Washington Wizards

Die Auferstehung der Wizards

Wohin geht die Reise für Washington?

Wer sind die Washington Wizards? Diese Frage stellte sich vor der Saison 2016/17 in selten dagewesener Dringlichkeit. Noch 2015 holte das Team um John Wall, Bradley Beal und Veteran Paul Pierce 46 Siege in der Regular Season und begeisterte in den Playoffs. Zunächst wurden die favorisierten Toronto Raptors gesweept, danach lieferte man den Atlanta Hawks einen harten Fight in den Conference Semi-Finals. Ein Jahr später stand gerade mal noch der 10. Platz der Eastern Conference zu Buche, bei einer ausgeglichenen Bilanz von 41-41.

Eine der beiden Saisons musste also ein Ausrutscher gewesen sein – nur welche? Coach Randy Wittman trauten die Verantwortlichen nicht mehr zu, die richtige Antwort darauf zu geben. Ersetzt wurde er durch Scott Brooks, einen Coach, dem ein gutes Händchen bei der Talententwicklung nachgesagt wurde, der aber gleichfalls nicht unumstritten war. Zu eindimensional, zu einfallslos agierten die Oklahoma City Thunder in seiner Amtszeit.

Der Saison-Start geriet zum Desaster – nur 6 der ersten 18 Spiele konnten die Wizards gewinnen. Dann aber fing das Team Feuer: 28-10 lautet die Bilanz seit dem 18. Dezember, das Net-Rtg in dieser Zeit ist das beste der Eastern Conference. Besonders im heimischen Verizon Center sind die Wizards eine Macht. 24 Siege bei nur 7 Niederlagen bedeuten die drittbeste Heimbilanz der Liga; seit dem 18. Dezember gewann man zuhause sogar 15 von 16 Partien. Mittlerweile steht Washington auf dem dritten Platz der Eastern Conference und schielt mit mehr als einem Auge nach oben. Was sind die Gründe für den Turnaround? Und was kann man von diesen Wizards erwarten – gerade in den Playoffs?

Ein Coach erfindet sich neu

Zunächst einmal muss man Scott Brooks für seine Arbeit höchsten Respekt zollen. In Washington hat er es geschafft, was nur wenigen Coaches gelingt: Sich im taktischen Bereich weiterzuentwickeln und dabei gleichzeitig seine Stärken in anderen Bereichen zu konservieren. Geblieben ist Brooks’ starke Arbeit mit entwicklungsfähigen Spielern. Es ist kein Geheimnis, dass NBA-Teams von ihren Stars und Startern getragen werden und gerade die machten unter ihrem neuen Coach allesamt einen gewaltigen Sprung nach vorne – angefangen bei John Wall, dem unumstrittenen Alphatier der Franchise.

Schon in den letzten Saisons gehörte Wall (10,6 APG) zu den besten Passgebern der Liga, seine physischen Talente sind sowieso bekannt und über jeden Zweifel erhaben. Unter Brooks machte der Playmaker Fortschritte in zwei anderen Bereichen: Scoring und Leadership. Wall erreicht die höchste USG% (30,5%) seiner Karriere, konnte seinen Punkteschnitt/36 Minuten von 19,8 auf 22,4 steigern und legt dabei trotzdem die beste FG% seiner Karriere auf. Ein Grund dafür: Er schließt so häufig direkt am Korb ab (35,4% FGA) wie seit seiner Sophomore-Saison nicht mehr. Als Belohnung gibt es das beste ORtg seiner Karriere.
Der zweite Aspekt, Leadership, ist schwerer zu messen, aber für den Beobachter doch offensichtlich. Wall übernimmt gerade in der Crunchtime deutlich mehr Verantwortung und weiß dank verbessertem Scoring auch damit umzugehen. Ansonsten bleibt ein Blick auf den Saisonverlauf der Wizards: Einen solchen Turnaround schafft ein Team nicht, wenn der beste Spieler nicht mit gutem Beispiel vorangeht. Insgesamt muss man sagen: Wall ist dieses Jahr neben Isaiah Thomas und Kyle Lowry der beste Point Guard der Eastern Conference!

Einen noch größeren Sprung machten sowohl Bradley Beal als auch Otto Porter und Kelly Oubre. Bei Beal ist die Sache einfach: Er legt Career-Highs in fast allen relevanten Kategorien auf, ob PPG, APG, FG%, 3FG%, FTA, ORtg (117!). Beal ist endlich gesund und harmoniert im Backcourt als Schütze, Scorer und Playmaker prächtig mit Wall.

Noch beeindruckender ist die Entwicklung von Otto Porter. Dieser mauserte sich klammheimlich über den Sommer zum besten Dreierschützen der Liga (46,5% 3FG) und legt ein surreales ORtg von 130 (!) auf; starke Defense auf dem Flügel gibt es gratis dazu. Porter ist sicherlich kein Star, aber hat unter Brooks das Plateau zum absolut elitären Rollenspieler erklommen. Im Sommer dürfte es die Belohnung in Form eines Maximal-Vertrags geben. Kelly Oubres Entwicklung schlägt sich statistisch nicht so extrem wieder, ist aber dennoch beachtlich. Sein Ortg ist in seiner zweiten NBA-Saison auf respektable 105 gestiegen, sein wahrer Wert liegt aber woanders: Oubre verteidigt stark und ist ein absoluter Glue Guy, der die berühmten „kleinen Dinge“ auf dem Basketball-Feld erledigt. Das Forward-Tandem Porter und Oubre ist defensiv wie offensiv eine Waffe und bringt Athletik, Länge und die Fähigkeit, defensiv viel zu switchen.

Diese 4 jungen Spieler sind hauptverantwortlich für den Zuwachs an individueller Klasse, den die Wizards in dieser Saison verzeichnen konnten. Aber auch Veteranen wie Markieff Morris und Marcin Gortat spielen unter Scott Brooks stärkere Saisons als zuletzt. Mit den übrigen Bank- und Rollenspielern hatte Brooks weniger Erfolg – aber deren Talentlosigkeit ist ein anderes Problem, das später noch thematisiert werden muss. Individuell haben sich die Wizards unter Brooks weiterentwickelt – aber das ist eben noch längst nicht alles!

In Washington hat er sich ein Stück weit neu erfunden. Das darf man nicht falsch verstehen: Noch immer besteht ein Großteil der Wizards-Offense darin, den besten Spielern des Teams den Ball zum Kreieren in die Hand zu drücken. Das machen aber (fast) alle NBA-Teams. Scott Brooks hat eine gute Mischung darin gefunden, die natürlichen Talente seiner Stars zur Geltung zu bringen und Offensiv-Sets zu schaffen, die auch den Rollenspielern zugute kommen. Drei grundlegende Spielzüge sind es, die einen Großteil der Wizards-Offensive ausmachen: Transition, Pick-and-Roll und Off-Ball-Screens.

Transition

Der Fastbreak ist die vielleicht größte Waffe des Teams. Der Grund dafür: John Wall! Es gibt in der NBA neben Russell Westbrook wohl keinen zweiten Point Guard, der so prädestiniert ist, den Fastbreak als Waffe zu nutzen. Wall verfügt über den nötigen Speed, die Fähigkeit im 1-gg-1 auch mit Kontakt abzuschließen, sowie über die nötige Übersicht, die zu ihren Spots sprintenden Flügelspieler oder die Big Men als Trailer zu finden. Das Video zeigt einige exemplarische Szenen der Wizards-Transition. Auffällig ist, dass, egal ob nach Turnover oder Rebound, der Ball möglichst schnell zu Wall geht, der sofort den Korb attackiert. Die Plays #1 und #2 schließt er selbst ab. Die Plays #3 und #4 zeigen erfolgreiche Abschlüsse der Flügel Beal und Porter: Sobald der Ball in Walls Händen ist, sprinten die beiden sofort zur Dreierlinie, anstatt mit zum Korb zu cutten; der Platz dort ist für Wall reserviert. Beide Flügel haben grünes Licht in Transition sofort abzudrücken und das Selbstvertrauen, diese Würfe auch zu treffen.

Das Resultat? Washington ist mit 1,19 PPP das drittbeste Transition-Team der Liga. Auffällig ist dabei vor allem die Rolle Kelly Oubres. Die Starting Five der Wizards erreicht eine Pace von 96,1; ersetzt man nun Markieff Morris durch Oubre, steigt dieser Wert auf 99,0. Besonders diese Small-Ball-Lineup ist es, die Gegnern regelmäßig davon läuft. Ebenfalls auffällig: Auch defensiv dominiert Washington im Umschaltspiel und lässt nur 0,91 PPP in Transition zu – der beste Wert der Liga.

Washingtons Exzellenz im Fastbreak ist kaum Scott Brooks zuzuschreiben, entspricht diese Spielweise doch nur dem natureigenen Spielstil des Kaders. Es sind andere Felder, in denen Brooks der Wizards-Offense neue Facetten hinzugefügt hat.

Pick-and-Roll

Ebenfalls nicht überraschend ist, dass die Wizards recht häufig Abschlüsse aus dem Pick-and-Roll suchen. Dank seiner Geschwindigkeit ist Wall von den meisten Big Men der Liga am Perimeter kaum zu halten. Viele Teams lassen ihre Big Men wie in Play #1 daher weit absinken, um Walls Drives einzudämmen; mittlerweile ist dessen Pull-up-Jumper aber gefestigt genug, um dieses Vorgehen aus der Mitteldistanz zu bestrafen. Dennoch bleiben seine Effizienz-Werte als Scorer aus dem Pick-and-Roll mit 0,85 PPP eher mittelmäßig. Vor allem aber ist Wall ein exzellenter Passer und verfügt über eine gute Chemie mit Marcin Gortat als Roll-Man. Auch Bradley Beal kann das Pick-and-Roll von Zeit zu Zeit als Ballhandler laufen, jedoch nicht ganz mit Walls Durchschlagskraft.

So weit, so bekannt und in allen NBA-Offenses vorhanden. Einige kleine Adjustments haben die Wizards jedoch vorgenommen, die es ihnen ermöglichen, mit diesem simplen Play erfolgreich zu sein. Zum einen startet Wall das Pick-and-Roll, wie in Play #2 zu sehen, häufig weit innerhalb der Dreierlinie. Im Video ist gut zu erkennen, dass Verteidiger trotzdem häufig aus Angst vor Walls Speed noch Abstand lassen; Wall hat dann die Wahl, ob er per Mitteldistanzwurf abschließt oder (wie im Video) die Lücke nutzt, um seinen Gegenspieler am Brett mit seiner Athletik zu überpowern. Spacing ist dabei kein Problem, stehen doch mit Beal, Porter und Morris drei exzellente Schützen auf dem Feld.

Etwas revolutionärer kommt da das sogenannte „Spanische“ Pick-and-Roll (Play #3 und #4) daher, das die Wizards sporadisch laufen. Das Prinzip dahinter ist einfach: Wall und meist Marcin Gortat laufen das Pick-and-Roll, ein dritter Spieler (Beal oder Porter, selten Morris) stellt einen Back-Screen an Gortats Mann. So wird der Big Men Verteidiger am effektiven Hedge-Out gehindert. Stattdessen müsste der Verteidiger des blockstellenden dritten Spielers aushelfen; dieser (meist ein Guard) ist jedoch oft nicht gedankenschnell genug dafür, zudem riskiert die Defense, dass Beal/Porter nach draußen für einen offenen Dreier poppt.

In den allermeisten Fällen fungiert dabei Marcin Gortat als Blocksteller. Teilweise nutzen die Wizards aber auch Bradley Beal in dieser Rolle. Die Vorteile liegen auf der Hand: Beal ist mit seinem hervorragenden Distanzwurf eine Waffe im Pick-and-Pop, zudem sind seine direkten Gegenspieler (wie in Play #1) häufig nicht gewohnt, im Pick-and-Roll als Blockverteidiger zu agieren. Außerdem ist es nie eine schlechte Idee, seine beiden besten Spieler zusammen in ein Play zu involvieren. Teilweise zeigen die Wizards auch ein etwas komplexere Variante dieses Plays, in dem Gortat nach dem Pick-and-Roll einen Flare-Screen für Beal stellt. Wall, Beal und Gortat haben in dieser Variante so viel „Gravity“, dass Paul George in Play #2 dazu verleitet wird, zu weit in die Zone abzusinken – daraus resultiert ein offener Eckendreier von Otto Porter.

All das sind keine revolutionären Plays oder nie dagewesene Offensiv-Prinzipien, aber clevere kleine Dinge, die die Wizards-Offense effizient machen. Eben das, was Brooks in Oklahoma City häufig gefehlt hat.

Off-Ball-Screen

Die dritte Säule der Wizards-Offense sind Off-Ball-Screens für Bradley Beal. Auch hierbei bedient sich Washington einiger Standard-Plays, aber auch einiger cleverer Varianten. Play #1 zeigt etwa die grundlegendste Version mit einem gewöhnlichen Down-Screen für Beal. Ebenso häufig laufen die Wizards wie in Play #2 einen flachen Off-Ball Screen; dieser erlaubt es ihm noch besser, aus der Bewegung den Korb zu attackieren. Was dieses Play so erfolgreich macht, ist Beals Vielseitigkeit: Er trifft sowohl den langen Zweier als auch den Dreier, kann sich zur Not mit einem oder zwei schnellen Dribblings Platz verschaffen und hat dazu noch das Auge für den abrollenden Big Man. Was die Effektivität dieses Plays ebenfalls begünstigt sind die starken Schützen der Wizards: Besonders Porter, aber auch Morris sind als Blocksteller immer gefährlich, da sie zur Not zur Dreierlinie poppen können und dort als Schützen gefährlich sind.

Komplexere Varianten dieses Plays sind in #3 und #4 zu sehen. In Play #3 bekommt Beal nicht weniger als drei Off-Ball-Screens für den Wurf gestellt, was es seinem Verteidiger extrem schwer macht, ihm zu folgen. In Play #4 stellen Beal und Gortat einen Staggered-Screen am Ball, der fließend in einen Off-Ball-Screen von Gortat für Beal übergeht. Auch dieses Play ist nicht revolutionär, aber effektiv und clever!

Perfekte Starting Five – miese Bank!

All diese Plays sind für die Starting Five designt und perfekt auf deren Stärken abgestimmt. Und das auch zu Recht: Die Starter sind Washingtons großes Kapital! Mit 940 Minuten ist sie die mit Abstand am meisten gespielte Lineup der Liga; Platz 2 belegt die Starting Five der Oklahoma City Thunder mit 583 Minuten! Über die Saison gesehen haben die Wizards-Starter ein Net-Rtg von +255 erspielt. Auch das reicht für einen (geteilten) 1. Platz neben der Starting Five der Warriors. Keine schlechte Gesellschaft…

Verwunderlich ist das nicht. Könnte man sich in der modernen NBA eine Starting Five aus dem Baukasten kreieren, sie sähe wohl so aus wie die der Wizards: Zwei starke Playmaker (Wall und Beal), die dank gutem Distanzwurf nebeneinander agieren können; ein elitärer 3-and-D-Spieler (Porter); ein Stretch-Vierer, der auch am Brett dagegen halten kann (Morris); und ein Center, der sich offensiv wie defensiv im Pick-and-Roll und in der Zone zuhause fühlt. Was dabei besonders wichtig ist und in den Playoffs zum Faktor werden könnte, ist die Ausgeglichenheit der Starting Five. Jeder einzelne Spieler muss vom Gegner respektiert werden, sodass sich keine Möglichkeit bietet, einen schwächeren Flügelverteidiger in der Defense zu verstecken. Isaiah Thomas, Kyrie Irving und DeMar DeRozan hören das nicht gerne!

Tatsächlich muss man im Zusammenhang mit der Starting Five eigentlich von einer Starting Six sprechen. Kelly Oubre steht relativ häufig gemeinsam mit den Startern auf dem Parkett und ersetzt dann Markieff Morris. Die Resultate lassen sich sehen: Auf 100 Possessions gesehen steht die Starting Five bei einem Net-Rtg von +12, mit Oubre statt Morris steigt dieser Wert sogar auf +22! Diese Starting Six ist perfekt eingespielt, alle Spieler kennen ihre Rollen. Gortat, Porter und Oubre stehen im team-internen USG%-Ranking auf den Plätzen 9,10 und 11! Der Ball liegt in den Händen von Wall und Beal, der Rest spielt seine Rolle. Morris’ USG% ist nur deswegen höher, da er, wenn Oubre mit den Startern spielt, die zweite Fünf anführen muss.

Womit wir bei der Problemzone des Kaders wären, der Bank. Man muss hier nicht lange um den heißen Brei herumreden: Auf den hinteren Positionen des Wizards-Kaders tummelt sich nur wenig NBA-Material! Trey Burke ist ein zu kleiner Shoot-First Point Guard, der mit dem Playmaking überfordert ist; Jason Smith ein Stretch-Vierer, der defensiv Probleme hat; Marcus Thornton flog sogar komplett aus der Rotation und absolvierte nur 8 der letzten 29 Spiele. Verlässlichster Bankspieler der Wizards (neben natürlich Oubre) ist in diesem Jahr Rookie Thomas Satoransky, was eigentlich alles sagt, was es zu sagen gibt…

Hoffnungsträger ist und bleibt Ian Mahinmi, der seinen mächtigen Vertrag aus der Offseason rechtfertigen muss. Ihm fällt die Aufgabe zu, die Second Unit offensiv wie defensiv in der Zone zu verankern. Nach seiner Knieverletzung absolvierte er jedoch erst 5 Saisonspiele und sieht auf dem Feld noch sehr rostig aus. In den Playoffs könnte er aber zum Faktor werden.

Endstation Finals?

Die Frage nach der Teilnahme an den Playoffs stellt sich in diesem Jahr glücklicherweise nicht, die Wizards dürfen bereits jetzt mit Heimvorteil in der ersten Runde planen. Aber was ist in den Playoffs möglich? Können die Wizards den Cleveland Cavaliers gefährlich werden? Oder sich zumindest als Best-of-the-rest etablieren und in die Conference Finals einziehen? Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Gerade in den Playoffs werden die Rotationen kürzer, was der starken Starting Five der Wizards zugute kommt. Genügend Waffen stehen den Wizards auch zur Verfügung. Zudem sind Schlüsselspieler wie Wall, Beal oder Gortat auch einigermaßen Playoff-erfahren. Auch wenn es in dieser Phase der Saison zu früh für Prognosen ist: Vor den Celtics, Raptors und Hawks brauchen sich die Wizards nicht zu verstecken.

Dennoch bleiben einige Fragezeichen, etwa die nach dem Transition-Game der Wizards. In den Playoffs wird das Spiel langsamer; gerade im Fastbreak brilliert Washington aber defensiv wie offensiv. Harte Playoff-Serien dürften also endgültig zur Feuertaufe für Scott Brooks werden: Ist seine Halfcourt-Offense wirklich ausgereift genug, um es bis ganz nach oben zu schaffen?

Ein absoluter Schlüssel könnte der Heimvorteil werden – zu stark präsentierten sich die Wizards in den letzten Monaten im heimischen Verizon Center. Es ist also zu erwarten, dass Washington bis zuletzt versuchen wird, die vor ihnen platzierten Celtics in den Standings zu überholen. Dann sind die Conference Finals allemal im Bereich des Möglichen – und nur eine Verletzung auf Seiten der Cleveland Cavaliers könnte die Tür nach ganz oben aufstoßen.

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7 comments

  1. Poohdini

    Richtig, richtig starker Text. Insbesondere die Aufdröselung mancher Plays fande ich sehr interessant. Insgesamt spricht der Text viel wahres und wichtiges an und erklärt einiges gut. Danke dafür.

    Selbst in den paar Videoausschnitten fällt trotzdem auf, dass Beal manchmal anscheinend noch zu viel aus der midrange ballert. Wall hat ja manchmal auch noch seine Phasen…

  2. Coach K

    Super Bericht. Du hast hier einiges heraus gearbeitet womit wenn man nicht die Wizards groß verfolgt sofort mitten im Geschehen ist. Toll finde ich auch, das hier das Trainerteam mit genannt wird.

    Auch tolle Video Ausschnitte!

  3. Julian Wolf

    |Author

    Danke erstmal für das Lob :D

    Zu Beal: Also die Zahlen zeigen, dass er sich da schon verbessert hat. Lange Zweier (16ft-3FG): von 27,7% auf 19,7% auf 15,3% gesunken, dafür die Dreier von 30,4% auf 43,4% gestiegen. Was ich vor allem aber wichtig finde, ist, dass er “gute” MIdranger nimmt. Meistens recht offen nach den Down-Screens, kein/maximal ein Dribbling, extrem gute Balance; Fadeaways oder Würfe nach Dribbel-Orgien gibt es halt kaum. Insofern hätte ich da keinerlei Problem mit Beals Midrange-Shooting. Sein Quote ist mit 50,8% auch extrem stark! Als Vergleich mal Andrew Wiggins mit 39,3% und Kawhi Leonard mit 48,2%.

    Den Trade für Bogdanovic fande ich im Übrigen sehr solide. Der Pick tut jetzt nicht übermäßig weh, dafür bekommen die Wizards einen offensiv soliden Bankspieler. Burke, Satoransky, Bogdanovic, Oubre, Mahinmi sieht jetzt schon gar nicht mehr sooo schlecht aus; wenn die noch irgendwo einen erfahrenen, soliden Playmaker abstauben könnten :?
    Genial ist halt, dass sie Nicholson noch los geworden sind: das waren 24 Millionen totes Kapital! Jetzt haben die Wizards nächstes Jahr vor der Porter + Bogdanovic Verlängerung 93 Millionen auf der Payroll, also gut 10 Millionen frei. Kann man die eigentlich ausgeben, bevor man seine eigenen Spieler verlängert? Ja, oder? Dann könnte man im Sommer noch einen mehr als ordentlichen Backup-Point Guard holen und das Team wäre sehr vernünftig aufgebaut.

  4. Coach K

    Kann man die eigentlich ausgeben, bevor man seine eigenen Spieler verlängert? Ja, oder? Dann könnte man im Sommer noch einen mehr als ordentlichen Backup-Point Guard holen und das Team wäre sehr vernünftig aufgebaut.

    So viel ich weiß können die Wizards diese 10 Mio ausgeben und dann Porter und Boganovic verlängern solange keiner der beiden ein Offer Sheet unterzeichnet hat, den das würde die Wizards sehr unter Druck setzten.

  5. Sebastian Seidel

    Kann man die eigentlich ausgeben, bevor man seine eigenen Spieler verlängert? Ja, oder? Dann könnte man im Sommer noch einen mehr als ordentlichen Backup-Point Guard holen und das Team wäre sehr vernünftig aufgebaut.

    So viel ich weiß können die Wizards diese 10 Mio ausgeben und dann Porter und Boganovic verlängern solange keiner der beiden ein Offer Sheet unterzeichnet hat, den das würde die Wizards sehr unter Druck setzten.

    Können sie nicht. Porter und Bogdanovic haben Capholds, die zzusammen größer als die 10Mio sind.

  6. Coach K

    Kann man die eigentlich ausgeben, bevor man seine eigenen Spieler verlängert? Ja, oder? Dann könnte man im Sommer noch einen mehr als ordentlichen Backup-Point Guard holen und das Team wäre sehr vernünftig aufgebaut.

    So viel ich weiß können die Wizards diese 10 Mio ausgeben und dann Porter und Boganovic verlängern solange keiner der beiden ein Offer Sheet unterzeichnet hat, den das würde die Wizards sehr unter Druck setzten.

    Können sie nicht. Porter und Bogdanovic haben Capholds, die zzusammen größer als die 10Mio sind.

    ich hatte es mir nicht genau angeschaut und ich dachte der Caphold wäre von Julian Wolf schon berücksichtig wurden. Sorry.

  7. Avatar

    abcd12

    Möchte mich auch den Komplimenten anschließen. Wirklich ein sehr guter und sehr umfänglicher Artikel. Würde mich auch interessieren, ob Brooks sich wirklich im Vergleich zu der OKC Zeit weiterentwickelt, oder sich einfach nur perfekt auf sein jetziges Team eingestellt hat, so wie damals in Oklahoma. Im Vergleich zu Wittman fällt die glasklare Rollenverteilung und das gute Spacing auf. Dazu werden Fehler immer (bei jedem Spieler) sehr schnell abgestellt und immer wieder am Lineup getüftelt. So was wie ein Doghouse gibt es bei ihm nicht. Spieler, besonders die jungen, bekommen immer wieder eine Chance. Die Bedenken im Halbfeld teile ich nur bedingt, da man im Pick and Roll vor allem von Walls Brillanz profitiert und damit nicht so leicht auszurechnen ist.


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