Gedanken, New Orleans Pelicans

Ende gut, alles gut?

338 Millionen Dollar waren letztendlich der Preis, den er für das Team aus Louisiana zahlte. Vergangenen Freitag, am 13. April, war es geschehen: Die finanziell geschwächten, vorübergehend von der NBA dirigierten New Orleans Hornets hatten endlich einen Käufer gefunden: Tom Benson.

Damit beendet Benson eine unrühmliche Leidensgeschichte. Die Franchise aus New Orleans – ein kleiner, für Investoren unattraktiver und von der Flutkatastrophe Katrina gebeutelter Markt – war seit 2010 ohne Teambesitzer. Der damalige Besitzer, George Shinn, war nicht mehr in der Lage, die unrentable Franchise weiterhin zu betreiben, sodass letztendlich die NBA als Gläubiger einspringen musste. Nicht nur, dass die Hornets ohnehin im Schatten der lokal weitaus beliebteren New Orleans Saints standen, mussten sie fortan ihre eigene Autonomität aufgeben, um ihr Dasein erhalten zu können. Dies wiederum zeigte sich eindrucksvoll in den Personalentscheidungen der Hornissen: Gerade der Trade Chris Pauls zu den Los Angeles Clippers kam nur durch das Veto der Liga zu Stande. Ursprünglich sollte der Aufbauspieler in einem 3-Team-Trade gegen Pau Gasol von der Los Angeles Lakers und Luis Scola, Kevin Martin und Goran Dragic von den Houston Rockets abgegeben werden. Weil die Liga dies aber ablehnte, kamen erst die Clippers ins Spiel. Der Franchise aus New Orleans waren in den Verhandlungen faktisch die Hände gebunden.

Benson und Veränderungen

Nun kommt Benson – und damit zumindest ein Stück Selbstständigkeit zurück. Dies sollte als erste und wichtigste Folge des Kaufs festgehalten werden: Die Hornets besitzen wieder Entscheidungshochheit und sind in Zukunft nicht mehr auf das Einverständnis der Liga in ihren Personalentscheidungen angewiesen.

Doch auch darüber hinaus, scheint der Erwerb durch Benson wichtig zu werden. Der durch Handelsunternehmen in der Automobilindustrie reich gewordene Multimilliardär bringt ein Stück Lokalpatriotismus und Stolz zurück ins Big Easy: So ist Benson in New Orleans geboren, ebenfalls Teilhaber der Saints und legt großen Wert auf lokalen Bezug und Identifikationsmerkmale der Franchise: als erste Folge der Übernahme kündigte er an, durch eine Änderung des Teamnamens (derzeit werden Vorschläge wie New Orleans Brass oder New Orleans Mardi Gras diskutiert) stärkeren Bezug zu der regionalen Kultur herstellen zu wollen. Headcoach Monty Williams und General Manager Dell Demps sollen darüber hinaus gehalten werden und als Tandem für eine erfolgreiche Zukunft arbeiten.

Benson war bereits im Januar ein Anwärter auf den Kauf der Hornets. Damals war sein Angebot jedoch zu gering. Es bleibt ungewiss, ob er dieses jetzt erhöht hatte oder ob die NBA aus Mangel an Alternativen bereit war, einzulenken. Nun einigte man sich auf das Kaufgeschäft.

So sehr man als Fan die Hoffnungen in Benson steckt und so sehr es begrüßenswert erscheint, dass die Hornissen fortan nicht mehr die Marionette der Liga abgeben müssen; so sehr er als Projektionsfläche für die Wünsche des Fans nach verkorksten Monaten dient und so talentiert er im Finden von Fingerspitzengefühl bei Franchise-Entscheidungen bisher erschien; so darf man jedoch auch nicht vergessen, dass Benson bereits 85 Jahre alt ist. Viel Zeit wird ihm rein biologisch nicht bleiben, will er, wie angekündigt, den Titel nach Louisiana holen. Zwar ist es im Endeffekt schön zu sehen, dass die Hornets den ersten Schritt gen bessere Zukunft gemeistert haben, wie der Weg jedoch mit Benson weiterverlaufen wird, ist immer noch fraglich.

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