Draft, NCAA Previews 13/14

NCAA Preview ’13: ACC

Brace yourself, college basketball season is coming! Anfang November starten die über 300 Division I-Colleges in die Spielzeit 2013/14. Grund für die Go-to-Guys, euch etwas Rüstzeug in Form von Previews für die kommende Saison mit auf den Weg zu geben. Nachdem wir in den letzten Jahren dafür einzelne Teams genauer analysiert und in ein fiktives Bracket gesteckt haben, wollen wir das Format  in diesem Jahr etwas abändern, um die Fülle der College-Basketball-Welt noch besser abbilden zu können. In den kommenden Wochen wollen wir euch die wichtigsten Conferences näher bringen, indem wir zunächst unsere kurze Leistungseinschätzung zu den Teams geben und euch zusätzlich mit den spannendsten Geschichten der Liga rund um die interessantesten Teams, aussichtsreichsten Spieler und die Schlagzeilen dazwischen versorgen.

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Einschätzung der Liga

Die ACC ist die stärkste Conference der Saison 2013/14. Die traditionsreichen Powerhouses Duke und North Carolina sind so stark, wie immer. Dazu ist in diesem Jahr mit der Mannschaft aus Virginia zu rechnen, die ihre fünf besten Scorer behalten hat. Mark Turgeon und seine Maryland Terrapins verloren zwar ihren Star-Center Alex Len, sollten aber mit der verbliebenen Gruppe um Flügelspieler Dez Wells weiterhin Tournament-Aspirationen haben. Was diese Liga aber zur stärksten des Landes macht, sind die durch das Conference Realignment hinzugefügten Teams aus der Big East. Syracuse, Notre Dame und Pittsburgh haben alle sehr ernstzunehmende Basketball-Programme, die die ACC nachhaltig stärken werden. Um die Liga-Krone sollte sich ein spannender Dreikampf zwischen Duke, UNC und Syracuse entspinnen. (tb)

Favoriten

Duke Blue Devils
Syracuse Orange
North Carolina Tar Heels

Mittelmaß

Virginia Cavaliers
Pittsburgh Panthers
Notre Dame Fighting Irish
Maryland Terrapins
Boston College Eagles
Georgia Tech Yellow Jackets
Florida State Seminoles
North Carolina State Wolfpack
Miami Hurricanes

Schlusslichter

Wake Forest Demon Deacons
Clemson Tigers
Virginia Tech Hokies

Schlagzeilen

DUKE – Jabari Parker – Mann im Schatten

Es ist schier unglaublich. Jabari Parker war die Nummer zwei auf der ESPN Liste der besten College-Freshmen und wird nun sein erstes Jahr unter Coach K für Duke absolvieren. Viel größer geht es im College Basketball kaum und trotzdem scheint es so, als ob der Junge aus Chicago etwas untergeht in dem Hype um Wiggins und die Super-Recruiting-Class der Kentucky Wildcats.

Dabei gibt es eigentlich keinen Grund, Parker nicht in den Mittelpunkt zu stellen. Mit seinen 2.07 Meter sollte der Forward von Beginn an dominieren. Coach K wird vor allem von dem Basketball-IQ und Einsatz des 18-Jährigen begeistert sein. Dazu bringt er all die Voraussetzungen mit, um ein dominanter Spieler an beiden Enden des Courts zu sein.

Sicherlich sind sein eher ruhiger Charakter und das nicht besonders spektakuläre Spiel ein Gründe dafür, warum er etwas unter dem Radar fliegt. Parker ist nun einmal kein Spieler, der sich – wie ein Andrew Wiggins – über spektakuläre Flugshows definiert. Dies ist aber auch ein Faktor, weshalb er gut nach Durham passt.

Sein Oldschool Game, das sich eher auf gut getimte und technisch saubere Moves als auf rohe Athletik verlässt, hebt ihn in Kombination mit einem effizienten Wurf aus Fern- und Mitteldistanz von anderen Spielern aus seinem Recruiting-Jahrgang ab. Kaum ein anderer kann sich mit seiner Vielseitigkeit messen. Sogar als Post-Up-Spieler könnte er zu gebrauchen sein. Dementsprechend wird ihn Coach K nicht nur auf dem Flügel, sondern in kleineren Line-Ups zeitweise auch auf der Vier aufstellen.

Beim McDonald’s All American Game konnte Parker sein Können auf der ganz großen Bühne mehr als nur unter Beweis stellen. Gegen die Elite des High School Basketballs (z.B. Andrew Wiggins, Julius Randle, die Harrison Twins, uvm.) kam der Forward auf zehn Punkte, acht Rebounds, drei Assists, zwei Blocks und zwei Steals. Ihm gelang es das Spiel in nahezu allen Bereichen positiv zu beeinflussen und die Scouts zu beeindrucken.

Der Mormone Parker wird sich in der kommenden Saison auf den Forward Positionen viele Minuten mit Transfer Rodney Hood teilen, der vor seinem Breakout-Jahr steht. Mit der Unterstützung der Guards Tyler Thornton und Quinn Cook, sowie dem talentierten Flügelspieler Rasheed Sulaimon haben die Blue Devils eine gefährliche Garde auf den Positionen Eins bis Vier aufzubieten. Als einzig nomineller Center und Seven-Footer steht mit Marshall nach Miles und Mason der dritte der Plumlee-Büder im Kader von Coach Krzyzewski. Welche Leistung der Bigman, der im letzten Jahr als Redshirt nicht in das Spielgeschehen eingriff, bringen wird, ist noch ungewiss.

In einem tiefen und doch recht talentierten Team der Blue Devils wird Parker der stärkste Spieler sein. Nach den ersten guten Spielen werden ihm Fans der Sportart hoffentlich ähnlich viel Aufmerksamkeit wie Caliparis Superteam oder Freshman-Seansation Andrew Wiggins entgegenbringen. (jb)

SYRACUSE – Tyler Ennis und die Canadian Invasion

jimboeheimWenn man an Kanada in Bezug auf Basketball denkt, denken wahrscheinlich die meisten Fans an den ehemaligen Santa Clara-Star Steve Nash und die Toronto Raptors. Die einzige NBA Franchise im „Great White North“ sorgt dort schon seit Jahrzehnten für die basketballerischen Höhepunkte. Doch dies scheint sich in letzter Zeit stark zu verändern. Es fängt mit dem College an, wo vermehrt sehr talentierte, kanadische Spieler an den besten Unis im Land spielen. Passendes Beispiel dafür ist natürlich High School- Sensation Andrew Wiggins in Kansas. Doch auch in der NBA etablieren sich die Spieler aus dem Land nördlich der USA immer mehr. Nachdem 2011 Tristan Thompson an vierter Stelle in der NBA Draft gezogen wurde, hat es Anthony Bennett in diesem Jahr sogar als erster Pick in die Liga geschafft.

Ein weiteres junges, kanadisches Talent tritt jetzt die Nachfolge von Michael Carter-Williams an der Syracuse University an. Tyler Ennis wird höchstwahrscheinlich als Freshman auf der Eins starten und versuchen die Orange zurück ins Final Four zu führen.

Im Sommer durfte er sein Land bei der FIBA U19 Weltmeisterschaft vertreten und wurde prompt Topscorer des Turniers (20.9 PPG) noch vor Spielern wie Dario Saric, Dante Exum und Aaron Gordon.

Unter Coach Boeheim wird sich Ennis an die Zonenverteidigung, welche Syracuse so gefährlich macht, gewöhnen müssen. Mit 1.88 Meter besitzt der 19-Jährige zwar eine gute Größe für einen Point Guard, ist jedoch deutlich kleiner als sein Vorgänger. Diesem hat genau das bei der Transition zu dem Defensivstil sehr geholfen. Es bleibt abzuwarten, wie einfach dies für den jungen Tyler Ennis wird.

Doch nach einem solchen Auftritt im Sommer kann man sehr zuversichtlich sein. Zusammen mit dem besten zurückkehrenden Spieler C.J. Fair, Jeremi Grant und einer mehr als soliden Big Man-Garde, um Derrick Colemans Sohn DaJuan, wird Ennis eine Gefahr für Programme wie Duke und North Carolina in der eigenen Conference darstellen. (jb)

NORTH CAROLINA – Wie präsentiert sich die Mannschaft nach der PJ Hairston-Saga?

In diesem Sommer ein Fan der Tar Heels zu sein, war nicht leicht. Bis zuletzt flitrtete man in Chapel Hill mit dem großen Heilsbringer Andrew Wiggins, der für North Carolina das Gegenstück zum Freshman-Superstar des großen Rivalen Duke (mit Forward Jabari Parker) darstellen sollte. Deutliche Siege im Cameron Indoor Stadium und einen tiefen Tournament-Run mit dem neuen kanadischen Anführer schon eingeplant, mussten die Anhänger der Roy Williams-Truppe dann aber zusehen, wie sich Wiggins dafür entschied ein Kansas Jayhawks zu werden anstatt ihr Team entscheidend aufzuwerten. Es folgte ein weiteres quälendes „Was wäre, wenn…“-Gedankenspiel für alle North Carolina-Unterstützer, als im August Kobe Bryant in einer Talkshow erklärte, dass er wohl für ihr College aufgelaufen wäre, hätte er nicht den direkten Weg in die NBA gesucht. Ein zukünftiger Hall-of-Famer hätte wohl gereicht, die Final Four Teams der späten 90er (um Vince Carter und Antawn Jamison) zu Back-to-back-Champions zu machen.

Auch die Konzentration auf die gegenwärtige Realität half nicht, änderte sich die öffentliche Wahrnehmung des wichtigsten Spielers der vergangenen Saison im Juni doch grundlegend und ließ das eigene Team in keinem guten Licht erscheinen. Die Tar Heels waren 2012/13 nach einem 16-8 Start drauf und dran das NCAA Tournament zu verpassen. Es folgte eine Systemumstellung auf konsequenten „Small-ball“ und ein 10-2 Run, der, angeführt von Sophomore-Flügelspieler PJ Hairston, doch noch für eine Einladung zum „Big dance“ sorgte. Nach seinen in den letzten Spielen gezeigten Leistungen als NBA Prospect gehandelt, überraschte Hairston viele mit der Entscheidung für eine weitere Saison bei den Tar Heels zu bleiben und weckte Hoffnungen. In der neuen ACC sollte er 2013/14 als Führungsspieler UNC zu Erfolgen führen. Doch während der Offseason bewies Hairston keine Anführerqualitäten. Er wurde ohne Führerschein, dafür aber mit nicht-registrierter Pistole und Marihuana im Gepäck, in einem wahrscheinlich durch einen potentiellen Booster (externen, aber sport- und universitätsnahen Geldgeber) geliehenen Mietwagen mit ca. 30 Mph zu schnell von der Polizei erwischt. Es entsponn sich eine Saga, bei der sich die gesamte Tar Heels Administration lächerlich machte. Der illegale Waffenbesitz, der eine eventuelle Gefängnisstrafe hätte nach sich ziehen können, konnte nicht in vollem Umfang nachgewiesen werden. Auch die eventuellen Booster-Gelder, die das Auto wohl finanziert haben und die Hairston als Athlet der NCAA nie hätte erhalten dürfen, waren nicht vollständig zu belegen. So blieben lediglich die anderen Vergehen, die durch das College selbst zu bestrafen sind. Bis zum heutigen Tag hat sich Coach Williams vorbehalten noch keine definitive Sperre(-nlänge) zur Causa Hairston auszusprechen, ließ den Flügelspieler aber direkt wieder in das Training einsteigen. UNC spielt im fünften Saisonspiel gegen Michigan State und in der siebten Partie gegen Kentucky. Durch die Nicht-Aussprache einer definitiven Sperre behält sich Williams vor, Hairston für diese Begegnungen im Kader zu haben. Eine Entscheidung mit der in der breiten College-Basketball-Öffentlichkeit, aber auch intern in North Carolina viele Leute nicht zufrieden sind. Ein UNC-Sportler-Tutor kündigte zuletzt nach langjähriger Anstellung in Chapel Hill seinen Job und schrieb in seinem Abschiedsbrief dazu diese Zeilen:

“Roy, after 23 years as an academic tutor, and after going through the devastating football scandal, I am resigning in protest of your disgraceful decision to allow P.J. Hairston to remain on the team. If I were arrested driving with no license, illegal drugs and a gun in a felon’s car, my employment at this University would end immediately. Hairston’s DTH headline quote was, I will play this season.’ Since when does the criminal decide his fate?

Jack Halperin
Athletic academic tutor.”

Es bleibt abzuwarten, wie das Team nach diesem doch gravierenden Vorfall reagiert. Talent ist mit Spielern, wie James Michael McAdoo, Marcus Paige, einem wohl stark verbesserten Brice Johnson und eben jenem PJ Hairston, durchaus vorhanden. Es scheint an ihnen zu sein mit Siegen diese peinliche Geschichte vergessen zu machen. (tb)

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2 comments

  1. Hassan Mohamed

    Hast Du zufällig Strafen im Sinn, die andere Spieler für vergleichbare Verstöße von ihren Teams ausgebrummt bekommen haben? Des Weiteren stellt sich natürlich die Frage, ob es wirklich allein in der Verantwortung von Roy Williams liegt oder ob er vielleicht Druck von anderen Seiten bekommt.

  2. Tobias Berger

    |Author

    Marshall Henderson (Ole Miss) wird nach seiner Drogen-Sache drei Spiele fehlen.

    Chane Behanan (Louisville) wurde aus nicht veröffentlichen Gründen (unspecified violation of university policy) intern bis mindestens Dezember gesperrt. Pitino wählte diese doch recht harte Bestrafung, da der Forward schon in der Vergangenheit öfter negativ auffiel.

    “He had a number of suspensions last year, so this was not one thing,” Pitino told ESPN.com. “It was many different things, and the AD and I just sat down and said he’s got to get his head right and his life right before he plays another basketball game.” He added that Behanan is no longer living in the team dormitory, but he is still housed on campus and enrolled in classes.

    Irgendwo dazwischen würde ich Hairston einordnen. Man sollte aber bald eine klare Stellung beziehen.

    Ich kann mir vorstellen, dass die NCAA doch im Hintergrund ermittelt und UNC dieses Urteil abwartet. Bevor Hairston da nicht sauber raus ist, können die Tar Heels ihn nicht auflaufen lassen. Mit einem nicht spielberechtigten Spieler könnten sonst potentielle Siege im Nachhinein wieder weggenommen werden.


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