Gedanken, Miami Heat, New York Knicks, Playoffs2012

Rekord geknackt

Die Knicks haben in der vergangenen Nacht gleich zwei Rekorde aufgestellt – Negativrekorde. Zum einen trafen sie mit unter 32% aus dem Feld in einem Playoffspiel so schlecht wie noch nie in der Teamhistorie. Zum anderen stellten sie einen neuen Rekord für die meisten Playoffniederlagen in Folge auf, da sie seit 2001 ganze 13 Spiele in Folge verloren haben. Voriger Rekordhalter waren die Memphis Grizzlies, die bei ihren ersten drei Playoffteilnahmen jeweils gesweept wurden und so 12 Spiele in Folge verloren (bis sie vor einem Jahr dann die Spurs besiegten).

Beide Rekorde zeigen, dass es für New York wirklich verdammt schlecht läuft. Die Defense der Heat ist erstickend, die ersten drei Playoffspiele gingen allesamt verloren. Vor der Serie hofften Anhänger der Knicks und auch der neutrale Fan noch auf eins der spannenderen Matchups, doch nachdem sich die Heat in guter Form präsentieren, ist diese Hoffnung gestorben.

Miami ist heiß!

Von vornherein war klar, dass sich Miami eigentlich nur selbst schlagen können. Würden die Heat, nachdem sie es zum Ende der Saison zeitweise schleifen ließen, konzentriert genug auftreten? Check.
Würde man die zuletzt lasche Flügelverteidigung anziehen und New York den Dreier nehmen können? Check.
Würde LeBron James Playoffspiele offensiv dominieren und sich gleichzeitig defensiv um Anthony kümmern können? Check und check.

Besonders im ersten Spiel trat Miami äußerst fokussiert auf und demontierte die Knicks mit 100-67. Anthony und Stoudemire brickten sich zu 5/22 FGs, Chandler blieb ohne Punkte, während er sieben Ballverluste beging, Shumpert zerschoss sich nach 20 Minuten Einsatzzeit das Knie.

Das zweite Spiel gestalteten die Knicks lange eng, da vor allem das Spiel schneller und offensivlastiger war als noch das erste. Trotz allem Hype um die erstarkte Defense der Knicks liegt ihnen diese Art von Spiel eher. Anthony und Stoudemire trafen besser (18/35 FGs), doch am Ende waren die Heat ihrerseits zu effizient in der Offense (Offensivrating von 123 zu 111). Zu allem Überfluss veranlasste der Frust über die verpasste Chance auf einen Ausgleich der Serie Amar’re Stoudemire dazu, die Glasscheibe vor einem Feuerlöscher einzuschlagen, wobei er sich so sehr an der Hand verletzte, dass er die nächsten Spiele aussetzen muss. Optimistische Anhänger New Yorks verwiesen in der Folge darauf, dass die Lineup mit Anthony auf der Vier in der regulären Saison die effektivste aller Knicks Lineups gewesen wäre. Leise Hoffnung auf Siege im Madison Square Garden keimte auf. Würde sich der Ausfall Stoudemires am Ende gar positiv auswirken?

Addition by Substraction?

Im dritten Spiel waren die dezimierten Knicks dann erneut lange im Spiel, was jedoch eher an den Heat lag, die in der ersten Halbzeit weit unter ihren Möglichkeiten spielten. Wade und Bosh waren unauffällig, James zwar aktiv, aber grottig (3-9 FGs, 6 TOs, 3 Fouls). Nachdem sich letzterer dann Anfang des dritten Viertels sein viertes Foul einfing und sitzen musste, übernahm erst Wade im dritten Viertel, um dann im vierten Viertel James das Spiel entscheiden zu lassen (17 Punkte). Anthony und der zur zweiten Option beförderte J.R. Smith kamen zusammen auf 12 von 41 aus dem Feld… Auch die Rollenspieler der Knicks blieben völlig blass (zusammen 8-22 FGs), während Chalmers einen tödlichen Dreier nach dem anderen im vierten Viertel einnetzte (insgesamt 5 von 8 Dreier für 19 Punkte). Die Illusion, ein Team mit Anthony als Alleinherrscher würde Miami gefährlich werden können, war zerstört.

Fazit

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Knicks der Starpower der Heat hoffnungslos unterlegen sind. James (rund 28 PPG, 6 RPG und 6 APG bei ligaführenden 61 TS%) dominiert die Serie. Die geballte Defensivpower (vor allem in Form von James und Battier) kann sich voll und ganz auf Anthony (21 PPG, 9RPG, 2 APG bei miserablen 42% TS) konzentrieren, während der Supporting Cast der Knicks zu schlecht ist um für wirkliche Gefahr zu sorgen. Stoudemire und auch Jeremy Lin werden wohl für das vierte Spiel weiter ausfallen. Aber seien wir ehrlich, einen Sweep könnten die beiden auch nicht verhindern. Das kann höchstens noch, wenn New York Glück noch ein Mal hat, Miami selbst.

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