Draftprofile 2013

Alex Len

University of Maryland

Datenblatt

nopictureName: Alex Len

Position: Big

[xrr rating=2/4] (Starter)

College: University of Maryland

College-Erfahrung: Sophomore

Der 9. November 2012 stellt für Olexiy Len ein magisches Datum dar. Nach vielen Jahren Schuften konnte der junge Ukrainer die ersten Früchte seiner harten Arbeit in Sachen Basketball ernten. Mit 10 Jahren begann der junge Len mit dem Sport in seiner Heimatstadt Dnipopetrovsk. In teilweise eher unzumutbaren Hallen arbeitete der Bigman unermüdlich an seinem Spiel, ehe die Jugendnationalcoaches auf ihn aufmerksam wurden. Schnell wurde er eine der tragenden Stützen für die ukrainischen Auswahlen. Bei der U18-EM 2010 setzte er erste Ausrufezeichen auf großer Bühne und beendete das Turnier mit Durchschnittswerten von 16 PpG / 11,5 RpG / 4 BpG. Nach einem Jahr bei der Profimannschaft aus Dnipro erfüllte sich der Center seinen Traum und setzte seine Karriere in den USA fort. Maryland-Coach Mike Turgeon nahm den Rohdiamanten unter seine Fittiche. Das Freshman-Jahr kann man allerdings als eher durchwachsen bezeichnen. 10 Spiele verpasste Len durch akademische Anrechnungsschwierigkeiten bei der NCAA, noch keine feste Rolle mit Verantwortung wurde ihm anvertraut. Dies sollte sich in der Sophomore-Spielzeit aber ändern. Schon am ersten Spieltag, dem 9. November ging es gegen den Meister aus Kentucky. Sein Gegenspieler war gleich im ersten Match mit ihm als Fokuspunkt des Teams der potentielle Topdraftpick 2013, Nerlens Noel. Unerschrocken lieferte Len sein wohl bestes Collegespiel ab und legte mit 23P/12R/4B Werte gegen einen Elitegegenspieler auf, die ihn sofort auf allen Draftboards nach oben schießen ließen. 

Skills

Alex Len soll in frühster Kindheit Turner gewesen sein. Vielleicht hat sich der 2,16m große Center deswegen trotz seiner enormen Länge seine tolle Koordination, Beweglichkeit und Leichtfüßigkeit bewahrt. Seine für seine Größe starke Mobilität und sein gutes Körpergefühl machen ihn zu einem extrem interessanten Spieler. Offensiv kann der Ukrainer gegnerische Verteidigungsreihen in vielerlei Hinsicht beschäftigen. Stets aktiv in der Zone arbeitend, verfügt der Hüne in Korbnähe über einen recht guten Touch und kann mit beiden Händen Punkten. Dabei agiert er ungewöhnlich oft aus dem Face-Up heraus und scheut es nicht sich über ein, zwei Dribblings den Weg zum Korb zu bahnen, um dann über dem Verteidiger abzuschließen. Aber auch aus dem Post-Up heraus ist Len gefährlich, besitzt er doch (wenn auch noch verbesserungswürdige) Moves, um über beide Schultern werfen. Wird er gedoppelt, beweist er seine passablen Passfähigkeiten und findet Cutter oder Schützen. Am liebsten erzielt Len allerdings seine Punkte auf für Bigman einfache Weise. Als recht aggressiver Offensivrebounder (13 ORB%) kommt er oft in die Verlegenheit Tip-Ins und Put-Backs zu verwerten. Im Schnellangriff ist er besonders als „second wave“ gefährlich. Ein Mitteldistanzwurf, der seine Face-Up-Dribblings überhaupt erst möglich macht, ist in Ansätzen vorhanden.

In der Verteidigung stellte der eher defensiv eingestellte Center am College eine wahre Macht dar. Allein seine Präsenz beeindruckt Gegenspieler schon oft. Durch seine Beweglichkeit fällt es ihm leicht Screens zu „hedgen“, geschlagenen Teamkollegen zur Hilfe zu kommen und so den eigenen Korb zu schützen. Auch ein Talent für die Kunst des Shotblockings besitzt Len. Hier überzeugt er aber eher durch akkurates Timing und seinen langen Arme als durch enorme Sprungkraft. Dennoch, seine 2 Blocks pro Spiel zeigen, dass hier ein Talent vorliegt, das sich durchaus auf den nächsten Level übertragen lassen könnte. Gleiches gilt für sein Defensivrebounding. Knapp 19 Prozent Reboundrate auf dieser Seite des Spielfelds sind nicht überragend, aber auch brauchbar. Er hat das Potential gerade hier in der Defense ein überdurchschnittlicher Center zu werden, wenn er lernt weniger foullastig zu spielen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=Ajwa8j79vd0 

Allerdings hat Len natürlich auch Schwachstellen. Die eine ist sein noch nicht voll austrainierter Körper. Angeblich hat er zwar zwischen Freshman- und Sophomore-Season schon rund 10 Kilogramm an Masse zugelegt. Dennoch sind seine 105 Kilogramm Körpergewicht noch immer ein Problem. Zu oft verliert er dadurch Positionskämpfe unter dem Korb oder hat Probleme beim Boxout. Sein anderer Makel wiegt schwerer. Len mangelt es etwas an dem, was die amerikanischen Scouts „motor“ nennen. Im kleinen zeigt sich diesDies schlägt sich im dem Statistikbogen nieder. Len müsste bei seinen körperlichen Voraussetzungen und seiner Rolle im letztjährigen Team klar bessere Stats abrufen. Er könnte mit mehr Energie spielend sicher mehr Würfe blocken, noch mehr Rebounds holen und vor allem Punkte erzielen. Oft scheint es ihm hier Toughness abzugehen. In manchen Phasen des Spiels scheint er in Passivität abzudriften, obwohl er für die Terps die klar wichtigste Personalie im Kader war. So zieht er als erst Angriffsoption trotz ständiger Nähe zum Korb nur enttäuschende 4 Freiwürfe pro Spiel. Zum anderen ist er furchtbar inkonstant in seinen Leistungen. Starken Spielen gegen die direkten Draftkonkurrenten Nerlens Noel, James Michael McAdoo und Mason Plumlee stehen grottige Partien gegen schwächere Colleges gegenüber. Eventuell kann man hier Parallelen zum aktuellen NBA Rookie Andre Drummond ziehen, dem während seiner Zeit bei bei den UConn Huskies vorworfen wurde, dass er nicht immer die richtige Motivation gegen mittelmäßige Gegner findet. Was auch immer es war, es kostete seiner (zugegebenermaßen hinter ihm sicherlich nicht so wirklich talentierten) Mannschaft bessere Chancen auf das NCAA-Tournament und ließ sie zu einem NIT-Team werden. Auf NBA-Level muss sich diese Einstellung ändern, damit Len erfolgreich sein kann. 

Spielervergleich 

Es gab vor wenigen Jahren schon einmal einen ukrainischen Sevenfooter in der NBA, der sogar Lens Namensvetter ist. Olexiy Pecherov wurde 2006 von den Wizards an 18. Stelle gezogen. Lange währte dessen Karriere in den USA nicht. Nur drei Jahre hielt er sich in der Liga. Passt Len nicht auf, könnte es ihm genauso ergehen. Allerdings sollte der College-Sophomore talentierter als sein Landsmann sein und sich auf eine Karriere in Richtung Nenad Krstic freuen können. Dieser nun zwar schon seit längerem wieder in Europa, aber dennoch würden NBA-Teams ihn als Rollenspieler für gute 20 Minuten wohl jederzeit mit Kusshand zurücknehmen. Schöpft Len sein volles Potential aus, könnte er einmal das Level eines Zydrunas Ilgauskas erreichen, der mit seinen starken Leistungen für viele junge, talentierte Euro-Bigs, wie Nikola Pekovic oder Jonas Valanciunas, aktuell eine gern gewählte Karriere-Blaupause darstellen dürfte.

Draftaussichten

Len ist, mal Nerlens Noel ausgeklammert, der vielleicht talentierteste reine Center dieser Draft. Er erlitt allerdings nach Ende der Collegesaison eine Stressfraktur im Knöchel, die ihn noch gut einen Monats zum Aussetzen zwingen wird. Er konnte am Combine nicht teilnehmen und wird nur stark reduzierte Work-Outs absolvieren können. Dies verwehrt ihm die Chance in die Top 5-Region vorzustoßen und könnte ihn bis an das Ende der Lottery werfen. Dennoch sollte ziemlich sicher ein Team aus den ersten Zehn zugreifen.

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