Portland Trail Blazers

Draftrückblick – Portland Trail Blazers

Die Draft ist ein Event, welches Hoffnung schürt und die Zukunft junger Akteure, sowie der NBA-Franchises enorm beeinflusst. Eigentlich sollte dieser Tag mit positiven Gedanken verbundensein, da neues Talent in die Liga kommt, doch in Portland ist man nun schon seit Jahren sehrkritisch, wenn es um die Draft geht. Wenn man ehrlich ist, hat man seit 2001 (Zach Randolph) keinen wirklich brauchbaren Spieler gedraftet (LaMarcus Aldridge jetzt mal ausgeschlossen, wurde von den Bulls gedraftet). Ein kleiner Auszug: Sebastian Telfair, Greg Oden, Dante Cunningham, Elliot Williams, Nolan Smith, usw. Alles keine Spieler, die man rückblickend als Erfolg bezeichnen kann. Doch genau das sollte sich selbstverständlich in diesem Jahr ändern. Ein wichtiger Teil davon ist der neue General Manager Neil Olshey, der die Clippers für den Posten bei den Blazers verließ. Mit ihm und der neuen Draft Class soll es für die Blazers wieder bergauf gehen!

Klein vor groß

Auch wenn die Noten für die Draft der Blazers oftmals sehr positiv ausfielen, wurde kritisiert, dass man zuerst einen Point Guard wählte, bevor sich den großen Positionen gewidmet wurde. Doch bereits im Vorfeld war abzusehen, dass die Blazers die Entscheidung treffen würden, Damian Lillard von der Weber State University mit dem sechsten Pick zu ziehen. 

Der Draft Stock des Point Guards steigerte sich im Verlauf der Pre Draft Workouts enorm und nach GM Olshey lieferte Lillard ein hervorragendes Einzel-Workout ab. Allerdings überzeugte der 21-Jährige die Scouts auch schon davor, denn die Blazers hatten ihn schon knapp 30 Mal gescoutet. Trotz der schwachen Konkurrenz am College in der Big Sky Conference, gehen die Verantwortlichen davon aus, dass er sein starkes Scoring und die effiziente, vielseitige Spielweise auf das nächste Level übertragen kann. Speziell in dem Duo Lillard-Aldridge sieht Olshey großes Potential. Das Pick & Roll gilt als eine der absoluten Stärken Lillards und kann somit zu einer Waffe für die Blazers werden. Es ist nicht klar, ob er von Beginn an Starter auf der Eins sein wird, es ist jedoch das primäre Ziel, ihn zu dem Franchise Point Guard zu machen, den sie schon so lange suchen. 

Mit dem elften Pick haben die Blazers dann einen Center ausgewählt. Meyers Leonard von der University of Illinois ist satte 2.16 Meter groß und bringt ein Talentpaket mit, was man nur relativ selten mit Spielern seiner Größe verbindet. Neben seinen guten Blocking-Skills hat Leonard einen soliden Touch und ist enorm athletisch. Sicherlich sind Rookie-Center dieser Klasse grundsätzlich mit einem gewissen Risiko verbunden, jedoch dürften die Blazers eine gute Wahl getroffen haben. Sie glauben an den 20-Jährigen, wollen ihm aber Zeit geben. Olshey ist von der guten Arbeitseinstellung überzeugt und hofft auf eine positive Entwicklung des Pivoten.

Will Barton rundet die Draftklasse ab. Mit dem 40. Pick hat man somit einen Spieler bekommen, der vom Talent her in die erste Runde gehört. Der 21-Jährige fühlt sich auf beiden Flügelpositionen wohl und bringt von der Athletik und Größe ein solides Gesamtpaket mit. Als sehr guter Rebounder und talentierter Scorer kann sich Barton zu einem echten Steal entwickeln. 

Kadersituation

Über die Konkurrenz von Lillard und Leonard lässt sich momentan nur vermuten. Sowohl Raymond Felton als auch Johnny Flynn sind Free Agents und selbst wenn sie zurückkehren, was nicht sehr wahrscheinlich ist, sollte Lillard früher oder später die Nummer eins sein. Keiner der beiden bringt dieses Talentpaket mit, allerdings darf man ihn auch nicht zu viel loben. Der Sprung von der schwachen College-Conference in die NBA wird nicht leicht werden. 

Auch die Big Men J.J. Hickson und Hasheem Thabeet sind nicht mehr im Team und  werden auch nicht zurückkehren. Somit werden höchstwahrscheinlich einige Minuten für Leonard abfallen. Die Blazers versuchen hartnäckig Unterstützung für den Frontcourt unter Vertrag zu nehmen. Wenn Spieler vom Schlage Roy Hibbert dazukommen sollten, wird es schwer, für Leonard viele Minuten zu bekommen. Er gilt aber auch nicht als Spieler, den man von Anfang an gleich als Starter einsetzen bzw. der 30 Minuten pro Spiel bekommen sollte. 

Will Barton kann sich seiner Rolle noch nicht bewusst sein. Der Kader ist noch zu dünn, um absehen zu können, wie gut die Chancen auf Spielzeit sind. Als Rookie gibt er dem Kader aber auf jeden Fall schonmal Qualität und einiges an Talent auf dem Flügel. Wenn Akteure wie Jamal Crawford und Nicolas Baum fehlen, könnte sich Barton im Endeffekt als Gewinner der Offseason entpuppen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Fazit

In Portland ist man überzeugt, den Point Guard der Zukunft gefunden zu haben. Dazu gab es dann gleich noch einen Center mit einer Menge Potential. Dies sind alles Bausteine, die zusammen mit LaMarcus Aldridge Hoffnung machen, doch momentan ist der Kader einfach noch viel zu dünn, um einen Ausblick auf die nächste Saison wagen zu können. Das Draftverhalten der Blazers war in diesem Jahr definitiv hervorragend, da neben den Needs auch sehr talentierte Spieler verpflichtet worden sind. Dies dachte man in den vergangenen Jahren aber auch des öfteren und wurde immer wieder enttäuscht. Dementsprechend gilt es, Ruhe zu bewahren und den Kader nach und nach zu vervollständigen. Der Anfang dafür ist gemacht und vielleicht verbindet man den Tag der Draft in den nächsten Jahren auch wieder mit etwas mehr Hoffnung.

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1 comment

  1. Anonymous

    Mit Damian lillard und Meyers Leonard haben sie zwei mit viel potential bekommen
    und in der summerleague hat man gesehen dass sie toll zusammen passen


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