Gedanken, Utah Jazz

Schiefe Töne in der Jazz-Band?

Die Fans der kleinen Franchises beschweren sich gerne über die geringe Berichterstattung zu “ihren” Mannschaften. Ein Lied davon singen können auch die Leute, die hinter dem Team aus Salt Lake City stehen, obwohl deren Mannschaft eigentlich keine Verliererhistorie vorzuweisen hat, die normalerweise ein Grund für wenig Gegenliebe seiten des Medienvolks sein kann. Seit der Saison 1983-84 hat die Mannschaft aus dem Mormonenstaat bloß in vier Jahren die Playoffs verpasst, dreimal nach dem zeitgleichen Abschied der beiden Legenden Karl Malone und John Stockton. Das größte mediale Interesse durfte dieses kongeniale Duo Ende der 90iger generiert haben, als sie 1997 und 1998 hintereinander in die NBA-Finals vorstoßen konnten. Aber selbst damals wohl nur als wenig attraktive Klassenstreberin im Vergleich zur beliebten Prom-Queen, den Chicago Bulls um Michael Jordan und Scottie Pippen. In diesem Gedanken soll den Jazz auch etwas mediale Betrachtung zuteil werden. Allerdings auch dieses Mal eher mit einer negativen Ausrichtung. Die Frage, die hier gestellt wird: Verfolgen die Utah Jazz eine klare Linie?

Wohin des Weges?

Wenn man Derrick Favors und Enes Kanter im Geheimen – ohne versteckten Mitschnitt durch eine Handykamera wie bei bekannten Präsidentschaftskandidaten – dahingehend ansprechen würde, würden sie wohl mit einem Kopfschütteln auf die Frage reagieren. Im letzten Jahr mussten sie sich mit 21 resp. 13 Minuten pro Partie begnügen. Der Grund dafür ist bekannt: Die beiden 27-jährigen Al Jefferson und Paul Millsap befinden sich in der Blüte ihres Schaffens … und spielen leider auf derselben Position wie die beiden talentierten jungen Big Men. Von Seiten des Managements ist es gewissermaßen nachvollziehbar, dass es sich nicht einfach von ihren beiden Startern trennen. Sie sind keineswegs alt, bringen ihre Leistung und lassen sich wenig zu schulden kommen, zudem sich nicht mit Sicherheit sagen lässt, welches Niveau Favors und Kanter jemals erreichen können. Insbesondere wenn man sich als Traditions-Franchise sportlich nicht zu viele Niederlagen erlauben will und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglicherweise auch nicht kann. Des Weiteren sollten sich auch talentierte Spieler grundsätzlich jede einzelne Minute auf dem Parkett verdienen, denn ich vertrete die Philosophie, dass wirklich gute Spieler Geschenke dieser Art nicht brauchen. Andererseits müssen die Talente natürlich überhaupt die Gelegenheit bekommen, sich zu beweisen. Da ist die Situation bei den Jazz besonders schwierig. Man hat zwei starke Starter und zusätzlich zwei Talente. Ein doppeltes Problem quasi.
In Hinblick auf eine Frage, die sich im Folgenden stellt, kommt hinzu, dass den Jazz auf den restlichen Positionen in der Spitze an qualitativ hochwertigem Talent bzw. besonderer Stärke mangelt. Einzig Gordon Hayward und sein starker Abschluss der letzten Saison machen Hoffnung. Nach Anfangsschwierigkeiten erreichte der letztjährige Sophomore im Schlussmonat April (13 Spiele) vielversprechende Zahlen: 16 Punkte, vier Rebounds und vier Assists bei starken Quoten von 51% aus dem Feld, 49% von der Drei-Punkt-Linie und 88% von der Freiwurflinie. Wohin Lottery-Pick 2011 Alec Burks nach seinem ersten Jahr hinsteuert, bleibt erstmal abzuwarten. Die Neuverpflichtung aus Atlanta, Marvin Williams, mag aufgrund der Schwäche auf dem Flügel eine Verstärkung darstellen, aber eine Offenbarung ist das einstige Talent aus North Carolina ebenfalls nicht. Ein Spielgestalter der ersten Güte könnte bei ihm für Fortschritte sorgen, aber der vermutlich neue Starter auf der Eins im Team von Tyrone Corbin, der ehemalige Guard der Cavaliers und Clippers Maurice Williams, ist ja eher für seinen eigenen Abschluss bekannt. Wo wir auch direkt die nächste Schwachstelle im Roster angesprochen haben: Williams als bester Spielgestalter im Kader.

Potent im Post, nicht schlagfertig am Perimeter, Utah Jazz 2012/13. Eine Lösung für diese schiefe Talentverteilung wäre ein Trade. Jefferson, Millsap, Favors, Kanter. Auf welche Pferde sollte man setzen? Warum ist es noch nicht geschehen?

Die bisher nicht geklärten Vertragssituationen von sowohl Jefferson als auch Millsap könnten der Grund sein. Beide werden nach der kommenden Saison Free Agents. Wenn man Talente vom Kaliber eines Favors’ oder Kanters in der Hinterhand hat, vereinfacht sich die Arbeit von General Manager Kevin O’Connor in den Verhandlungen. Die Agenten können ihm nicht die Pistole auf die Brust setzen, weil er mit den beiden über eine gute Rückfallversicherung verfügt. Aus diesem Grund könnte die Big-Men-Situation bis zum nächsten Sommer ungeklärt bleiben, sofern es zu keinen vorzeitigen Vertragsverlängerungen kommt. Der Nachteil dabei ist natürlich, dass man dabei Zeit für die Entwicklung, individuell und als Mannschaft, vergeudet und den Tradewert der beteiligten Spieler zum Teil verschenkt. Wenn die Verträge von Jefferson und Millsap in einem Jahr auslaufen und die Spieler Salt Lake City ohne Gegenwert verlassen, wird man sich ärgern, sie nicht vorher an den Höchstbietenden verscherbelt zu haben. Sollten sie bleiben, wird in der Zwischenzeit auch der Tradewert von Favors und Kanter gesunken sein. Keine optimale Situation. Eine Entscheidung in diesem Sommer wäre für viele Parteien vielleicht das beste gewesen. Entweder jetzt anzugreifen – mit einem Blick auf die Western Conference natürlich in Anführungsstrichen zu verstehen –  und gestandene Spieler für die beiden Talente oder zumindest für eines zu ertraden, die zusammen mit Jefferson, Millsap und Hayward für sichere Playoffs sorgen könnten, oder alternativ mehr auf die Jugend zu setzen und mit Jefferson und Millsap auf Einkaufstour gehen, mit dem Ziel, talentierte Spieler im Backcourt zu erstehen.

In der bisherigen Situation fehlt die klare Linie. Eine Entscheidung hätte ausnahmsweise eine positive mediale Berichterstattung über die Utah Jazz zur Folge haben können. So bleibt es für die Fans weiter unbefriedigend.

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9 comments

  1. Alexander Aust

    Guter Artikel Hassan!

    Sehr unglückliche Situation für die jungen Big-Man in Utah. Verstehe ebenso nicht, warum das Management nicht früher aktiv geworden bzw. überhaupt nicht aktiv wird.
    Wenn ich mir die Preise für die großen Jungs in der NBA anschaue glaube ich nicht, dass Millsap in seinem nächsten Vertrag wieder diese 8 Mios/Jahr stehen haben wird. Deshalb sollte man ihn, meiner Meinung nach, traden. Favors ist schon einen Schritt weiter als Kanter und Jefferson als Starting Center wegzutraden wäre vielleicht nicht der richtige Schritt. Zumindest sehe ich das so.
    Ich denke jedem ist klar, dass die Jazz eklatante Schwächen im Spielaufbau bzw. im Backcourt haben und da dringend Handlungsbedarf besteht. Die Personalie Mo Williams ist mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung, aber mit dem von dir angesprochenen Trade-Potenzial muss doch wirklich noch mehr drin sein. Zumindest ist man Harris los, da bin ich schon mal froh drum ;)

    Bin mal gespannt ob da bis Februar noch was passiert. Ich würds mir zumindest wünschen für die Jazz

  2. Smido83

    Guter Artikel Hassan!

    Sehr unglückliche Situation für die jungen Big-Man in Utah. Verstehe ebenso nicht, warum das Management nicht früher aktiv geworden bzw. überhaupt nicht aktiv wird.
    Wenn ich mir die Preise für die großen Jungs in der NBA anschaue glaube ich nicht, dass Millsap in seinem nächsten Vertrag wieder diese 8 Mios/Jahr stehen haben wird. Deshalb sollte man ihn, meiner Meinung nach, traden. Favors ist schon einen Schritt weiter als Kanter und Jefferson als Starting Center wegzutraden wäre vielleicht nicht der richtige Schritt. Zumindest sehe ich das so.
    Ich denke jedem ist klar, dass die Jazz eklatante Schwächen im Spielaufbau bzw. im Backcourt haben und da dringend Handlungsbedarf besteht. Die Personalie Mo Williams ist mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung, aber mit dem von dir angesprochenen Trade-Potenzial muss doch wirklich noch mehr drin sein. Zumindest ist man Harris los, da bin ich schon mal froh drum ;)

    Bin mal gespannt ob da bis Februar noch was passiert. Ich würds mir zumindest wünschen für die Jazz

    Zum guten Artikel schließe ich mich an. Wie ich schon öfters geschrieben habe gefällt es mir, dass auch die kleineren Teams hier beachtet werden. Selbst wenn es wie in diesem Fall durch berechtigte Kritik geschieht.
    Ich bin auch der Ansicht, dass man einen der beiden Big Man Starter für ein- zwei gute Flügelspieler sowie einen guten PG Starter hätte traden sollen. Ich hätte jedoch, im Vergleich zu Chuck, Big Al getraded. Da Millsap einfach der bessere Verteidiger und offensiv nicht wirklich schlechter ist. Obendrein kostet er diese Saison nur die hälfte und würde wohl auch für weniger als den Max Deal bei Utah verlängern. Obendrein ist Favors für mich mehr Center als PF, womit er besser neben Millsap als neben Jefferson als 30 min Starter funktionieren sollte.

    So oder so hat Utah auf den großen Positionen mal wieder die Qual der Wahl und auf dem Flügel sowie im Aufbau ist man Qualitativ nicht wirklich gut genug besetzt um sich Hoffnungen auf eine bessere Platzierung als letzte Saison zu machen.

  3. Alexander Aust

    Obendrein ist Favours für mich mehr Center als PF, womit er besser neben Millsap als neben Jefferson als 30 min Starter funktionieren sollte.

    Hm, da haben wir verschiedene Ansichten. Genau das war auch einer der Hauptgründe für mich warum ich Millsap getradet hätte. Ich halte Favours nämlich für zu klein und vor allem zu schmächtig für die Center Position. Vielleicht liege ich auch falsch, ist mir nur immer so vorgekommen.

    Obendrein kostet er diese Saison nur die hälfte und würde wohl auch für weniger als den Max Deal bei Utah verlängern.

    Stimmt zwar, dass er weniger kostet, jedoch denke ich, dass auch Millsap in Zukunft ordentlich Kohle verdienen möchte. Muss er auch, zumindest im Ligaweiten Verlgeich. Die Gehälter werden sich ab kommender Saison nicht viel geben aus meiner Sicht. Was mir gerade noch einfällt ist: wenn man Jefferson jetzt tradet, könnte man aufgrund seines Gehaltes, einen besseren Spieler bekommen.

  4. Smido83

    Hm, da haben wir verschiedene Ansichten. Genau das war auch einer der Hauptgründe für mich warum ich Millsap getradet hätte. Ich halte Favours nämlich für zu klein und vor allem zu schmächtig für die Center Position. Vielleicht liege ich auch falsch, ist mir nur immer so vorgekommen.

    Also Favors wiegt bei gleicher Größe zwar rund 40 Pfund weniger als Jefferson, aber ist mit 250 Pfund “Kampfgewicht” wohl kaum als zu schmächtig zu bezeichnen! ;)
    Ich sehe es eher anders rum. Jefferson wirkt auf mich etwas übergewichtig. Favours ist durchtrainierter, schneller und spungstärker, was ihn zu einem besseren Verteidiger machen sollte. Aber das ist wohl Ansichtssache.

    Stimmt zwar, dass er weniger kostet, jedoch denke ich, dass auch Millsap in Zukunft ordentlich Kohle verdienen möchte. Muss er auch, zumindest im Ligaweiten Verlgeich. Die Gehälter werden sich ab kommender Saison nicht viel geben aus meiner Sicht. Was mir gerade noch einfällt ist: wenn man Jefferson jetzt tradet, könnte man aufgrund seines Gehaltes, einen besseren Spieler bekommen.

    Also ich denke, dass ein 20/10 Center mehr Gehalt verdienen wird als ein 16/9 PF. Vor allem da es eben weitaus mehr gute PF als Center in der Liga gibt. Auch wenn Millsap obendrein mit seinen schnellen Händen noch ein besserer Defender ist. Ich denke, dass Jefferson durchaus ein Max Vertrag angeboten bekommen könnte. Bei Millsap sehe ich das noch nicht so kommen.

    Und eben dieser größere Gehalts-Spielraum beim möglichen Gegenwert wäre ein zusätzlicher Grund gewesen, weshalb ein Jefferson Trade für mich mehr Sinn gemacht hätte. Wenn man sich mal ansieht was Dragic als PG jetzt in Phoenix verdient… da wäre die Qualität des Gegenwerts den Millsap Trade wohl kaum wert gewesen.

  5. Alexander Aust

    Also Favours wiegt bei gleicher Größe zwar rund 40 Pfund weniger als Jefferson, aber ist mit 250 Pfund “Kampfgewicht” wohl kaum als zu schmächtig zu bezeichnen! ;)
    Ich sehe es eher anders rum. Jefferson wirkt auf mich etwas übergewichtig. Favours ist durchtrainierter, schneller und spungstärker, was ihn zu einem besseren Verteidiger machen sollte. Aber das ist wohl Ansichtssache.

    Genau das macht für mich den Unterschied aus. Jefferson hat auch nicht die Größe eines NBA-Centers macht dies aber mit seiner Masse wett und kann im Post mit den großen Jungs mithalten.

    […] ein 20/10 Center […]

    Ich denke jedes Team, auch die Jazz, würde einen 20/10 Center einem Defensiv-Center vorziehen, wobei ich Favors jetzt nicht schlechter machen möchte als er ist. Du hast es schon richtig gesagt, ist wohl alles Ansichtssache.

    Und eben dieser größere Gehalts-Spielraum beim möglichen Gegenwert wäre ein zusätzlicher Grund gewesen, weshalb ein Jefferson Trade für mich mehr Sinn gemacht hätte. Wenn man sich mal ansieht was Dragic als PG jetzt in Phoenix verdient… da wäre die Qualität des Gegenwerts den Millsap Trade wohl kaum wert gewesen.

    Mit Sicherheit nicht, da bin ich ganz bei dir. Jedoch könnte man sowas mit einem S&T-Deal vorbeugen. Naja, schauen wir mal was da eventuell noch passiert. Wäre ja der Supergau wenn beide Verträge einfach verlängert werden^^

  6. Hassan Mohamed

    |Author

    Warum sprecht Ihr euch bloß für einen Trade aus, der einen der beiden Starter involviert? Die Alternative sowohl Jefferson und Millsap zu halten und die beiden jungen Bigs (bzw. einen) zu traden, gibt es ja schließlich auch.

    Wie steht Ihr zu dieser Möglichkeit?

  7. Smido83

    Warum sprecht Ihr euch bloß für einen Trade aus, der einen der beiden Starter involviert? Die Alternative sowohl Jefferson und Millsap zu halten und die beiden jungen Bigs (bzw. einen) zu traden, gibt es ja schließlich auch.

    Wie steht Ihr zu dieser Möglichkeit?

    Weil der Gegenwert einfach nicht stimmen würde. Utah steht diese Saison bei Kaderkosten von 67 Mio. Wie sollte das Team also auf dem Flügel bzw. im Backcourt deutlich besser werden, wenn man nur 5 Mio oder 4 Mio als Tradewert nehmen würde? Außerdem haben diese beiden Spieler ihr Potenzial noch lange nicht abgerufen. Da ist noch soo viel Upside! Nur Jefferon und/oder Millsap hemmen sie eben in ihrer Entwicklung.

    Und eine Verlängerung von beiden nach der Saison ist für mich eh sehr sehr unwahrscheinlich. Denn erstens hätte man dann nächsten Sommer keinerlei Handlungsspielraum mehr und zweitens würde man dann eben einen der beiden hochtalentierten jungen Spieler ohne passenden Gegenwert traden müssen. Denn vor allem Favors würde sich wohl kaum weitere 2 Jahre hinter Jefferson/Millsap auf die Bank setzen wollen.

    Man muss sich doch die Frage stellen, was die nächsten Jahre vielversprechender gewesen wäre bzw. vielversprechender ist. Ein Frontcourt aus Millsap/Jefferson/Kanter (sage ich jetzt mal einfach so) mit einer qualitativ relativ schwachen Rotation auf den anderen 3 Positionen, oder eine Millsap/Favours/Kanter Rotation mit einer breiten und guten Flügel/Backcourt Rotation. Für mich ist die 2. Variante deutlich vielversprechender.

    Nur dadurch dass man eben keinen der beiden Starter getradet hat, verschenkt man eine weitere Saison in der die beiden großen Talente sich nicht voll entfalten können.

  8. Alexander Aust

    Ich schließe mich Smido an. Ein Fehler ist da aber noch.

    Man muss sich doch die Frage stellen, was die nächsten Jahre vielversprechender gewesen wäre bzw. vielversprechender ist. Ein Frontcourt aus Millsap/Jefferson/Kanter (sage ich jetzt mal einfach so) mit einer qualitativ relativ schwachen Rotation auf den anderen 3 Positionen, oder eine MILLSAP/Favours/Kanter Rotation mit einer breiten und guten Flügel/Backcourt Rotation. Für mich ist die 2. Variante deutlich vielversprechender.

    Da muss natürlich JEFFERSON stehen :mrgreen:

  9. Hassan Mohamed

    |Author

    Weil der Gegenwert einfach nicht stimmen würde. Utah steht diese Saison bei Kaderkosten von 67 Mio. Wie sollte das Team also auf dem Flügel bzw. im Backcourt deutlich besser werden, wenn man nur 5 Mio oder 4 Mio als Tradewert nehmen würde? Außerdem haben diese beiden Spieler ihr Potenzial noch lange nicht abgerufen. Da ist noch soo viel Upside! Nur Jefferon und/oder Millsap hemmen sie eben in ihrer Entwicklung.

    Für bspw. Enes Kanter in Verbindung mit Raja Bell könnte man einen Vertrag in Höhe von bis zu 12,8 Millionen aufnehmen. Hätte man diesen Deal für Mo Williams nicht durchgeführt, hätte man zusätzlich Earl Watson involvieren und bis zu 15,1 Millionen aufnehmen können. Daran sollte bzw. hätte es nicht scheitern sollen.

    Begriffe wie “Upside” und “Potential” sind immer sehr klangvoll – zugegeben. Aber man müsste sich halt sicher sein, dass das Niveau von Jefferson/Millsap wesentlich übertroffen wird. Ansonsten würde es ja nicht viel Sinn machen, 27-Jährige, die auf diesem Niveau Leistung bringen, loszuwerden. Es sei denn, man würde darauf abzielen, noch ein-, zweimal die Lottery zu durchlaufen. Aber die Jazz scheinen kein Fan dieser Management-Philosophie zu sein, was unterschiedliche Gründe haben kann (wirtschaftliche wie sportliche).

    Ich will hier nicht zwingend auf das Traden eines der Jungen drängen, sondern nur auf eine weitere Perspektive hinweisen. Man müsste natürlich zunächst schauen, welches Paket den relativ besten Preis bringt. Aus dem Bauch heraus, hätte ich wohl versucht, die beiden Starter zu verlängern und Kanter zu traden (wobei sich natürlich nur vermuten lässt, was Kanter derzeit einbringen würde; kein bestimmtes Proposal im Sinn), auch wenn weiterhin einer der Bigs von der Bank kommen müsste (Millsap als Edel-Backup). 96-100 Minuten pro Spiel sollten für die drei aber auch ausreichen.


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