Keys to the series, Los Angeles Clippers, NBA, Oklahoma City Thunder, Playoffs 2014

Keys to the series: Oklahoma City (2) vs. Los Angeles (3)

Western Conference, second round

Die zweite Playoffrunde hat uns in der Hinsicht überrascht, dass sie dann doch so schnell und unvermittelt auf uns zu kam. Go-to-Guys.de schaut auch weiterhin auf alle Serien und versucht Schlüsselpunkte zu finden, wie die jeweiligen Teams die Serie erfolgreich gestalten können. Heute wird nach den Schlüsseln für die Oklahoma City Thunder und die Los Angeles Clippers gesucht.

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Wie kann Oklahoma City die Serie erfolgreich gestalten?

Fabian Thewes: Thabo Sefolosha und Kendrick Perkins müssen gute Serien spielen. Beide Rollenspieler gehen wahrscheinlich mit unterschiedlichen Gefühlen in die Spiele gegen die LA Clippers. Während Kendrick Perkins eines seiner besten Serien absolviert hat (selbst gute Trefferquote, Zach Randolph nur bei 44 TS%, 40 eFG% und schlechten 95 Punkten pro 100 eigene Ballbesitze gehalten), fand der schweizer Flügelverteidiger gegen die Grizzlies nie zu seiner Form. Der Dreipunktewurf saß nicht und defensiv wurde er nicht so richtig gebraucht. So entschied Scott Brooks ihn in den letzten beiden Partien gegen Memphis ganz rauszulassen; beide Partien haben die Thunder souverän gewonnen. Doch nun könnte sich der Spieß umdrehen. Die Clippers waren in der regulären Saison das beste Offensivteam der NBA, auf der Shooting-Guard Position tummeln sich Scoring-Waffen wie JJ Redick oder Jamal Crawford und in der Vergangenheit hatte Thunder-Coach Scott Brooks durchaus Erfolg damit, Thabo gegen Chris Paul zu stellen; also existieren genug Möglichkeiten für Sefolosha noch einmal zu zeigen, wie wichtig er für die Thunder sein kann. Für Perk wird der Frontcourt der Clippers eine richtige Herausforderung, denn er wird wahrscheinlich gegen DeAndre Jordan gestellt (Ibaka verteidigt Blake Griffin), der eine Pest am offensiven Brett ist und der deutlich athletischer und größer als Perkins ist. Perkins muss also gut ausboxen und auf Alley-oop-Anspiele von Chris Paul aufpassen. Gelingt es den beiden Verteidiger-Rollenspielern nicht, ihre Gegenspieler unter Kontrolle zu halten, könnten die Clippers den Thunder richtig weg tun.

Julian Lage: Für die Thunder dürfte eine Frage im Mittelpunkt stehen: Von welchen Spielern außer Durant, Westbrook und Ibaka kommen brauchbare Beiträge? Weder in der Regular Season noch in der wackligen ersten Runde gegen die Grizzlies fand Scott Brooks eine klare Antwort. Die Minutenverteilung wechselte ständig, so stand Steven Adams etwa in den Spielen 2 bis 4 gegen Memphis insgesamt keine 10 Minuten auf dem Feld, nur um dann in den letzten beiden Spielen je über 20 zu erhalten. Dafür fiel Thabo Sefolosha, der in den letzten Jahren noch als Konstante wirkte, mit Spiel 6 ganz aus der Rotation. Ähnlich schwankend waren die Anteile der übrigen Thunder-Rollenspieler, wobei die jungen Spieler mit Ausnahme Reggie Jacksons die Playoffs von der Bank kennenlernen dürfen.
Nachdem sich gegen die Clippers die Anforderungen verändern, sind aus den bisherigen Spielanteilen allerdings keine zwingenden Schlüsse zu ziehen. Kendrick Perkins wird etwa mit deutlich weniger Spielzeit rechnen müssen. Wichtig für OKC ist, dass Brooks überhaupt eine funktionierende Rotation findet. Angesichts der in den letzten Jahren praktisch anpassungslosen Spielweise des Teams sind die derzeitigen Experimente eine Neuerung – ob sie auch einen Fortschritt darstellen, muss sich noch zeigen.

Dennis Spillmann: Zach Lowe merkte vor der Serie zwar an, dass man sich aufgrund der Komplexität des Sports nicht auf X-Faktoren festlegen solle, aber schaute dann selbst auf die polarisierendsten Starspieler der Thunder und Clippers: Russell Westbrook und Blake Griffin. Während Griffin jedoch in dieser Saison einen Schritt nach vorne tat, wartet man bei Westbrook nach drei Knie-Operationen in Folge immer noch auf konstant abgerufene Leistung. Gegen die Grizzlies fiel der Dreier überhaupt nicht, Westbrook ist seit jeher eher ein streaky shooter.
Wenn die Thunder diese Serie also gewinnen wollen, dann muss gerade Russell Westbrook einen großen Schritt nach vorne machen. Das Decision-making Westbrooks wird den Ausschlag geben, vor allem wenn Coach Brooks sich auch mit Reggie Jackson auf dem Feld entscheidet, Westbrook das Spiel machen zu lassen. Dabei soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass Westbrook auch schon in der Serie gegen die Grizzlies Explosionen (in die positive Richtung) hatte. Wenn Westbrook diese Leistung konservieren und beständig abrufen kann, können die Thunder einen großen Schritt in Richtung Conference Finals machen.

Wie kann Los Angeles die Serie erfolgreich gestalten?

Fabian Thewes: Die Verteidigung, insbesondere gegen Russell Westbrook und Kevin Durant, muss stimmen. Während in Runde 1 die Memphis Grizzlies alle defensiven Waffen besaßen, um die beiden Superstars der Thunder richtig zu ärgern (Mike Conley, Tony Allen, Marc Gasol), wird es für die Clippers deutlich schwieriger sie zu stoppen. Auch wenn Matt Barnes ein solider Verteidiger ist, ein richtiger Flügelstopper ist er nicht. Insofern werden sich für Kevin Durant erheblich mehr Freiräume ergeben als in der Runde gegen die Grizzlies. Chris Paul ist zwar ebenfalls zumindest solide in der Verteidigung, doch immer den explosiven Point Guard der Thunder verteidigen zu müssen, kostet viel Kraft und Konzentration, weswegen Clippers-Coach Doc Rivers bereits angekündigt hat, dass er Russell Westbrook fulltime gar nicht verteidigen wird und die Verteidiger wechseln möchte. Interessant wird sein, welche Mismatches dadurch entstehen, denn die übrigen Guard der Clippers, Darren Collison, Jamal Crawford oder JJ Redick, sind allesamt keine guten Defender. Auf Blake Griffin und DeAndre Jordan kommt ebenfalls viel Arbeit zu. Westbrook attackiert aggressiv den Korb, Kevin Durant findet so leicht wie kein anderer den Weg zur Freiwurflinie. Eine gute Helpdefense der Clippers-Bigs ist also von Nöten. Und auch das Rebounding wird ein Schlüssel. Die Clippers sind diese Saison nur #20 beim Offensiv- und #26 beim Defensivrebound. Russell Westbrook (als PG 3,3 Offensivrebounds pro Spiel in den Playoffs!), Serge Ibaka und Steven Adams können hier richtig viel Schaden anrichten. Stimmt die Verteidigung der Clippers, haben sie als bestes Offensivteam der regulären Saison durchaus das Potenzial, die Thunder aus der Halle zu schießen.

Julian Lage: Die Clippers standen in den letzten Wochen öfter in den Schlagzeilen als jedes andere Team der Liga – aber sicher nicht auf eine von Franchise oder Spielern gewünschte Art und Weise. Die rassistischen Ausbrüche Donald Sterlings gaben dem Verhalten von Chris Paul und Co. eine politische Dimension, auf die vermutlich keiner der Spieler wert legte. Die Serie gegen die Warriors geriet so in den Hintergrund, und die stark schwankenden Leistungen zwischen Blowout-Siegen und Niederlagen gegen einen dezimierten Gegner lassen auf eine gewisse Wirkung der Kontroverse schließen.
Die Grundvoraussetzung, um überhaupt an einen Serienerfolg denken zu können, ist also der Fokus auf die sportlichen Aspekte. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass Sterlings Rauswurf aus der Liga weiter thematisiert wird. Die Clippers-Spieler haben sich für den sportlichen Erfolg und gegen eventuelle Boykottmaßnahmen entschieden. Jetzt dürfen die Vorgänge das Team nicht negativ beeinflussen.

Dennis Spillmann: Wenn die Clippers bei den Auswärtsspielen besser auftreten als in der ersten Runde. Die Serie gegen die Golden State Warriors war vor allem deswegen so eng, weil die Clippers ihre phänomenale Offensive in Oakland zu nahezu keinem Zeitpunkt abrufen konnten. Während man zu Hause spielend leicht fast 120 Punkte auf 100 Possessions auflegen konnte, hakte es auswärts zumeist. Gerade einmal 100 Punkte auf 100 Possessions gelangen den Clippers.
Wichtig ist dies besonders aus zwei Gründen: Zum einen sind die Golden State Warriors ohne Andrew Bogut als schwächer einzuschätzen als die Oklahoma CIty Thunder. Wenn die Clippers schon gegen einen schwächeren Gegner ihr offensives Potential nicht abrufen können, dürfte es gegen die Thunder nochmals schwerer werden.
Zum anderen ist der jetzige Playoffmodus nicht auf den real standings basierend, wo die Clippers gegen die Thunder Heimvorteil gehabt hätten. Wenn die Clippers ihre Leistungsstärke nur im Staples Center abrufen können, wird dies gegen Okalhoma City nicht reichen.

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