Indiana Pacers, Keys to the series, NBA, Playoffs 2014, Washington Wizards

Keys to the series: Indiana (1) vs. Washington (5)

Eastern Conference, second round

Die zweite Playoffrunde hat uns in der Hinsicht überrascht, dass sie dann doch so schnell und unvermittelt auf uns zu kam. Go-to-Guys.de schaut auch weiterhin auf alle Serien und versucht Schlüsselpunkte zu finden, wie die jeweiligen Teams die Serie erfolgreich gestalten können. Heute wird nach den Schlüsseln für die Indiana Pacers und die Washington Wizards gesucht.

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Wie kann Indiana die Serie erfolgreich gestalten?

Fabian Thewes: Die Pacers müssen wieder wie ein homogenes Team auftreten. Vor ein paar Monaten definierten die Indiana Pacers einen neuen Standard in der NBA. Keine Zusammenstellung von Superstars, dafür gutes Teamplay und Ballmovement, harte und exzellente Defense, Ausgeglichenheit. Davon war in jüngster Vergangenheit nur noch wenig zu spüren. Roy Hibbert stänkerte in aller Öffentlichkeit über seine Mitspieler und Evan Turner und Stephenson hatten eine körperliche Auseinandersetzung. Auch spielerisch hatten Paul George und Roy Hibbert in der Offensive Probleme. So überrascht es nicht, dass die Bilanz in den letzten zwei Monaten sehr mau war, 14:16. Doch gibt es Hoffnung: zwar nahmen die Pacers die Probleme mit in die erste Runde gegen die Hawks und standen dort kurz vor dem Erstrundenaus; in den entscheidenden Momenten in Spiel 6 bzw. 7 agierten sie aber wieder so, wofür sie lange Zeit in den regulären Saison gefeiert wurden. Ob damit die Wende eingeleitet wurde, das wird die Serie gegen Washington zeigen. Sicher ist nur: finden die Pacers zu ihrem Spiel, sollten die Wizards keine Chance haben.

Julian Lage: Für die Pacers dürfte sich auch die Washington-Serie vermutlich um eine Person drehen: Roy Hibbert. Nach einem Saisonstart, der ihm den DPoY-Titel zu sichern schien und eine Berufung ins Allstar-Team bedeutete, folgte der Absturz. In den letzten Monaten der Regular Season und vor allem in einigen Spielen der Atlanta-Serie konnte Hibbert nicht mal die Leistungen eines Rotationsspielers aufs Parkett bringen. Seine ohnehin nie überragende Offense brach so ein, dass die Pacers ihn praktisch nicht mehr anspielten. Aber auch defensiv war Hibbert vor allem vom Small Ball der Hawks überfordert. Im letzten Spiel der ersten Runde legte der Center aber wieder 13 Punkte, 7 Rebounds und 5 Blocks auf – was die Rätsel um den Einbruch nicht auflöst.
Die Wizards könnten jetzt das bessere Matchup für Hibbert bedeuten: Mit Nene und Marcin Gortat kann er zwei Spieler innerhalb seiner Komfortzone verteidigen und damit eventuell wieder eine größere Rolle rechtfertigen. Die Gefahr ist allerdings, dass die Pacers so noch mehr auf Hibbert angewiesen sind. Gegen die Hawks bot es sich an, auch kleinere Aufstellungen einzusetzen, was die größeren Wizards möglicherweise bestrafen können. Hibbert muss also zumindest zu einer brauchbaren Form finden, in der er eine vernünftige Minutenzahl auf dem Parkett bleibt.

Dennis Spillmann: Die Pacers haben schon das gesamte Jahr über das Problem, dass ihre Offense nicht ins Laufen kommt. Auch gegen die Hawks muss man über die Gesamtheit der Serie konstatieren, dass die Pacers dieses Duell klar in der Defensive gewonnen haben. Offensiv haben sie zum Teil minutenlang keinen Weg gefunden, um zu scoren. Deshalb muss Indiana Washington zwingen, dass sich die Spieler der Wizards nur mit einem Foul behelfen können. Indiana hat in der ersten Runde die drittwenigsten Freiwürfe herausgearbeitet, im Verhältnis von Freiwurf zu Feldwurf sind sie am viertschlechtesten. Hinter ihnen liegen nur Die Bulls, Grizzlies und Mavs, die bereits allesamt ausgeschieden sind.
Für ein Team, das offensiv solche Probleme hat, ist es umso wichtiger, dass man durch einfache Plays oder Isolationen dazu kommt, dass der Gegner sich nur durch ein Foul helfen kann. Dabei hat man mit Paul George und Lance Stephenson potentiell gar gute One-on-one-Spieler, die auch mal einen Gegner schlagen können. Es fehlt die Umsetzung in der Praxis.

Wie kann Washington die Serie erfolgreich gestalten?

Fabian Thewes: Trevor Ariza und Bradley Beal müssen ihre Leistungen aus Runde 1 bestätigen. Das sehr souveräne Weiterkommen Washingtons gegen die Chicago Bulls zählte zu den größten Überraschungen der ersten Playoffrunde. Noch überraschender war jedoch, wie es geschafft wurde, nämlich durch exzellentes Offensivspiel gegen eine der besten Verteidigungen der NBA um Defensivspieler des Jahres Joakim Noah. So erzielten die Wizards im Schnitt knapp 109 Punkte pro 100 Ballbesitze (3 Punkte besser als in der RS), obwohl die Bulls normalerweise nur durchschnittlich 100 Punkte pro 100 Ballbesitze kassieren. Schlüsselspieler für dieses Offensivfeuerwerk waren Trevor Ariza und Bradley Beal, die gemeinsam 35 Punkte pro Spiel und ihre zahlreichen Dreipunktewürfe mit mehr 45% verwandelten. Nun geht es wieder gegen eine Weltklasse-Defense. Gerade am Perimeter sind die Pacers mit Paul George und Lance Stephenson exzellent bestückt. Schaffen Ariza und Beal es weiterhin, so offensivstark aufzutreten, und findet John Wall womöglich noch seinen Wurf (nur TS% von 48,3), dann könnten sie abermals überraschen, trotz fehlendem Heimvorteil.

Julian Lage: Praktisch die gesamten Pacers spielten in den vergangenen Monaten unterhalb ihrer Möglichkeiten. Am Leben hielt sie das zwar nicht immer effiziente, aber trotzdem noch vergleichsweise konstante Scoring von Paul George. In allen Siegen der ersten Runde erzielte er mindestens 24 Punkte bei meist guten Quoten. Solange also der Rest der Pacers nicht deutlich besser spielt als erwartet, ist die Defense gegen Paul George die Hauptsorge der Wizards.
In erster Linie dürfte dabei Trevor Ariza gefragt sein. Nach einigen eher bescheidenen Jahren hat er sich in seinem letzten Vertragsjahr wieder für größere Spielanteile empfohlen; in erster Linie durch starke Quoten aus der Distanz. Aber auch defensiv hat er grundsätzlich die Fähigkeiten, George soweit möglich einzuschränken. Mit etwas Hilfe von den Bigs und gelegentlicher Entlastung von der Bank könnte George vor einer erheblichen Herausforderung stehen.

Dennis Spillmann: Die Washington Wizards haben von den Atlanta Hawks die Blaupause geliefert bekommen, wie man die sehr gute Defense von Indiana knacken kann: Man benötigt exzellentes Spacing und einen wendigen Point Guard, der kompromisslos attackieren kann. Den Point Guard in John Wall erkennt man auf die Schnelle, aber auch die Wizards können mit einer extremen Stretchvariante auflaufen, wenn Marcin Gortat auf der Bank sitzt. Nene hat Joakim Noah in der ersten Runde schon mit seinem Wurf aus der Mitteldistanz vorgeführt und mit Beal, Ariza und Webster hat man hervorragende Schützen im Team. Dazu hält sich Trevor Booker oft in der Mitteldistanz auf und öffnet so Räume für Drives von Wall.
Sollte Marcin Gortat keine besonders gute Leistung abrufen oder der Einfluss Roy Hibberts zu groß werden, weil er – bedingt durch Gortats Anwesenheit – am Ring verteidigen kann, sollten die Wizards versuchen, mit Nene auf der 5 das Feld noch breiter zu machen.

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