale tragen kann. 

12. Oldenburgs Sideline P&Rs

Wie weiter oben bereits erwäht, machen sich die EWE Baskets Oldenburg die Fähigkeiten von Brian Qvale gerne zu nutzen und positionieren möglichst viele gute Schützen um ihn, um ihre Inside-Outside-Game spielen zu können. Dabei fällt immer wieder auf, wie gerne die Norddeutschen dabei das Blocken und Abrollen an der Seite laufen. Dies hat gleich mehrere Vorteile für sie. 

Denn die Baskets machen ihre Ballside dann immer komplett frei und postieren die restlichen drei Spieler auf der ballfernen Seite. So ist es für den Gegner ganz schwer Hilfe zu schicken und somit den abrollenden Qvale zu stoppen. Man kann hier gut erkennen, wie viel Platz hier unter dem Korb ist. Wenn Qvale mit dem Ball Fahrt aufgenommen hat, ist er dann kaum noch zu stoppen.

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Auch hier lässt sich nochmals gut erkennen, wie einfach die Oldenburger diese 2-gegen-1-Situation ausnutzen können, da Bremerhaven schlicht keine Help-Defense schicken kann.

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Brian Qvale ist als Blocksteller sehr effektiv und öffnet durch seine Screens meist viele Räume für Oldenburg. Es wird interessant zu sehen sein, ob medi Bayreuth in der Defense darauf die richtigen Antworten hat.

13. Defense first!

Bei einem Blick in die Statistiken fällt doch relativ deutlich auf, dass sich die MHP Riesen Ludwigsburg von den restlichen Playoff-Teams unterscheiden. Immerhin sind die ersten sieben Playoff-Mannschaften allesamt – und als einzige – im Offensivrating über dem Ligadurchschnitt. Das heißt sie stellen die sieben besten Offenses der Liga. Die Riesen dagegen sind ein ganzes Stück unter dem Durchschnitt und haben sogar noch die Eisbären Bremerhaven, s.oliver Würzburg und die Giessen 46ers vor sich. 

Dies spiegelt sich logischerweise auch in den Wurfquoten wieder. Und auch da ist wieder eine Gemeinsamkeit der für die Playoffs qualifizierten Teams zu erkennen. So finden sich sechs der acht Mannschaften ganz oben in Sachen Three-Point-Percentage wieder. Lediglich die Bonner rangieren noch drei Plätze dahinter. Die Ludwigsburger hingegen kommen gerade mal auf den vorletzten Platz in diesem Ranking. Nur die BG Göttingen warf noch mieser von außen als die Männer von John Patrick. Reicht diese Offensive also nun aus, um in den Playoffs wirklich bestehen zu können?

Das wird die große Frage, die ab Samstag auf dem Parkett beantwortet wird. Klar ist, dass die Ludwigsburger die Serie gegen Ulm nur über ihre Defense gewinnen können. Wie im Pokal und in der Rückrunde muss es den Riesen gelingen das Tempo der Ulmer zu drosseln und sie von “Downtown” nicht heiß laufen zu lassen. So traf der Tabellenerste am letzten Wochenende in Ludwigsburg beispielsweise auch nur 26% von außen und war damit sehr nah an der Quote des Gastgebers (25%) dran, was diesem natürlich in die Karten spielt.

Denn auch der Gegner weiß, dass die Ludwigsburger von außen nur selten ernsthaft Gefahr ausstrahlen. Im Hinspiel in der Bundesliga war das der ganz große Vorteil für die Ulmer. Sie stellten die Zone einfach mit allem was sie hatten zu und ließen die Barockstädter von außen werfen. Ludwigsburg traf zwar ganze zehn Dreier bei 43% Trefferquote, konnte aber dadurch das Inside-Spiel nicht mehr so forcieren wie gewollt.

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Hierin wird dann wohl der Schlüssel zur Serie liegen und dann auch Klarheit darüber verschaffen, ob es Ludwigsburg mit der limitiertesten Offensive der Playoffs gelingt eine Serie für sich zu entscheiden. Es wird interessant.

14. Ulms „Head-3 ” – Cutter oder Screener?

Die Ulmer haben einige der gefährlichsten Schützen der Liga in ihren Reihen. Um denen auch den nötigen Platz zu verschaffen, um abdrücken zu können, wird Headcoach Thorsten Leibenath in seinen Set-Plays gerne auch mal kreativ.

Einen Spielzug, den wir dabei in dieser Spielzeit häufiger gesehen haben, lautet (in Ulm) „Head-3“. Dabei wird einem Schützen auf dem Flügel Platz verschafft, in dem ein Spieler einen Cut zum Korb antäuscht aber stattdessen einen schnellen Block stellt, um seinen Mitspieler freizusperren. 

In der folgenden Sequenz kann das Set beobachtet werden. Es startet in einer simplen HORNS-Aufstellung aus der der ballführende Spieler dann einen Block nutzt und den Spalding sofort an den Blocksteller übergibt. Auf der anderen Seite entsteht dann ein Two-Man-Game ohne Ball, bei dem dann ein Spieler einen Cut zur Mitte antäuscht. 

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Doch stattdessen ist es kein Cut sondern ein Block, den der Akteur für seinen Mitspieler stellt. In diesem Fall ist es Babb, der Da’Sean Butler freisperrt, sodass der Ulmer Forward einen freien Dreipunktwurf erhält.

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15. Klein, aber oho!

Josh Mayo (1,81m) und Kyan Anderson (1,80m) zählen zu den kleinsten Spielern der Basketball-Bundesliga. Was erstmal nach einem Nachteil klingt, stellt sich schnell aber auch als Vorteil heraus. Immerhin sind die beiden US-Amerikaner auch so ziemlich die schnellsten Spieler, die sich in Deutschlands Beletage finden lassen. Beide können mit ihrem schnellen ersten Schritt jeden Gegenspieler schlagen und sind dann auf dem Weg zum Korb kaum einzuholen. Nebenbei sind sie aber auch noch von jenseits der Dreipunktlinie gefährlich und damit schwer ausrechenbar.

So ist es nur logisch, dass sich die Coaches der beiden sich diese Fähigkeiten zu Nutze machen.  In gut durchdachten Spielzügen schicken Predrag Krunic und Raoul Korner ihre Playmaker auf die Reise quer durchs Halbfeld. Auf diesem Weg können sich die beiden aufgrund ihrer Geschwindigkeit ihrer Gegenspieler entledigen und nach Erhalt des Balles Würfe für sich oder die Mitspieler kreieren.

Die Telekom Baskets Bonn nennen ihr entsprechendes Setplay dazu „1-Side“ und medi Bayreuth “1-Down” oder “2-Side”. Im Folgenden sollen die beiden Spielzüge, die sich auch relativ ähnlich sind, kurz vorgestellt werden. 

Die Bonner postieren Mayo dazu unauffällig erstmal abseits des Balls in einer Ecke. Doch sobald ihre erste Action gelaufen ist, nimmt der flinke US-Amerikaner Fahrt auf und kommt entlang der Screens im Vollsprint nach oben. Entweder kann er dann sofort abdrücken oder er bekommt einen Block gestellt und soll kreieren. 

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Ganz ähnlich machen es die Bayreuther. Hier kommt Anderson aber meist erst auf der einen Seite hoch, erhält den Ball und passt ihn sofort zu einem Mitspieler zurück. Dann dreht er sich blitzschnell um und sprintet auf die anderen Seite. Auch auf diesem Weg erhält er einen Screens eines Mitspielers und soll sich so für einen freien Wurf seines Mitspielers entledigen.

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Da Trey Lewis ähnlich schnell auf den Beinen ist, kann dieses Play gerne auch mal für ihn gelaufen werden. Selber Effekt.

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Viel Glück an all jene Verteidiger, die in den kommenden Wochen versuchen diese Jungs zu stoppen.

16. Slide the P&R

Mit dem “Spain”-Pick&Roll aus #5 haben wir bereits eine Variante, um das Blocken und Abrollen zu variieren, aufgezeigt. Doch in den Playbooks der Bundesliga-Coaches finden sich noch weitere Tricks, um den elementarsten Spielzug des modernen Basketball unberechenbarer zu gestalten. Einer davon ist das sogenannte “Slide”-Pick&Roll, welches sehr gerne von Andrea Trinchieris Bambergern gespielt wird. Aber auch Teams wie beispielsweise die BG Göttingen haben diese Variation in dieser Saison schon gespielt.    

Beim deutschen Meister wird dieses Play am häufigsten für Darius Miller gelaufen. Dabei startet der US-Amerikaner aus einer eigentlichen HORNS-Aufstellung tiefer und nimmt Anlauf. Nun kann er im Sprint nach oben kommen und einen Ballscreen antäuschen. Die meisten Verteidiger zögern dadurch eine Sekunde, was Miller den Vorteil verschafft, um auf die andere Seite zu sprinten. Auf dem Weg dorthin erhält er zusätzlich noch einen Flare Screen eines Big Mans.

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Wenn der Pass zu Miller jetzt noch nicht offen ist, dreht sich der Blocksteller einfach um und stellt nochmal einen Flare-Screen in die andere Richtung. Spätestens danach kriegt Miller meist einen offenen Wurf.

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17. Bartolos „all over the place“-defense

Von allen Teams, die dieses Jahr die Playoffs erreicht haben, stellen die Telekom Baskets Bonn die schwächste Defensive. Dies ist kein Wunder, wenn man sich den Kader der Rheinländer ansieht. Spieler wie Ryan Thompson, Josh Mayo oder Ken Horton sind vor allem für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten am offensiven Ende des Feldes bekannt und haben dies in dieser Spielzeit auch schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt. So ist es in dieser Saison auch regelmäßig passiert, dass Bonn, vor allem im heimischen Telekom Dome, regelrecht heiß laufen und die Gegner überannt hat. Von 16 Heimspielen gewannen die Bonner 12 und brachten dabei ganze sieben Mal mehr als 90 Punkte auf die Anzeigetafel.

Trotzdem wird es in den Playoffs, wenn es gegen die absoluten Top-Teams geht, vor allem auf die Defense ankommen. Und da sollten sich die hauptsächlich offensiv auffälligen Akteure vor allem an einem Teamkollegen ein Beispiel nehmen: Yorman Polas Bartolo. Der Deutsch-Kubaner ist der mit Abstand beste Verteidiger der Bonner und ein heißer Anwärter auf den Defensive Player of the Year-Award.

Da Bonn ansonsten nicht so viele gute Verteidiger besitzt, ist es auffällig, wie viele verschiedene defensive Aufgaben Bartolo während einer Possession übernimmt. Es kommt so häufig das Gefühl auf, als sei Bartolo einfach überall. Dazu ein gutes Beispiel aus dem Spiel gegen die BG Göttingen. Eigentlich verteidigt Bartolo Alex Ruoff auf der ballabgewandten Seite. Trotzdem springt er hier heraus, um den ballführenden Spieler, Scott Eatherton, zu stoppen.

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Als dies gelungen ist, switcht er und übernimmt den zum Korb ziehenden Jesse Sanders. Auch diesen kann er stoppen, sodass dieser gezwungen ist den Ball rauszupassen.

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Dort wartet nun sein eigentlicher Gegenspieler, der einen offenen Wurf bekommt, den Bartolo dann aber sogar auch noch erschwert.

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So gut die Verteidigung des Ex-Gießeners auch ist. Das Problem ist, dass Ken Horton hier über die ganze Possession praktisch keinen Gegenspieler hatte und nur im Niemandsland stand. Bartolo hingegen verteidigte fast vier Spieler auf einmal. Dies kann für Verwirrungen in der Defensive sorgen, wenn nicht ausreichend kommuniziert wird. 

Auch in der folgenden Sequenz stoppt Bartolo zwar erste seinen Gegenspieler, sodass dieser passen muss.

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Dann lässt er diesen völlig aus den Augen und kümmert sich um Dominik Spohr und erschwert dessen Wurf. Alles sehr gute Defense, allerdings nicht einfach für seine Mitspieler.

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18. “Tony Allen-treatment” für Taylor Braun? 

Taylor Braun ist ein extrem guter Verteidiger. Möglicherweise einer der Besten der Basketball-Bundesliga. Dies hatten wir nicht zuletzt in unserer Analyse Anfang Februar ausführlich erklärt. Aus diesem Grund sah der US-Amerikaner in der regulären Saison die zweitmeisten Minuten aller Ulmer (hinter Chris Babb). Auch deswegen gelang es dem Ligaprimus die drittbeste Defensive der Liga zu stellen und damit auch an diesem Ende des Feldes endlich mit Bamberg und München mitzuhalten.

Doch wie viele exzellente Verteidiger hat auch Taylor Braun seine Schwächen in der Offensive. Auch wenn er keineswegs als offensiv komplett limitiert bezeichnet werden kann, ist es doch auffällig, dass er auch in dieser Spielzeit wieder sehr wurfschwach daherkommt und damit einen der ganz wenigen Schwachpunkte des besten Angriffs Deutschlands darstellt. So verbringt Braun in der Offense die meiste Zeit als Spot-Up-Schütze rund um den Perimeter. Allerdings trifft er von dort in dieser Saison gerade mal 26,5 Prozent (22-83). Im Jahr 2017 ist diese Quote nochmals stark gesunken: Der US-Amerikaner versenkte nur fünf Dreipunktwürfe bei 31 Versuchen (16,1%) und traf zeitweise fünf Spiele in Folge keinen einzigen Wurf von außen. Auch wenn die Ulmer normalerweise genug Shooter auf dem Parkett haben, ist es für Braun doch von Wichtigkeit auch eine gewisse offensive Gefahr auszustrahlen. Bei durchschnittlich 29 Minuten Spielzeit, die er in den Playoffs wahrscheinlich mindestens auch wieder sehen wird, kann er seine Wurfschwäche kaum verstecken.

Aus diesem Grund stellt sich hier die Frage, ob Taylor Braun gegen clevere Teams das berüchtigte „Tony Allen-treatment“ bekommt? Dabei handelt es sich um die Art, wie in der NBA teilweise gegen gute Defender, die aber keinen Wurf haben, verteidigt wird. Dazu zählen beispielsweise Andre Roberson von den Oklahoma City Thunder oder eben, das prominenteste Beispiel, Tony Allen von den Memphis Grizzlies. So kam es teilweise zu Szenen, dass die Gegner Allen in der Offensive komplett ignoriert und somit mit fünf Spielern gegen vier verteidigt haben.

Ob wir es in solch einer krassen Form zu sehen bekommen, ist eher unwahrscheinlich. Trotzdem wird es spannend zu beobachten sein, ob die Gegner seine aktuelle Wurfschwäche zum Anlass nehmen, um Braun weniger Aufmerksamkeit zu schenken und somit seinen Gegenspieler mehr Help-Defense spielen zu lassen. Bisher konnte diese Taktik noch nicht wirklich beobachtet werden. Brauns Gegenspieler blieben immer sehr nah an ihm dran, halfen somit nur seltener aus und erschwerten seine Dreipunktwürfe auch gut. Ob er bei mehr möglichem Freiraum auch seinen Shooting Touch wiederfindet, bleibt ebenfalls abzuwarten.

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