Draft, NCAA Previews 14/15

Die besten Freshmen (Part II)

NCAA Previews 14/15

Im ersten Teil der Freshman-Preview ging es um die drei vermeintlich besten Teams, die auch im Recruiting gut aussahen. Es fehlen jedoch noch einige Hochkaräter mit teilweise größeren Verlusten. Allen voran die Kansas Jayhawks, die ihre wichtigsten Akteure gen NBA ziehen lassen mussten. Doch genauso haben sich Duke-Rivale UNC, Ohio State, Indiana und UCLA verstärkt.

What’s next?

Vom Gesamttalent gehören auch die Jayhawks von Bill Self zu den besten Recruiting-Klassen im Land. Nachdem der Wiggins-Zirkus die Stadt wieder verlassen hat und nach Minnesota weitergezogen ist, stehen die nächsten Top-Talente im Scheinwerferlicht. In den Konkurrenzkampf mit den gebliebenen Talenten treten vor allem Bigman Cliff Alexander und Flügelspieler Kelly Oubre. Aber auch das ukrainische Supertalent Sviatoslav Mykhailiuk findet sich auf unserem Radar wieder.

Es war eine aufregende, aber chaotische Saison für Kansas. Nun sollte wieder etwas Ruhe einkehren. Die vermeintlich größte Verstärkung werden sie von Cliff Alexander bekommen. Der 6’8” große Power Forward ist einer dieser bulligen Bigs, die sich mit viel Einsatz und Kampf präsentieren. Natürlich hatten High School Spieler alle Hände voll zu tun, wenn Alexander ans Werk ging, doch auch am College sollte er seinen Kontrahenten große Probleme bereiten. Trotz seiner 108 Kilo ist der 18-Jährige sehr athletisch und gut zu Fuß. Im Post überpowert er seine Gegenspieler gerne und schließt mit Vorliebe per Dunk ab. Es ist schwer, ihn aus der Zone zu halten. Wenn ihm das auf dem nächsten Level auch gelingt, sollten die Jayhawks ihre Freude mit dem Freshman haben. Die Kombination aus Kraft und Bewegung ist gut, doch auf lange Sicht muss er andere Wege finden, um mit seiner Größe zu scoren. Die Spannweite von 7’2” ist sehr ordentlich, doch im Duell mit zum Beispiel anderen Draft Prospects kann ihm das zum Verhängnis werden. An dieser Stelle muss Alexander ansetzen.

Ohne Andrew Wiggins braucht es nun eine neue Highlight-Maschine. Die bekommen die Jayhawk-Fans in Kelly Oubre!

Der Flügelspieler bringt alles mit, was ein athletischer Slasher benötigt. 6’7” groß, hervorragende Sprungkraft und die notwendige Physis, um sich zum Korb zu kämpfen. Wie gut er den Distanzwurf trifft und seinem Spiel eine weitere Komponente hinzufügt, bleibt abzuwarten. Im seinem Senior Jahr an der Findley Prep High School traf er 32 Prozent von Downtown. Wenn er das noch etwas steigern kann, sollte er neben Selden und Alexander eine wichtige Scoring-Option bilden. Zu beachten ist die fantastische Spannweite von 7’2” (genau wie bei Alexander) und die Standing Reach 8’8! In Kombination mit der Athletik bringt Oubre ein fantastisch vielseitiges Paket mit, was er insbesondere defensiv nutzen sollte. Wiggins hat es vor gemacht. Offensiv wird auch Oubre noch Zeit brauchen, um gewisse Skills auszubilden, doch defensiv kann er potentiell zu einem sehr schweren Matchup auf bis zu vier Positionen werden.

Sviatoslav Mykhailiuk ist die Geheimwaffe der Jayhawks. Es ist fast so schwer vorherzusagen, wie gut er wird, wie seinen Namen auszusprechen. Der Ukrainer hat aber noch ein wenig Zeit. Der 17-Jährige muss auf jeden Fall zwei Jahre am College verbringen bevor er sich überhaupt zur NBA Draft anmelden darf. Somit hat Bill Self genug Zeit, sich mit seinem jüngsten Schützling zu beschäftigen. Die Größe und Athletik sind vorhanden – dies beweist seine Nominierung für den WM-Kader der Ukrainer im vergangenen Sommer. “Slav” spielte er als Teenager bereits 8 MpG für seine A-Nationalmannschaft. Es wird spannend sein, seine Entwicklung zu beobachten.

Die fehlende Komponente?

Obwohl man im vergangenen Jahr J.P. Tokoto und Leslie McDonald hatte, fehlte ein athletischer, offensiv-potenter Flügelspieler, der Marcus Paige entlasten kann.

Freshman Theo Pinson könnte diese Lösung sein. Doch auch er ist in erster Linie ein sehr athletischer Slasher, der mit einer unglaublichen Gewalt zum Korb zieht und dort abschließt. Der 19-Jährige fällt sofort durch seine enorme Energie auf dem Spielfeld auf. Größentechnisch wird er absolut keine Probleme bekommen. 6’6” Körpergröße und eine Spannweite von 6’11” sind hervorragend. Auf dem Feld bringt Pinson von allem ein bisschen. Neben seiner Athletik überzeugt er aber durch sein gutes Spielgefühl, was dazu führt, dass er seine Mitspieler gut einbindet. Dank seiner Slasher-Mentalität zieht er viele Fouls und sorgt ständig für Unruhe. Defensiv verhelfen ihm seine langen Arme zu vielen Steals. Um die Rolle als konstanter Scorer auf dem Flügel einzunehmen, muss Pinson aber noch einiges tun. Sein Körper braucht noch einige Stunden im Kraftraum, um standhalten zu können. Das wird in der Zone eine große Hilfe sein. Spielerisch fehlt ihm ein sicheres Ballhandling und die richtige Wurfform. Dabei ist er einfach noch nicht konstant genug. Mit diesen Problemfeldern kommen jedoch viele Prospects in die NCAA. In Roy Williams hat er einen sehr guten Head Coach. Somit sollte man auf die Entwicklung (und einige spektakuläre Dunks) des Freshman schauen.

Joel Berry wird es im ersten Jahr nicht leicht haben. Marcus Paige ist auf der Eins gesetzt. Doch es gibt einige sehr gute Argumente, warum der Freshman Point Guard viele Minuten sehen wird. Zwar ist seine Größe (6’0”) keine davon, doch als sehr bulliger, ballsicherer Point Guard hat er das Spiel sehr gut im Griff. Sein Gefühl für das Spiel ist schon jetzt auf einem sehr hohen Niveau. Ein solch reifer, 19-jähriger Aufbauspieler ist selten. Schnelle Richtungswechsel, gute Pässe und eine hohe Treffsicherheit bei Sprungwürfen lässt auf eine tolle College-Karriere hoffen. Wenn er es schafft, seine Größenprobleme zu umgehen und davon absieht, weiterhin so viele lange Zweipunktewürfe zu nehmen, haben die Tar Heels ihren Point Guard der Zukunft gefunden.

Fernab vom Trubel

Etwas untergegangen ist die Tatsache, dass sich eines der besten Talente des Jahrgangs etwas abseits von den großen Unis der letzten Jahre entwickeln wird. Myles Turner hat sich gegen die dominanten Teams wie Duke und Kansas entschieden und wird im nächsten Jahr für die aufstrebenden Longhorns in Austin, Texas spielen.

Dort findet er eventuell nicht einmal die besten Voraussetzungen, um von Beginn an Spielzeit zu sehen. Sowohl Jonathan Holmes, als auch Cameron Ridley sind zurück und werden erhebliche Minuten im Frontcourt für sich beanspruchen. Turner ist aber viel zu talentiert, um ihn ein Jahr lang auf der Bank zu parken.

Der Big Man bringt ein sehr seltenes Skillset mit, welches mit seinen tollen Voraussetzungen beginnt. Größe (6”10”) und Spannweite (7’4”) sind überdurchschnittlich. Mit seinen 18 Jahren zeigt er großartige Instinkte als Shot-Blocker. Dabei arbeitet er gut von der Weak-Side und verhindert über große Zeit einfache Würfe in der Zone. Offensiv bringt er einen hohen IQ mit, der es ihm erlaubt auf unterschiedliche Art und Weise effektiv zu sein. Neben einem überraschend guten Wurf bis zur Dreierlinie, weist er gute Post-Moves und Fundamentals auf. Dazu stimmt der Einsatz und Arbeitseinstellung. Das einzige Manko ist seine Mobilität. Turner ist nicht der Spielertyp, der konstant im Fast Break athletische Spielzüge fabriziert. Das muss er aber auch nicht unbedingt, um dominant zu sein.

Big Ten Power

In der Big Ten bekomme zwei Freshmen im nächsten Jahr die Chance zwei traditionsreiche Universitäten mit viel Einsatzzeit zu Siegen zu führen. Neu-Hoosier James Blackmon Jr. und Buckeye D’Angello Russell bekleiden beide die Position des Off-Guards und werden für Aufsehen sorgen.

In James Blackmon bleibt eines der Top-Talente aus dem Staat Indiana zuhause. Schon in der ersten Saison sollte der Guard zu einem der besten Shooter im Land werden. Im Backcourt wird er zusammen mit Aufbauspieler Yogi Ferrell eine der besten Kombination in der gesamten NCAA bilden. In seinem letzten High School Jahr legte er 33.4 Punkte im Schnitt auf. Damit belegt er insgesamt den achten Platz in der Scoring-Alltime-Liste im Staat Indiana (2387 Punkte). Blackmon hat den Hoosiers bereits in seinem Freshman-Jahr eine Zusage gegeben. Obwohl er sein Recruiting später noch mal neu „eröffnet“ hat, blieb er im Endeffekt dabei. Blackmon wird für einige Zeit in Bloomington bleiben und schon jetzt der zweitbeste Guard im Team von Tom Crean sein.

Im Duell um den Big Ten Freshman of the Year wird im wahrscheinlich nur D’Angello Russell in den Weg kommen. Die Ohio State Buckeyes benötigen dringend einen Scoring-Guard auf dem Flügel, der seinen Wurf selber kreieren kann. Russell ist ein sehr intelligenter Spieler, dessen Abläufe sehr flüssig und einfach wirken. Er spielt gute Pässe und kann aus der Distanz scoren. Mit etwas mehr Masse, was unabdingbar sein wird, kann er auch beim Drive in die Zone eine Gefahr sein. Es könnte gut sein, dass er schon in seiner ersten Spielzeit der Go-to-Guy für Thad Matta und sein Team sein wird.

Rest in the West

Abschließend geht es noch um einen jungen Mann, der in Westwood zu einem Superstar reifen möchte. Kevon Looney wird ab diesem Herbst das Jersey der UCLA Bruins überstreifen. Mit seinen 6’9” kann er beide Forward Positionen besetzen. Er bringt körperlich gute Attribute mit und wird seine Kontrahenten am College athletisch übertrumpfen. Es ist nicht nur, dass er die Voraussetzungen hat, er spielt auch noch sehr hart. Das hilft ihm im Kampf um Rebounds, wo er konstant gut dabei ist. Außerdem hat der 18-Jährige ein vorbildliches Defensivkonzept verinnerlicht, was es ihm erlaubt, ein sehr gefährlicher Akteur am defensiven Ende zu sein. Seine langen Arme helfen ihm in den Passwegen und bei Blocks. Er verteidigt mehrere Positionen gleich gut, was ihm als Tweener hilft. Offensiv kann er hier und da als Spot-up Schütze agieren, doch sein Spiel ist hier noch sehr roh. Im Fastbreak ist er ein dankbarer Abnehmer, doch im Post fehlen ihm noch die Moves, um sich hier als Scoring-Option zu etablieren.

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