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Draft 2014 – Team Needs

Teil 3: Die Teams ab Pick 9

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Charlotte Hornets

Picks: 9, (+ 24, 45)

Der zweite große Gewinner des Cavs-Lottery-Glücks – bei einem normalen Verlauf wäre der Pick noch ein Jahr bei den Pistons geblieben. Eine weniger positive Gemeinsamkeit mit den Cavs ist jedoch die Draftbilanz der letzten Jahre: Mit Ausnahme eines Point Guards (Kemba Walker) sind die anderen hohen Picks auch in Charlotte bisher nicht aufgegangen. Bismack Biyombo, Michael Kidd-Gilchrist und Cody Zeller sind zwar ebenfalls noch nicht komplett abzuschreiben, der Beitrag zum diesjährigen Playoffrun hielt sich aber in Grenzen.

DMKidd-GilchristCharlotteas beschränkt automatisch die Auswahl, da die Entwicklung der übrigen Youngster nicht gestört werden sollte. Playmaker, Forward- und Big-Minuten sind also kaum verfügbar, so dass die Wahl eines Wings extrem wahrscheinlich sein dürfte. Auch die Anforderungen des Teams an das Skillset gehen in diese Richtung: Charlotte braucht dringend Spieler mit Dreipunkt-Reichweite. Das Ziel dürfte also ein relativ klassischer Shooting Guard sein. Bei einem 9. Pick lässt sich diese Einschränkung auch guten Gewissens vertreten. Einen vermeintlich besseren Rookie dann ohne Spielzeit zu lassen, ist keine bessere Lösung. Alternativ könnte der gewünschte Spielertyp auch per Trade ins Team kommen, das Ergebnis wäre vergleichbar.

Tendenz: Ein eindeutiger Fall von Draften nach Team Need, wobei gewünschtes Skillset und Position hier hervorragend zusammenpassen. Aber: Michael Jordans Team war schon öfter für Überraschungen gut…

Denver Nuggets

Picks: 11 (+ 41, 56)

Ein Pick auf den letzten Lottery-Plätzen – kaum etwas spiegelt die Nuggets derzeit so gut wider und ist trotzdem so wenig hilfreich. Seit dem Carmelo Anthony-Trade war Denver ein starloses Team, das sich dank George Carls Coaching und den klugen Transaktionen Masai Ujiris in den Playoffs halten konnte. Mit neuem Personal abseits des Parketts wirken die Nuggets dagegen wie ein Treadmill-Team ohne echte Perspektive (siehe hier und hier).

Insofern ist der Draftpick relativ schwer zu nutzen, es fehlt die klare Richtung. Ein NBA-fertiger Guard könnte dem Team eventuell helfen, einige Spiele mehr zu gewinnen – aber keine langfristige Alternative aufzeigen. Ein Potential-Pick wird dagegen beim aktuellen Rosterzuschnitt kaum genug Minuten sehen, um sich wirklich zu entwickeln. Es hängt also von den weiteren Plänen des Teams ab, was die richtige Entscheidung ist.

Tendenz: Falls es weitergeht wie bisher, dürfte die Strategie in Richtung ‚BPA und das Beste hoffen‘ gehen. Ansonsten dürfte der Draftpick sich nach der weiteren Entwicklung richten oder direkt eingebunden werden.

Minnesota Timberwolves

Picks: 13, (+40, 44, 53)

Praktisch jede Aktion der Wolves in diesem Sommerkevinloverebound wird an einer Person hängen: Kevin Love. Der Allstar-Big kann im nächsten Sommer seine Spieleroption ziehen und das Team verlassen, so dass jetzt das letzte Handlungsfenster beginnt. Das Problem: Der 13. Pick macht keinen Unterschied. Kein Rookie wird einen so großen Einfluss aufweisen, dass Love vom Bleiben überzeugt werden kann.

Also bleiben nur zwei Möglichkeiten: Den Pick für weitere sofortige Unterstützung vertraden oder für die Zeit nach Love planen. Ersteres riskiert, die Situation weiter zu verschlechtern, außerdem fehlt der klare Ansatzpunkt. Für die weitere Entwicklung des Teams stellt sich zuerst die Frage, wie die überhaupt aussehen soll: Kann um Ricky Rubio und Nikola Pekovic ein Playoff-Team entstehen? Falls die Antwort nein lautet, würde sich wohl ein Potential-Pick anbieten, der dann schon während der Umbauphase möglichst viel Spielzeit erhalten sollte. Die Alternativen wirken kaum attraktiver.

Tendenz: Auch hier ‚BPA und das Beste hoffen‘. Die Wolves sind derzeit absolut nicht zu beneiden.

Phoenix Suns

Picks: 14, 18, (+27, 50)

Die größte positive Überraschung der vergangenen Saison – mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass die Suns erst an 14 ziehen dürfen. Der Run bis fast in die Playoffs war nicht nur von einigen wenigen Spielern getragen, sondern von einer relativ ausgeglichenen und tiefen Rotation. Die diversen Picks ab der späten Lottery – auch nächstes Jahr dürften es wieder drei sein – helfen daher relativ wenig: Die neu gezogenen Rookie würden mit anderen jungen Spielern wie den Morris-Brüdern, Miles Plumlee oder dem vermutlich beim Team verbleibenden Eric Bledsoe um Minuten konkurrieren. Falls die Suns weiter die Playoffs ins Visier nehmen, würde folglich kaum Spielzeit abfallen.

Phoenix dürfte also an einem größeren Trade interessiert sein, das heißt entweder die verschiedenen Picks in einen einzelnen besseren umzuwandeln oder direkt brauchbare Verstärkung zu erhalten. Die Suns sind daher an sich in einer recht komfortablen, da flexiblen Position. Nur die relativ kurzen Vertragslaufzeiten einiger Schlüsselspieler (Bledsoe, Goran Dragic, Morris und Morris) bieten Grund zur Sorge. Ein höherer Draftpick wäre auch ohne Verlängerungen interessant und daher wohl die höchste Priorität.

Tendenz: Die Suns sollten hochtraden – wenn sich ein Interessent findet. 10 Spieler auf Rookie-Verträgen im Kader wären wohl ein Fehler.

Atlanta Hawks

Picks: 15 (+43)

Mit dem 15. Pick sind durchaus noch interessante Spieler zu finden, wie beispielsweise ein kürzlich gekürter Finals-MVP zeigt. Die Hawks haben tendenziell auch einen flexiblen Roster, der es erlauben sollte, Rookies langsam einzubauen. Ein solider, ansatzweise NBA-fertiger Spieler könnte auf vielen Positionen Backup-Minuten finden, ein Risiko-Pick wie letztes Jahr Dennis Schröder die Hoffnung auf langfristig mehr Qualität darstellen.

Das Hawks-Management um Danny Ferry steht allerdings vor der grundsätzlichen Frage, ob der preiswerte Kader weiterentwickelt oder auseinander gebrochen werden soll. Für Al Horford und Paul Millsap würden sich wohl sofort Abnehmer finden, umgekehrt könnten aber auch die Hawks mit etwas Verstärkung auf eine erfolgreichere Playoffteilnahme hoffen. Der Pick spielt in jedem Szenario eine etwas andere Rolle, ohne dabei zwingend im Zentrum zu stehen.

Tendenz: Kaum eine seriöse Prognose möglich – die Hawks haben zu viele Optionen.

Chicago Bulls

Picks: 16, 19 (+49)

Es ist nicht allzu unwahrscheinlich, dass keiner der Bulls-Draftees je für das Team spielen wird. Nach der zweiten Rose-Verletzung hat sich die Franchise auf einen Umbau eingestellt, wie vor allem am Deng-Trade zu sehen. Die beiden Picks sind die flexibelsten Assets des Teams und würden wohl in mögliche Trades involviert.

Falls nicht schon vor dem Draft ein Trade über die Bühne geht, dürften die Bulls also versuchen, möglichst flexibel und wenig kontrovers auszuwählen. So sollte der Wert für spätere Transaktionen möglichst stabil bleiben.

Alternativ sind die Bulls auch für europäische Spieler offen, die noch einige Jahre auf der anderen Seite des Atlantik bleiben – wie der in einer ähnlichen Region gedraftete Nikola Mirotic zeigt. Diese Option widerspricht sich nicht zwingend mit den Planungen für einen Trade, die Draftrechte lassen sich genauso gut abgeben.

Tendenz: Risikolose Picks zur Vorbereitung auf einen Trade.

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