Denver Nuggets, Gedanken, Los Angeles Lakers, Playoffs2012

4 Schlüssel zum Erfolg

Die Los Angeles Lakers fahren mit einem beruhigenden 2:0-Vorsprung in der Erstrundenserie gegen die Denver Nuggets in die Mile High City. Die Nuggets waren im ersten Spiel chancenlos, im zweiten kämpften sie sich nach einem 19-Punkte-Rückstand noch heran und gestalteten das Spiel bis zum Ende offen. Was muss sich für die Nuggets ändern, um die Serie noch interessant zu machen?

1. Der Dreier muss fallen

Das klingt natürlich trivial, da es grundsätzlich für alle Teams gilt. Ich hatte ja bereits schon im Podcast angesprochen, dass die Nuggets in ihren vier Regular Season-Spielen nur 5 von 21 Dreiern trafen. Das ist einfach inakzeptabel. Mit gleich zwei Spielgestaltern in Ty Lawson und Andre Miller, die den freien Schützen finden können, muss eine bessere Quote erzielt werden. 23% bedeuteten damals schon einen Abfall von 10% zu ihrem Saisonschnitt von 33,2%. Die Nuggets sind im unteren Drittel, was die Trefferquote des Dreiers angeht, nehmen aber auch überdurchschnittlich viele Würfe aus dieser Distanz. Dazu kommt, dass die Lakers keine besonders tolle Dreierdefense spielen und in der Regular Saison knapp 35% zuließen. Dies entspricht dem Ligadurchschnitt. Dazu kommt, dass die Nuggets die höchste Trefferquote beim Dreier zuließen, aber die Lakers kein gutes Dreierteam sind. Diesen Vergleich müssen die Nuggets gewinnen.

Bisher sieht es aber nicht danach aus. Beide Teams haben in den ersten beiden Spielen jeweils 8 Dreier getroffen.  Der Unterschied? Die Lakers stehen bei mauen 25%, während die Nuggets noch einen Wurf mehr genommen haben und bei 24,5% landen. Für ein Team, das auf den großen Positionen so eklatante Nachteile hat, muss der Distanzwurf fallen, sonst hat man keine Möglichkeit auf einen Sieg. Zumal Afflalo und Lawson sehr gute Schützen von außen sind und potenziell Gallinari und Harrington das Spiel mit ihren Dreiern auch breiter machen könnten.

2. Defense gegen Penetrationen

Dass die Lakers immer wieder über ihre Größenvorteile im Frontcourt gehen, ist klar. Was jedoch verhindert werden ist, sind die Drives von Ramon Sessions und Kobe Bryant. Gerade Bryant muss man zu Würfen aus der Mitteldistanz zwingen, denn der Drive Bryants ist schon in die Jahre gekommen. Gerade aber im zweiten Spiel sah man immer wieder, wie Kobe den Weg zum Korb fand und dort hochprozentig abschließen konnte. Eine Wurfquote von über 50% kann man Bryant bei diesem Volumen nicht gestatten. Ebenso landete er 7 Mal an der Freiwurflinie. Die Verbesserung dahingehend, dass man den Starting Backcourt der Lakers 5 Würfe mehr nehmen lässt als die Big Men, ist richtig, allerdings nicht in der Zone.

3. Kein Doppeln von Andrew Bynum

Dieser Punkt ist sicherlich kontrovers. Natürlich ist es wichtig, dass so ein gefährlicher Center bearbeitet wird und der Flügelverteidiger (am besten der Verteidiger, der den Small Forward verteidigt) absinkt und so Bynum zwingt, aus dem Doppel herauszupassen, um einen schlechteren Wurf der Lakers zu forcieren. Soweit die Theorie. Schaut man auf die Assistzahlen von Bynum (0 in Spiel 1 / 2 in Spiel 2) schien diese Maßnahme funktioniert zu haben. Leider weist eine andere Kennziffer etwas ganz anderes aus: Bynum hat in 74 Minuten Spielzeit bisher genau einen Turnover begangen. Das heißt, dass das Doppeln letztlich nicht hilft. Bynum kann zwar kaum direkte Assists aus solchen Situationen kreieren (in Spiel 2 konnte er Matt Barnes aus dem Doppel einen völlig offenen Layer ermöglichen), aber die Nuggets kommen nicht in Ballbesitz. Stattdessen bricht das Defensivkonzept zusammen, weil ein Gegenspieler am Perimeter fehlt.

Sicherlich ist dieser Schritt mit einem gewissen Risiko verbunden. Die Nuggets haben keinen Verteidiger, der Bynum im 1-on-1 stoppen kann. McGee hat zwar die Länge, aber nicht den IQ, um Bynum zu behindern, Mozgov ist zu langsam, Faried und Koufos zu unerfahren. Man könnte davon ausgehen, dass Bynum offensiv eine sehr gute Serie spielen könnte. Aber wo ist der Unterschied zu Spiel 2? Der Center der Lakers kam auch hier schon auf 27 Punkte, steht in der gesamten Serie bei 19-27 aus dem Feld. Das Doppeln hat Bynum im ersten Spiel vom Scoring abgehalten, aber in Spiel zwei waren es trotz Doppelteams noch immer 60% aus dem Feld. Dafür braucht auch nicht gedoppelt werden.

4. Die Big Men in Foultrouble bringen

Im ersten Spiel suchten die Nuggets immer wieder den hochprozentigen Abschluss unterm Korb – und wurden mit insgesamt 15 Blocks völlig kalt erwischt. Dabei ist dieses Element sonst vielversprechend und wichtig, denn neben der hochprozentigen Abschlussmöglichkeit stellt sich allgemein ein netter Nebeneffekt ein: Die Big Men kommen zur Hilfe und können dies zumeist nur durch ein Foulspiel leisten. Gerade bei der recht dünnen Rotation der Lakers (neben den Startern Gasol und Bynum kommt nur Jordan Hill zum Einsatz) könnten Foulprobleme eine Schlüsselrolle für die Nuggets einnehmen, wenn diese nämlich Troy Murphy oder Josh McRoberts aufs Feld zwingen könnten. Nur gelingt dies den Nuggets zu keinem Zeitpunkt. Bynum foulte genau 1 Mal in 74 Minuten, bei Gasol sind es jeweils zwei Fouls pro Spiel.  Nur Jordan Hill ist anfällig und begeht bisher 4 Fouls pro Spiel. Dies ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass Hill auf keinerlei Minuten Rücksicht nehmen muss, sondern in seinen 20 Bankminuten jedem Ball hinterhergehen kann.

 

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