NCAA Previews 11/12

College Preview: Pittsburgh Panthers

Pittsburgh Panthers, Big East

2010-11: 28-6; NCAA Tournament: Third Round.

Die Pittsburgh Panthers um Coach Jamie Dixon errangen nach einer sehr guten Regular Season den Status eines Nummer 1-Seeds im NCAA Tournament und wurden somit als eines der besten vier Teams im ganzen Land gehandelt. Nach einem Blowout gegen North Carolina-Asheville traf man auf die Butler Bulldogs in der zweiten Runde. Der klare Favorit Pittsburgh erlitt hier Schiffsbruch, als Matt Howard in den letzten Sekunden einen Freiwurf verwandelte und so für einen 71-70-Sieg seiner Bulldogs sorgte. Die Aussicht auf das erste Final Four seit 2009 (wo man gegen Villanova verlor; Stars der Panthers waren unter anderem DeJuan Blair und Sam Young, angeführt von Point Guard Levance Fields) zerschlug sich viel zu früh, während Butler seinen Siegeszug bis zum Finale fortführen sollte.

Das Basketballprogramm der Panthers ist erst seit zehn Jahren wieder auf der Landkarte aufgetaucht. Zwischen 1993 und 2002 konnte Pittsburgh nicht ein einziges Mal das NCAA-Turnier erreichen. Seitdem Coach Dixon jedoch 2003 den Trainerposten übernahm, errichten die Panthers in jedem Jahr die Postseason. Wie steht es in diesem Jahr um Pittsburgh?

Wer ging?

Die Panthers müssen in diesem Jahr auf drei Leistungsträger verzichten, die als Seniors die Universität verließen. Mit Brad Wanamaker verlässt das Gehirn des Teams das Pittsburgher Basketballprogramm. Wanamaker zeichnete sich als Point Guard vor allem dafür aus, dass er seine Mitspieler einsetzen konnte. Zudem war er der zweitbeste Scorer der Panthers in der abgelaufenen Saison. Mit seiner Größe war Wanamaker zudem ein exzellenter Rebounder für seine Position und konnte direkt Fastbreaks einleiten oder das Spiel so kontrollieren, wie es ihm richtig schien.

Gary McGhee war im Frontcourt der klassische Big Man, der die Bretter kontrollierte, hart verteidigte und offensiv unterm Korb hochprozentig abschloss. Mit McGhee fehlt den Panthers zunächst also ein Anker in der Defense, der den Korb schützt und Fehler der Vordermänner ausbügelt.

Als dritte Säule geht mit Gilbert Brown ein vielseitiger Forward, der neben Ashton Gibbs der zweitbeste Dreierschütze war und über 41% von Downtown traf. Brown war es auch, der sich gegen die Butler-Niederlage in der zweiten Runde am erfolgreichsten stemmte und 24 Punkte erzielte. Er gab dem Team zudem die kleinen Dinge, die nicht unbedingt in seiner Statline ersichtlich waren, aber das Team verbesserten. Brown läuft momentan übrigens in der BBL für die s.Oliver Baskets aus Würzburg auf.

Wer kam?

Mit einer sehr guten Recruiting Class haben sich die Panthers namhaft verstärkt. Der Diamant der Rekruten ist mit Sicherheit Khem Birch, der als zwölftbester Spieler seines Jahrgangs gehandelt wurde. Birch ist ein Power Forward, der als Shotblocker gefürchtet wird. Nicht nur von der Helpside sondern auch im One-on-One hat er das unglaubliche Timing, um die Bälle zum Absender zurückzusenden.  Dazu kommt, dass Birch am offensiven Brett aggressiv jedem Ball nachgeht und mit Tip Ins oder Dunks vergebene Würfe doch noch gewinnbringend im Korb unterbringt. Sein Skillset beschränkt sich bisher auf ein Face-Up-Game, das ihm erlaubt, auch am Zonenrand zu agieren. Sein Wurf ist jedoch verbesserungswürdig und würde Birchs Spiel eine neue Dimension geben. Defensiv muss Birch lernen, sich nicht nur auf seine Athletik zu verlassen, sondern sich bessere Positionen im Low Post zu erarbeiten. Auf der To-Do-Liste in diesem Jahr sollte zudem der Jumper stehen, der – neben der Perimeter-Defense –  am meisten Arbeit erfordert.

Malcom Gilbert ist der Prototyp für einen Ersatz von Gary McGhee als Center der Panthers. Er hat einen Körper, der schon sehr gut austrainiert ist, ist ein exzellenter Shotblocker und defensiver Rebounder. Gilbert kann definitiv ein Anker in der Defense sein und bringt alle Anlagen mit, um dieses Ziel auch zu erreichen. Lees Probleme beginnen, wenn sein Team im Angriff ist. Er besitzt eine Art Back-to-the-Basket-Game, hat aber noch keinen Go-to-Move etabliert und läuft Gefahr, dass seine Bewegungen zu langsam für das schnellere Collegespiel sein könnten. Ihm fehlen noch die Automatismen, um ein großartiger Finisher am Ring zu werden und somit für etwas Entlastung zu sorgen.

Mit John Johnson kommt außerdem ein Point Guard zum Team, der seine Stärken bisher darin sah, dass er sich seinen Wurf selbst kreieren konnte und von seiner Schnelligkeit lebte. Sein Wurf braucht noch einiges an Arbeit und auch das Einsetzen seiner Teamkameraden ist noch ausbaufähig. Defensiv fehlt bei Johnson ebenfalls noch die Konstanz. Nichtsdestotrotz können die Fähigkeiten Johnsons den Panthers helfen. Penetration und Wurfkreation lassen sich auf das College-Level übertragen.

Wer blieb?

Obwohl man mit Wanamaker, Brown und McGhee wichtige Bausteine verlor, bleibt mit Ashton Gibbs der Topscorer der abgelaufenen Spielzeit bei den Panthers. Gibbs zeichnete sich für fast 17 Punkte verantwortlich und trug damit maßgeblich die Offensive Pittsburghs in der letzten Saison. Diese Rolle wird Gibb auch nun wieder übernehmen, allerdings wird sich das Aufgabenfeld des Shooting Guards in dieser Spielzeit erweitern. Coach Dixon erhofft sich von Gibbs mehr Einsatz in der Defensive und mehr Anteile bei dem Ballvortrag, um auch seine Mitspieler besser zu machen. Gibbs geht in seine letzte Saison mit den Panthers und wird das Aushängeschild des Colleges sein.

Nasir Robinson ist der zweite Starter, der vom letztjährigen Team übrig blieb und geht ebenfalls in seine letzte Saison. Robinson ist ein high-energy-Guy, dessen Einsatz auch auf das gesamte Team übertragen wird. Der Small Forward verteidigt notfalls auch Power Forwards, die ihn überragen, hat einen unbändigen Motor und gibt nichts auf individuelle Statistiken, sondern stellt sich in den Dienst der Mannschaft.

Auf Tray Woodall wird eine zentrale Rolle zukommen. Der Back-Up-Point Guard des letzten Jahres wird nun den Starterposten von Brad Wanamaker übernehmen und die Geschicke der Panthers leiten. Der Junior spielte eine sehr solide Sophomore-Saison und beging sehr wenige Turnover. Trotzdem wird die größere Rolle zunächst ungewohnt sein. Woodall kann in diese jedoch wachsen und sie ausfüllen. Vielleicht nicht so gut wie Wanamaker, aber so zufrieden stellend, dass Pittsburgh davon profitiert.

Auf eine größere Rolle hofft auch J. J. Moore. Der Forward konnte in seiner Freshman-Saison die Rotation nicht knacken und erhofft sich nun Spielzeit. Nach dem Abgang von Gilbert Brown käme ein Step-Up von Moore genau zur richtigen Zeit. Der Small Forward hat die ideale Größe für seien Position und soll in der Offseason intensiv an seinem Spiel gearbeitet haben. Bisher hatte Coach Dixon Bedenken, weil Moore in der letzten Saison seine Gegenspieler nicht vor sich halten konnte. Dies soll im zweiten Jahr anders werden.

Mit Center Dante Taylor, Power Forward Talib Zanna und Forward Lamar Patterson kehren zudem weitere Spieler wieder nach Pittsburgh zurück. Beide konnten in der abgelaufenen Saison für wertvolle Entlastung von der Bank sorgen und werden ebenfalls auf die frei gewordenen Minuten von McGhee und Brown schielen.

Stärken/Schwächen

Obwohl man drei zentrale Spieler verlor, muss Coach Jamie Dixon keine großen Experimente eingehen, denn die Nachrücker sind alle entweder erprobt oder verheißungsvoll. Der Frontcourt verlor mit McGhee und Brown mit Sicherheit einiges an Qualität, aber hier stehen mit Taylor, Moore, Zanna und Patterson Spieler bereit, die sich für größere Rollen empfehlen wollen und die Freshmen Birch und Gilbert versprechen den Frontcourt gar zu einer ganz tiefen Rotation werden zu lassen. Stärken sollten im Rebounding und Shotblocking liegen, sollten die Freshmen sich nur annähernd zu Recht finden. Ob Birch einen Teil des Scorings tragen kann oder er sich auf seine Mitspieler verlassen kann, wo vielleicht J. J. Moore mehr Verantwortung im Angriff nimmt, ist abzuwarten.

Wenn es Probleme geben könnte, dann eher im Backcourt, der mit Ashton Gibbs natürlich einen sehr starken Spieler bereithält, aber es Fragezeichen hinter den Point Guards gibt. Woodall hat so eine große Rolle noch nicht gespielt und sein Back-Up John Johnson ist Freshman. Nicht zuletzt deswegen wird Dixon auch von Gibbs verlangen, dass er mehr für seine Mitspieler kreieren muss. Es fehlt an Tiefe im Backcourt.

Ausblick

Pittsburgh wird mit einer guten Recruiting Class den Verlust der Seniors wettmachen können, wenn auch nicht vollständig. Die Last, das Team zu tragen, hat sich nun noch mehr auf Shooting Guard Ashton Gibbs verlagert, der ein unglaublich sicherer Distanzschütze ist. Es ist immer ein Problem, wenn man sowohl den Anker der Defense als auch den Kopf der Offense ersetzen muss. Das Team muss durch eine tiefere, frischere Rotation eventuell individuelle Qualitäten ausgleichen. Das wird aber insofern gelingen können, weil man gut rekrutiert und zudem innerhalb des Teams auch die Nachfolger schon ausgebildet hat.

Pittsburgh wird wieder gewohnt kompakt auftreten, mit Ashton Gibbs einen Starspieler besitzen und zudem einen tiefen Kader aufbieten können, der unterstützend wirkt. Damit kann das Sweet Sixteen erreicht werden, mit der optimalen Entwicklung einiger Spieler gar mehr.

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