Draft, NCAA Previews 13/14

NCAA Preview ’13: AAC

Brace yourself, college basketball season is coming! Anfang November starten die über 300 Division I-Colleges in die Spielzeit 2013/14. Grund für die Go-to-Guys, euch etwas Rüstzeug in Form von Previews für die kommende Saison mit auf den Weg zu geben. Nachdem wir in den letzten Jahren dafür einzelne Teams genauer analysiert und in ein fiktives Bracket gesteckt haben, wollen wir das Format  in diesem Jahr etwas abändern, um die Fülle der College-Basketball-Welt noch besser abbilden zu können. In den kommenden Wochen wollen wir euch die wichtigsten Conferences näher bringen, indem wir zunächst unsere kurze Leistungseinschätzung zu den Teams geben und euch zusätzlich mit den spannendsten Geschichten der Liga rund um die interessantesten Teams, aussichtsreichsten Spieler und die Schlagzeilen dazwischen versorgen.

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Einschätzung der Liga

Die American Athletic Conference ist die neuste Liga der NCAA. Sie entstand nach dem Conference Realignment, bildet den direkten Nachfolger der Big East und setzt sich aus deren übergebliebenen Teams sowie den besten Teams der Conference USA zusammen. Unter dem Kürzel AAC geht sie 2013/14 in ihr erstes Jahr. Die Louisville Cardinals, die nur ein Jahr bleiben werden, um 2014/15 in die spätestens dann übermächtige ACC zu wechseln, müssen als amtierender NCAA-Titelträger als klarer Favorit in der jungen Liga gelten. Dahinter folgen die Connecticut Huskies, die mit dem deutschen Nationalspieler Niels Giffey und dem starken Backcourt Boatright/Napier schon im letzten Jahr unter ihrem neuen Coach Kevin Ollie stark aufspielten, wegen einer Strafe aus der Vergangenheit jedoch nicht am NCAA Tournament teilnehmen durften. Sie sollten klarer Zweiter werden. Um den dritten Platz streiten sich Memphis, die sich nach jahrelanger Dominanz in der Conference USA erst einmal an eine stärkere Liga gewöhnen müssen, und Cincinnati, deren starker Guard Sean Kilpatrick es in seiner Senior-Season noch einmal wissen will. (tb)

Favoriten

Louisville Cardinals
Connecticut Huskies

Mittelmaß

Memphis Tigers
Cincinnati Bearcats
Southern Methodist Mustangs
Houston Cougars
Temple Owls

Schlusslichter

Central Florida Knights
South Florida Bulls
Rutgers Scarlet Knights

Schlagzeilen

LOUISVILLE – Können die Louisville Cardinals der erste Back-to-back-Champ seit den Florida Gators 2007 werden?

2013 war ganz klar das Jahr der Louisville Cardinals. Für das College aus Kentucky lief in ihrem letzten Jahr in der Big East gleich in mehreren Sportarten vieles richtig. Die Basketball-Frauen erreichten unerwartet als #5 Seed das Finale ihres NCAA Turniers. Die Football-Männer gewannen unter der Führung von Star-Quarterback und potentiellem NFL-#1Pick 2014 Terry Bridgewater, überraschend den Sugar Bowl gegen die als viel stärker eingeschätzen Gators aus Florida. Und auch die Basketball-Jungs lieferten seit Februar ausnahmslos Höchstleistungen ab. Knapp zehn Wochen lang verlor man bis zum Saisonende kein Spiel mehr, eroberte so den letzten zu vergebenen Conference-Turnier-Titel der Big East, überkam die schlimmste In-game-Verletzung in der Elite Eight-Geschichte, als Cardinals-Sophomore Kevin Ware gegen Duke mit einem offenen Beinbruch aus der Halle getragen werden musste, und kämpfte sich durch den am stärksten besetzten Bracket-Zweig des NCAA Tournaments bis hin zum Titel. Auf diesen großen sportlichen Erfolg folgte ein ruhiger Sommer für Trainer Rick Pitino. Er durfte sich nach schon sehr langer und erfolgreicher Karriere nach seinem zweiten College-Titel (erste Championship 1996 mit Kentucky um MOP Tony Delk, Antonie Walker,Walter McCarty, Derek Anderson) über die Aufnahme in die Hall of Fame freuen. Außerdem löste er, sehr zur Freude seiner Spieler, seine Wettschulden ein und ließ sich ein Championship-Tattoo stechen. Dieses hatte er seinen Jungs im Falle eines Titelgewinns versprochen. Ende Juni war es dann für ihn an der Zeit, sich von seinen beiden absoluten Führungsspielern zu verabschieden. Bigman Gorgui Dieng und Aufbau Peyton Siva folgten dem Ruf der NBA und wurden an #21 bzw. #56 gedraftet. Ein schönes Ende einer magischen Zeit, richtig?

Hier könnte es nun interessant werden. Die meisten Titelträger schaffen es im Folgejahr nicht an die gezeigten Leistungen anzuknüpfen. Die NBA fordert vom College-Champion stets ihren Tribut in Form von Spielern. Alle verbleibenden Teammitglieder agieren oft nicht mehr mit dem gleichen Hunger und halten deswegen nur selten das Level des Vorjahres. Deswegen gab es in 74 Jahren Tournament-Geschichte nur 8 Titelverteidiger. In der Neuzeit des Sports (nach dem Finale 1979 – Indiana State mit Larry Bird gegen Michigan State mit Earvin Johnson) schafften es gar nur zwei Teams. Louisville scheint zumindest zu Beginn der Spielzeit 2013/14 so gute Voraussetzungen für eine Wiederholung ihres Erfolges zu haben, wie sie schon sehr lange keine Mannschaft mehr hatte: Trainer Pitino und dessen Erfolgssystem, um eine extrem aggressive und variable Verteidigung, bleiben. Mit Senior Guard Russ Smith kehrt, nach längerem Flirt mit der Draft, der bester Scorer des vergangenen Jahres zurück. Flügelspieler Kevin Ware könnte nach seiner Verletzung im Tournament schon zu Saisonbeginn wieder auflaufen und wird nach dem Aussetzen im Final Four darauf brennen endlich selbst in einem solchen Rahmen auf dem Parkett zustehen. Die wichtigen Rotationsspieler Behanan, Van Trese, Blackshear und allen voran auch der Most Outstanding Player des Final Fours Luke Hancock werden auch im kommenden Jahr für die Cardinals auflaufen. Zudem können die beiden NBA-Profis Siva und Dieng adäquat ersetzt werden. Sophomore-Bigman Montrezl Harrell spielte im Sommer eine grandiose U19-WM für das Team USA. Im Finale gegen die Serben, welches die Amerikaner klar gewannen, erzielte er sogar die meisten Punkte der US-Boys. Hart arbeitete der starke Athlet an seinem Spiel und hofft durch die freiwerdenden Frontcourtminuten auf größere Spielanteile und seinen Durchbruch als Collegespieler und NBA-Prospect. Point Guard Siva wird Transfer und Junior College Player of the Year 2013 Chris Jones vertreten, dem NBA-Scouts sogar höheres Potential als seinem Vorgänger einräumen. Außerdem könnten ein paar Freshman unerwartet als Leistungsträger hinzukommen. Pitino rekrutierte in diesem Jahr die achtbeste Frischlings-Klasse des Landes, die einige talentierte Spieler, wie Fünf-Sterne-Aufbau Terry Rozier, bereithält. Es ist also alles vorhanden, was es für einen weiteren Anlauf auf den Titel benötigt. Mit etwas Glück könnte Pitino eventuell bald ein weiteres Tattoo zieren. (tb)

Connecticut – Die Huskies nach der Postseason-Sperre

Für viele Teams verändert sich in diesem Jahr eine Menge. Neue Conferences bilden sich und Teams wechseln in bereits bestehende Conferences. Ein neuer Abschnitt beginnt.

Das kann man insbesondere für die Connecticut Huskies sagen. Nach der Auflösung der Big East, wie wir sie kannten, spielen sie nun in der AAC. Außerdem geht es nach der Postseason-Sperre endlich wieder um einen Platz im NCAA Tournament. Sicherlich eine deutlich höhere Motivation für die Jungs von Head Coach Kevin Ollie.

Nachdem die Huskies über eine Spanne von vier Jahren nicht die akademischen Standards der NCAA erfüllen konnten, weil  zu wenige ihrer Basketballer ihr Stipendium nutzten, um einen Abschluss zu machen, wurden sie 2012/13 für das NCAA Tournament gesperrt.

Nach diesem einen Jahr Abstinenz sollte aber wieder mit den Huskies gerechnet werden, denn neben dem deutschen Nationalspieler Niels Giffey hat man einen der besten Backcourts des ganzen Landes. Shabazz Napier und Ryan Boatright mögen nicht die physisch stärksten Guards sein, jedoch sind sie offensiv nur sehr schwer aufzuhalten.

Während Napier mehr der Distanzschütze ist, dominiert Boatright durch seinen Drive zum Korb. Als quirliger, athletischer Spieler wird es den meisten Guards recht schwer fallen, ihn vom Korb fernzuhalten. Senior Napier wird jedoch die größere Rolle spielen. Mittlerweile kennt er die Offense sehr gut und Clhoun-Nachfolger Kevin Ollie vertraut ihm. Als Playmaker versteht er es, seine Mitspieler einzusetzen, dabei aber immer selbst gefährlich zu sein. Zusammen erzielten die beiden Guards über 33 Punkte und neun Assists pro Spiel. Diese Statistiken werden eher nicht zurückgehen.

Die Starting Five ist sehr erfahren. Was man von den Freshmen erwarten kann, ist eher ungewiss. Huskies-Anhänger sollten nicht darauf bauen, dass einer der drei Neulinge die Rotation knackt. Dennoch wäre eine überdurchschnittlich schnelle Entwicklung von zumindest einem Freshman oder Sophomore sehr hilfreich, um zumindest eine solide Rotation aus sieben Spielern zu haben. Geschieht dies nicht, wird Connecticut wegen fehlender Tiefe an seine Grenzen stoßen.

In der Preseason Top 25 ist UConn an 19 gesetzt. Dies ist durchaus eine faire Platzierung. Vor allem der Backcourt kann hier aber noch einiges verändern. Man sollte jetzt keine Kemba Walker-Saison von einem der beiden erwarten, jedoch haben Napier und Boatright großes Potential. Es sollte keine Überraschung sein, wenn sie beide an die 20 Punkte pro Spiel erzielen und die Huskies mit ihrer Firepower im März ein paar Runden tragen können. (jb)

SMU – Auf dem Weg nach oben

larrybrownWas ist das beste Rezept, um ein erfolgreiches College Basketball Team aufzustellen? Gibt es überhaupt ein Rezept mit dem das möglich ist? Universitäten wie Kansas, North Carolina und Kentucky haben sich über Jahrzehnte einen Ruf erarbeitet, dem sie konstant gerecht werden können. Demgegenüber stehen Mannschaften wie Wichita State, VCU, Butler und Florida Gulf Coast, die mit vereinzelt starken Recruiting-Klassen in den vergangenen Jahren auf sich aufmerksam machen konnten.

Larry Brown ist der einzige Coach in der Geschichte, der einen Titel in der NBA (Detroit Pistons, 2004) und in der NCAA (Kansas Jayhawks, 1988) gewinnen konnte.  Auch die Philadelphia 76ers um Allen Iverson coachte er 2001 in die Finals. Zuletzt waren die Erfolge aber eher rar gesät. Seit 2005 gab es ein kurzes, wenig erfolgreiches Intermezzo bei den New York Knicks und einen Versuch mit Michael Jordan, die Bobcats zum Erfolg zu führen. Nun hat er die Basketballwelt überrascht, als er 2012 verkündete, Head Coach der Southern Methodist Mustangs werden zu wollen. SMU hat seit zwei Dekaden nicht am NCAA Tournament teilgenommen und dümpelt seither eher erfolglos vor sich hin. Es ist nun an Brown eine Formel zu finden, um eine Siegermentalität und gewonnene Basketballspiele zurück nach Dallas zu bringen.

Nach einer mittelmäßigen ersten Saison (15-17 Bilanz) scheint seine Arbeit langsam Früchte zu tragen. Brown gelang in diesem Sommer mit seiner ersten wirklichen Recruiting-Verpflichtung eine Sensation. Zur nächsten Saison wird Top 5 Point Guard Emmanuel Mudiay an die SMU wechseln. Ein solches potentielles NBA-Talent zu den Methodisten zu lotsen, ist ein riesiger Erfolg für Brown, der beweist welche Strahlkraft der 73-Jährige als Coach noch immer hat. Seine Trainer-Expertise war wohl der Hauptgrund für Mudiay, sich für die Mustangs zu entscheiden.

Doch bis dahin muss noch eine Saison gespielt werden und auch dort wird sich einiges verändern. Nach dem Wechsel in die American Athletic Conference wird man nun auf Teams wie Cinncinati, UConn, Louisville und Memphis treffen.

Mit Keith Frazier bekommt man einen sehr soliden Freshman Guard. Er allein wird allerdings nicht reichen, um in der neuen Liga oben mitspielen zu können. Durch das Coaching und den sich stetig verbessernden Kader sollte aber zumindest eine positive Bilanz möglich sein. Ziel sollte ein Platz im oberen Mittelfeld der AAC sein. An den bereits genannten Kontrahenten wird man höchstwahrscheinlich nicht vorbeikommen. Sollte es aber möglich sein, sich vor Teams wie Temple und Houston einzureihen, wäre das schon ein Erfolg.

Falls es Brown noch gelingen sollte, den einen oder anderen guten Spieler zu rekrutieren, steht den Mustangs praktisch nichts mehr im Weg, mittelfristig zu einer ernstzunehmenden Adresse im College Basketball zu werden. In den kommenden Jahren sollte definitiv mit den Jungs aus Texas gerechnet werden! (jb)

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1 comment

  1. Hassan Mohamed

    “Die NBA fordert vom College-Champion stets ihren Tribut in Form von Spielern.”

    Ich stelle mir gerade das Niveau der NCAA vor, wenn die Spieler drei Jahren am College bleiben müssten (und nicht alle nach Europa abwandern würden). Das wäre echt klasse!

    PS: Da ist ja eine schöne Nachtschwärmer-Frage im Artikel. Merci. ;)


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