Redaktions-Roundup, Sacramento Kings

Sollten die Sacramento Kings DeMarcus Cousins traden?

rroundupStress mit dem Color-Commentator der Spurs. Stress mit den Teamkollegen. Stress mit dem Coach. DeMarcus Cousins hatte sich seine Saison wohl auch selbst erfolgreicher vorgestellt. Der umstrittene Center der Sacramento Kings scheint sich selbst ins Abseits zu bugsieren. Sollten die Kings nun reagieren und ihn traden? Oder wäre es klüger, kühlen Kopf zu bewahren und weiter auf Cousins zu setzen?


Pierre Magazin: DeMarcus Cousins hat sich in Sacramento als schwieriger Charakter bewiesen, der regelmäßig mit Offziellen, dem eigenen Team und seinem Trainer aneinander geraten ist. Seine Leistungen auf dem Feld entsprechen in keiner Weise den Erwartungen und auch Hoffnungen, die in ihn gesetzt wurden, und bei einem Blick auf den Kaders der Kings wird eine gruselige Teamzusammenstellung deutlich. Es macht nur allzu viel Sinn zu schauen, welchen Wert Cousins auf dem offenen Markt besitzt, allerdings besitzt die Organisation, auf Grund des Verhaltens von Cousins so gut wie überhaupt kein Druckmittel in einer möglichen Tradediskussion. Trotzdem sollte das Team meiner Meinung nach den jungen Center für den bestmöglichen Gegenwert eintauschen und von neu beginnen, denn die aktuelle Situation um die Mannschaft und die Organisation lassen eine Veränderungen nur schwer vorhersehen.

Jan Karon: Sie sollten zweifellos nicht, denn Cousins zählt zu den größten Big Men-Talenten der letzten zehn Jahre und hat ein Skillset, das in seinen Anlagen einzigartig ist. Wenn Cousins seine Charakterprobleme in den Griff bekommt, ist er ein Franchise Player und kann gewiss als erste Option eines erfolgreichen Teams funktionieren. Auf der Kehrseite der Medaille sieht man, dass er immer noch charakterschwach und unreif ist, und seine Liaison mit den Kings ein baldiges Ende haben könnte. Im Zweifelsfall würde ich dafür plädieren, dass man ihn nicht traden sollte, wenn nicht nötig, aber traden muss, wenn unausweichlich.

Danial: …oh je. Noch in der letzten Ausgabe dieses Formats prognostizierte ich den Durchbruch für Cousins. Viel zu überzeugt, gar geblendet war ich von seinem offensichtlichen Talent und seiner Spielveranlagung. Es wird leider nun wohl doch Zeit einzusehen, dass der mentale Aspekt in diesem Sport eine weitaus größere Rolle einnimmt, als man sich eingestehen möchte. DeMarcus Cousins scheint sich mit den derzeitigen Erfolgsaussichten seiner Mannschaft nicht abfinden zu können, was einen erhöhten Stresspegel zur Folge haben soll:

it’s the stress. I really do care. I wish people understood how much I hate losing. Honestly, the losing really gets to me.

Gut, man mag an dieser Stelle natürlich damit argumentieren, dass es wohl jedem Spieler in der NBA so geht. Niemand mag es zu verlieren. Der Unterschied ist aber, dass Cousins nicht in der Lage ist, adäquat mit diesem Problem umzugehen. Ihm fehlt nachwievor diese eine respekteinflößende Autorität, von der er sich nicht nur kurzfristig was sagen lässt. Auf Keith Smart, dessen Verhältnis zu ihm anfangs noch ziemlich stabil schien, ist er jetzt in Folge der kürzlich verhängten Suspendierung wohl auch nicht allzu gut zu sprechen. Hilft da jetzt wirklich nur noch ein Standortwechsel?

Cousins könnte dies durchaus zu neuer Motivation verhelfen, wenn er in einem erfolgsorientierterem Umfeld arbeitet. Mit ein Grund für die andauernde Erfolgslosigkeit der Kings-Franchise ist das Fehlen eines dieser berühmt berüchtigten Veteranen. Spieler, die aufgrund ihrer Erfahrung ihren jungen Mitspielern im Training und im Spiel den Rücken stärken und bei Bedarf eben auch zurechtweisen. Vielleicht muss Cousins ja wirklich nur in die Obhut mehrerer geachteter Trainer/Spieler genommen werden um sein immenses Potential ausschöpfen zu können.

Die Kings wiederum befinden sich in einer schwierigen Situation. Sie sind sich bewusst, wie gut Cousins ist bzw. sein könnte und dass sich im Falle eines Trades wohl kaum ein vergleichbares Talent angeln ließe. Man muss sich mal Folgendes zu Gemüte führen: Im zweiten Spiel nach seiner Suspendierung bringt Cousins gegen die Celtics ein Triple Double mit 10 Assists zustande. Wie viele Big Men in der Liga sind dazu in der Lage? Und wie viele von denen sind erst 22 Jahre alt? Sind die Kings wirklich dazu bereit, einen solchen Spieler einfach gehen zu lassen? Oder werden sie es weiter mit ihm versuchen, die richtigen Lehren aus der Vergangenheit ziehen und den Kader etwas umgestalten? Hier sind eindeutig beide Seiten gefragt. Cousins muss seine Emotionen besser im Griff haben und weiter an seinem Spiel arbeiten, das bei allem Talent der Welt, vor allem in der Offensive noch viel Geduld und Vernunft bedarf. Seine Effizienz ist einfach unterirdisch, weshalb er sich ruhig mitverantwortlich für den fehlenden Erfolg seines Teams fühlen sollte. Vielleicht spricht da ja nur der Basketballromantiker in mir, aber ich wünsche mir, dass es für Cousins bei den Kings doch noch eine hoffnungsvolle Zukunft gibt, obwohl ich derzeit auch davon ausgehe, dass beide Parteien in Zukunft getrennte Wege gehen.

Jonathan Walker: Nein, noch nicht. Im Prinzip ist Cousins der Typ Spieler, der vielleicht nur einen Tapetenwechsel braucht, um sein immenses Potential abzurufen und vom Headcase zum Dauerallstar zu werden. Eine unumstrittene Respektsperson im Team – sei es Coach oder Mitspieler oder eine Kombination aus beidem– wie etwa Popovich und Duncan oder Rivers und Garnett, könnten in Sachen Professionalität Wunder bewirken. Doch das hilft den Kings selbst wenig. Ich würde an Stelle der Kings den talentierten Big Man noch nicht aufgeben. Cousins ist erst im dritten Jahr und Kollegen wie Zach Randolph haben bewiesen, dass man den sprichwörtlichen Schalter im Kopf auch noch nach einigen Jahren in der Liga umlegen kann. Sacramento würde bei einem Trade niemals einen angemessenen Gegenwert erhalten, da Cousins‘ Tradewert durch seine Eskapaden und bisher eher mittelmäßige Saison derzeit im Keller ist. Die Kings sollten in jedem Fall abwarten, bis er sich einigermaßen gefangen hat, wenn sie ihn denn unbedingt loswerden wollen. Es ist nun auch nicht so, dass die Franchise aus Kaliforniens Hauptstadt viel zu verlieren hätte, während sie Cousins reifen lassen. Der Kader ist eine einzige Baustelle und braucht ohnehin noch Jahre, um wieder konkurrenzfähig zu werden. Diese Jahre kann man genauso gut mit dem talentierten Hitzkopf im Team verbringen, während man sich die Chance auf einen Superstar erhält. Tradet man Cousins, ist es fraglich, wann überhaupt wieder ein Spieler ähnlichen Talents im Kader der Könige stehen wird, was für die ohnehin gebeutelte und vom Umzug bedrohte Franchise zur Tragödie werden könnte.        

Julian Lage: Drei Suspendierungen in einer Saison, seit Jahren nicht voll abgerufenes Potential und den eine Umgebung, die diesbezüglich wenig Hoffnung auf Besserung macht: Es sieht nicht wirklich gut für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen DeMarcus Cousins und den Kings aus. Die Trennung von einem so talentierten Spieler in seinem Rookie-Vertrag gilt andererseits als einer der größtmöglichen Fehler, den ein General Manager machen kann.

Meiner Meinung nach ist Sacramento in dieser Frage in einer Situation, die kaum positiv ausgehen kann. Das Umfeld mit ständigen Umzugs-Gerüchten, einem extrem kleinen Markt sowie einer Franchise, die in erster Linie mit Chaos in Verbindung gebracht wird, macht einen Aufschwung in den nächsten Jahren – mit oder ohne Cousins – eher unwahrscheinlich. Wird der Center also abgegeben und blüht in einem stabileren Umfeld auf, müssen sich die Kings den Vorwurf gefallen lassen, einen potentiellen Franchise-Player vertradet zu haben. Bleibt dagegen alles beim Alten, dürfte Cousins immer mehr als verschwendetes Talent gelten, das schon vor Jahren einen Wechsel gebraucht hätte. Sacramento wird dann wiederum das Team sein, das es versäumt hat, noch rechtzeitig den wertvollen Spieler in brauchbarere Assets umzuwandeln. Ob diese Lose-Lose-Situation angesichts der Lage der Kings zu umgehen ist, halte ich für fraglich. Im Zweifel würde ich einen Trade für vielversprechender halten – wenn Cousins sein Potential auch in einem anderen Team nicht umsetzen kann, hat Sacramento zumindest alles richtig gemacht.


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3 comments

  1. Go-to-Guys.de

    Sollten die Sacramento Kings DeMarcus Cousins traden?

    Stress mit dem Color-Commentator der Spurs. Stress mit den Teamkollegen. Stress mit dem Coach. DeMarcus Cousins hatte sich seine Saison wohl auch selbst erfolgreicher vorgestellt. Der umstrittene Center der Sacramento Kings scheint sich selbst ins Abseits zu bugsieren. Sollten die Kings nun reagieren und ihn traden? Oder wäre es klüger, kühlen Kopf zu bewahren und weiter auf Cousins zu setzen?

    Zum vollständigen Artikel auf Go-to-Guys.de

  2. Alexander Aust

    Eine der interessantesten Personalien in dieser Saison.
    Bin ebenfalls ein riesengroßer Cousins-Fan und würde mir natürlich wünschen, dass das Szenario eintritt, welches ihn als Spieler und Mensch am ehesten weiter bringt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, welches Szenario dies ist.
    Meiner Meinung nach wäre dies ein Trade, aber nicht von DeMarcus, sondern von Spielern wie Evans, Thornton, Salmons, Robinson etc., diese sind aus meiner Sicht mindestens ebenso schuld für die sportliche Misere der Kings. Robinson kann man von mir aus als Rookie aus dieser Auflistung rausnehmen, die anderen jedoch stagnieren seit Jahren. Über Cousins´ mentale Probleme kann man aufgrund seines jungen Alters irgendwie noch hinwegsehen, einfach deswegen, weil der Junge z.B. derzeit großartige Leistungen zeigt, wenn er denn Lust hat. Da müssen die Kings handeln und ihm – wie von euch angesprochen – Veteranen zu Seite stellen, damit er jemanden an Seite hat, der ihm den richtigen Weg zeigt.
    Dieses ewige “Tanken” der Kings bringt offensichtlich überhaupt nichts, deshalb sehe ich ganz dringend handlungsbedarf. So ein talentierter Combo-Guard wie Evans oder ein Shooter wie Thornton haben doch einen Wert, aus dem man etwas vernünftiges rausholen kann. In Sacramento funktionieren die Jungs ebenfalls nicht, leider.

  3. Smido83

    Schließe mich bei diesem Thema im Grunde Chuck_Person an. Man sollte versuchen die jungen Spieler um Cousins, welche auch keine Leistung bringen, zu traden um ein paar gestandene Spieler mit Qualität ins Team zu holen. Problem dürfte hierbei nur sein, welcher Allstar bzw. ehemalige Allstar will denn seine letzten guten Jahre um die goldene Ananas spielen? Bzw. Welches Franchise ist bereit für die Trade Assets der Kings einen guten erfahrenen Spieler abzugeben?

    Zu dieser Misere kommt natürlich noch der Coach sowie das grausige Management. Wenn man sieht welche Spieler im Draft oder auch in der free Agency an den Kings vorbeigegangen sind und wen sie im Gegenzug geholt/gezogen haben… oh man! Alleine diese Sinnlos Aktion 2011.Den 7. Pick gegen Füllspieler zu traden um dann an 10 einen Fredette zu ziehen. Viel schlechter gehts nicht wenn man bedenkt, dass sie mit dem 7. Pic 2 entwicklungsfähigere PG’s mit Night/Walker hätten ziehen können. Ganz zu schweigen, dass sie Honeycutt (wer ist das überhaupt?) an 34 gezogen haben während Parsons (amtierender SEC Player of the year) noch zu haben gewesen wäre… Man stelle sich nur mal ein Team mit den Startern Walker/Parsons/Cousins vor… aber nun hat man Fredette/Honeycutt…

    Alles in allem kann man ihn aber nicht abgeben… denn außer ihm hat man niemanden im Team der wenigstens das Zeug dazu hat mal ein Franchiseplayer zu werden. Das einzige was irgendwie Sinn machen würde wäre, wenn man für ihn einen 1st Pic, sowie einen weiteren Top10 Pic bekommen könnte. Dann hätte man 3 Top Pics (mit dem eigenen) womit man durchaus einen Rebuild starten könnte. Nr da wäre dann wieder das Problem mit dem miesen Management, sowie dem Finden eines Tradepartners.

    Drastisch gesagt: Sacramento ist am Ar… wenn sich Cousins nicht noch zu nem echten Star entwickeln sollte!


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