NCAA Previews 11/12

College Preview: Ohio State Buckeyes

Ohio State Buckeyes, Big Ten

2010/2011: 34-4; NCAA Tournament: Sweet Sixteen.

Dominant, mit diesem Wort lassen sich die Leistungen der Ohio State Buckeyes aus der letzten Spielzeit zusammenfassen. 32 Siege holte man in der vergangenen Saison und pflügte regelrecht durch die eigene Conference. Lediglich gegen Purdue und Wisonsin musste man sich jeweils einmal geschlagen geben. Als #1 Seed erreichte man mit Leichtigkeit das NCAA Tournament. Auch hier überzeugte man zunächst auf ganzer Linie, ehe man sich im Sweet Sixteen den Mannen von John Calipari in einem knappen Spiel geschlagen geben musste. Ohio State erwischte einen schlechten Tag gegen die Kentucky Wildcats und schoss sich mit einer Feldwurfquote von nur rund 33% quasi selbst aus dem Wettbewerb. Eine Krönung der sehr erfolgreichen Saison war nicht mehr möglich. Ein Wermutstropfen für alle Fans, bedenkt man doch, dass die Buckeyes statistisch gesehen das mit Abstand effizienteste Team der Collegewelt waren.

Wer ging?

In dieser Spielzeit soll nun ein weiterer Angriff auf den Titel gewagt werden. Doch ist dies überhaupt möglich? Man verlor im Sommer drei wichtige Stützen des letztjährigen Teams. Kapitän und Senior David Lighty verließ den Campus in Columbus, OH nach nunmehr fünf Jahren. Er wird Coach Matta mit seinen Führungsqualitäten, seinem mittlerweile ordentlichen Dreier (43% 3er) und vor allem auch als wohl bester und vielseitigster Verteidiger des Teams sehr fehlen.

Jon Diebler musste als Senior seine Collegekarriere ebenfalls beenden und schaffte es sogar, von den Trailblazers als 51ter Pick der diesjährigen NBA Draft gezogen zu werden. Glaubt man den Advanced Stats war der Shooter mit seiner Trueshootingpercentage von über 72% und seinen 50% 3er bei durchschnittlich 6 Versuchen von der Dreierlinie pro Spiel der effizienteste Offensivspieler des Landes.

Außerdem verlor Ohio State seinen Big Man Dallas Lauderdale. Auch er verbrachte volle vier Jahre am College und zeichnete sich durch gute Help Defense und klasse Shotblocking aus.

Wer kam?

Das Recruiting vom Buckeyes Übungsleiter Matta verlief gewohnt gut. Wichtigster Mann sollte Center Amir Williams (#42 bei ESPNU) sein. Seine Verpflichtung führt dazu, dass es in Columbus seit langer Zeit mal wieder zwei überdurchschnittliche Big Men zu bestaunen gibt. Der Freshman passt gut zu Sullinger. In der Defensive kann er mit seiner Länge und bereits gut ausgeprägten Instinkten helfen, den eigenen Korb zu bewachen und Sullinger mit Leibeskräften unterstützen und ihn außerdem von dummen Fouls fernhalten. Zum anderen wird Williams auch offensiv eine ernstzunehmende Option darstellen. Dies erschwert es für gegnerische Frontcourts, Sullinger mit vielen Doubleteams unter Druck zu setzen.

Der nominell beste Recruit war allerdings #33 Point Guard Shannon Scott, der ein guter Ballhandler mit Auge für den Mitspieler ist. Sein Problem ist aber, dass seine Spielzeit aufgrund der Konkurrenz auf seiner Position begrenzt sein wird. Startertalent wäre vorhanden. Allerdings wird er sich zunächst mit Sixth Man-Minuten zufriedengeben müssen.

Andere Neuzugänge sind zwei andere Freshman. Small Forward Sam Thompson und Center Trey McDonald sollten beide im Laufe des Jahres ihre Chance bekommen und könnten sich jeweils für einige Minuten von der Bank empfehlen, da es gerade im Frontcourt noch Spielzet zu vergeben gibt. Ein Teil dieser wurde sicher schon für LaQuinton Ross, dem drittbesten Recruiten Ohio States dieses Jahres, verplant. Dieser schaffte allerdings nicht die von der NCAA vorgegebene akademische Hürde zu nehmen und ist somit für die kommende Saison nicht spielberechtigt.

Wer blieb?

Der wichtigeste Grund, warum Coach Matta zuversichtlich auf die kommende Spielzeit schauen kann? Sein Superstar Jared Sullinger entschied sich gegen eine Anmeldung zur NBA Draft und für eine weitere Saison in Silber und Rot. Schon letztes Jahr überzeugte der Power Forward mit tollen Statistiken. Der Freshman schulterte sofort die Last, offensiv die erste Option sein zu müssen, und brachte es statistisch mit 17,2 Punkten und 10,2 Rebounds auf ein Double-Double im Schnitt. Im Sommer arbeitete Sullinger hart an sich. Zum einen senkte der etwas beleibtere Big Man sein Gewicht und Körperfettanteil ein wenig, um spritziger und (noch) mobiler zu werden sowie konditionell besser vorbereitet zu sein. Zum anderen will Sullinger im nächsten Jahr eine neue Facette seines Spiels präsentieren. Der Big Ten Player of the Year möchte zeigen, dass auch ein funktionierendes Faceupgame zu seinem Repertoire gehört. Gelingt ihm dies, ist er klar einer der besten fünf Collegespieler des Landes und sollte am Ende der Saison in das All American First Team gewählt werden.

Zurück ist außerdem Senior Guard Williams Buford. Der Scorer (14,4 Punkte im Schnitt) wird in dieser Saison als Teamältester mehr Verantwortung auf sich nehmen müssen und wird mit seinen Fähigkeiten, Punkte zu erzielen, den Go-to-Guy auf dem Flügel geben. Dies muss er auch, will er doch beweisen, dass er NBA Material ist.

Eine andere Rolle müssen auch die beiden Sophmores Aaron Craft und Deshaun Thomas einnehmen. Flügel Thomas war im letzten Jahr noch die Instant Offense von der Bank. In dieser Saison wird er als Starter die Lizenz zum Ballern erhalten, da irgendjemand das Loch füllen muss, welches durch das Wegfallen der rund 25 Punkte von Diebler und Lighty entsteht. Dies sollte allerdings kein Problem für den talentierten Small Forward sein, der schon im letzten Jahr mit 7,5 Punkten und durchschnittlich 14 Minuten Spielzet überzeugte. Big Ten Sixth Man of the Year Craft muss sich ebenfalls weiterentwickeln. Zwar war er schon letzte Saison ein klasse Passgeber und vor allem auch einer der unangenehmsten Perimeterverteidiger der gesamten NCAA, dennoch muss Craft in dieser Spielzeit im Scoring einen Schritt nach vorn machen und einen Teil der Führungsaufgaben übernehmen.

Stärken/Schwächen

Die Starting Five Williams – Sullinger – Thomas – Buford – Craft ist sehr ausgewogen und sollte jedes Team vor eine schwierige Aufgabe stellen. Man verfügt mit Williams und Sullinger über einiges an Insidepower und hat mit Buford und Thomas gute Flügel, die wissen, wie man den Ball durch die Reuse befördert. Angetrieben wird diese Maschinerie durch einen waschechten Point Guard, der nach eigener Penetration jeden Mitspieler auf dessen Lieblingspositon findet. Defensiv sind auch alle Spieler mindestens durchschnittlich und in Mattas Verteidigungssystem sowieso brauchbar, welches gewisse Spielertypen auch zu verstecken weiß. Man braucht sich mit dieser Aufstellung auch vor der Konkurrenz aus North Carolina, Connecticut oder aber Kentucky nicht zu verstecken.

Allerdings gibt es natürlich auch Schwächen. Gleich drei Seniors verließen Ohio State im Sommer. Mit Buford bleibt nur ein einziger für diese Spielzeit zurück und die Sophmores Sullinger und Craft werden gezwungen, Führungsspieler zu werden. Dies könnte ein Problem in engen Partien werden, da es somit an Erfahrung fehlt. Fehlendes Spacing könnte Sullinger in seiner Produktivität einschränken. Lighty und Diebler waren zwei der drei besten Schützen des Teams und strahlten eine ständige Gefahr von Außen aus. Spieler wie Thomas und Craft müssen gegnerischen Teams erst noch beweisen, dass sie den Dreier konstant treffen und in gleichem Maße respektiert werden müssen. Das größte Minus ist aber auch in diesem Jahr wieder die mangelnde Tiefe des Kaders. Schon letzte Saison spielte man nur mit einer 7 Mann Rotation. In diesem Jahr ist die Bank eher noch schlechter als in der vorherigen Spielzeit. Gelingt es gegnerischen Teams, die Stars in Foultrouble zu bringen, sorgt dies sofort für einen erheblichen Qualitätsabfall.

Ausblick

Alles in allem sind die Buckeyes wieder für eine erfolgreiche Saison gerüstet. Der Titel in der Big Ten scheint gebucht und auch im März wird Ohio State eine große Rolle spielen. Ein Run ins Final Four liegt im Bereich des Möglichen.

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