5-on-5, Draft

5 Draftees, 5 Meinungen

Die Draft ist nun seit einigen Tagen gelaufen, die Draftdeals ausgewertet und durch die beginnende Free Agency ergibt sich so langsam ein Bild von dem, was die Draft der NBA bescherte. Unsere Redakteure werfen einen Blick auf die Geschehnisse und teilen ihre ganz eigene Sichtweise auf vergangene und zukünftige Ereignisse rund um die Auswahl der diesjährigen Rookies mit.

Wer war der Steal der diesjährigen Draft?

Dennis Spillmann: Die erste Reaktion dürfte sein, dass man Perry Jones III. nennt. Tatsächlich sehe ich den Steal der Draft allerdings bei den Detroit Pistons. Die Auswahl Andre Drummonds ist ein Risiko und genau deswegen rutschte Drummond auch bis an die neunte Position. Wir hatten Drummond als zweitgrößtes Talent der Draft bezeichnet – ähnlich wie bei DeMarcus Cousins hatten die Franchises aber zu wenig Mut, um Drummond auszuwählen. Es ist natürlich verständlich, dass man nach der schlechten College-Saison Vorbehalte hat, aber die physischen Voraussetzungen Drummonds sind so beeindruckend, dass man – in Kombination mit den sehr guten blockzahlen – zumindest einen defensivstarken Center erwarten konnte, der ein Anker für viele Franchises darstellen kann. Defensiv-Center wie Tyson Chandler oder Marcus Camby wurden in der Vergangenheit jeweils mit dem zweiten Pick in der Draft gewählt. Sollte sich Drummond neben Monroe genauso auf seien Defensive konzentrieren können, wäre er der Steal der Draft, dazu muss er nicht mal ein Superstar werden.

Jan Karon: Ich würde hier Jared Sullinger nennen. Sicherlich, das Combine war alles andere als überzeugend, seine Rückenbeschwerden könnten chronisch werden und für seine Position erscheint Sullinger zu klein. Aber talentmäßig ist der Power Forward ein Top10 pick. Einer der Spieler, die sehr “ready to go” sind und bereits im ersten Jahr Einfluss auf das Spiel haben werden. Sullingers Bewegung im Lowpost sind aller erste Klasse, dito seine Ausbildung bei Ohio State. Ihn an #21 noch picken zu können, ist ein echter Glücksfall für die Celtics, die nicht nur einen sehr fertigen Spieler erhalten, sondern auch jemanden, der gut ins Konzept passt. Mit Garnett hat er den richtigen Mentor, mit dem Celtics-Team das nötige Umfeld, um in den nächsten Jahren zu wachsen.

Tobias Berger: Marquis Teague. Als High School Spieler galt er als einer der stärksten zehn Spieler seines Jahrgangs und gar als bester Aufbau seiner Recruiting Class. Nun wurde der 19 Jährige erst an 29. Stelle von den Chicago Bulls gezogen und hat bei optimaler Entwicklung trotzdem die Chance, bester Point Guard seiner Draftklasse zu werden. Nach der Ausbildung von Topcoach John Calipari besitzt er einen besseren Wurf als Tony Wroten Jr., ist schneller auf den Beinen als Kendall Marshall und hat in seinem einen Jahr bei Kentucky gegen mehr gute Point Guards gespielt als Damian Lillard in seiner gesamten Collegekarriere. Eine Chance auf NBA-Minuten ist nach der Verletzung von Derrick Rose gegeben.

Hassan Mohamed: Doron Lamb. Der fünfte Spieler (nach Anthony Davis, Michael Kidd-Gilchrist, Terrence Jones und Marquis Teague) von John Caliparis Meistermannschaft aus Kentucky, der dieses Jahr über die Draft-Ladentheke ging, hat das Zeug zum größten Steal. Die Milwaukee Bucks konnten an 42. Stelle einen Spieler an Land ziehen, der zwar nicht mit herausragenden physischen Attributen ausgestattet ist (6‘4 bis 6‘5, durchschnittliche Athletik), aber dafür über einen ausgezeichneten Wurf verfügt. Der Shooting Guard traf in seiner zweijährigen Karriere in der NCAA 144 seiner 303 Versuche aus der Distanz, was einer fantastischen Quote von knapp 48% entspricht. Unweigerlich muss ich an eine Reihe von wurfstarken Zweiern denken, die in der Vergangenheit von den Bucks in der zweiten Runde ausgewählt wurden: Voshon Lenard, der leider bereits verstorbene Bobby Phills und natürlich Michael Redd. Eine Karriere wie vom zuletzt Genannten erwarte ich von Lamb nicht. Eine Rolle als wichtiger Rollenspieler, in der entsprechenden Kaderstruktur vielleicht sogar als Starter, wäre keine große Überraschung. Von einem 42. Pick kann man beim besten Willen auch nicht mehr verlangen.

Julian Barsch: Sicherlich gehen in dieser Draft mehrere Spieler als Steal durch, doch dass die Thunder Perry Jones III. an Position 28 ziehen konnten, sticht heraus. Natürlich gab es im Vorfeld so einige Zweifel, es ist jedoch ein Rätsel, warum wirklich so viele Teams die Finger von ihm gelassen haben. Kaum ein Spieler in dieser Draft bringt diese Mischung aus Talent, Athletik und Größe mit sich und die Verantwortlichen in Oklahoma City haben mit einem späten Erstrunden-Pick ein junges Prospect geholt, welches sie in Ruhe hinter Perkins, Ibaka & Co. aufbauen können.
Wen ich aber unbedingt noch erwähnen möchte, ist Quincy Miller. Die Nuggets haben den Flügel mit dem 38. Pick gezogen und auch dies ist in meinen Augen ein Steal. Die Verletzungssorgen haben Jones’ ehemaligen Teamkollegen bis in die zweite Runde fallen lassen, obwohl das Talent für einen Lottery Pick vorhanden war.

Wer war der Reach der diesjährigen Draft?

Dennis Spillmann: Damian Lillard. Portland hatte mit Sicherheit Angst, in Drummond das nächste Centerprojekt zu ziehen, nachdem man in der Vergangenheit damit ein unglückliches Händchen hatte. Wieso man an sechster Stelle dann aber einen Combo Guard draftet, der im Prinzip in der NCAA außer Konkurrenz spielte, weil Weber State in der Big Sky-Conference im Finale an Montana scheiterte und Lillard so nie auf ein Elite-College traf. Montana verlor übrigens in der ersten Runde des Turniers mit 24 Punkten gegen Wisconsin. Weber State trat dann gar nur beim CIT (College Insider Postseason Tournament) an. Lillard dominierte also in seiner gesamten College-Karriere eine völlig unbedeutende Conference, konnte diese Conference jedoch noch nicht mal gewinnen und spielte in allen College-Jahren letztlich kein einziges bedeutsames Collegespiel, wo er gefordert worden wäre.
Das mag alles nichts über den Spieler selbst aussagen, aber es hat seinen Grund, wieso Lillard bei Weber State und nicht bei einem bekannteren Programm auflief und relativiert die produzierten Stats. Vielleicht sollte man mal das Risiko abwägen, ob man einen Combo-Guard eines unbekannten Colleges oder einen sehr gut gescouteten Spieler draftet. Das Risiko beim scorenden Guard sollte größer sein.

Jan Karon: Das ist zweifelsohne Terrence Ross. Dieser mag zwar talentiert sein, doch nichts, wirklich nichts, legitimiert seine Auswahl an #8. Als Toronto am Zug war, waren noch Austin Rivers, Andre Drummond, ja selbst John Henson verfügbar, die die deutlich bessere Wahl als Ross darstellen. Diesen kannst du an Rang #20 guten gewissen draften, aber nicht in der Lottery sitzend, und gleichzeitig mit Ross’ Auswahl eine Auswahl an talentierteren und vielversprechenderen Kandidaten zu verschmähen. Zumal fraglich ist, ob Ross überhaupt in das Teamkonzept Torontos passt, die mit Jonas Valanciunas und DeMar DeRozan bereits Spieler auf Ross’ Position haben.

Tobias Berger: Auch hier möchte ich mich etwas anders orientieren, da die Kollegen die Reaches aus der Lottery schon beleuchtet haben und Andrew Nicholson anbringen. Nichts gegen ihn. Er ist ein, von einem recht kleinen College (St. Bonaventure) kommender, Power Forward, der auf vier Jahre Campusleben mit sehr ordentlichen Zahlen zurückblicken kann. Allerdings ist der Kanadier schon 22 Jahre alt und wird maximal ein solider Back-up werden. Zum Reach wird er, da an dieser Draftposition #19 für die Magic noch eine Menge anderer Optionen vorhanden waren. Fast alle folgenden Picks der ersten Runde hätten mehr Sinn ergeben, wurden nach Nicholson doch Spieler wie Jared Sullinger, Fab Melo, Tony Wroten Jr., Marquis Teague, Arnett Moultrie und Perry Jones verpflichtet. All’ diese Jungs besitzen einen höheren Wert als Nicholson.

Hassan Mohamed: Mir gefällt die Entscheidung von den Cleveland Cavaliers nicht besonders, Combo-Guard Dion Waiters statt Harrison Barnes an vierter Stelle zu wählen. Meiner bescheidenen Meinung nach wäre der Tar Heel die bessere Ergänzung zum besten Rookie des letzten Jahres Kyrie Irving gewesen als es der Orangemen sein wird. Mit Barnes hätte Irving einen Spieler bekommen, der sich lieber bedienen lässt als selbst den Ball zu dominieren. Auf der anderen Seite des Parkett sehe ich ebenso Vorteile – Barnes hat die Möglichkeiten, sich zu einem guten, intelligenten Verteidiger im Stile von Luol Deng zu entwickeln. Allem in allem denke ich, dass es einfacher ist, einen Waiters als einen Barnes in der Free Agent zu bekommen, daher lässt sich die Wahl kritisieren.

Julian Barsch: Dion Waiters wurde von den Cavaliers an vierter Stelle gezogen. Noch ein paar Tage zuvor galt der Guard als später Lottery Pick, wenn überhaupt und auf einmal hieß es, die Kavaliere wollen ihn mit ihrem ersten Pick auswählen. Diese Entscheidung halte ich für überzogen. Weder passt Waiters besonders gut in den Backcourt der Cavs, da sein Wurf nur mittelmäßig ist, noch ist er vom Potential höher anzusiedeln als etliche der nachfolgenden Talente. Dass der 20-Jährige am College von der Bank kam, sollte aufgrund der Tiefe im Kader der Syracuse Orange nicht auf die Goldwaage gelegt werden, allerdings überzeugte er mit seinem Spiel nicht so dermaßen, wie es für einen vierten Pick in einer mehr als soliden Draft nötig gewesen wäre. 

Kann Harrison Barnes zur ersten Option in Golden State mutieren?

Dennis Spillmann: Kann er. Die Frage ist nur, wie weit er damit die Franchise auch tragen kann. Im Prinzip ist Danny Granger auch die erste Option eines Teams, doch der Erfolg kam nicht aufgrund des Scoringpotential Grangers, sondern weil man das Team in der letzten Saison gezielt verstärkte (David West, George Hill und in der Saison Leandro Barbosa kamen zum Team) und die anderen Spieler sich weiterentwickelten. Monta Ellis war auch die erste Option in Golden State und führte die Warriors kein einziges Mal in die Postseason.
Allerdings würde es für Barnes’ Fähigkeiten – oder das Verletzungspech der Warriors – sprechen, wenn Barnes bereits in der ersten Saison Top-Scorer des Teams werden würde. Auch hier sehe ich gute Chancen, dass dies Realität wird. Barnes kann in der ersten Saison dem Team wahrscheinlich auch auf wenig anderen Wegen helfen, sodass er das grüne Licht bekommen sollte.

Jan Karon: Die Frage sollte sein, ob Golden State das überhaupt will. Ich denke nicht. Mit Stephen Curry, den man nächstes Jahr versuchen wird zu halten, und David Lee hat man bereits die Anker der Offensive. Nimmt man dazu einen Andrew Bogut und Harrison Barnes sowie Klay Thompson und Dorell Wright, hat man eine gesunde Mischung aus Scoring- und Passingelementen. In dieser Rolle funktioniert Barnes auch meines Erachtens nach besser. Er ist nicht gezwungen zwanghaft für sich zu kreieren, sondern kann durch die Räume, die Lee und Curry reißen, selbst profitieren.

Tobias Berger: Harrison Barnes war einer der Gewinner des Draft Combines. Seine dortigen Werte waren herausragend und beeindruckend. Er hat eine gute Größe für seine Position und das Spiel in der NBA wird ihm noch mehr offensive Optionen geben. So könnte die hier doch weniger verstopfte Zone endlich dafür sorgen, dass er einfacher zum Korb ziehen kann. Das sollte gerade in einem Team wie den Warriors schnell für viele Punkte auf seinem NBA Stats Konto sorgen. Dennoch, nach dem diesjährigen Tournament glaube ich nicht mehr an einen Harrison Barnes als erste Option eines wirklich erfolgreichen Teams. Aufbau Kendall Marshall verletzte sich im Turnierverlauf und so war es an Barnes sich selbst Schüsse zu kreieren und das Team offensiv zu tragen. Er kam in den zwei Spielen, mit diesen Voraussetzungen, auf 12,5 Punkte bei 27 FG% und beging insgesamt 8 Turnover. So spielt keine legitime erste Option.

Hassan Mohamed: Für Harrison Barnes ist Golden State wirklich die optimale Situation. Er landet bei einer Mannschaft, bei der die ganze Last nicht auf seinen Schultern ruht, eine Franchise und ein Coach mit Ambitionen sowie eine Kaderstruktur, die sich zu seinem Spiel ergänzt. Mit Stephen Curry, David Lee und Andrew Bogut kann Mark Jackson drei Spieler mit guten bis sehr guten Fähigkeiten als Passgeber für ihre jeweilige Position aufwarten, sodass der UNC-Abgänger nicht fortlaufend seine Gegner im Eins-gegen-Eins aus dem Dribbling schlagen muss, sondern in Positionen bedient werden könnte, die in direkten Scoring-Gelegenheiten münden (ein Dribbling und der Pull-up-Jumper bzw. der Wurf direkt aus dem Screen). Mit den ausgezeichneten Spacing-Möglichkeiten der Warriors (Curry, Klay Thompson oder Dorell Wright, ebenso Lee auf der Vier) hätte Barnes auch viel Platz zum Operieren. Um die Chance zu haben, ein Elite-Scorer zu sein, fehlen dem siebten Pick bisweilen die überdurchschnittlichen Ballhandling-Fähigkeiten. Kann er also der primäre Scorer der Warriors werden? Es liegt meiner Ansicht nach im realistischen Bereich – vergleichbar mit Danny Granger in Indiana oder Rudy Gay in Memphis, die die primären Scorer von Playoff-Mannschaften sind.

Julian Barsch: Sicherlich könnte er das, wenn man von der Situation ausgeht, die er dort vorfindet. Jedoch ist Barnes schlicht und ergreifend keine erste Option in einem NBA-Team. Bereits am College hat er schon oft genug enttäuscht und war abhängig von seinem sehr teamorientierten Point Guard Kendall Marshall, nur wenig kam aus Eigeninitiative. Erste Devise muss sein, das Spiel in Richtung Korb zu verbessern. Er verließ sich viel zu oft auf seinen Sprungwurf und war damit relativ eindimensional. Wenn sich dies nicht bald ändert, stehen die Chance nahe null, dass Barnes jemals eine erste Option sein wird. 

Hat Greg Monroe in Andre Drummond seinen zukünftigen Frontcourtpartner gefunden?

Dennis Spillmann: Ja. Die Bedenken um Drummond kreisen meist um zwei Themen: “Kann Drummond an sich arbeiten und sich damit verbessern, um auf NBA-Niveau zu agieren können?” und “Kann Drummond ein Superstar werden?”. Neben Greg Monroe muss er zumindest Zweiteres nicht zwingend werden, um eine tolle Karriere in der NBA haben zu können. Dies liegt vor allem daran, dass Monroe bereits ein sehr gutes Offensivspiel mit sich bringt und damit Drummond in die Karten spielt. Der Center hatte kein gutes College-Jahr, aber er konnte 2,7 Blocks in der NCAA verbuchen. Er hat schon jetzt einen NBA-Körper und ist ein sehr guter Athlet. Somit bringt Drummond alles mit, um ein exzellenter Verteidiger in der NBA zu werden: Er vereint Physis und Instinkte. Wird Drummond ein guter Defensivcenter, würde dies schon reichen, um neben Monroe sehr gut zu funktionieren. Arbeitet Drummond weiter an seinem Offensiv-Game, wären die Pistons für diese Dekade nahezu optimal aufgestellt.

Jan Karon: Japp. Ich mag den Drummond-Pick. Man wählt die sinnvollste Wahl auf C, denn John Henson oder Tyler Zeller in allen Ehren, doch das Talentlevel Drummonds besitzen beide nicht. Man kann also nichts falsch machen, unter Umständen aber verdammt viel gewinnen. Zumal bei Steals, wie Drummond nun mal einer war, stets gilt: Lieber nehmen und gucken, wie es klappt, denn weiterrutschen lassen und sich im Nachhinein wohl möglich zu ärgern, wenn der Spieler ein Star wird. 

Tobias Berger: Auch für mich scheinen die Sterne für eine gute Entwicklung Drummonds’ in Detroit gut zu stehen. Wenn eine Franchise für harte, ehrliche Arbeit steht, dann sind es die Pistons aus Motown. Das ist genau was dem jungen Center fehlt, eine Einstellung wie sie ihm Joe Dumars von Tag eins an vermitteln wird. Nimmt er diese an, wird das Gespann Drummond/Monroe für einiges an Aufsehen sorgen, da sich die Spielweisen der beiden gut ergänzen sollten.

Hassan Mohamed: Andre Drummond. Das große Fragezeichen der diesjährigen Draft. Das macht die Beantwortung der Frage natürlich schwieriger … aber nicht unmöglich, daher stimme ich der Aussage zu und sage, dass Greg Monroe seinen Partner im Frontcourt gefunden hat. Monroe der Basketballer, Drummond der Athlet. Spitzenathlet. Mit diesen physischen Möglichkeiten muss doch zumindest ein DeAndre Jordan dabei rumkommen. Memo an Joe Dumars: Gib Ben Wallace einen Vertrag als Spieler, Assistenztrainer, Scout oder irgendeine andere Position mit einer einzigen Aufgabestellung: Er soll keine Sekunde von Drummonds Seite weichen und ihm die richtige Einstellung vermitteln. Die Pistons haben keinen Zeitdruck. Als neunten Pick hat der Hüne auch keinen medialen Druck. Selbst wenn er niemals zum versierten Basketballer wird, sondern bloß ein unglaublicher Athlet bleibt, der allerdings das eigene Brett sauber hält (Rebounds, Blocks, Defense), wäre er trotzdem eine sehr gute Ergänzung zu Monroe.

Julian Barsch: Natürlich kann niemand wissen, wie sich Drummond entwickelt, doch mit diesem Talent wird er neben Monroe zumindest defensiv seinen Mann stehen. Offensiv hat Monroe bereits bewiesen, zu was er fähig ist. Somit hat Drummond Zeit, sich zu entwickeln und keinen Druck, großartig scoren zu müssen. Zumal sind die Pistons momentan auch nicht in einer Situation, die von Drummond Monsterzahlen erfordert. Dementsprechend ist der Rookie der Frontocurt-Partner für Monroe, den man in Detroit so dringend benötigt hat. 

Wer wird Rookie of the Year?

Dennis Spillmann: Das ist einer der schwiegeren Fragen vor dieser Saison. Anthony Davis’ und Michael Kidd-Gilchrists Offensiv-Game sollte im Normalfall nicht ausgeprägt genug sein, um für die Zahlen zu sorgen, auf die die meisten Journalisten schauen. Bradley Beal spielt um die Playoffs mit und dürfte dort in einer Rolle sein, wo er nicht gewissenlos schießen darf. Ich würde fast Harrison Barnes nennen wollen, bei dem ich die Möglichkeit sehe, dass er in Golden State viele Würfe nehmen darf. Andererseits könnte der Hype der Monobraue aber auch ausreichen, um diesen zum Rookie of the Year zu tragen, auch wenn dieser “nur” 10/10 und 2 Blocks auflegen würde. Also doch Davis.

Jan Karon: Anthony Davis

Tobias Berger: Das Offensivspiel vom #1 Pick könnte einige überraschen. Meiner Meinung nach wird sich hier nach dem Trainingscamp schon viel getan haben. Davis wird zu einer ernstzunehmenden Option bei den Hornets und sichert sich so durch die dazukommenden Rebounds und Blocks mit etwas Abstand den Rookie of the Year Award. Es folgen Thomas Robinson und Michael Kidd-Gilchrist auf den Plätzen.

Hassan Mohamed: Ich gehe Mainstream und wähle Anthony Davis. Er hat den Hype, er bekommt die Minuten und er hat die Fähigkeiten. Welcher andere Rookie könnte ihm gefährlich werden? Höchstens Harrison Barnes, falls Mark Jackson große Stücke von ihm hält und ihn entsprechend einsetzt…

Julian Barsch: Zu Beginn muss ich betonen, dass ich diesen kompletten Hype um Anthony Davis nicht annähernd unterstütze. Selbstverständlich habe ich ihn am College beobachtet, mehr als ausführlich. Trotz alledem fehlt ihm einfach das Offensivspiel einen Topstars. Letztendlich ist er aber die einzig realistische Antwort auf diese Frage. Auch wenn er nicht explodiert, die Journalisten werden einen Grund finden, ihn zum ROY zu wählen. Nach dieser Vorgeschichte kann es schlicht und ergreifend keinen anderen Gewinner dieses Awards geben. 

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

3 comments

  1. Smido83

    Frage 1:
    Der größte Steal ist echt schwer… alle 5 genannten hätte ich viel früher im Draft erwartet. Aber da ich mich größtenteils mit Kentucky auseinandergesetzt habe wähle ich Doron Lamb. Für mich nicht zu verstehen wie man solch einen guten Shooter bis in die 40er durchrutschen lassen kann. Zwar ist er athletisch eher unterer Durchschnitt, genau wie in Sachen Defense, aber als 1. Option von der Bank ist er absolut klasse. Sein Wurf ist nahezu perfekt und er kann sowohl als Ballhandler als auch off Ball sehr gut agieren. Gibt man ihm nur etwas Platz, dann ist er eine Waffe die jedem Team helfen könnte. Nehmen wir mal Denvers 20. Pic. Da wird ein junger französischer SG ohne jegliche Erfahrung im nordamerikanischen Basketball und ohne guten Wurf gezogen (28% 3er letzte Saison). Aber ein überdurchschnittlicher Scorer und Starter des besten NCAA Teams wird bis 42 durchgereicht…

    Frage 2:
    Für mich klar Dion Waiters. Ein guter Spieler, aber niemals ein 4th Pic in diesem Draft. Nicht wenn es noch solche Talente gibt, die dem Team Need der Cavs viel besser entsprochen hätten. Hier schließe ich mich daher den Meinungen von Hassan Mohamed und Julian Barsch an.

    Frage 3:
    Ich denke David Lee wird die erste Option bleiben, auch wenn sich meiner Meinung nach dahinter Curry und Barnes um die 2. Opton “streiten” werden. In naher Zukunft denke ich es wird auf 20 PPG von Lee sowie 15 PPG von Curry und Barnes hinauslaufen. Wie ihr es ja schon geschrieben habt könnte es ihm entgegenkommen, dass er garnicht diese Hauptlast tragen muss, sondern sich besser aussuchen kann wann er seine durchaus vorhandenen Offensivqualitäten einsetzt. Bei den Warriors ist er gut aufgehoben, vieleicht in 4 oder 5 Jahren dann auch als 1. Option. Man muss eben abwarten wie er sich noch entwickelt.

    Frage 4:
    Ich kann Drummond einfach nicht einschätzen, bzw. sehe in ihm nicht das was ihr in ihm seht. Vieleicht liegt es daran, dass Größe und Physis für mich nicht genug sind um jemanden als riesen Talent anzusehen. Wie viele Big Man gab es schon die früh gezogen wurden, aber sich nie auf höchstem Niveau durchsetzen konnten? Ihr sprecht ihm hier zumindest alle zu, dass er sich aufgrund der ordentlichen Blockqualitäten zu einem Defensivanker entwickeln könnte. Ich halte mal die für einen Spieler seiner Außmaße eher enttäuschenden 7,6 Rebounds dagegen… vor allem wenn man bedenkt, dass nur 4,2 davon Defensivrebounds waren. Wie gesagt, Talent ist natürlich vorhanden, aber ob er es auch umsetzen kann, daran habe ich so meine Zweifel. Vor allem was Willen, Einstellung und psychische Stabilität angeht! Seine Freiwurfquote deutet dies auch mehr als deutlich an! Ein Davis z.B. hat seine Freiwurfquote von 58% nach 10 Spielen auf über 70% nach der gesamten Saison steigern können, bei einem Drummond wurde sie eher noch schlechter. Bestenfalls klappt es und er entwickelt sich zu einem Spieler a la Chandler, schlechtestenfalls hat sich Detroit den nächsten Thabeet aufgehalst. Mit Glück liegt die Wahrheit mehr in Richtung Chandler, was jedoch nicht meiner Meinung entspricht.

    Frage 5:
    Die Monobraue… wer denn sonst? :D
    Bei New Orleans wird er in der ersten Saison alle Freiheiten genießen können. Er wird sich im Low Post versuchen dürfen, oder aus der Mitteldistanz seine Würfe nehmen, vieleicht sogar einige 3er wie zwischenzeitlich bei den Wildcats. Da er obendrein ein guter Freiwurfschütze für einen Big Man ist sollte auch dies für einige Punkte sorgen. Dass er Defensiv, solange er körperlich etwas zulegen konnte, sofort Impact haben wird sollte außer Frage stehen. Wieso ihn hier einige die Offensivqualitäten absprechen verstehe ich sowieso nicht. Sein Wurf sieht relativ gut aus für einen Big Men. Zwar wird aus ihm kein Nowitzki, aber einen soliden Wurf aus der Mitteldistanz a la Al Jefferson wird er sich sicherlich erarbeiten können. Das er überdurchschnittlich schnell ist, ein gutes Ballhandling besitzt und über eine riesen Sprungkraft verfügt wird sich auch positiv auf seine Punkteausbeute auswirken. Vor allem im Zusammenspiel mit einem Spieler wie Rivers. Die 2 werden mal ein tödliches Pick&Roll entwickeln. Da bin ich mir sicher. Ich tippe auf 15 PPG, 8,5 RPG sowie 2,5 BPG in seiner Rookiesaison! ;)

  2. Dennis Spillmann

    Ich halte mal die für einen Spieler seiner Außmaße eher enttäuschenden 7,6 Rebounds dagegen… vor allem wenn man bedenkt, dass nur 4,2 davon Defensivrebounds waren.

    Dann halte ich mal dagegen, dass Drummond in seiner College-Karriere jeden sechsten VERFÜGBAREN Offensivrebound eingesammelt hat, wenn er auf dem Feld stand. Diese Zahl würde in der NBA bedeuten, dass er am offensiven brett besser reboundet als Dwight Howard, andrew Bynum, Roy Hibbert … im Prinzip eh besser als alle Center, die nicht Ömer Asik heißen. Und auch besser als Anthony Davis am College.
    Defensiv ist er natürlich verbesserungsfähig. Das könnte an seinen Fundamentals liegen. Fabian Thewes hatte dazu ja mal einen hervorragenden Artikel geschrieben. Defensives Rebounding (vor allem im Team) kann man erlernen. Das konnte man ja nicht zuletzt bei Dirk sehen. Von daher sind diese totalen Reboundzahlen einfach nicht aussagekräftig.
    Drummonds Blockrate befindet sich übrigens auf dem Niveau von Serge Ibaka, wenn man normierte Zahlen anlegt. Und wir reden hier – wie gesagt – von einer enttäuschenden College-Saison von Drummond. Dass er seine Zahlen so nicht 1-zu-1 in die NBA übertragen kann, ist klar. Nur anhand von einer Reboundzahl zu urteilen, halte ich einfach für falsch.

  3. Smido83

    Dann halte ich mal dagegen, dass Drummond in seiner College-Karriere jeden sechsten VERFÜGBAREN Offensivrebound eingesammelt hat, wenn er auf dem Feld stand. Diese Zahl würde in der NBA bedeuten, dass er am offensiven brett besser reboundet als Dwight Howard, andrew Bynum, Roy Hibbert … im Prinzip eh besser als alle Center, die nicht Ömer Asik heißen. Und auch besser als Anthony Davis am College.
    Defensiv ist er natürlich verbesserungsfähig. Das könnte an seinen Fundamentals liegen. Fabian Thewes hatte dazu ja mal einen hervorragenden Artikel geschrieben. Defensives Rebounding (vor allem im Team) kann man erlernen. Das konnte man ja nicht zuletzt bei Dirk sehen. Von daher sind diese totalen Reboundzahlen einfach nicht aussagekräftig.
    Drummonds Blockrate befindet sich übrigens auf dem Niveau von Serge Ibaka, wenn man normierte Zahlen anlegt. Und wir reden hier – wie gesagt – von einer enttäuschenden College-Saison von Drummond. Dass er seine Zahlen so nicht 1-zu-1 in die NBA übertragen kann, ist klar. Nur anhand von einer Reboundzahl zu urteilen, halte ich einfach für falsch.

    Ich spreche ihm doch wie gesagt das Talent garnicht ab. Nur den Willen wirklich an sich zu arbeiten und das Spiel zu dominieren. In den UConn Spielen die ich gesehen habe (es waren nicht viele… 5 oder 6) ist er mir eigentlich garnicht aufgefallen. Er wirkte eher wie ein Rollenspieler. Ich sah nie dass er mal den Ball gefordert, oder sich defensiv soll reingehangen hat. Ich sah nicht dass er kämpft und um jeden Preis gewinnen will…

    Dies ist ja auch nur meine Meinung. Wer weiß, vieleicht wird er auch mal ein Allstar, aber ohne den Willen sich zu verbessern bzw. die richtige Einstellung zum Spiel wird das nix! Dies jedoch habe ich bei ihm bisher nicht gesehen.


Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben