Draftprofile 2014

Zach LaVine

University of Los Angeles, California
Jedes Jahr entscheidet sich nach Ende des NCAA Tournaments, welche Spieler ihrer Uni und dem College Basketball erhalten bleiben. Oftmals entstehen Diskussionen über die Entscheidungen der Spieler, wobei fast alle Underclassmen ihre Argumente für den Wechsel in die NBA haben. Diese hat auch Zach LaVine. Wer in fast allen Mock Drafts als First Rounder gehandelt wird, sollte sich genau überlegen, ob er diese Chance ignoriert. Warum sind dann fast alle Experten der Meinung, dass der Freshman die falsche Wahl getroffen hat?

Datenblatt

nopictureName: Zach LaVine

Position: Wing

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: University of Los Angeles, California

College-Erfahrung: Freshman

Jedes Jahr entscheidet sich nach Ende des NCAA Tournaments, welche Spieler ihrer Uni und dem College Basketball erhalten bleiben. Oftmals entstehen Diskussionen über die Entscheidungen der Spieler, wobei fast alle Underclassmen ihre Argumente für den Wechsel in die NBA haben. Diese hat auch Zach LaVine. Wer in fast allen Mock Drafts als First Rounder gehandelt wird, sollte sich genau überlegen, ob er diese Chance ignoriert. Warum sind dann fast alle Experten der Meinung, dass der Freshman die falsche Wahl getroffen hat?

Unter Steve Alford kam LaVine in seinem ersten und einzigen Jahr von der Bank. In 24,4 Minuten erzielte er 9,4 Punkte pro Spiel. Als Energizer hatte er überzeugende Auftritte (21 Punkte vs. Nevada), doch mit Kyle Anderson und Jordan Adams besetzten zwei Pac-12-Stars den Backcourt. Es blieb nur die Reservistenrolle. Alford betonte mehrmals, wieviel er von LaVine hält und dass seine Chance in seiner Sophomore-Saison kommen würde. Der Freshman hatte jedoch andere Pläne.

Tools und Skills

Zach LaVine hat mit einer Körpergröße von 6-5 und Körperspannweite von 6-8 gute Voraussetzungen, besitzt jedoch wenig Erfahrung und ist für einen Guard noch sehr roh.  Doch was überzeugt NBA-Scouts so sehr an ihm? Wer sich mal ein Spiel der UCLA Bruins angeschaut hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass er eine unglaubliche Sprungkraft hat. Der 19-Jährige aus Seattle kann zu jedem Zeitpunkt im Spiel für ein Highlight sorgen. Es ist nicht übertrieben, ihn von der Athletik auf ein Niveau mit Andrew Wiggins zu stellen.

Seine Wurfquoten sind zwar nicht überragend (44,1 FG%, 37,5 3P%), doch die Wurfform sieht sehr gut aus. Er besitzt einen schnellen Release und hat das Selbstvertrauen, Würfe zu nehmen (3,5 3PA/G). Es fehlt schlicht und ergreifend an dem Instinkt oder der Erfahrung, zu wissen, wann er seinen Wurf anbringen kann und wann nicht.

Viele Experten sehen ihn als zukünftig balldominanten Spieler. In der Offense der Bruins wurde er häufig als ballferner Akteur genutzt, was ihm nicht unbedingt in die Karten gespielt hat. Doch falls er weniger als Off-Guard agieren sollte, muss er bessere Entscheidungen treffen. Die Zeit, in der man nur mit Talent und Athletik gewinnt, ist schon lange vorbei und teilweise hat man bei ihm das Gefühl, dass das noch nicht ganz angekommen ist. Zwar neigt er häufig dazu, nach einem guten Run zu überdrehen, doch wenn er das abstellen kann, ist es schwierig, ihm vom Punkten abzuhalten.

Wo ihm seine Athletik allerdings hilft, ist „in Transition“. Hier zeigt sich LaVine mit seiner Größe und Geschwindigkeit als sichere Option. Auch wenn er auch manchmal nicht die beste Entscheidung trifft, kann er teilweise noch etwas Positives dabei rausbekommen.

In der Early Offense übernimmt er ebenfalls gerne Verantwortung und sucht den Abschluss. Seine Geschwindigkeit erlaubt es ihm da, Fehler der unsortierten Defense zu nutzen und für den Überraschungsmoment zu sorgen.

Obwohl das Attackieren einer unsortierten Defense natürlich eine kluge Entscheidung ist, überdeckt es die Tatsache, dass LaVine seine Schwächen eher im Halbfeld-Angriff hat. Satte 12 Prozent seiner Angriffe sind Isolationen, wobei er nur knapp 0,6 Punkte pro Possession erzielt, ein schlechter Wert. Dies liegt vor allem an seinem schlechten Abschluss in der Zone. Hier finden nur knapp 45 Prozent der Würfe ihr Ziel. Doch woher kommt das?

Der Guard besitzt praktisch keine linke Hand, was die Vielseitigkeit des Abschlusses natürlich sehr einschränkt. Dazu scheut er den Kontakt, zieht somit also kaum Freiwürfe und nimmt schlechtere Würfe, da er vom Korb wegspringt oder schwierige Floater in Richtung Korb schmeißt.

Als Vorlagengeber tritt er kaum in Erscheinung, was häufig aufkommende Vergleiche zu Russell Westbrook hinfällig machen. Dementsprechend ist er positionell eindeutig als Flügelspieler einzuordnen. Gegen den klassischen Small Forward fehlt ihm physisch aber noch einiges an Körpermasse, um zu bestehen. Als zweiter Guard sollte er seine Stärken am besten nutzen können. Hierbei wird er eine Abnehmerrolle spielen, die es ihm ermöglicht, Wurf und Athletik in das Spiel einzubringen und fragwürdige Entscheidungen zu minimieren. Ziel wird es dann in den nächsten Jahren sein, das ohne Frage vorhandene Talent, in Playmaking umzusetzen. Wenn er es schafft, sich an das Niveau anzupassen und die Situationen auf dem Spielfeld besser einzuschätzen, können sich die Coaches auf die Verbesserung seiner Passfähigkeiten konzentrieren. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Defensiv hat er durch seine Athletik und Länge großes Potential, nutzt dies aber noch nicht. Sein Körper muss noch deutlich mehr Masse bekommen, um defensiv eine Chance auf dem nächsten Level zu haben. Der fehlende Einsatz lässt ihn dann noch schlechter aussehen. Auch wenn es für ihn eigentlich kein Problem sein dürfte, arbeitet er sich nur langsam um Screens herum und lässt den notwendigen Hustle vermissen. Im Fokus muss aber wirklich der Aufbau von Muskelmasse stehen, da ihn die NBA-Zweier sonst einfach wegschieben werden.

Spielervergleich

Wie bereits erwähnt, wird Russell Westbrook häufig als Vergleich herangezogen. Abgesehen von der sehr athletischen Spielweise, passt dies aber eher nicht. Von den spielerischen Qualitäten erinnert er ein wenig an J.R. Smith oder Gerald Green. Mit der Athletik und dem zweifelsohne vorhandenen Wurf, kann er ebenfalls als Instant Scorer eine wichtige Rolle in einem Team spielen.

Draftaussichten

Zu Beginn der Saison war Zach LaVine noch in keinem Mock Draft zu finden. Trotz der vielen negativen Aspekte, die oftmals durch seine Jugend bedingt sind, hat er durch sein Potential eine große Beliebtheit bei NBA Scouts erlangt. Auch wenn das Risiko groß ist, der Ertrag könnte umso größer sein. Zwischen später Lottery und Anfang der zweiten Runde ist alles möglich. Eine Platzierung um den 20. Platz ist aber wahrscheinlich. Es muss allerdings ein Team sein, was nicht nach sofortiger Unterstützung sucht, sondern bereit ist, das Talent langfristig auszubilden. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sein sollten, könnte sich LaVine zu einem überdurchschnittlichen Rollenspieler mit Potential auf mehr entwickeln.

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