Draftprofile 2017

Lonzo Ball

UCLA Bruins

Datenblatt

Name: Lonzo Ball

Geburtsdatum: 27.10.1997

Größe: 6’6”

Gewicht: 190 lbs

Spannweite: 6’7‘‘

Position: Playmaker

Team: UCLA Bruins

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

 + NBA-Range

+ Passing

+ Länge/Spannweite

+ Decisionmaking / Basketball IQ

–  Midrange Game

– defensiver Einsatz

– Driving Offense 

Scouting – Logbuch

22.01.2017

Wer bei UCLA-Playmaker Lonzo Ball nach Superlativen sucht, wird sehr schnell fündig. Von vielen Experten wird er als bester Passer seit Jason Kidd bezeichnet, während seine Shooting-Range mit der von MVP Steph Curry verglichen wird. Riesige Fußstapfen also, die es für den jungen Playmaker zu füllen gilt.

Scoring

Nach den ersten Eindrücken schaffte es der Ballhandler, die mehr als stockende Offensive der Bruins in eine der effektivsten des ganzen Landes umzuwandeln. Dank ihm gelang nicht nur der Sprung von Rang 51 auf zwei, was die Adjusted Offensive Efficiency angeht, sondern auch das Etablieren einer der schnellsten Tempi der gesamten Division I.

Direkt zu Beginn sollte einmal der Vergleich zu Warriors-Superstar Curry abgehandelt werden. Balls Dreier ist eine effektive Waffe. Und trotz seines unorthodoxen Wurfmechanismus kann sich seine Dreierqoute von 43% durchaus sehen lassen, gerade wenn man sich ansieht, von wo er teilweise den Abschluss sucht. Durch seine erfolgreichen Abschlüsse von weit hinter der College-Dreierlinie kann man ihm durchaus NBA-Range bescheinigen.

Dabei tritt er nicht nur als Spot-Up Option auf den Plan, sondern ist auch in der Lage, seinen eigenen Wurf zu kreieren. Sein Step-Back Jumper ist der effektivste Weg, um zum Abschluss zu kommen. 

Als Extra gibt es obendrauf auch noch Abschlüsse in Korbnähe. In diesen Situationen kommt seine Athletik voll zum Tragen. Fastbreaks sind dank seiner Schnelligkeit und guten Laufwegen eine weitere Möglichkeit zum Abschluss zu kommen, gleiches gilt für athletische Lob-Finishes. Dank seiner Sprungkraft kann er hier immer wieder spektakulär in Szene gesetzt werden.

Außerhalb von Schnellangriffen, sucht er jedoch nur selten Abschlüsse in Ringnähe. Um auf NBA-Niveau unberechenbarer zu sein, muss er hier dringend effizienter und öfter abschließen. Bisher sind knapp 60% seiner Abschlüsse von hinter der Dreierlinie. Dem gegenüber stehen nur knapp 35% am Korb.

Vor der Saison gab es an dieser Stelle Bedenken. So genoss Ball an der High School sehr viele Freiheiten und konnte praktisch jeden Wurf nehmen, den er wollte. Auf dem nächsten Level trifft er bessere Entscheidungen und drückt nur selten selbst ab (17,1 USG%). Auch wenn die Wurfauswahl im Großen und Ganzen gut ist, merkt man ihm regelmäßig die Tendenz zu überhasteten Abschlüssen an.

Playmaking

Der wichtigste NBA-Skill von Lonzo Ball ist jedoch sein Playmaking. Er liebt es, seine Mitspieler in Szene zu setzen und den Ball zu verteilen. Durch diese Fähigkeit beeinflusst er das Spiel offensiv, trotz seiner Usage Rate von nur 17%, sehr stark. So findet er seine Mitspieler dort, wo sie den Ball am liebsten haben. Die Kombination aus schnellen Crossovern und guten Drives öffnet oft Räume für seine Mitspieler, sodass einfache Dreipunktwürfe möglich sind.

Zusätzlich füttert er auch gut den Lowpost oder spielt intelligente Extrapässe. Seine Pässe sind eine variable Waffe, um seine Mitspieler einzubinden. 

Immer dann, wenn es möglich ist, schaltet der 6’6”-Ballhandler sofort von Defensive auf Offensive. Seine spektakulärste Aktionen resultieren deshalb aus seiner Spieleröffnung. Er kann Pässe über die gesamte Länge des Feldes spielen, die seinen Mitspielern einfache Punkte ermöglichen. Ball verfügt dabei über eine nahezu unausschöpfliche Vielfalt an Pässen in seinem Arsenal. 

Dieser Hang zu spektakulären Passen sind Fluch und Segen zugleich. Er will stellenweise zu viel und schafft es – gerade in Drucksituationen – nicht seinen Mitspieler zu finden.

Zusätzlich schleichen sich aber auch kleinere Unaufmerksamkeiten ein, die eigentlich nicht als Rookiemistakes abgetan werden können. Diese Turnoveranfälligkeit müsste er im Hinblick auf seinen Draftstock zukünftig abstellen. 

Defense

Defensiv sind seine langen Arme ein großer Pluspunkt. Durch sie kann er Passwege gut verteidigen. 

In Verbindung mit seinem guten Einsatz, sorgt seine Länge dafür, dass Ball häufig in der Lage ist, gegnerische Fastbreaks zu unterbinden. 

Demgegenüber stehen seine Probleme in der Halfcourt-Defensive. In Pick’n’Roll-Situationen tut er sich, durch fehlende physische Tools, schwer. Er wird in der Verteidigung der Bruins häufig abseits des Balles versteckt. Falls er doch einmal in die Lage gebracht wird, einen Pick zu verteidigen, macht er sich selbst das Leben schwer.

Sein Einsatz in der Verteidigung lässt hin und wieder zu wünschen übrig. Dies ist gerade der Fall, wenn er die Helpside zu passiv verteidigt oder er sich zu leichtfertig mit Fakes abfertigen lässt. 

Ansonsten macht er allerdings einen recht guten Job, was das Stoppen von Drives angeht. Gerade zu Beginn des Conference-Plays hilft er der Bruins-Defensive. Auf NBA-Niveau könnte Lonzo Ball defensiv etwas abfallen. Schnellere Gegenspieler könnten ihn vor Probleme stellen. 

Spielervergleich

Die Kombination aus seinen Scoring- und Passing-Skills ist extrem rar. Gerade Offensiv könnte Lonzo Ball in der Lage sein, eine 7-Second-Or-Less-Offensive zu dirigieren. Der erste Name, der bei solchen Vergleichen durch den Kopf jagt, ist Steve Nash. Allerdings steht ein großes Fragezeichen hinter dieser Gegenüberstellung. Kann Ball wirklich auf MVP-Niveau ein NBA-Team anführen? Werden ihn seine defensiven Probleme einschränken?  Sollte er seine Fähigkeiten entfalten können, so wäre auch der Vergleich mit Jason Kidd ein denkbares Szenario. Als Leader und Initiator eines Spitzenteams müsste er sich jedoch mindestens zu einem durchschnittlichen Verteidiger entwickeln. Bei seinen körperlichen Voraussetzungen scheint das allerdings durchaus machbar. Defensive und die Fähigkeit, konstante Gefahr beim Drive auszustrahlen, sind seine größten Baustellen. Beseitigt er diese, kann er ein hochklassiger NBA-Spieler werden. Ansonsten sollte er trotzdem in der Lage seine, eine zweite Garde zu dirigieren. Dann könnte sein NBA-Wert etwa dem von Steve Blake entsprechen. Meistens von der Bank kommend würde er dann Shooting und Playmaking, gepaart mit einer maximal mittelmäßigen Verteidigungsarbeit, bieten. 

Videos

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

20. Februar @ Washington mit Playmaker Markelle Fultz

01.März gegen Washington mit Playmaker Markelle Fultz

Artikelempfehlungen

 

Statssektion

International: 

High School: 

McDonalds All-American:
0 PTS, 13 AST, 4 REB, 2 BLK, 1 TO in 15 Min

Awards:

Naismith Prep Player of the Year 2016
California Gatorade Player of the Year 2016
USA TODAY’s High School Player of the Year 2016
Mr. Basketball USA 2016
California Mr. Basketball 2016
John R.Wooden California High School POY 2016

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

 

Trivia

Lonzo hat zwei Brüder. LiAngelo und LaMelo werden ebenfalls  für die UCLA Bruins auflaufen

Twitter

@ZO2_

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3 comments

  1. Simon

    Interessante Analyse, danke dafür! Ein guter Start in die Draft-Saison :tup:
    Ball ist ein spannender Spieler, hoffentlich schaffe ich es bald mal, einen etwas ausführlicheren Kommentar zu schreiben.

  2. Simon

    Jetzt versuche ich’s mal. Ball gefällt mir wirklich sehr gut.

    Seine Entscheidungen und seine Übersicht vor allem in Transition sind überragend und die Range wirklich beeindruckend. Seine 43% Dreier können sich nicht nur sehen lassen, bei dem Volumen und den vielen extrem langen Dreiern ist das sogar hervorragend.

    Allerdings sehe ich doch noch manches etwas weniger positiv, als im Artikel beschrieben. Vor allem sehe ich in der NBA seine Fähigkeit, den eigenen Wurf zu kreieren, als mögliches Problem. Durch seine komische Wurftechnik ist sein Release ziemlich niedrig. Das könnte es ihm in der NBA schwer machen, seinen Wurf loszuwerden. Vor allem im Halbfeld kann das trotz seiner Range auch seinem Distanzwurf schaden. Er ist da möglicherweise nicht schnell und explosiv genug, sich ausreichend Platz zu verschaffen. Im College reicht sein Stepback dazu aus, gegen bessere Verteidiger könnte das ein Problem sein.

    Außerdem ist sein Zug zum Korb nicht explosiv genug, sodass sich Defenses auf seinen Sprungwurf konzentrieren können. Seine Athletik finde ich insgesamt nicht herausragend, das bereitet ihm in der Defense und in der Offense Schwierigkeiten. Dass er aufgrund seiner Länge auch mal über Ringniveau abschließen kann, sollte darüber nicht hinwegtäuschen.

    Dadurch kann es sein, dass seine Anziehungskraft als primärer Ballhandler nicht ausreicht, um im Halbfeld Platz für Mitspieler zu schaffen und für andere zu kreieren, weil man ihn ohne großes Risiko 1 gegen 1 verteidigen kann. Ich traue ihm deswegen nicht unbedingt zu, eine erste Option zu werden. Am liebsten würde ich ihn neben einem weiteren Playmaker sehen, mit dem er sich das Ballhandling teilen kann. Am besten natürlich in einem Team, dass gerne auf’s Tempo drückt, sodass seine überragende Übersicht in Transition und seine Fähigkeit, aus dem Dribbling abzudrücken (wenn er Platz hat) zur Geltung kommen. Außerdem kann er auch als Spotup-Schütze extrem gefährlich sein. Im besten Fall sollte der zweite Guard dann auch PG verteidigen können.

    Von den Teams, die wahrscheinlich in den Top10 draften, würde er m.E. deswegen in einige sehr gut passen. Neben Simmons, Embiid, (Noel) und vielleicht einem athletischen 3&D-Guard/Wing (KCP! :mrgreen: ) könnte er seine Stärken hervorragend einbringen, das Team könnte richtig Gas geben und unterhaltsam anzuschauen sein.

    Neben Dunn auf der 2 in Minnesota würde er mir auch gefallen, gerade weil Wiggins und Towns auch oft den Ball in der Hand haben und das Duo Dunn/LaVine wohl trotzdem nicht genug Playmaking im Backcourt liefert.

    Auch neben Booker, einem Playmaking-Forward wie Bender und einem Athleten wie Chriss könnte das offensiv richtig gut passen, auch wenn es defensiv ein kleines Risiko darstellt. Aber zumindest wäre der Backcourt lang, mit einem ordentlichen, mobilen Ringbeschützer ließe sich sicher eine gute Team-Defense aufbauen.

    Naja, wir werden sehen. Es würde mich auf jeden Fall wundern, wenn er aus der Top6-8 herausfallen würde. Aber ich sehe ihn wie gesagt nicht als erste Option, sondern eher als Teil einer Offense mit mindestens einem zweiten starken Playmaker. Ich hätte auf jeden Fall Bock auf die 5-Seconds-or-Less-Suns mit Chriss und Bender auf der 4 und 5. Oder die Sixers mit vier Spielern zwischen 6-6 und 6-11 und Embiid als Center :D

  3. Philipp Servatius

    |Author

    Erstmal natürlich vielen Dank für deine Anmerkungen.

    Gerade bei der Athletik sprichst du einen wunden Punkt an – Gerade im Vergleich mit Fox, Smith und Fultz hinkt Ball da schon hinterher. Die Abschlüsse auf Ring-Level und seine Fullcourt-Bullet-Pässe täuschen darüber aber immer wieder hinweg. Das ihn dieser Aspekt auf NBA-Niveau einschränken kann stimmt.

    Ein mobiler Ringbeschützer wäre fast schon ein muss, bei den von mir angedeuteten defensiven Problemen (vielleicht gibt es davon beim nächsten mal mehr).

    Allerdings sehe ich ihn deutlicher als primären Ballhandler und sehe nicht wirklich die Notwendigkeit einen zweiten dominanten Ballhandler an seiner Seite zu etablieren. Klar sollte es jemanden geben der Abschlüsse in Halbfeldangriffen kreieren kann. Aber einen Dunn oder Simmons muss es eben nicht sein.

    Ansonsten: schön das du auch in die Tiefe gehst und Teamneeds mit einbeziehst. Vom Ersten Eindrucken, und vielleicht habe ich da den Nash-Bias, würde ich ihn auch gerne bei den Suns.


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