Draft, NCAA Previews 13/14

NCAA Preview ’13: Pac-12

Brace yourself, college basketball season is coming! Anfang November starten die über 300 Division I-Colleges in die Spielzeit 2013/14. Grund für die Go-to-Guys, euch etwas Rüstzeug in Form von Previews für die kommende Saison mit auf den Weg zu geben. Nachdem wir in den letzten Jahren dafür einzelne Teams genauer analysiert und in ein fiktives Bracket gesteckt haben, wollen wir das Format  in diesem Jahr etwas abändern, um die Fülle der College-Basketball-Welt noch besser abbilden zu können. In den kommenden Wochen wollen wir euch die wichtigsten Conferences näher bringen, indem wir zunächst unsere kurze Leistungseinschätzung zu den Teams geben und euch zusätzlich mit den spannendsten Geschichten der Liga rund um die interessantesten Teams, aussichtsreichsten Spieler und die Schlagzeilen dazwischen versorgen.

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Einschätzung der Liga

Zuletzt wirkte der Basketball an der Pazifikküste der USA eingeschlafen zu sein. Wenig interessante, erfolgreiche Teams ließen den Titel des alten Remarque-Klassikers “Im Westen nichts Neues” zum Programm werden. Doch im letzten Jahr kamen die Westcoast-Teams endlich einmal wieder in Schwung. Die Pac-10 wurde durch die Aufnahme von Utah und Colorado zur Pac-12. Fans der Conference konnte sich 2013 mit Arizona und Oregon über gleich zwei Sweet Sixteen-Mannschaften freuen. Diese beiden Colleges gehören auch in dieser Spielzeit zu den Top-Favoriten auf den Liga-Titel. Während sich die Wildcats sich über Star-Recruit Aaron Gordon verstärkten, waren die Ducks vornehmlich auf dem Transfermarkt tätig und wurden durch den Wechsel von UNLV-Forward Mike Moser nach Oregon tiefer. Um die Plätze dahinter werden sich die UCLA Bruins und die Colorado Buffaloes streiten. (tb)

Favoriten

Arizona Wildcats
Oregon Ducks
Colorado Buffaloes

Mittelmaß

UCLA Bruins
Arizona State Sun Devils
California Golden Bears
Stanford Cardinal
Washington Huskies

Schlusslichter

Oregon State Beavers
Washington State Cougars
Utah Utes
USC Trojans

Schlagzeilen

ARIZONA – „Gordon-Dunk-Watch”!

Vor einer Saison tendieren viele Fans dazu, bei der eigenen Lieblingsmannschaft das berühmte “Haar in der Suppe” zu suchen. Auch die Wildcats-Anhänger könnten dies vor der Spielzeit 2013/14 mit Leichtigkeit tun. Das Sweet Sixteen-Team des Vorjahres hat sich etwas verändert. Mit NBA-Draftpick Solomon Hill, Senior-Aufbauspieler Mark Lyons und dem erfahrenen Flügelspieler Kevin Parrom verließen gleich drei der besten vier Scorer der Mannschaft das College. Hinzu kommt die verstärkte Konkurrenz in der eigenen Conference. Oregon, das es im vergangenen NCAA Tournament ebenfalls unter die letzten 16 Teams schafften, hat sich mit Transfer Mike Moser einen Senior neu in das Boot geholt, der noch vor zwei Jahren 14 PpG/10,5 RpG auflegte, und damit erheblich an Qualität gewonnen. UCLA besitzt einen sehr talentierten Kader, der vom neuen Trainer Alford in der kommenden Saison erfolgreicher gecoacht werden könnte, als dies Ben Howland im Vorjahr tat. Zudem scheinen auch die Teams aus Colorado und Arizona State einen weiteren Schritt nach vorn gemacht zu haben. Dennoch brauchen die Arizona-Fans nicht beunruhigt sein. Coach Miller stehen trotz der vielen Abgänge noch immer genügend gute Optionen zur Verfügung, die dazu reichen sollten, die letztjährige Stellung als Pac-12-Primus zu behalten. Die Bigmen Brandon Ashley und Kaleb Tarczewski werden den nächsten Schritt machen. Der Backcourt ist mit der Combo McConnell/Johnson mehr als solide besetzt. Freshman Forward Rondae Hollis-Jefferson überzeugte in der Preseason mit seiner Vielseitigkeit und sollte trotz fehlender Erfahrung der „Glue-guy“ des Teams werden, der auf bis zu vier Positionen aufhelfen kann. Es besteht kein Grund zur Panik.

Wildcats-Fans sollten sich deshalb voller Euphorie auf das Besondere in ihrem Team konzentrieren. Dies wird zumindest in der Saison 2013/14 der Freshman-Forward Aaron Gordon sein. Der gerade erst 18 Jahre alt gewordene Kalifornier (Jahrgang 1995!!) und potentielle „One-and-done”-Spieler kam als #4 Prospect seines High School-Jahrgangs nach Tuscon. Auf dem Schul-Level dominierte der sprunggewaltige Überathlet nach Belieben. Teilweise einschüchternde Blocks, spektakuläre Tip-Dunks und unzählige, variantenreiche Slams des McDonalds All American füllten die Highlight-Tapes und machten ihn zum vielgefeierten Fan-Liebling. Aber auch seine Coaches wissen ihn zu schätzen und loben den Sohn des Ex-NFL Spielers Ed Gordon für seinen Ehrgeiz und seine Einstellung auf dem Parkett. Technisch noch nicht wirklich beschlagen (es fehlt an Wurf- und Handlingfähigkeiten sowie Post-Moves) könnte man reinen Athletikspielern wie Gordon unterstellen, auf College-Level gegen eine Wand zu prallen. Dass dies nicht passieren wird, deutete der Forward, der ungefähr die gleichen körperlichen Voraussetzungen wie Kentuckys Super-Freshman Julius Randle besitzt, bei der U19-WM 2013 in Prag an. Gordon führte die USA als Topscorer seiner Mannschaft und Rückgrat einer tödlichen Press-Verteidigung zum Titel (12,6 PpG/ 6,2 RpG / 2 SpG in 18 MpG) und durfte sich am Ende über den MVP-Award des Turniers freuen. Ein Platz als Lottery Pick in der 2014er Draft scheint damit sicher. NBA Scouts vergleichen ihn wegen seiner athletischen Anlagen, seiner Spielweise und vielleicht auch wegen seiner Freiwurfschwäche mit Blake Griffin (9/17 FTs bei der WM). Ob er diesem Vergleich gerecht wird, bleibt noch abzuwarten. Aber auch wenn Aaron Gordon „nur“ ein zweiter Kenneth Faried wird, werden die Wildcats-Partien in der kommenden Saison extrem viel Spaß machen. Grund für uns Arizona als „Lob-Uni“ auszurufen, die offizielle „Gordon-Dunk-Watch”zu starten und dem jungen Forward sogar noch zwei Extra-Videos zu gönnen:

(tb)

OREGON – Haben die Ducks die geilste Arena der Nation?

An der University of Oregon läuft einiges richtig. Im Football gehört man seit vielen Jahren zur absoluten Elite und dominiert die Pac-12 nach Belieben. Momentan steht man bei einer Bilanz von 8-0 und befindet sich auf einem guten Weg ins nationale Endspiel. Durch die Unterstützung von Nike-Besitzer Phil Knight sind die finanziellem Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Programm wie an kaum einem anderen Standort gegeben.

Auch die Basketballsparte der Ducks ist auf dem Vormarsch. Bereits im vergangenen Jahr war es den Jungs von Dana Altman gelungen bei einer Bilanz von 26-8 bis ins Sweet Sixteen vorzustoßen. Dort war dann allerdings gegen den späteren Champion Lousiville Cardinals Schluss.

Knight unterstützt auch die Basketballer seine frühere Alma Mater nach besten Kräften. Seit zwei Jahren nennen die Ducks die 237 Millionen Dollaer teure Matthew Knight Arena ihr neues Zuhause. Mit 12.364 Plätzen hat man zwar keine der größten Arenen des Landes, jedoch eine der auffälligsten.

Insbesondere der Hallenboden bekam viel Aufmerksamkeit von den Medien und vom Publikum. Das sehr ungewöhnliche Design wurde zu Beginn zwar kritisch betrachtet, ist mittlerweile aber sehr beliebt.

Der Kilkenny Floor (benannt nach dem ehemaligen Athletic Director Pat Kilkenny) ist aus speziellem Ahornholz gefertigt. Im Zentrum kann man unter dem Logo der Ducks den Namen Matt lesen. Dieser Schriftzug soll an Phil Knight’s Sohn erinnern, der bereits mit 34 bei einem Tauchunfall ums Leben kam. Um das Zentrum herum kann man in Brauntönen die Form von Bäumen erkennen. Der Schriftzug „Deep in the Woods“ verdeutlicht dies noch einmal und stellt den direkten Bezug zum sehr waldreichen Staat Oregon her.

Der Hallenboden ist mit großer Sicherheit der spektakulärste in der gesamten NCAA. Auch in diesem Jahr ist man zuversichtlich, dass man dort auch spektakulären Basketball spielen kann.

Zwar verlor man mit E.J. Singler (Bruder von Ex-Dukie Kyle Singler) und Arsalan Kazemi zwei wichtige Stützen. Akteure wie Sophomore Point Guard Dominic Artis zeigten aber, dass sie eine Menge Potential haben. Dazu stößt als Transfer noch Mike Moser zum Team.

Nach einem schwachen Jahr für UNLV Rebels startet der Forward einen Neuanfang bei den Ducks. Noch vor zwei Jahren galt der Senior zeitweise sogar als NBA Lottery Pick. Wenn er nur annähernd die Leistung von damals abrufen kann, ist mit den Ducks zu rechnen.

In Preseason Rankings ist Oregon zumeist im Bereich der 20 gelistet. Auch wir sehen die Ducks in diesem Bereich. In der hinter Arizona sehr offenen Conference Pac-12 kann man eventuell sogar den zweiten Platz und somit eine gute Startplatzierung für das NCAA Tournament ergattern.

In Oregon sieht alles nach einer erfolgreichen Zukunft aus. Und wenn die Ducks öfter im Rampenlicht stehen, können wir auch den Boden der Matthew Knight Arena des Öfteren genießen. (jb)

 

UCLA – Wird Kyle Anderson in seiner Sophomore-Season endlich sein komplettes, basketballerisches Talent zeigen können?

UCLA-Forward Kyle Anderson gelang in der vergangenen Saison ein Kunststück. Als High School-Spieler mit einer 65-0 Bilanz in seinen letzten beiden Schul-Spielzeiten und dem darauf folgenden Aufstieg zum McDonalds-All American und fünftbesten Recruit seines gesamten High School Jahrgangs, schaffte er es innerhalb eines Jahres in Vergessenheit zu geraten. Dies lag zum einen an der teaminternen Konkurrenz: Der omnipräsente, ehemalige High School-Star Shabazz Muhammad beanspruchte nahezu das gesamte Bruins-Rampenlicht für sich. Die übergebliebene Aufmerksamkeit wurde Freshman-Überraschung Jordan Adams und dem Transfer aus North Carolina, Point Guard Larry Drew II, zuteil. Zum anderen lag es an Anderson selbst, der sein Talent zu wenig aufblitzen ließ. In Jahr Zwei seiner College-Karriere hofft er jedoch, dies ändern zu können.

Anderson ist ein extrem talentierter Basketballer, dessen Spiel am besten mit den Worten ungewöhnlich und einzigartig beschrieben werden kann. Der 6‘9‘‘ Forward ist nicht als guter Post-Verteidiger bekannt, kann aber im Bezug auf Rebounds das defensive Brett dominieren. Offensiv verfügt er über ein reiches Arsenal an Floatern und Hakenwürfen, scheut sich aber davor Post-Up-Situationen zu suchen. Seine starken Ballskills prädestinieren ihn dafür, eine Point Forward-Rolle einzunehmen, sein zuletzt sehr schlecht fallender Wurf beschneidet ihn allerdings erheblich in seiner Effektivität am Perimeter. Körperlich zählt er in Sachen Schnelligkeit und Sprungkraft nicht zu den athletischsten Spielern, dennoch lieben ihn NBA-Scouts wegen seines hohen Basketball-IQs, seinen Passfähigkeiten, seiner „team first“-Einstellung und möchten ihn zu einem extrem großen Ballhandler mit tollen spielerischen Anlagen heranzüchten. (Viele finden in dieser Beschreibung sicherlich den Kroaten Dario Saric wieder, den wir an #10 auf unserem Draft Big Board führten, ehe er sich gegen die 2013er Draft entschied. Anderson ähnelt ihm.)

Das nächste Jahr wird für Anderson entscheidend, möchte er doch in der tiefen 2014er Draft auf der stark besetzten Forward-Position für NBA Teams eine interessante Option in der Ersten Runde darstellen. In der Offseason will der junge Mann aus New Jersey an seiner Explosivität und seinem Wurfmechanismus gearbeitet sowie ein paar Kilogramm Muskelmasse draufgelegt haben.  Er muss nun hoffen, dass auf dem Feld endlich eine geeignete Position und Rolle für ihn gefunden wird. Ex-Bruins-Coach Ben Howland, der zwischen 2006 und 2008 dreimal in Folge das Final Four erreichte, schaffte dies in der vergangenen Saison nicht. Zwischen den zwei balldominanten Spielern Shabazz Muhammad und Larry Drew II sah Anderson oft verloren aus. Es bedarf einer Systemumstellung, die Andersons Stärken besser herausstellt. Diese wird nun folgen. Drew II machte als College Senior seinen Abschluss. Muhammad verließ die Bruins in Richtung NBA. Coach Howland musste nach mehreren trostlosen Jahren und einem enttäuschenden Erstrunden-Aus im Tournament 2013 im Sommer seinen Hut nehmen. Nachfolger Steve Alford, dem UCLA nach dem Stevens-Wechsel in die NBA sofort eine 10,8 Millionen Dollar schwere Buyout-Klausel in den neuen Sieben-Jahres-Vertrag schrieb, steht vor einer Herausforderung, die allerdings Spaß bereiten dürfte. Mit dem Scorer Jordan Adams, dem verlässlichen Combo Guard Norman Powell, dem Centertalent Tony Parker sowie den Bigman-Zwillingen Travis und David Wear stehen talentierte Komplementärspieler zur Verfügung, die zusammen mit einem gut aufgelegten Anderson auch mannschaftlich für Furore sorgen könnten. Es ist nun am talentierten Forward selbst, sich in das Gedächtnis der Öffentlichkeit zurückzuspielen. (tb)

ARIZONA STATE – One Man Show

Die Arizona State Sun Devils sind alles andere als eine erfolgreiche Universität. Sie sind solides Mittelmaß in der Pac-12. Bisher konnte 13 mal das NCAA Tournament erreicht werden. Dabei gelang nie der Sprung bis ins Final Four. In den vergangenen Jahren waren sie vor allem wegen spektakulären Spielern wie Ike Diogu, Jeff Pendergraph oder James Harden bekannt.

Seit der vergangenen Spielzeit gibt es eine neue One-Man-Show in Arizona zu bestaunen. Guard-Sensation Jahii Carson machte von Beginn an deutlich, was in ihm steckt. Es ist schon erstaunlich, dass ein Freshman sein Team mit 18.3 Punkten und fünf Assists im Schnitt anführt. Dazu verwandelt der etwas zu kurz geratene (1.80 Meter) Aufbau solide 47 Prozent seiner Würfe. Mit solchen Werten braucht er sich landesweit vor niemandem verstecken.

Die Ankunft Carsons resultierte dann auch gleich in einer durchaus erfolgreichen Saison. Die Bilanz von 22-13 reichte immerhin für einen soliden sechsten Platz in der Pac-12 und die zweite Runde im NIT.

In seinem höchstwahrscheinlich letztem Jahr als Sun Devil sollte diese Bilanz noch einmal aufgewertet werden. Der Pac-12 Freshman of the Year wurde von vielen schon jetzt in der NBA vermutet. Dies ist bei der starken Entwicklung zum One-and-Done auch kein Wunder. Immerhin belegte Carson den ersten Platz unter allen Freshman beim Scoring.

Seine spektakuläre Spielweise, die von seiner enormen Geschwindigkeit und Sprungkraft geprägt ist, machte schon zu High School Zeiten auf ihn aufmerksam. Aufgrund seiner Größe stand immer die Frage danach im Raum, ob er sich auf dem nächsten Level wird durchsetzen können. Allerdings war es ein Leichtes für ihn, seine Kritiker verstummen zu lassen.

Ob es in diesem Jahr für eine bessere Platzierung in der eigenen Conference reicht, ist fraglich, denn auch die Konkurrenz hat sich durchweg verbessert. Allgemein ist von der Pac-12 aber ein deutlicher Leistungssprung zu erwarten und somit auch Erhöhung der Anzahl der Teams, die sich über Einladungen zum NCAA Tournament freuen können.

Bei gutem Saisonverlauf könnten die Sun Devils zum Ende des Conference Schedules als Bubble Teamsan der Grenze zum Tournament-Ticket stehen. Ob es im Endeffekt reichen wird, hängt vor allem von der Entwicklung Carsons ab. (jb)

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