Draftprofile 2013

Michael Carter-Williams

Syracuse University

Datenblatt

Name: Michael Carter-Williams

Position: Playmaker

[xrr rating=2/4] (Starter)

College: Syracuse University

College-Erfahrung: Sophomore

Mit hohen Erwartungen kam der junge Michael Carter-Williams 2011 nach Syracuse, um für Coach Jim Boeheim zu spielen. In seinem ersten Jahr kam er aber nie über die Reservistenrolle hinaus und konnte nur sehr selten sein Talent unter Beweis stellen. Zu groß war die Konkurrenz durch die erfahrenen Sccop Jardine, Brandon Triche und Dion Waiters. 

In der vergangenen Spielzeit bekam der 21-Jährige dann deutlich mehr Verantwortung und seine Spielzeit stieg um mehr als das fünffache an. Als Leistungsträger, Playmaker und wichtigster Perimeter-Verteidiger war seine Rolle im Team von eminenter Bedeutung und auch wenn die Leistung nicht immer konstant überzeugend war, spricht es für ihn, dass es am Ende für das Final Four gereicht hat.

Skills

Durch die Größe von 1.98 Metern hat Carter-Williams sowohl offensiv, als auch defensiv enorme Vorteile. Zwar ist seine Armspannweite nur durchschnittlich, doch das ist in diesem Fall nur noch nebensächlich. Es ist viel einfacherer für ihn, den Überblick über das Spielfeld zu behalten, da die meisten Guards, auf die er treffen wird, kleiner sind. 

Passend dazu, sind seine tollen Instinkte als Aufbauspieler. MCW ist in der Lage, aus den verschiedensten Situationen den richtigen Mann zu finden und die Chance auf einen hochprozentigen Abschluss zu verbessern. Dabei nutzt er vor allem seine Fähigkeit, zum Korb zu ziehen und daraus entweder den freien Schützen oder den Big Man unter dem Korb zu finden. Das Ballhandling dafür ist allemal vorhanden und auch der eigene Abschluss in der Zone gefährlich genug, um ernst genommen zu werden. Durch einen schnellen ersten Schritt und viele effektive Richtungswechsel ist es für den Verteidiger sehr schwer, ihm Eins-gegen-Eins vor ihm ihm zu bleiben. 

Defensiv kann man nur geringfügig Schlüsse ziehen, die den Scouts wirklich für eine Evaluierung des Spielers helfen. Da die Orange grundsätzlich nur eine 2-3 Zone spielen, wird man abwarten müssen, ob er diese hervorragenden Leistung auch in einer Man-to-Man bringen kann. Aus vereinzelten Isolation-Plays am Ende der Shotclock ist aber abzusehen, dass er auch dort dominieren kann. Seine Größe und Fußarbeit hilft ihm dort enorm, vor allem, um in den Passwegen Bälle abzufangen. Unter allen Draftprospekten in diesem Draft konnte er die meisten Steals verbuchen. Des Weiteren ist er in der Lage, mehrere Positionen zu verteidigen. Somit können auch ohne Probleme kleinere Shooting Guards neben ihm aufgestellt werden, da er ihren Job defensiv übernehmen kann.

 

Aufgrund der wenigen Man-to-Man Erfahrung, werden allgemein kaum Defensivschwächen gesehen, diese können aber selbstverständlich noch auftreten. 

Auffälliger hingegen ist die unkonstante Spielweise und der schwache Abschluss. Nach einer starken ersten Saisonhälfte, konnte Carter-Williams nur noch in vereinzelten Spielen das Niveau halten. Vor allem seine viel zu hohe Turnover-Quote (26 Prozent) fällt dabei negativ ins Gewicht. Diese kommt oftmals durch das zu risikoreiche Spiel, wo er vermehrt das “Homerun Play” versucht, was letztendlich im Turnover endet. Das Decision-Making ist definitiv ein Bereich, an dem er schleunigst arbeiten sollte. 

Das lässt sich auch auf seinen Abschluss übertragen. Seine Quoten sowohl in der Zone (49 Prozent), als auch von Außen (29 Prozent) sind alles andere als überragend. Viel zu oft nimmt er unnötige Würfe auch oft aus der Distanz mit direkter Deckung eines Gegenspielers. Er selber ist überaus überzeugt davon, dass er einen guten Sprungwurf hat, was an sich keine schlechte Sache ist, hier aber nicht den besten Effekt für ihn selbst hat. Wenn Carter-Williams es schaffen sollte, bessere Würfe zu nehmen, sollten hier schnell positive Ergebnisse zu sehen sein.

Spielervergleich

Es ist sicherlich nicht einfach einen passenden Vergleich für MCW zu finden. Seine Kombination aus Größe, Point Guard Skills und Defense ist doch recht selten. Aus der letzten Draft kann man ihn aufgrund des guten Passings und des schwachen Wurfes wohl teilweise mit Kendall Marshall vergleichen, doch die Chancen für Carter-Williams – in der NBA Fuß zu fassen –  sehe ich als deutlich besser an. Im Endeffekt kann man ihn mit dem gesunden Shaun Livingston vergleichen, da die Größe bei beiden vorhanden ist. Zu Beginn seiner Karriere konnte Livingston noch solide Assistzahlen auflegen, was bei dem Schützling von Jim Boeheim auch sehr wahrscheinlich ist. 

 Draftaussichten

Für Michael Carter-Williams sieht es momentan nach einer sicheren Platzierung in der Lottery aus. Dort ist er zwischen den Plätzen 10 und 16 zu erwarten. Scouts sind sich bei ihm aber mehr als unsicher. Seine Schwäche aus der Distanz und die vielen Turnover sind ein großes Manko, doch die hervorragenden körperlichen Vorraussetzungen in Kombination mit den Passinstinkten sind selten zu finden. Vor allem, da die Position des Point Guards in der diesjährigen Draft nicht besonders stark besetzt ist und große Point Guards schon seit Magic mehr als beliebt in der NBA sind.

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2 comments

  1. Alexey Shwag

    Einer meiner Lieblingsspieler in dieser Draft, da er mich vom Game her auch sehr an Rubio (1 inch kleiner mit gleicher wingspan) erinnert:

    – Defensiv sehr aufmerksam, was sich in erster Linie durch eine große Anzahl an defensiven Plays äußert (Rubio: Steals+Charges, MCW nur steals, aber charges sollen am College wohl nicht so einfach zu ziehen sein wie in der NBA(?)).
    – schwache TS%, eFG% und FG% am Korb, dafür hohe Anzahl an gezogenen Freiwürfen, die hochprozentig verwandelt werden.
    – Extrem hohe AST% mit erhöhter TO% bei keiner besonders hohen USG%.

  2. poohdini

    Mir persönlich gefällt Trey Burke wesentlich besser. Und das Größenproblem sehe ich als nicht so eminent an. Deshalbe finde ich es ein wenig verwunderlich, dass ihr MCW vor ihn setzt. Aber ok. Ich bin gespannt, wo er landet. Aufgrund der Tatsache, dass viele Teams, auch in der Lottery über gute PGs verfügen, könnte er bis zu Utah fallen. Nehmen die ihn, müssen die aber unbedingt noch einen Shooter verpflichten, MCW bringt sie da nicht weiter.

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