NBA, Playoffs 2014, Portland Trail Blazers, San Antonio Spurs

Keys to the series: San Antonio Spurs (1) vs. Portland Trail Blazers (5)

Western conference, second round

Die zweite Playoffrunde hat uns in der Hinsicht überrascht, dass sie dann doch so schnell und unvermittelt auf uns zu kam. Go-to-Guys.de schaut auch weiterhin auf alle Serien und versucht Schlüsselpunkte zu finden, wie die jeweiligen Teams die Serie erfolgreich gestalten können. Heute wird nach den Schlüsseln für die San Antonio Spurs und die Portland Trail Blazers gesucht.

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Wie kann San Antonio die Serie erfolgreich gestalten?

Fabian Thewes: Ihre ersten beiden Heimspiele gewinnen. Bereits in Runde 1 war es gegen die Dallas Mavericks knapper als es fast alle vor der Serie eingeschätzt haben, weil die Mavericks in den ersten beiden Partien in San Antonio die bessere Mannschaft waren und zumindest eine Partie gewinnen konnten. Es wird vielleicht einige überraschen, doch diese Probleme zu Hause den Einstieg in eine Serie zu finden, ist typisch für das Team um den vierfachen Titelträger Tim Duncan. So verloren die Spurs seit dem Titelgewinn 1999 in Runde 1 ganze neun Mal (!) mindestens eines der ersten Spiele, trotz Heimvorteil. Meistens ging es in der ersten Playoffrunde trotzdem irgendwie gut, doch dazu war häufig ein Kraftakt notwendig. Nun haben die Altstars Tim Duncan, Manu Ginobili und Tony Parker bereits sieben Spiele in den Knochen (Durchschnittsalter des gesamten Teams: knapp 30 Jahre) und die Blazers werden mit ihrer sehr guten auf vielen Schützen basierenden Offense alles daran setzen, auch eines der Teams zu werden, die den Spurs direkt am Anfang Probleme bereiten. Schaffen sie also, eines der ersten beiden Spiele zu klauen, wird es eine ganze enge Serie mit ungewissem Ausgang.

Julian Barsch: In der regulären Saison trennten sich die beiden Mannschaften Unentschieden 2-2. Doch es ist auffällig, dass Tony Parker für den Erfolg gegen die Blazers gar nicht so entscheidend war. Ein Sieg wurde ohne ihn errungen (auch ohne Tim Duncan) und in der zweiten erfolgreichen Partie erzielte der Guard nur 9 Punkte. Dafür kamen die Blazers nicht mit den Rollenspielern zurecht, denn Danny Green, Marco Belinelli und vor allem Patty Mills waren in diesen beiden Spielen sehr erfolgreich. Natürlich verändert sich die Situation in den Playoffs enorm, doch die zweite Garde der Spurs kann hier definitiv für den Unterschied sorgen und ihre Stars entlasten. In der Dallas-Serie gelang dies nur sehr inkonstant. Zwar hatten Leonard, Green und Splitter teilweise gute Spiele, doch gerade weil dies nicht kontinuierlich geschah, war die Serie am Ende auch so knapp.

Jonathan Walker: Die Spurs müssen ihre Defense anziehen, am besten natürlich wieder auf das Niveau der regulären Saison heben (DRtg 102.4; Platz 3 hinter Indiana und Chicago!). Den Mavs erlaubten sie in der ersten Runde der Playoffs hingegen ein ORtg von 110.9 (was in der regulären Saison der drittschlechteste Wert gewesen wäre), obwohl Nowitzki eine miese Serie spielte (ORtg 96). Sicher, die Spurs konnten die Serie am Ende knapp gewinnen, in erster Linie weil sie eine noch bessere Offense (bzw. Dallas eine noch schlechtere Defense) spielten. Doch ob vor allem die gealterten Stars der Spurs einen weiteren Shootout überstehen würden? Die Blazers sind noch einmal ein leicht besseres Offensivteam als es die Mavericks waren und vor allem um einiges jünger. Wenn die Texaner also in der Verteidigung nicht eine ganze Schippe drauflegen können, könnte es wieder verdammt eng für sie werden.

Hassan Mohamed: Gregg Popovich wird Tony Parker in der Serie gegen die Portland Trail Blazers voraussichtlich bis zum letzten Tropfen melken. Zu Recht. Trotz der ohne Frage berechtigten Lobeshymnen für Damian Lillard hat der junge Point Guard insbesondere in der Verteidigung noch einen weiten Weg vor sich. Sein Ersatz Mo Williams ist ebenfalls eher für Leistungen auf der anderen Seite des Feldes bekannt und verpflichtet worden. Da Wesley Matthews nicht über die lateral quickness verfügt, um vor Parker zu bleiben, und Nicolas Batum wohl nur in einzelnen Situationen gegen seinen Landsmann eingesetzt werden wird, sollte sich Parker über die komplette Partie mit Lillard oder Williams konfrontiert sehen. Der Attack Mode ist somit vorprogrammiert und sollte für die Spurs auch erfolgsversprechend sein, da der einstige Finals-MVP weiß, wie man die entstehenden Lücken durch seine Penetrationen optimal für sich und seine Mitspieler nutzt. Falls sich Coach Stotts bei zu großem Schaden durch Parkers gezwungen sieht, Batum mit seinen langen Armen und seiner Athletik – in Verbindung mit einem entsprechenden Sicherheitsabstand – als primären Verteidiger zu nutzen, wäre den Trail Blazers nicht zwingend geholfen, da Manu Ginobili und Kawhi Leonard ebenfalls verteidigt werden wollen.

Wie kann Portland die Serie erfolgreich gestalten?

Fabian Thewes: Die Rollenspieler der Blazers müssen die Dreipunktewürfe besser treffen. Das Motto der Portland Trail Blazers lautet nämlich: „offense can win championships“, was schon in der regulären Saison zu beobachten war, als das Team aus Rip City das Jahr als zweitbestes Offensivteam der Liga abschloss. Auch gegen die Rockets erzielte Portland mehr als 115 Punkte pro 100 Ballbesitze, die meisten aller Teams in der ersten Playoffrunde, obwohl die Shooter der Blazers (Batum, Wright, Matthews, Williams) deutlich unter Saisonniveau agierten. LaMarcus Aldridge und Damian Lillard mit ihren effizienten 55 Punkten pro Spiel  waren dabei die Protagonisten. Nun treffen sie auf die Spurs, die jedoch eines der besseren Defensivteams der Liga sind, die sich sicherlich besser auf die beiden Allstars der Blazers vorbereiten werden (können) als es die Rockets getan haben. Umso wichtiger wird es sein, dass Portlands Schützen nun treffen, um den Druck von ihren Stars zu nehmen, falls diese mal nicht die Sterne vom Himmel treffen.

Julian Barsch: Starspieler bleiben die vielleicht wichtigste Komponente in den Playoffs. Auch wenn man gegen die Spurs antritt, die sich auf das Kollektiv verlassen, baut Portland auf die Starpower. In den beiden Niederlagen erzielte LaMarcus Aldridge 15,5 Punkte. In den vier Siegen waren es hingegen satte 37 Punkte pro Spiel. Diesen Wert werden die Spurs nicht zulassen, doch es ist unabdingbar für Portland seinen Starspieler in die richtige Position zu bringen. Obwohl Damian Lillard einen nicht zu verkennenden Impact auf die Serie hatte (siehe Spiel 6), steht und fällt der Erfolg der Blazers noch immer mit dem Spiel ihres Power Forwards.

Jonathan Walker: Auch bei den Trail Blazers sehe ich den Schlüssel in der Verteidigung, nämlich in der der Stars der Spurs. Blöderweise haben die Spurs ihre Stars Duncan und Parker gerade auf den Positionen, wo die Blazers eher schwächere Defender auflaufen lassen, nämlich Aldridge/Lopez und vor allem Damian Lillard. Matthews und Batum hingegen sind sehr starke Flügelverteidiger, doch dort laufen bei den Spurs hauptsächlich Spotup-Shooter auf. Wahrscheinlich wird Kettenhund Matthews zumindest zeitweise auf Parker gehetzt, während Lillard gegen etwa Danny Green und Marco Belinelli gestellt und somit versteckt werden kann. Duncan ist zwar nicht mehr so dominant wie noch vor wenigen Jahren, doch die Blazers hatten bereits Probleme in der ersten Runde Dwight Howard in den Griff zu bekommen (26.0 PPG; ORtg 116).

Hassan Mohamed: In der Serie gegen die San Antonio Spurs ist Coach Terry Stotts gefordert, das Leben für seinen All-Star LaMarcus Aldridge zu vereinfachen. Gegen die Houston Rockets wurde Dwight Howard oft von Aldridge ferngehalten, um Fouls zu vermeiden, und Ömer Asik oder Terrence Jones waren teilweise zu langsam respektive körperlich zu schwach. Die Spurs haben in Tiago Splitter allerdings einen passenden Verteidiger für den mobilen und wurfgefährlichen Power Forward. Der Brasilianer konnte in der Vorrunde bereits Dirk Nowitzki größere Probleme bereiten und ist durch das Duell mit Dallas auf den passenden Typ Power Forward eingestellt. Stotts sollte es vermeiden, Aldridge ausschließlich über Isolationen bedienen zu lassen, sondern auch Plays laufen lassen, die ihm einfachere, energiesparendere Gelegenheiten zum Punkten erlauben. In den drei Spielen der regulären Saison konnte Aldridge gegen die Spurs 21.3 Punkte bei einer guten Effizienz (110 ORtg) erzielen, obwohl er kaum Freiwürfe gezogen hat (durchschnittlich 2.6 FTA). Allerdings fehlte Splitter in einer Partie und eine andere war eines der ersten Saisonspiele – inwieweit Rückschlüsse möglich sind, lässt sich somit schwer sagen. Wenn Stotts keine Anpassung des Game Plans für Aldridge vornimmt, müssen die Fans der Trail Blazers hoffen, dass die langen Würfe des Power Forwards so häufig fallen, wie in den ersten Partien gegen Houston, um das Feld als Sieger zu verlassen.

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