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Draft 2014 – Team Needs

Teil 2: Die Teams mit Pick 4-8

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Orlando Magic

Picks: 4, 12

Die Orlando Magic stehen an einem wichtigen Punkt ihres bisher überraschend erfolgreichen Rebuilds. Wie schon vor einem Jahr gilt immer noch, dass das Management BPA und Team Fit gegeneinander abwägen muss. Nikola Vucevic und Tobias Harris ist zwar, auch verletzungsbedingt, nicht unbedingt ein Schritt nach vorne geglückt, aber zusammen mit Victor Oladipo und weiteren jungen Spielern steht ein vielversprechender Supporting Cast zur Verfügung – für den noch fehlenden Star.

Aktuell findet sich bei Orlando also niemand, der sich zwingend als erste offensive Option eines Playoff-Teams anbietet. Auf den ersten Blick müssten die Magic daher versuchen, einen Spieler mit möglichst großen Chancen auf Franchise-Player-Niveau ins Team zu holen, der zudem zu Vucevic, Oladipo und Harris passt. An Position 4 oder 12 ist allerdings der sichere Star nicht zu finden, so dass hier ein Risiko-Pick mit der Hoffnung auf viel Upside nötig wäre.

Damit könnten sich die Magic allerdings um die Früchte des bisherigen Rebuilds bringen: Für Vucevic und Harris stehen in diesem Sommer erste Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung an, ansonsten werden sie 2015 Restricted Free Agents. Es besteht als ein gewisser Zeitdruck, das Team in eine kompetitivere Situation zu bringen, bevor größere finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden. Sollte der diesjährige Pick zum Bust werden, befände sich die Franchise vermutlich in einer Sackgasse mit zu wenig spielerischer Qualität.

Einen Hinweis, in welche Richtung es stattdessen gehen könnte, bietet die Vergangenheit des Personals abseits des Parketts: Sowohl GM Rob Hennigan als auch Head Coach Jacque Vaughn haben prägende Jahre bei den Spurs verbracht. Spätestens die Erkenntnis, dass auch der diesjährige Pick nicht den Superstar verspricht, könnte zu einem Umdenken zu einer ‚Der Star ist das Team‘-Philosophie bewirkt haben. Dieses Rezept lässt sich zwar besser umsetzen, wenn trotzdem Spieler wie Tim Duncan und Tony Parker im Team stehen – aber der grundsätzliche Ansatz bietet sich an.

Tendenz: Team Fit, sowohl auf als auch neben dem Parkett.

Utah Jazz

Picks 5 (+23, 35)

Die Bedingungen in Salt Lake City ähneln denen in Orlando: Es steht bereits eine komplette Starting Five aus talentierten Spielern zur Verfügung, die aber noch nicht die Qualität für anhaltenden Erfolg verspricht. Problematischer als bei den Magic ist, dass in Gordon Hayward und Derrick Favors bereits zwei Spieler das letzte Jahr ihres Rookie-Vertrags beendet haben, Enes Kanter und Alec Burks folgen nach der nächsten Saison. Trotzdem steht vor allem für die Bigs noch ein Urteil aus, da das Team bis vor einem Jahr von Al Jefferson und Paul Millsap geprägt war und damit die Minuten für junge Spieler fehlten.

Wohin des Weges also in Utah? Favors hat bereits eine 48 Millionen-Extension unterschrieben, die Lottery scheint also nicht mehr das Ziel zu sein. Also böte sich ein Spieler an, der sofort seinen Beitrag leisten kann. Andernfalls laufen die Jazz Gefahr, den Fehler der letzten Jahre zu wiederholen, wenn jüngere Spieler wieder auf der Jagd nach dem 8. Platz die Bank drücken. Allerdings konnten sich die Jazz letzten Sommer nicht mit Hayward einigen, so dass eventuell wieder eine neue Lücke entsteht. Und, wie in Orlando, wäre eigentlich ein Franchise-Player wünschenswert. Gleichzeitig ist aber nicht mal klar, auf welcher Position noch am meisten Verbesserungsbedarf besteht.

Entsprechend ist die Franchise einerseits flexibel, andererseits fehlt die klare Richtung. Hier wird in diesem Jahr eine Entscheidung fällig, der Draftpick könnte ein erstes Anzeichen bieten. Vermutlich wird eher eine langsame Entwicklung anstehen.

Tendenz: Die richtige Mischung macht’s für die Jazz, nicht eine bestimmte Draftstrategie. Auch ein Trade nach oben oder unten ist möglich. 

Boston Celtics

Picks: 6, 17

Die lange Verletzungspause Rajon Rondos und der Trade, der Paul Pierce und Kevin Garnett nach Boston abschob, prägten die letzte Saison der Celtics. Als Überbleibsel der Contender-Tage stehen aber noch einige teure Win-Now-Spieler im Kader, so dass die weitere Entwicklung sich in zwei Richtungen abspielen könnte: Ein Komplettrebuild – was einen Trade von Rondo bedeuten würde – oder das Gegenteil: der Trade für einen weiteren Star.

Auch wenn Danny Ainge sich solange wie möglich alle Optionen offen halten wird, dürfte das vollständige Einreißen des Teams eher unwahrscheinlich sein: Die Tendenz geht zum schnellen Weg zurück in die Spitze. Gerüchte, vor allem um Kevin Love, deuten in diese Richtung, und auch die zuletzt von den Celtics verfolgte Strategie entspricht diesem Schema. Das attraktivste Trade-Asset, der 6. Pick, wird dem vermutlich zum Opfer fallen, der 17. möglicherweise auch. Zumindest der niedrigere Pick könnte allerdings auch für einen Spieler verwendet werden, der vorerst nur als Backup fungiert. In jedem Fall würden die Celtics wohl darauf achten, Spieler zu finden, deren Einschätzung bei potentiellen Tradepartnern ähnlich ist. Das spricht gegen Reaches, aber auch generell gegen reine Upside-Picks.

Tendenz: Der 6. Pick oder der gedraftete Spieler werden innerhalb des nächsten Jahres vertradet – angesichts der Kaderstruktur vermutlich die richtige Entscheidung.

Los Angeles Lakers

Pick: 7

Die Ähnlichkeiten zum Dauerrivalen aus Boston sind unverkennbar: Auch in LA stand die letzte Saison im Zeichen der Verletzung des besten Spielers, Kobe Bryant setzte praktisch das komplette Jahr aus. Dessen Vertragsverlängerung über gut 48 Millionen Dollar in zwei Jahren machen klar, dass die Lakers weiter gewinnen wollen. Alles andere ist auch schwer möglich angesichts der nur schwach geschützten Picks, die das Team in den Trades der letzten Jahre abgegeben hat.

Der Unterschied zum Team in Grün: LA hat, abgesehen von Bryants überdimensioniertem Gehaltsscheck, viel Platz unter dem Salary Cap. Neuverpflichtungen dürften eher über die Free Agency erfolgen, ein Trade ist weniger wahrscheinlich und sinnvoll. Der Pick bietet so eventuell die Möglichkeit, einen günstigen Rotationsspieler mit Potential ins Team zu holen. Dafür sollte der Rookie aber relativ schnell Leistung bringen, die Hoffnung auf einen Nachfolger für Bryant dürfte die Fans trotz geringerer Upside euphorisieren. Angesichts der TV-Verpflichtungen der Lakers ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Tendenz: Ein Win-Now-Spieler oder, unwahrscheinlicher, ein Trade. Die Entscheidung ist mit der Extension für Bryant gefallen, der Fehler ist, wenn, dort zu suchen.

Sacramento Kings

Pick: 8

Durch den teuren Vertrag von Rudy Gay und mehrere überbezahlte Rollenspieler stehen die Kings an der Grenze zur Luxussteuer, ohne in den letzten Jahren in Playoffnähe gekommen zu sein. Die neuen Besitzer um Vivek Ranadivé haben im letzten Jahr einige Umbauarbeiten am Team angestoßen, der 8. Pick könnte das Opfer dieser Maßnahmen sein: Statt selbst einen talentierten Spieler zu ziehen, müssten die Kings also für früheres Missmanagement büßen.

Angesichts des teuren, aber lückenhaften Kaders dürfte das keine schlechte Idee sein. Das Team braucht Erfahrung und Stabilität auf und neben dem Platz, die kein Rookie bieten könnte. Auch die für Draftees fast schon traditionell schlechte Situation in Sacramento würde das eigene Draften zudem etwas entwerten. Aber auch das neue Management um Pete D’Alessandro nimmt Sacramento nicht die Aura, tendenziell unberechenbar zu sein.

Tendenz: Ein Trade mit schlechten Verträgen für erfahrene Spieler.

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