Draft

Die Top 10 Freshmen

Und wieder einmal geht es um die Neulinge in der NCAA. Dieses Jahr gilt die Aufmerksamkeit vor allem den großen Positionen, denn acht der zehn besten Spieler fühlen sich auf einer Frontcourt-Position am wohlsten. Auch wenn Kentucky in diesem Jahr nur einen Spieler in der Top 10 nach Lexington lotsen konnte, ist wohl klar, wer das ist.

1. Nerlens Noel, Kentucky Wildcats, Center

Anthony Davis ist weg, Nerlens Noel kommt. Noel ist ein sehr ähnlicher Spielertyp, vor allem mit Stärken in der Defense. Seine unglaubliche Blockfähigkeit wird auch am College für Aufsehen sorgen. Es ist zur erwarten, dass er Davis’ Part eins zu eins übernehmen wird. Von der Größe bis zur Athletik ist alles vorhanden, um die gegnerischen Offensivreihen zu dominieren. Offensiv ist der 18-Jährige noch relativ roh, allerdings kann er in Korbnähe sehr effektiv abschließen. Trotz seiner Größe ist Noel sehr gut zu Fuß und wird viele einfache Körbe im Fastbreak erzielen können. Im Vergleich zu Davis fehlt ihm aber insbesondere die Fähigkeit, vom Perimeter aus zu agieren. Scouts waren in diesem Sommer sogar nur teilweise überzeugt von seinen Auftritten. Trotzdem ist und bleibt er die Nummer eins in diesem Ranking.

2. Shabazz Muhammad, UCLA Bruins, Shooting Guard/Small Forward

Ein athletischer Flügel wie er im Buche steht. Mit dieser Schnelligkeit und Sprungkraft ist Shabazz Muhammad kaum aufzuhalten und eine absolute Top-Verpflichtung für Ben Howland. Seine Spannweite ist enorm und mit gut zwei Metern hat er allgemein eine sehr gute Größe für einen Flügelspieler. Muhammad spielt grundsätzlich sehr aggressiv, was oftmals in spektakulären Highlights endet. Der Sprungwurf ist solide, benötigt aber noch einiges an Arbeit, um wirklich als Stärke zu gelten. Wenn ihm dies gelingt, ist es praktisch unmöglich, ihn aufzuhalten.

3. Isaiah Austin, Baylor Bears, Center

Gute Größe, solide Athletik, starkes Blockverhalten und ein ausgezeichneter Sprungwurf. Diese Kombination ist selten für einen Center, aber Isaiah Austin bringt genau diese mit. Das Potential und die Fertigkeiten für eine starke College-Karriere ist vorhanden. Offensiv beschränkt er sich jedoch zumeist auf Sprungwürfe, denn für das Dominieren in der Zone fehlt ihm schlicht und ergreifend die Stärke.

4. Kaleb Tarczewski, Arizona Wildcats, Center

Die Wildcats bekommen mit Tarczewski einen wahren Center, der trotz seiner 2.13 Meter enorm gut zu Fuß ist und sehr athletisch direkt am Korb abschließen kann. Zumeist präferiert er das Post-Up und agiert dabei effektiv. Auch bei Offensiv-Rebounds ist er ein ständiger Unruheherd. Das Potential ist in jedem Fall vorhanden, doch um dies auch wirklich zu nutzen, muss Tarczewski an Kraft und Selbstvertrauen dazu gewinnen. Wenn ihm dies gelingt, steht ihm eine erfolgreiche Karriere in Arizona bevor.

5. Kyle Anderson, UCLA Bruins, Shooting Guard/Small Forward

Durch Anderson bekommt Shabazz Muhammad erstklassige Unterstützung auf dem Flügel. Mit seinen 2.06 Meter besitzt er eine hervorragende Größe. Zumeist agiert Anderson am Ball, wobei sowohl das Ballhandling als auch das Passspiel vorhanden ist. Sein Basketball-IQ und die Court Vision ist überdurchschnittlich für Spieler seiner Größe und erlaubt es ihm, für seine Mitspieler zu kreieren. Negativ anzumerken ist die nur mittelmäßige Athletik und der schwache Distanzwurf. Aus der Mitteldistanz strahlt er konstant Gefahr aus, was man von hinter Dreipunktelinie nicht sagen kann.

6. Steven Adams, Pittsburgh Panthers, Center

Mit guter Athletik ausgestattet, überzeugt Steven Adams als physischer und mobiler Center. Rund um den Korb hat er einen guten Touch, sein Post-Game benötigt aber noch einiges an Training. Für einen Big Man ist sein Ballhandling überdurchschnittlich, weshalb er auch oft das direkte Duell per Dribbling sucht. Der Sprungwurf ist bis in die Mitteldistanz solide. Defensiv versteht er es, viele Würfe zu blocken oder zumindest zu verändern. Die Helpside Defense lässt jedoch noch oft zu wünschen übrig und auch das Box-out fehlt teilweise komplett.

7. Anthony Bennett, UNLV Rebels, Power Forward

Etwas undersized daherkommend, werden die Rebels trotzdem ihren Spaß mit Anthony Bennett haben. Während er am Korb auf Ringniveau spektakulär abschließen kann, trifft er als Big Man sogar relativ sicher den Distanzwurf. Auch beim Rebound sollte Bennett eine absolute Verstärkung sein. Probleme hingegen werden beim Ballhandling auftreten. Dies wird er verbessern müssen, wenn er gegen größere Spieler seine Geschwindigkeit nutzen will. Auch ein echter Go-to-Move im Post fehlt. Es ist unabdingbar, dass hier noch einige Facetten zu seinem Spiel hinzugefügt werden. Trotz alledem kann der Kanadier schon jetzt ein dominanter Spieler in der NCAA sein.

8. Cameron Ridley, Texas Longhorns, Center

Obwohl Cameron Ridley nicht als der typisch athletische Big Man daherkommt, gilt er als “Impact player”, der mit seiner Größe und dem guten Rebounding überzeugt. Sein Spiel im Post ist schon relativ sicher und effektiv, wobei er auch außerhalb der Zone den Sprungwurf treffen kann. Ridley kann von Beginn an sowohl offensiv als auch defensiv einen großen Einfluss auf das Spiel haben.

9. Grant Jerrett, Arizona Wildcats, Power Forward/Center

Hervorragender IQ, gutes Post-Game und überdurchschnittliche Hände. Das zeichnet Grant Jerrett vor allem aus. Des Weiteren kann er um den Korb herum enorm gut und sicher abschließen. Auch wenn es noch immer etwas an der Stärke mangelt, hat sich dies schon verbessert und es wird nur selten Probleme auf dem nächsten Level damit geben.

10. Marcus Smart, Oklahoma State Sooners, Shooting Guard/Point Guard

Ein Guard, der Probleme mit dem Ballhandling und Distanzwurf hat. Trotz alledem gilt er als Siegertyp, aufgrund seines enorm physischen Spielstils. Sein Drive zum Korb ist eine Waffe und durch seine, für einen Guard überdurchschnittliche, Kraft hat er kein Problem damit, gegen größere Kontrahenten abzuschließen. Die absolute Stärke ist jedoch die Defense. Hier bekommt man einen außerordentlich guten On-Ball-Verteidiger mit guter Fähigkeit beim Rebound.

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3 comments

  1. Dennis Spillmann

    Ich bin vor allem auf Nerlens Noel gespannt. Der machte auf mich in den Interview nicht den … intellektuellsten … Eindruck und ist ziemlich roh. Sollte das der #1-Pick werdenn und er sich nicht in der College-Saison signifikant verbessern, wird das eine trostlose Draft.

  2. Smido83

    Yessss… es geht wieder los mit der zukünftigen NBA Elite! :D
    Auffallend sind für mich speziell 2 Sachen.

    1. Es scheint diese Saison eine überdurchschnittliche Anzahl an guten Big Men zu geben. 7 Big Men in den Top10 und davon sogar 5 Center… letztes jahr waren es 4 Big Men, von denen nur einer als Center gelistet wurde. 2010 war sogar kein Center unter den Top 10. Weiterhin sind diese Big Men aber alle nicht der klassische NBA Center-Typ a la Bynum, sondern alle eher der Spielertyp Davis. Also relativ schmal, sehr schnell auf den Beinen und mit guter Sprungkraft ausgestattet. So richtige Brocken sucht man da vergebens.

    2. Die außerordentlich gute Draft Class der UCLA und von Arizona.
    Arizona hat ja nicht nur diese zwei Top10 Talente, sondernmit Brandon Ashley auch noch einen weiteren PF der an 16 gelistet ist, sowie den an 64 gelisteten PG/SG Gabe York aus der Top100! Arizona wird daher wohl mit Tarczewski/Jerrett/Ashley eine der talentiertesten Frontcourt Rotationen der Liga haben.

    UCLA setzt da ja sogar noch einen drauf… Neben den beiden hier genannten Top Freshmen haben sie sogar noch 2 weitere Freshmen aus den Top 50! Davon einen weiteren Flügelspieler in Jordan Adams und den etwas undersized’en Center Tony Parker. Was ihn an Größe (6’9) fehlt, das sollte er jedoch durch seine Masse (270 lbs) wieder wett machen können. Was für Arizona im Frontcourt galt wird bei LA wohl auf dem Flügel zutreffen. Die 3 Talente Muhammad/Anderson/Adams werden wohl die talentierteste Flügelrotation der NCAA bilden.

    Junge, junge… ich bin fast genauso gespannt auf den Start der NCAA wie auf den der NBA…

    EDIT:

    Ich bin vor allem auf Nerlens Noel gespannt. Der machte auf mich in den Interview nicht den … intellektuellsten … Eindruck und ist ziemlich roh. Sollte das der #1-Pick werdenn und er sich nicht in der College-Saison signifikant verbessern, wird das eine trostlose Draft.

    Hier bin ich mal ausnahmsweise deiner Meinung… ;)
    Auch ich denke das er sowohl vom Talent als auch von den bereits vorhandenen Fähigkeiten nicht mit Davis gleichzusetzen ist. Ob er dessen Arbeitseinstellung und Professionalität besitzt, bzw. wie inelligent er ist, das lasse ich mal so dahingestellt. Der amtierende NBA-MVP zeigt doch bestens, dass man nicht allzu intelligent sein muss um ein herausragender Sportler zu werden… ;)
    Noel ist genau wie Davis in erster Linie ein herausragender guter Shot Blocker und Defensivspezialist. Aber im Vergleich zu Davis, welcher immer versucht hat Bälle zum Mitspieler zu blocken bzw. im Spiel zu halten, scheint er mehr auf Show auszusein. Also den Ball so hart und weit weghauen wie’s nur möglich ist! Auch sehe ich bei ihm generell nicht die Spielintelligenz die Davis aufgrund seines ungewöhnlichen Werdegangs hat. Da sich Kentucky halt auch generell verschlechtert hat denke ich nicht, dass er auch nur ansatzweise so dominieren wird wie es Davis letzte Saison getan hat.

    Für mich ist übrigens auch Muhammad der größte Anwärter auf den 1. Pic 2013… denn mit dem gesamten UCLA Team denke ich, dass er als Star bei diesem Titelanwärter und eben auch aufgrund seiner Spielweise am meisten auffallen sollte.

  3. Anonymous

    UCLA wird nicht nur auf dem Flügel Verstärkung erhalten. Zwar soll Larry Drew II als PG auflaufen, aber Anderson kann man gut als Verstärkung für die Eins sehen. Seine Übersicht wird ihm praktisch zum Point Forward machen, wenn er nicht sogar mal als richtiger PG aufläuft.

    Auch wenn mir der Hype momentan zu krass wird, darf man Cody Zeller nicht bei der Diskussion um den Nr. 1 Pick vergessen. Wenn es wirklich so kommt, wie durchgängig berichtet wird, werden wir noch einmal einen stark verbesserten Zeller erleben. Bin da sehr gespannt drauf.

    Auch Marcus Smart sollte beachtet werden. Zwar geht er unter den ganzen Bigs etwas unter und ihm fehlen einige sehr wichtige Dinge, doch seine Fähigkeiten als Anführer und Floor Leader sollen wirklich enorm sein. Oklahoma State sollte weiter beobachtet werden. Mit Smart und auch LeBryan Nash (siehe Top 10 aus dem letzten Jahr) sind da zwei sehr, sehr gute Spieler im Kader.


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