Draftprofile 2014

Nik Stauskas

University of Michigan

Datenblatt

Nik_Stauskas_Michigan_FTName: Nik Stauskas

Position: Wing

[xrr rating=2/4]  (Starter)

College: University of Michigan

College-Erfahrung: Sophomore

Die Michigan Wolverines haben unter Head Coach John Beilein eine aufregende Reise hinter sich. In der Saison 2012/13 konnten Trey Burke & Co. sogar das Endspiel erreichen. Dort war Louisville dann aber zu stark. Nik Stauskas war bereits in dieser Spielzeit ein wichtiger Faktor. Neben Burke und Tim Hardaway Jr. stellte er eine weitere wichtige Scoring-Option dar. Diese beiden entschlossen sich dazu, ihren NBA-Wert zu testen und das Zepter an den jungen Kanadier zu übergeben. Stauskas nahm die Challenge an. Neben dem jungen Point Guard Derrick Walton spielte der Sophomore stark auf und war der wichtigste Spieler in einem erneut sehr starken Wolverines-Team. Mit 17,5 Punkten pro Partie konnte er seinen Punkteschnitt um mehr als sechs Zähler steigern, doch nicht nur das. Er übernahm das Team und dominierte. Zurecht wurde er am Ende mit der Wahl zum All-American belohnt.

Tools und Skills

Egal, was man von Nik Stauskas denkt, er ist in jedem Fall ein hervorragender Shooter. Der schnelle Release, gepaart mit einer sehr sauberen Technik, macht ihn zu einem der besten Schützen dieser Draftclass. Dabei ist er sehr flexibel und kann aus allen Lagen, sowie Situationen gefährlich sein.

Die Erfahrung aus dem letzten Jahr, ohne Trey Burke und Tim Hardaway Jr., hat mehr als einen reinen Spot-Up Shooter aus ihm gemacht. In Catch-and-Shoot Situationen ist er zwar noch immer am gefährlichsten (1,51 PPP), doch auch aus dem Dribbling (0,9 PPP) und nach Screens trifft er hochprozentig. Stauskas ist zu einem vielseitigen Schützen gereift, der wirklich alle Arten des Wurfabschlusses beherrscht.

Insbesondere in Situationen spät in der Shot Clock ging das Spiel vergangene Saison mehr und mehr über ihn. Der 20-Jährige nutzt viele verschiedene Wege, um sich seine Würfe zu erarbeiten. Aus dem Dribbling schafft er es durch Step-backs und Hesitation-Moves Platz zwischen sich selbst und den Verteidiger zu bringen. In der Michigan-Hand-off/Corner-Action fühlt sich Stauskas sehr wohl. Dies wird ihm auf dem nächsten Level sehr helfen wird, da ähnliche Plays auch in der NBA häufig gelaufen werden.

Durch all diese Attribute hat Stauskas die Chance, einer der besten Schützen in der NBA zu werden. In 18 Spielen hat er vergangenes Jahr mindestens drei getroffene Dreier verbuchen können. Das sagt schon einiges über seine Fähigkeiten aus.

Doch wir haben ihn nicht umsonst an dieser Stelle gerankt. Nik Stauskas ist noch weitaus mehr als ein Shooter und das kommt vor allem durch sein Gefühl für das Spiel. Jahrelanges Studium des Spiels hat sich bezahlt gemacht. Der extrem hohe Basketball IQ des Kanadiers bemerkbar ist im Spiel ständig spürbar. Für seine Position ist er ein hervorragender Passer und nutzt diese Fähigkeit gern und effizient. Dies belegt sein Assist/Turnover-Ratio von 2,6 (Platz 2 unter allen SGs in der Draftclass). Seine eigene Chance sucht er zumeist dann wenn es auch wirklich passt. Als uneigennütziger Spieler kreiert er aber auch gerne für andere. Daraus resultieren dann eben auch gut ausgewählte eigene Abschlüsse (1,19 PPP). Als Passgeber hat er beim Drive das Auge für den Big Man und steckt den Ball gerne durch. Auch im Pick & Roll ist er als Ballhandler eine Waffe. 1,43 Punkte pro Possession nach seinen Pässen sind ein sehr guter Wert. Zudem machte er eine gute Figur, wenn es darum ging, seine Teamkollegen Glenn Robinson III. & Co. beim Alley-Oop anzuspielen. Das Wichtigste war dabei aber häufig, dass er, trotz der gestiegenen Verantwortung, nichts forciert und immer gewillst die einfachen Plays umzusetzen.

Obwohl Stauskas selbstverständlich in erster Linie als Schütze gesehen wird, hat er ein großes Slashing-Potential, was er im letzten Jahr immer mehr entfalten konnte. Sein Ballhandling befindet sich auf einem ganz neuen Niveau und athletisch wird er von allen Seiten unterschätzt. Es ist für ihn durchaus möglich über Ringniveau abzuschließen und dabei effektiv zu sein (59,6 % in Korbnähe).

Wenn er das Pick & Roll dafür nutzt, selbst den Abschluss am Korb zu suchen, hatte er oftmals Erfolg. Dabei ist er in der Lage beidhändig abzuschließen und mit dem Kontakt umzugehen. Die Anzahl seiner Freiwürfe hat sich in der Sophomore-Saison fast verdoppelt (6,8/40 Min.). Isoliert befindet er sich bereits auf einem soliden Niveau, hat aber noch großen Raum für Verbesserung. 1,18 PPP sind gut, durch die stärkere Profi-Konkurrenz wird er es aber schwer haben, diesen Wert zu halten. Was aber allgemein bei seinem Verhalten beim Zug zum Korb auffällt, ist die Kreativität, die er an den Tag legt. Viele Fakes und Spin Moves lassen schnellere oder athletischere Spieler häufig alt aussehen. Teilweise sieht es sogar so aus, als ob Stauskas es so lange mit einer ganzen Palette an Moves probiert, bis er am Korb ist. Bisher hat es meistens geklappt.

Aber so gut sein Potential als Scorer auch ist, in der Defense ist er ein unterdurchschnittlicher Spieler. Bereits am College war er ein schwacher on-Ball Verteidiger und wurde zeitweise von schnelleren, körperlich stärkeren Guards dominiert. Zwar konnte er im letzten Sommer schon 15 Pfund draufpacken, doch es fehlt immer noch einiges, um wirklich konstant dagegenhalten zu können. Selbst bei den Steals ist er absolut non-existent. 0,9 pro 40 Minuten sind nicht viel und zum Teil auch seiner Spannweite geschuldet. Dies ist eine gute Überleitung zum defensiven Potential. Mit einer Größe von 6’6” und Wingspan von 6’7” besitzt er keine guten Anlagen als Verteidiger. Demnach ist das Potential sehr gering und NBA Teams müssen sich Gedanken machen, wie sie ihn in ihre Defense einbauen wollen. Was ihm allerdings hilft, ist seine Spielintelligenz, mit der er sich eventuell zu einem guten Off-Ball Verteidiger entwickeln kann. Dass er jedoch weiterhin auch beim Rebound oft das Box-out seines eigenen Manns verschläft, darf sich nicht weiter fortsetzen. Hier muss Stauskas wachsamer und aktiver sein, denn zumindest an der Stelle sollte man auf ihn zählen können.

Grundsätzlich liegen seine Stärken ganz klar in der Offense. Trotz alledem muss er auch dort noch an sich arbeiten, um wirklich den Unterschied ausmachen zu können. Seine Athletik ist in der NBA nur noch Standard und obwohl er sich stark darin verbessert hat, Plays zu kreieren, ist er noch lange nicht da, wo er potentiell hin kann. Speziell bei seinem Drive muss er daran arbeiten, mit der Größe und Länge der NBA Big Men umzugehen.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Draft 2014_Stats_Wings

Spielervergleich

Nik Stauskas ist eigentlich ein Spieler, den man recht gut vergleichen kann. Als guter Schütze fällt oft der Name Klay Thompson. Beide sind sehr vielseitig darin, wie sie mit ihrem Sprungwurf scoren können. Allerdings sind sie nicht so sehr limitiert, dass der Jumper die einzige Waffe ist. Potentiell ist Stauskas jedoch etwas vielseitiger aufgestellt. Deswegen geht sein Ceiling mehr in die Richtung eines Gordon Hayward, der neben dem Distanzwurf auch noch den Zug zum Korb und Playmaking-Ability als sekundärer Ballhandler mitbringt. Falls alles zusammenbricht und sich Stauskas als reiner Shooter herausstellen sollte, bleibt aber immer noch eine Rolle als Jason Kapono oder Kyle Korver.

Draftaussichten

Seine körperliche Entwicklung und der hohe Basketball IQ zeigen seinen Willen und die Bereitschaft, an sich arbeiten zu wollen. Das werden die General Manager lieben. Auch in den Gesprächen vor der Draft sollte Stauskas eine gute Figur machen, da er als Vocal Leader gilt und die notwendigen Intangibles mit sich bringt. Das Bust-Potential bei ihm ist recht gering, da er im Endeffekt immer als sehr guter Schütze in der Ecke stehen kann und für Spacing und Dreier sorgt. Mittlerweile ist eine Draft-Position zwischen in der Lottery recht wahrscheinlich, dennoch aber nicht gesichert. Um Platz 20 herum wird er aber definitiv nicht mehr zu haben sein.

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