Dallas Mavericks, Playoffs, Playoffs2012

Der Fall eines Champions

Die Oklahoma City Thunder sind erst das dritte Team in der Geschichte der NBA, welches den amtierenden Titelträger in der ersten Playoffrunde in nur vier Spielen nach Hause schicken konnten. Dabei hatten sich die Dallas Mavericks so viel vorgenommen. Allen voran Jason Kidd und Dirk Nowitzki, die noch einmal zeigen wollten, dass sie zum einen das Herz eines Champions und zum anderen noch etwas Saft im Tank haben, um noch einmal oben anzugreifen. Es sollte nicht sein und dafür gibt es Erklärungen, die es zu ergründen gilt.

Oklahoma City als Wunschgegner?

Gern erinnerte sich der amtierende Meister an den Ausgang der letztjährigen Conference Finals, als man die Thunder 4:1 besiegen konnte. Praktisch jede Crunchtime ging an das Team aus Texas, insbesondere weil die Matchups eindeutig für die Mavericks sprachen: Nick Collison machte gegen Dirk Nowitzki wohl den besten Job, aufgrund der außergewöhhnlichen Klasse des Deutschen blieb es dennoch ein deutliches Mismatch. Defensivcenter Kendrick Perkins war durch seine langwierige Verletzung noch alles andere als in Topform und konnte durch die Länge, Athletik und Geschwindigkeit eines Tyson Chandler locker ausgespielt werden. Als Verteidiger gegen Superstar Kevin Durant war Shawn Marion wie geschaffen. Und zum Schluss konnte die explosive Penetration von Russell Westbrook durch eine exzellent organisierte Zonenverteidigung erheblich erschwert werden, welche den zweiten Star der Thunder immer wieder zu zahlreichen Ballverlusten und schlechten Würfen gezwungen hat.

Trotz des Abgangs von Tyson Chandler versprachen sich die Mavericks auch in diesem Jahr mehrere Matchup-Vorteile und vertrauten auf die eigene Stärke in der Crunchtime, die sie noch im letzten Jahr so zahlreich nachgewiesen haben. Doch diese (nachvollziehbare) Hoffnung hat sich im Nachhinein als trügerisch herausgestellt.

Der Sweep und seine Gründe

1. Dirk 2012 ≠ Dirk 2011

Es klingt trivial, dennoch ist diese Feststellung notwendig, um das Ausscheiden sinnvoll zu analysieren: Dirk Nowitzki war gegen die Thunder nicht so dominant wie noch 2011. 2011 spielte er gegen die Thunder die vielleicht beste Playoffserie seiner Karriere. Getragen vom unzerstörbaren Willen endlich einen Titel zu gewinnen, legte Dirk Nowitzki im ersten Spiel 48 Punkte mit nur 15 Feldwürfen (plus 24 Freiwürfe) auf. Unterm Strich waren es durchschnittlich mehr als 32 Punkte pro Spiel, verbunden mit wahnsinnigen Quoten und heroischen Leistungen in der Crunchtime.

Es war wohl abzusehen, dass diese epische Leistung in diesem Jahr nicht zu wiederholen ist; nicht in dieser vom Tarifstreit und Lockout beeinflussten Saison, die insbesondere bei Dirk Spuren hinterlassen hat. Nowitzki gab zu, dass er nach dem Titelgewinn in Sachen Motivation in ein Loch gefallen war. So gesehen wäre der Lockout zum richtigen Zeitpunkt gekommen, denn eine etwas längere Pause zur neuen NBA-Saison wäre für den Deutschen genau das Richtige gewesen. Doch leider fiel das Motivationsloch größer als gedacht aus. Infolgedessen ließ es Dirk länger schleifen als es eigentlich sein sollte. Der Dezember kam, der Lockout war vorbei und die neue Saison stand vor der Tür. Plötzlich sollte alles ganz schnell gehen. Der ehemalige Würzburger war sicherlich nicht der einzige, der von dieser Wende überrascht gewesen ist.

Fakt ist, dass Dirk Nowitzki völlig außer Form ins Trainingscamp gekommen ist, hervorgerufen durch einen Championship-Hangover und mangelndes körperliches Training. Dirk ist auch nur ein Mensch, das steht völlig außer Frage. Dennoch ist festzuhalten, dass Professionalität sicherlich anders aussieht. Jedenfalls schleppten sich die Mavericks mit zahlreichen kleineren Verletzungen durch die reguläre Saison. Dirk Nowitzki wurde in den letzten zwei Monaten besser, was auch ein Grund war, wieso man aus Sicht des Deutschen leicht optimistisch auf die Postseason blicken konnte.

Letztendlich wurden es durchschnittlich keine 32 Punkte pro Spiel bei beeindruckender Effizienz, sondern “nur” 26.8 bei für ihn mäßiger Effizienz (TS% von 0.56). Damit konnte er nur den Output von Kevin Durant egalisieren, denn der Star der Thunder erzielte durchschnittlich 26.5 Punkte (TS% von 0.58), während Dirk Nowitzki das Duell der Stars im letzten Jahr noch klar für sich entschieden hatte (32 ppg vs. 28 ppg plus großen Effizienz-Vorsprung).

2. Defense 2012 ≠ Defense 2011

110,1. Soviele Punkte kassierten die Dallas Mavericks in den vier Spielen gegen die Thunder durchschnittlich pro 100 gegnerische Ballbesitze. Zum Vergleich der Wert des schlechtesten NBA-Teams aller Zeiten, der Charlotte Bobcats: 110,4. Diese eine Zahl sollte bereits offenlegen, woran die Mavericks in diesen Playoffs unter anderem gescheitet sind: an der eigenen Defensive. Während es in den letzten Conference Finals nach den ersten beiden defensiv fragwürdigen Vorstellungen (1 Sieg, 1 Niederlage, Thunder 124 Punkte pro 100 Ballbesitze) noch gelang, defensiv eine Schippe draufzulegen (Thunder keine 103 Punkte pro 100 Ballbesitze in den letzten drei Spielen), gelang dies den Mavs dieses Jahr nicht. Die Thunder spielten wie ein Uhrwerk ihren Stiefel runter. 109 Punkte pro 100 Ballbesitze im ersten Spiel, 111.5 im Zweiten, 105.4 im Dritten und 115.4 in der letzten Partie.

Warum sich die Defensive in diesem Jahr im Verlauf der Serie nicht steigern konnte, liegt zum einen daran, dass die von den Mavericks so oft praktizierte Zonenverteidigung nicht mehr so gut wie früher funktionierte. Die sehr starke Help-Defense und die koordinatorischen Fähigkeiten eines Tyson Chandler fehlten hier besonders. So gelang es den Mavs in Spiel 1 und Spiel 2 zwar, Kevin Durant kalt zu stellen, doch fanden die Thunder immer wieder ihre Bigs in oder in der Nähe der Zone, die dann zu leichten Punkten kommen konnten (Ibakas 22 Punkte in Spiel 1, Perkins’ 13 Punkte in Spiel 2). Ein Tyson Chandler hätte hier durch seine gute Defensivrotation einige Punkte verhindern können, so dass es möglicherweise zum “Glückswurf” von Kevin Durant hätte gar nicht kommen können. Sein Ersatz, Brandon Haywood, konnte die Lücke nicht schließen. Haywood ist eher ein schwerfälliger, wenig begweglicher Center, der eher beim Ausblocken oder in der Mann-gegen-Mann-Verteidigung glänzt. Zum Nachteil der Mavericks agierte Haywood in der Zonenverteidigung unglücklich und auch sonst ziemlich außer Form, weshalb nicht überraschte, dass Carlisle Haywoods Minuten arg zurückfuhr (nur 15 mpg).

Backupcenter Ian Mahinmi sah in der Zonenverteidigung schon besser aus, doch ist der junge Franzose ein foulanfälliger Spieler. Außerdem hat er beim Verteidigen des Pick & Roll seine Unerfahrenheit unter Beweis gestellt hat. Somit wurde auch dessen Minuten im Vergleich zur regulären Saison leicht gesenkt.

Generell war für die Mavericks problematisch, dass eine geeignete und ausgewogene Verteidigungsrotation aufgrund der spezifischen Mängel der Spieler kaum möglich war. Welche Spieler sollen sich um Russell Westbrook, Kevin Durant und James Harden auf dem Feld kümmern, wenn diese zeitgleich auf dem Feld sind? Delonte West ist wohl der beste Verteidiger für Russell Westbrook oder James Harden, Shawn Marion für Kevin Durant. Jason Kidd ist aufgrund seines Passspiels und seiner defensiven Fähigkeiten (schnelle Hände, Organisator, guter Defender in der Zone) trotz des mangelnden Tempos eine wichtige Figur. Dirk Nowitzki steht sowieso auf dem Feld. Doch wo bleibt dann Jason Terry, die eigentliche zweite Option der Mavericks? Möchte man alle einsetzen, hieße der Frontcourt Marion/Nowitzki – verbunden mit einer 3-Guard-Lineup. Das war selbst Rick Carlisle wohl zu riskant. Lieber baute er für einen Guards den größeren Vince Carter ein, aber auch das funktionierte in der Regel nicht, weil die Thunder die praktizierende Zonenverteidigung nicht selten effektiv ausspielte (Smallball mit Durant auf der 4, solides Passspiel, Westbrook treffsicher von Außen, Spielmacher-Fähigkeiten von James Harden).

Der Franchiseplayer der Mavericks machte defensiv ebenfalls keine gute Figur. Als Mann-gegen-Mann-Verteidiger ist er in Topform ein brauchbarer Spieler, doch in dieser Serie wurde den Mavs seine schlechte Help-Defense und seine schwachen Defensivrotationen bzw. seine mangelnde Geschwindigkeit/Beweglichkeit zum Verhängnis. Immer wieder konnten die Thunder nach Drives ihre Bigs unterm Korb bedienen (Spiel 1, Spiel 2). Die Abstände zu den Gegenspielern waren teilweise sehr groß. Der Deutsche musste in einer Pressekonferenz selbst eingestehen, dass er die ein oder anderen Plays der Thunder falsch gelesen hat. Es ist nachvollziehbar, dass seine Aufgaben in der Verteidigung an der Seite von Marion (außen gegen Durant verteidigen) oder Mahinmi anspruchsvoller als noch im letzten Jahr an der Seite von Tyson Chandler sein würden. Wenn Haywood nicht in der gezeigten Form enttäuscht hätte, wäre dies vielleicht zu verschmerzen gewesen, doch so muss auch ein Dirk Nowitzki Verantwortung für die schlechten Leistungen in der Defensive übernehmen.

3. Crunchtime 2012 ≠ Crunchtime 2011

23. Mai 2011, viertes Spiel der Conference Finals 2011 in Oklahoma City. Dallas liegt in der Serie mit 2:1 vorn. Nach einem getroffenen Dreier von Kevin Durant führen die Thunder mit 15 Punkten, Zwischenstand 99:84, nur noch fünf Minuten zu spielen. Eigentlich eine sichere Sache für das Team aus OKC, das sollte man zumindest meinen. Doch plötzlich spielten die Thunder wie ausgewechselt. Im Angriff reihte sich Isolation an Isolation, Fehlwurf an Fehlwurf. Die Mavericks beenden das Viertel noch mit 17:2, Ausgleich. Schließlich nutzten Kidd, Terry und Nowitzki das Momentum, um in der Verlängerung das Spiel mit 112:105 nach Hause zu fahren. Dieser Einbruch war symptomatisch für die letztjährige Serie zwischen Thunder und Mavs. Erstere konnten die Spiele einfach nicht closen. Unterm Strich führten sie gar eine längere Zeit als die Mavericks, doch kaufen können sie sich davon nichts. In den Geschichtsbüchern steht ein “deutliches” 4:1. Die Mavericks sind aufgrund ihrer bemerkenswerten Leistungen in der Crunchtime verdient weitergekommen.

5. Mai 2012, viertes Spiel der ersten Playoffrunde 2012 in Dallas. Die Thunder führen die Serie mit 3:0 und solch ein Vorsprung wurde noch nie aufgeholt. Doch die Mavericks kämpfen. Sie wollen nicht wie die Lakers enden, die im Jahr zuvor als amtierender Champion von den Mavericks mit 0:4 nach Hause geschickt wurden. Nach einem getroffenen Dreier von Jason Terry anfangs des vierten Viertels führen die Mavericks mit 13 Punkten, noch knapp zehn Minuten zu spielen. Eigentlich kein Problem für ein Veteran-Team wie den Mavericks, oder nicht? Doch in diesem Jahr fand ein Rollentausch statt: Angeführt von einem überragenden James Harden gewannen die Thunder das Viertel noch mit 35:16, die Serie war vorbei. Die Mavericks spielten wie die letztjährigen Thunder und die Thunder spielten wie die letztjährigen Mavericks. Ein Spiel zu closen wollte Dirk Nowitzki & Co nicht gelingen, so auch in den ersten beiden Spielen:

In Spiel 1 führten die Mavericks 151 Sekunden vor Schluss mit sieben Punkten. Mit einem Dirk Nowitzki in den eigenen Reihen sollte es doch gelingen, das Spiel nach Hause zu schaukeln. Im Anschluss daran beendete Nowitzki noch vier Ballbesitze: Ein Fehlwurf, zwei Ballverluste und nur zwei getroffene Freiwürfe waren die Folge. Erschwerend kam hinzu, dass der Deutsche in der Verteidiung sehr unglücklich agierte und Serge Ibaka leichte Punkte bescherte. Die Thunder holten auf und Kevin Durant bekam die Chance, den Gamewinner zu versenken. In diesem Jahr war der Zauber des Deutschen in entscheidenden Momenten verloren.

Summa summarum hatten die Dallas Mavericks in drei der vier Partien große Chancen das Spiel zu gewinnen, nutzten sie jedoch nicht. Ein deutliches Ausscheiden ist die logische Folge.

4. Form 2012 ≠ Form 2011

Ansonsten lässt sich festhalten, dass die Mavs in dieser Saison insbesondere auch offensiv nicht in der Lage waren, auf dem Niveau vom letzten Jahr zu agieren. In den Playoffs 2011 lief immer wieder der ein oder andere Spieler richtig heiß (Jason Terry, Jason Kidd, JJ Barea, Peja Stojakovic). Diese Saison agierten die Mavericks zu unkonstant und zu wenig organisiert. Während die Mavericks im letzten Jahr in der regulären Saison noch auf Rang 8 in der offensiven Effizienz standen (109.7 Punkte pro 100 Ballbesitze), schlossen sie diese RS nur auf Rang 22 ab (103.3). In den Playoffs wurde der mäßige Offensivbasketball fortgesetzt (103.2).

Die Gründe sind leicht zu finden: Zahlreiche kleinere Blessuren wirbelten die Rotation durcheinander. Dass neue Rollenspieler integriert werden mussten, kam erschwerend hinzu. Eigentlich plante man die Saison mit Lamar Odom, der jedoch keine Leistung bringen konnte oder wollte. Dirk Nowitzki klagte über Knieprobleme und musste ein paar Partien aussetzen. In diesem Wirrwarr einen (neuen) Contender zu formen, war wohl eine Herkulesaufgabe, die nicht umzusetzen war. Dass man in den ersten beiden Playoffspielen die Thunder an den Rand einer Niederlage hatte, muss man dem Team eigentlich hoch anrechnen. Möglicherweise wäre die Serie ganz anders verlaufen, wenn der letzte Wurf von KD im ersten Spiel vom Brett nicht in den Korb, sondern daneben gefallen wäre. Doch ein 0:4 bleibt ein Sweep. Das Weiterkommen der Thunder ist zwar zu deutlich ausgefallen, doch verdient bleibt es trotzdem.

Rebuild, wir kommen!

Wie geht es nun weiter mit den Dallas Mavericks? Dirk Nowitzki hat in der Pressekonferenz jedenfalls die Richtung vorgegeben, als er betonte, dass er Hilfe benötige. In der heutigen Zeit sei Erfolg ohne mindestens zwei Spieler von gewissem Format praktisch unmöglich. Dass die Mavericks ihr erprobtes Championship-Team vor dieser Saison aufgegeben haben, um mittelfristig Spitzentalent nach Texas zu losten, ist offensichtlich. Problematisch ist, dass Deron Williams fast der einzige hochwertige (im Sinne von Star) Unrestricted Free Agent ist, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Der enttäuschende Sweep gegen die Oklahoma City Thunder war sicherlich keine Werbung für eine Verpflichtung des “Hometown-Heroes”.

Doch auch der notwendige Capspace fällt nicht vom Himmel. Momentan stehen die Dallas Mavericks in Sachen Gehaltsausgaben bei über 54 Millionen $ für die kommende Saison, was nahezu keinen Capspace bedeutet (nur ca. 4 Millionen). (Teilweise) ungarantierte Verträge von Spielern wie Vince Carter, Lamar Odom, Brandon Wright oder Sean Williams müssen aufgelöst werden. Die Amnesty Clause muss sinnvoll eingesetzt (Brandon Haywood vs. Shawn Marion). Und was soll eigentlich mit den zahlreichen Free Agents wie Jason Terry, Jason Kidd, Delonte West oder Ian Mahinmi passieren, deren sogenannte “Capholds” den Capspace der Mavericks auffressen, so dass man die (Bird-)Rechte an den Spielern zunächst verwerfen müsste, um Capspace zu kreieren? Die Folge davon wäre übrigens, dass mit diesen Spielern nur niedrig dotierte Verträge anbieten könnte, falls der kreierte Capspace für externe Verstärkungen verwendet werden sollte.

Insofern steht das Frontoffice um GM Donnie Nelson vor einer Mammutaufgabe. Falls sich Williams gegen die Dallas Mavericks entscheiden sollte, könnten die Mavericks auf Jahre im Niemandsland der NBA verschwinden. Oder um es drastischer zu formulieren: Eine schlechte Offseason 2012 könnte die Mavericks gänzlich ins Chaos stürzen. Erst recht, wenn Nowitzkis Vertrag in zwei Jahren ausläuft. Über mangelnde Spannung braucht man sich aus Sicht der Mavericks im Sommer also nicht zu beklagen.

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2 comments

  1. Alexander Aust

    Sehr starker Artikel Jungs!

    Die Situation ist sehr gut analysiert und erklärt worden. Stimme euch in allen Punkten zu. Das Team war insgesamt einfach zu schwach in dieser Saison. Sowohl JJ, der ständig penetriert als auch Chandler, Peja und auch Stevenson haben sehr gefehlt.
    Desweiteren fand ich letztes Jahr den ständigen Wechsel zwischen Marion und Stevenson als Verteidiger gegen Durant richtig gut. So hatte KD zu keiner Zeit einen schwachen Verteidiger gegen sich. In dieser Serie konnte Durant teilweise machen was er wollte, was sowohl an seiner eigenen als auch an der Leistung von Marion lag.

    Mein Respekt geht aber auch an die Thunder. Die haben sich wirklich gut gemacht. Vor allem Westbrook ist ne Stufe weiter als letzte Saison. Dass man ihn ein ganzes Viertel, wie in Spiel 2 letzte Saison draußen lässt, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

    Am interessantensten ist für mich jedoch die Rebuild Frage in Dallas. Derzeit kann die Situation wirklich niemand richtig einschätzen. Bin echt mal gespannt was da passieren wird. Ich als Mavericks Fan würde mir ja wünschen, dass man einen richtigen Schnitt macht und sich auch von verdienten Spielern wie Terry und Kidd trennt.
    Der einzige Spieler den ich halten würde wäre Marion. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich denke, dass man mit ihm und/oder z.B. Odom+Roddy evtl doch was vernünftiges auf dem Markt bekommen könnte. Ich meine jetzt keinen Superstar, aber dann doch einen vernünftigen Big-Man. Dirk braucht jemanden unter dem Korb, der verteidigt und reboundet. Der Fokus sollte jedoch auf D-Will liegen. Er sollte aus meiner Sicht der zukünftige Franchise-Player werden, da sind sich auch alle in Dallas einig.
    Ich würd mir einfach wünschen nächste Saison ein ganz neues Dallas-Team auf dem Platz zu sehen. Dirk+DWill+vernünftige Rollenspieler wäre wirklich klasse. Donnie an die Arbeit^^

  2. Fabian Thewes

    |Author

    Sehr starker Artikel Jungs!

    Freut mich, dass mein Artikel dir gefällt. :)

    Die Situation ist sehr gut analysiert und erklärt worden. Stimme euch in allen Punkten zu. Das Team war insgesamt einfach zu schwach in dieser Saison. Sowohl JJ, der ständig penetriert als auch Chandler, Peja und auch Stevenson haben sehr gefehlt.

    Du hast recht. Die einzelnen Rädchen griffen im letzten Jahr besser ineinander, was aber möglicherweise zum Teil auch daran lag, dass sie fast alle durch die Bank ungewöhnlich gut in Form waren. Ich will damit vielleicht nicht sagen, dass es ein reines “fluke”-Jahr war. Dallas ist sicherlich verdient Meister geworden, jedoch gab es eben auch die ein oder andere glückliche Situation. Dieses Jahr gab es eben auch einige unglückliche Aktionen, siehe Durants Gamewinner in Spiel 1. Die Mavs haben in den ersten beiden so gut gespielt, dass die Serie auch ganz anders hätte verlaufen können. Auch das hatte ich im Artikel ja angedeutet. Drei der vier Spiele waren extrem knapp. Hier sieht man vielleicht auch, wie ähnlich gut die Teams teilweise sind. Kleinigkeiten können entscheidend sein, wodurch unter Umständen das Endergebnis zwar deutlich ist, der Weg dahin aber deutlich enger als man zunächst annehmen könnte.

    Desweiteren fand ich letztes Jahr den ständigen Wechsel zwischen Marion und Stevenson als Verteidiger gegen Durant richtig gut. So hatte KD zu keiner Zeit einen schwachen Verteidiger gegen sich. In dieser Serie konnte Durant teilweise machen was er wollte, was sowohl an seiner eigenen als auch an der Leistung von Marion lag.

    Insgesamt hat Marion meiner Ansicht nach insgesamt einen soliden Job gemacht, insbesondere in den ersten Spielen. Schön sieht man das beim sogenannten Offensivrating, welches angeben soll, wie effizient ein Spieler Punkte für sein Team produziert (sei es durch Punkte, Assists, Offrebounds, wenig Turnover usw). Dort liegt Durant in der Serie bei 107 Punkte pro 100 eigene Ballbesitze. Zum Vergleich: in der RS legte Durant durchschnittlich 114 Punkte pro 100 eigene Ballbesitze auf. In den CFs vom letzten Jahr waren es 111 Punkte pro 100 eigene Ballbesitze (wobei Durant dort das 149er Offensivrating im ersten Spiel den Schnitt deutlich anhebt). Marion würde ich insofern nicht dermaßen viel vorwerfen.

    Mein Respekt geht aber auch an die Thunder. Die haben sich wirklich gut gemacht. Vor allem Westbrook ist ne Stufe weiter als letzte Saison. Dass man ihn ein ganzes Viertel, wie in Spiel 2 letzte Saison draußen lässt, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

    Westbrook hat in der Tat einen exzellenten Job gemacht. In den ersten beiden Spielen übernommen als es darauf ankam, sich aber in den letzten beiden Spielen auf andere Dinge konzentriert (Defense gegen Terry z.b.). Auch dass er bereitweillig Harden in Spiel 4 den Ball im vierten viertel gegeben hat, so dass dieser kreieren kann, zeigt (hoffentlich), dass er er weiter entwickelt.

    Als Anhänger der Thunder war ich vor der Serie sehr pessimistisch. Das sieht man auch daran, dass ich in unserem Tippspiel gegen die Thunder gesetzt habe. Wie im Artikel deutlich wurde, hatten die Mavericks ja an sich gute Gründe, optimistisch sein zu dürfen. Die Matchups passten, die Probleme der Thunder waren offenkundig. Außerdem schlossen die Thunder die Saison miserabel ab. Insofern hatte ich großen Respekt vor den Mavericks. Nicht umsonst sagt man so schön “unterschätze niemals das Herz eines Champions”. Die Chancen für die Sensation waren da, das hat man ja in den ersten beiden Spielen gesehen.

    Vielleicht sollte man diesen Sweep in Sachen Ergebnis nicht zu hoch hängen. Dies war kein typsicher Sweep, wie ihn zum Beispiel die Spurs über die Jazz gefeiert haben: Praktisch jedes Spiel mehr oder weniger dominiert und alles vollständig kontrolliert.

    Am interessantensten ist für mich jedoch die Rebuild Frage in Dallas. Derzeit kann die Situation wirklich niemand richtig einschätzen. Bin echt mal gespannt was da passieren wird. Ich als Mavericks Fan würde mir ja wünschen, dass man einen richtigen Schnitt macht und sich auch von verdienten Spielern wie Terry und Kidd trennt.
    Der einzige Spieler den ich halten würde wäre Marion. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich denke, dass man mit ihm und/oder z.B. Odom+Roddy evtl doch was vernünftiges auf dem Markt bekommen könnte. Ich meine jetzt keinen Superstar, aber dann doch einen vernünftigen Big-Man. Dirk braucht jemanden unter dem Korb, der verteidigt und reboundet. Der Fokus sollte jedoch auf D-Will liegen. Er sollte aus meiner Sicht der zukünftige Franchise-Player werden, da sind sich auch alle in Dallas einig.
    Ich würd mir einfach wünschen nächste Saison ein ganz neues Dallas-Team auf dem Platz zu sehen. Dirk+DWill+vernünftige Rollenspieler wäre wirklich klasse. Donnie an die Arbeit^^

    Wie ich im Artikel bereits schrieb: dies ist wirklich im höchsten Maße spannend. Möglicherweise gibt es dazu in näherer Zukunft bzw. nach den Playoffs sogar einen Artikel. ;)


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