Dallas Mavericks, Gedanken, Miami Heat

NBA-Finals: Gedanken zu Spiel 5

Wow, dieses Dallas Mavericks-Team ist verdammt, verdammt groß. Aus dem Serienstand 1-2 und der Tatsache, dass Spiel 2 eigentlich schon so gut wie sicher bei den Heat war, wird erst ein hart umkämpfendes 2-2 und im Anschluss heute Nacht die Führung. Das schmierige Klatschblatt vonner Raststätten-Tanke würde schreiben „Mavericks entzaubern Heat“ oder „Dallas zelebriert ein Amuse-Gueule des Basketball“. Und es war in der Tat ein unheimlich sehenswertes und intensives Basketball-Spiel, das vorallem offensiv wirklich einem offenem Schlagabtausch glich. Dallas führte eigentlich die komplette erste Halbzeit, geriet dann durch den zweiten Chalmers-Mittellinien-Dreier zum Viertelende mit einem Punkt in Rückstand. Ab Viertel 2 dasselbe Spiel: Dallas geht in Führung, zieht zwischenzeitlich davon, verspielt dann aber vier Minuten vor Spielende den Vorsprung. Infolgedessen scheint Miami das Spiel umgedreht zu haben, führt mit vier Punkten – und vergeigt es auf schlimmste Art und Weise in der Crunchtime. Möglicherweise ein neck breaking-Game und eine Vorentscheidung? In jedem Falle will ich nicht in der Haut der Protagonisten stecken, wenn die Serie in solch’ eine Phase geht. Extremsituation bis aufs äußerste und – gerade im Falle eines siebten Spiels – für den Verlierer, ungeachtet wer dies wäre, eine extrem bittere Pille, die es zu schlucken gilt. Diese Serie hat keinen Verlierer verdient und auch kein jähes Ende. Kommentiert von Jan Karon:

• Dirk Nowitzki outscorte LeBron James in dieser Serie 44-9 in vierten Vierteln. Auch heute vielleicht kein schlechtes letztes Viertel, aber eine unsägliche Crunchtime von James, und auch von Wade. Als Dallas in den letzten drei Minuten des Spiels das Level anzog, kam Miami nicht mit. James mit – man kann es nicht anders sagen – viel Choking in der Crunchtime; Wade ebenso mit schlechter Wurfauswahl. Ich war lange Zeit des Spiels kurz davor zu sagen, dass mir Wade und LeBron sehr gut gefallen haben. Wade, weil er trotz sichtlich schmerzender Hüftverletzung zurückkam – Spoelstra bestätigte auf der Pressekonferenz, dass er nicht damit gerechnet hatte – und in der Offensive auch Verantwortung trug (der Dreier zu Miamis Vier-Punkte-Vorsprung) und LeBron, weil er lange Zeit des Spiels eine Balance aus Allround-Spiel und Scoring fand. In der Crunchtime war dies dennoch, neben der katastrophalen Teamdefense, der Genickbrecher. James beispielsweise mit zwei Punkten, 1-4 FG im letzten Viertel. Da sind seine Playmaking-Fähigkeiten schön und gut, aber ein schwacher Trost.
Ich begrüße den Schritt der drei Superfreunde bei der Pressekonferenz komplett aufzutauchen, aber für die Spiele in Miami ist ein dermaßen schlechtes Closing entschieden abzustellen.

• Erneut ein starker Teameffort Dallas’. Dirk als solides Fundament und gewiss wichtigste Stütze, aber Barea und Terry mit der Form aus der Lakers-Serie und Chandler mit dem Anknüpfen an sein letztes Spiel. Auch Kidd mit seiner stärksten Performance in dieser Serie. Dallas’ Offense, basierend auf viel Bewegung und Ballmovement, welche eine Vielzahl von Würfen hochprozentig traf, stellte Miami vor ernsthafte Probleme. Auch der Fastbreak war trotz Dallas’ vermeintlicher Altersschwäche eine Waffe der Mavericks. Im ersten Viertel wurden neun der ersten 13 Punkten im Schnellangriff erzielt. Miami verlor in den ersten 5.30 Minuten vier Mal den Ball. Daraus resultierten acht Punkte. Die Pace des Spiels war heute vom Gefühl her auffällig hoch.

• Nachdem die Serie bisher von eher niedrigem Spieltempo und viel Defense geprägt worden war (in diesem Falle sprechen die die 88 Punkte pro Partie eine unverkennbare Sprache), war Spiel 5 das erste Spiel mit wirklich lausiger Defense. Dallas Shooting war heute zweifellos hervorragend, aber Halbzeit-Werte von 130.4 Efficiency, 72 (!) eFG%, 65% FG, 71,4% 3FG und null OREB%, weil sie einfach alle Schüsse trafen, sind unzulässig für ein solch’ wichtiges NBA-Spiel. Verrückt. Das erste Mal in dieser Final-Serie, dass es einem Team gelang, in einem Viertel 30 Punkte zu erzielen. Heute wurde wie gesagt Offensivbasketball auf sehr hohem Niveau gespielt; die Defense war trotzdem auf beiden Seiten nicht so stark, wie in den ersten beiden Spielen. Miami hat dieses Spiel am defensiven Ende verloren.

• Haywoods Ausfall, für viele Mavericks wieder ein potentielles Horrorszenario, wurde heute stark von Ian Mahinmi und Brian Cardinal kompensiert, die beide einige wirklich gelungene Plays in dem bisschen Spielzeit, das ihnen zustand, zu Stande bringen konnten.

• Das erste Mal, dass sich der Einfluss der Bankspieler beider Mannschaften völlig antagonistisch zur Prognose von vor der Serie verhielt. Was ich damit meine: Nach den Western Conference-Finals wurde der Benchmob und deren Unberechenbarkeit (Dennis Spillmann: Carlisles Rotations-Cleverness) als große Stärke Dallas’ stililisiert, war er heute nichts desto trotz (trotz soliden Aufspiels Mahinmis, Stevensons sowie Cardinals und exzellentem Terrys) für die Runs der Heat verantwortlich, während die Starting Five Dallas’ (im Durchschnitt: +11) Miamis (im Durchschnitt -9) auseinandernahm. Das mag nicht unbedingt etwas über die Leistung der Bankspieler/Starter aussagen, ist aber bemerkenswert, weil in den Zeitpunkten, in denen Dallas’ Bank spielte, die Heat punkten konnten.

• Ich bin derzeit wahrlich Verfechter der These: Dallas in sechs oder Heat in sieben. Dieses sechste Spiel wird in mentalem Hinblick verdammt wichtig.

• Jason Terry ist die große Geschichte des heutigen Abends. Ein Reporter auf der Pressekonferenz offenbarte eine Statistik, die besagt, dass die Mavericks in dieser Postseason ungeschlagen sind, wenn Terry mehr als acht Punkten im vierten Viertel erzielt. Auch heute wieder war er ein entscheidender Faktor in der Schlussphase. Der Pass zu Kidd, der in dessen Dreier mündete, aber auch der „Dagger“-Dreier gegen LeBron James. Auch interessant erscheint das Verhältnis zwischen Nowitzki und Terry. Dirk mäßigte diesen bereits vermehrt, nachdem sich Terry übermäßig über Plays freute oder in wichtigen Momenten sich zuviel zutraute. Auf der Pressekonferenz sagte Nowitzki, Terry würde es lieben, auf dem Feld zu reden, und darüber hinaus auch, sich reden zu hören. Gab aber im gleichen Satz zu, dass seine heutige Leistung phänomenal war und Dallas Terry brauche. Man merkt, dass hier trotz zweier völlig verschiedener Spielermentalitäten Achtung voreinander herrscht.

• Nicht dass ich es jinxen möchte, aber die Finals letztes Jahr in ihrem 2-3-2-Modus liefen bisher exakt genauso wie sie dieses Jahr laufen. Aus Sicht der Lakers – übrigens auch mit Home Court Advantage – 1-1, 2-1, 2-3 und schlussendlich 4-3. Sofern Miami das sechste Spiel gewinnt, kommt – wie bereits angedeutet – ein ganz neuer, zusätzlicher Faktor ins Spiel: das Nervenkostüm. LeBron und Dirk als Spieler, die nach dem Ring lechzen. Das Vereinigen der drei Superlative gegen den wohl letzten Versuch der alternden Mavericks mit Teambasketball nach den Sternen zu greifen. Wer wird hier mehr Kaltschnäuzigkeit an den Tag legen können?

Die Mavericks sind verdammt nah dran am Titel, die Heat hingegen gefordert und mit dem Rücken zur Wand stehend, trotz einem/zweier verbleibenden Heimspiele. Das ist eine der spannendsten und großartigsten Serien der letzten zehn Jahren. Sie hat wirklich kein Ende verdient. Und ich bin froh, Teil von ihr zu sein.

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12 comments

  1. Holger

    richtig guter Artikel! Freue mich wie ein kleines Kind auf G6!

    • Ich bin derzeit wahrlich Verfechter der These: Dallas in sechs oder Heat in sieben. Dieses sechste Spiel wird in mentalem Hinblick verdammt wichtig.

    /sign

  2. Smido83

    Ein wunderbarer Artikel, den ich noch mit einem kleinen Beitrag meinerseits ergänzen möchte! Danke aber mal wieder für diese Berichte, es ist immerwieder eine Freude sie zu lesen!

    Ein Loblied auf Dirk und seine alten Männer!

    Geschrieben von Smido83

    Die 2 “kurzweiligen Rollenspieler” Mahinmi/Cardinal fasse ich als erstes mal unter: “Sie gaben alles was sie hatten und haben ihre Rolle bestmöglich erfüllt” zusammen! Mehr gibts nicht zu sagen! Vorne jeweils ihre Würfe getroffen, hinten versucht die Räume dicht zu machen bzw. Fouls zu ziehen! Aber am wichtigsten, sie haben Dirk und Chandler benötigte Pausen gegeben ohne das Spiel zu sehr zu beinträchtigen!

    Fangen wir nun mit dem Jungspund im Team an! Bareas Leistung gestern war phänomenal! Alles was in den Spielen zuvor nicht klappen wollte gelang ihm in diesem! Unglaubliche 3er Quote, gutes Auge für die Mitspieler gepaart damit die richtigen Entscheidungen zu treffen. Obendrein auch defensiv ordentlich, was für ihn schon sehr positiv ist! Verdammt nochmal, er hat sogar nen Offensivrebound geholt! Großes großes Lob in diesem Zusammenhang auch an Carlisle, der ihn immer dann vom Feld geholt hat, als er anfing zu overpacen! Überragendes Spiel vom kleinsten Warrior der Finals!

    Nun zu Stevenson! Er hat wirklich alles gegeben, um Marion oder Kid ihre benötigten Pausen zu geben, aber man merkte ihm deutlich an, dass er nicht bei 100% war! Teilweise war er ne 10tel Sekunde zu spät, oder er hat sich einfach so ausblocken lassen, oder konnte den Gegner im 1 vs 1 nicht vor sich halten… Kleinigkeiten die in den letzten Spielen aber noch immens wichtig waren! Der deutlich schlechteste +/- Wert (-12 in nur 14 min) zeigt dies auch noch einmal deutlich! Man kann nur hoffen, dass sich das Knie in den nächsten Tagen erholen kann, denn auf ihn kann man in der Dallas Defence einfach nicht verzichten! Ihn braucht man mit seinem absoluten A-Game!

    Weiter gehts mit Chandler! Offensiv in der 1. Hälfte überragend, in der 2. leider nicht mehr wirklich existent! Defensiv war er im Stellungsspiel, in der Helpdefence und im 1 vs 1 wie immer spitze! Nur, und nun ein weiterer kleiner Kritikpunkt, die Rebounds gingen ihm fast vollkommen ab! Wer in jedem möglichen Duell dieser Serie einen Größen- und Kraftvorteil hat, der muss seine Gegner im Rebound mehr dominieren! Dazu später mehr… ich hatte vor den Finals hier schon einmall geschrieben: “Die Center werden die wichtigste Waffe in dieser Serie werden! Chandler/Haywood haben einfach keinen gleichwertigen Gegenspieler! Wenn die 2 den Rebound beherrschen und zusätzlich noch ordentlich punkten, dann hat Dallas sehr sehr gute Chancen!” Genau so ist es eingetreten! 3 Siege, 3 mal 13 Pkt. von Chandler! 😉

    Kommen wir nun zum Methusalem dieses Teams! Zu einem Mann der mit 38 Jahren noch besser ist wie es andere starting PG je sein werden bzw. in ihrer Prime jemals waren! Defensiv reist er sich den Arsch auf und gibt immer alles! Ob das gegen Wade, James oder gar Bosh ist! Er ist da, lässt ihnen keinen Raum und sie müssen sich jeden Punkt hart erarbeiten! Offensiv hat er in diesem Spiel nun ach bewiesen, dass er 1. niemals abgeschrieben werden kann (0 Pkt. letztes Spiel) und 2. eisenharte Nerven hat! Clutch 3er, Clutch Freifürfe… als obs ein Trainingsspielchen gegen eine Grundschulmannschaft wäre!Insgesamt gesehen wohl sein bestes Playoff Spiel überhaupt! Und ja, ich erinnere mich an’s erste gegen Portland! ^^

    Kommen wir nun zum Jet! Ähnlich wichtig wie Chandlers Offensive übers gesamte Spiel, ist Terrys in der Crunch Time! Auch hier ein Beispiel! Wenn Terry im letzten Viertel dieser Serie getroffen hat, dann hat Dallas auch gewonnen! 2 Spiele lang hat er den LeBron von Dallas gespielt (jeweils 0/3 FG) und Dallas hat verloren! Wenn wir jedoch ehrlich sind, dann war dies sein erstes wirklich überragendes Spiel seit Spiel 1 gegen OKC! Sollte, was ich inständig hoffe, bei ihm wie auch bei Barea offensiv endlich der Knoten geplatzt sein, dann ist die Dallas Offensive kaum noch zu bremsen! Er hat offensiv endlich einen weg gefunden James effektiv zu dominieren! schnelle P&R’s mit Chandler, Drive zum Korb mit Pass nach außen, oder ihm wurde die rechte Hand freigeblockt und er traf seine Würfe! 21 Pkt. (8/12 FG) 6 Assists 4 Rebounds! Terry at his best!

    Nun zu einem Mann, den man einfach nicht hoch genug loben kann! Funny Fact… er war der einzige Dallas Spieler der unter 50% seiner Wurfversuche getroffen hat (4/11). Und das in einem Spiel, welches eindeutig in der Offensive gewonnen wurde! Trozdem hat er den MIT ABSTAND besten +/- Wert (+21) bei den Maverics! Dies alleine beweist, welch ein unglaublich brilliantes Spiel er defensiv gebracht hat! Was dieser “alte Mann”, im Spätherbst seiner Karriere, noch leistet, welche physischen Anstrengungen er auf sich nimmt, welche defensiven UND OFFENSIVEN Schlachten er gegen James führt… man kann es nicht hoch genug loben!Und dies ja nicht nur gegen James, denn er in 5 Spielen bei durchschnittlich 17 Pkt. hält. Nein schon gegen Durant, Artest/Odom/Bryant, oder auch gegen Aldrige/Wallace! Auf ihn war defensiv IMMER verlass! SOLLTEN die Maverics den Titel holen, dann müssen meiner Meinung nach 2 Personen auf Händen durch Dallas getragen werden! Natürlich Dirk für seine Offence, aber als 2. dann Marion für seine Defence! Dieser Mann spielt momentan die Serie seines Lebens!

    Zu guter Letzt nun zu Dirk Nowitzki! Unabhängig davon, wie dieser Serie denn letztendlich ausgehen wird. Bringt er weiterhin solche Leistungen im letzten Viertel, bzw. kann er seine Wurfquote wie heute Nacht bei 50% einpendeln, dann steht der MVP dieser Finals für mich fest! Dieser Mann ist so Clutch, dafür muss ein neues Wort erfunden werden! Haslem spielt, ähnlich wie Marion, defensiv eine überragende Serie, aber Dirk ist halt nicht LeBron James! Dirk findet immer Wege zu punkten, wenn sein Team ihn braucht! Er macht die unmöglichen Würfe (letzter Korb Spiel 4) setzt Highlights (Dunk 2 Min vorm Ende Spiel 5), Ist im letzten Viertel unfehlbar von der Linie und zieht den Gegner auf sich, so das andere punkten können! Dirk ist eine Legende, in jederlei Hinsicht! Jedoch, wie auch bei Chandler, hat er in diesem Spiel seine 2. große Stärke, den Defensivrebound, nicht zeigen können! Insgesamt hatten die Heat 10 Rebounds mehr, alleine 5 in der Offensive. Nur dadurch war das Spiel überhaupt noch so lange offen!

    Fazit: Dirk bekommt nun endlich offensiv die Unterstützung, welche in dieser Serie fast immer gefehlt hat! Die Mavs treffen endlich die offenen Würfe! Sollten sie diese Form nur noch einmal abrufen können UND ENDLICH IHRE GRÖSSENVORTEILE BEIM REBOUND NUTZEN, dann haben sie den Titel sicher!

    Zum Abschluss kann ich nur noch sagen: Komnmt schon ihr alten Männer! Geht nocheinmal über die Leistungsgrenze hinaus, lasst noch einmal euren Willen über eure schmerzenden, geschundenen und ausgelaugten Körper siegen! Einmal noch, dann werdet ihr in die Annalen des Basketballs eingehen! Ihr werdet als das Team, welches mit purer Willenskraft und puren Kampfgeist einen übermächtigen Gegner besiegt hat für immer in Erinnerung bleiben!

    Noch einmal ihr Männer… nur noch einmal!

  3. qwertz

    einige Gedanken meinerseits:

    -mahinmi war vieles, aber kein ausreichender Ersatz für Haywood. Sobald er für Chandler ins Spiel kam, war die D in Big D so löchrig wie schweizer Käse. Die Heatangreifer wurde in der Zone behandelt als stünden sie unter Artenschutz und das Recovery nach Pick and Rolls war mangelhaft!

    -cardinal war wesentlich besser. Hat nen Wurf getroffen, sich in der Defense reingehängt wie Peja es nie könnte und vor allem Wade verletzt. Ansonsten hat er versucht die gesamte Heat Mannschaft aus dem Spiel zu floppen, was dummerweise unnötige Chalmers Freiwürfe mit sich zog!

    -kein “klatschblatt” würde Titelzeilen wie “Dallas zelebriert ein Amuse-Gueule des Basketballs” veröffentlichen. Das Klientel an Raststätten (sprich Brummis und Damen im horizontalen Gewerbe) würden sie schlichtweg nicht verstehen.

    -es heißt “im mentalen Hinblick” und ich stimme der These nicht zu. Rein mathematisch gesehen stehen die Chancen für eine Dallas Meisterschaft bei 75% (3:1). Davon abgesehen: Was wird denn permanent gerade von den US Medien hochgehalten: Dallas ist ein “vereteran team”, Dirk ist auf einmal unendlich clutch und ein alltime great, ein leader der sein Team über Wasser hält, wenn besagtes Wasser der Mannschaft bis zum Hals steht und die Moral des Teams sei unendlich gut. Dazu sind die Mavs so ein gutes Roadteam. Sollte es zu einem Spiel 7 kommen, ist noch nichts entschieden!

    -Barea endlich mit dem Breakout game!

    -Wade verletzung hin, Wade verletzung her – Dallas hat mehr Verletzungssorgen als Miami. Haywood, Marion, Dirk, Stevenson.. langsam ists nicht mehr lustig.

  4. Smido83

    qwertz schrieb:
    einige Gedanken meinerseits:

    -mahinmi war vieles, aber kein ausreichender Ersatz für Haywood. Sobald er für Chandler ins Spiel kam, war die D in Big D so löchrig wie schweizer Käse. Die Heatangreifer wurde in der Zone behandelt als stünden sie unter Artenschutz und das Recovery nach Pick and Rolls war mangelhaft!

    -cardinal war wesentlich besser. Hat nen Wurf getroffen, sich in der Defense reingehängt wie Peja es nie könnte und vor allem Wade verletzt. Ansonsten hat er versucht die gesamte Heat Mannschaft aus dem Spiel zu floppen, was dummerweise unnötige Chalmers Freiwürfe mit sich zog!

    Rein vom optischen her muss ich dir zustimmen. Aber wenn man man etwas genauer hinsieht, dann war Mahinmi sogar on court besser als Cardinal! Cardinal hat 3 Fouls begangen, die allesamt zu Freiwürfen geführt haben! Mahimi auch 3 von denen aber nur eines mit Freiwürfen geahndet wurde! Cardinal stand genau 1.30 min länger auf dem Feld wie Mahinmi, aber im eff Ranking hat er nen Wert von -7, Mahinmi einen von “nur” -3! Ergo hat Mahinmi in seinen Minuten besser gespielt, bzw. war das Team mit ihm nicht so schlecht wie mit Cardinal auf dem Feld!

    Daher haben für mich beide überzeugt, da sie nur eine wirkliche Aufgabe hatten! Dafür zu sorgen, dass wenn Chandler und Dirk ihre benötigten Pausen bekommen, die Heat keinen riesen Lauf starten können! Das haben sie effektiv gesehen dann auch beide gut erledigt!

  5. andi79

    Danke für den Artikel und die ausführlichen Kommentare.

    Meine Nerven sind langsam am Ende. Gestern gabs wieder so viel auf und abs und nur der Schluss war nicht ganz so spannend wie sonst.

    Cardinal hat für mich anfangs gut gespielt, im dritten Viertel dann aber 3 fehler hintereinander gemacht, so dass dann ja Dirk wieder eingewechselt wurde. Der erste Foulpfiff gegen ihn war ein Witz.
    Terry und Barea waren überragend, endlich. Marion und Chandler sind schon die ganzen Playoffs herausragend. Kidd spielt auch gerade defensiv besser als ich gedacht hätte. über Dirk braucht man nichts sagen. Hoffe niemand hält ihn mehr unberechtigter Weise für zu soft.

    Die vergleiche zwischen dem King und Jordan sind mittlerweile lächerlich. Wenns drauf ankam war Jordan immer zu stelle und James? Assists schön und gut, aber er muss einfach mehr bringen mit seinen Fähigkeiten.

    Mal am Rande: Vor der Partie wurden “Flash” und LeBron James von einem Lokalsender in Dallas gefilmt, wie sie die Halle nach ihrem Abschlusstraining verließen.
    Das Duo hielt sich gutgelaunt die Hände vor dem Mund, und Wade sagte: “Habt ihr mich alle husten gehört? Denkt ihr, ich bin krank?”
    Hat jemand den Titel verdient, der sich so verhält? Für mich werden beide immer unbeliebter.
    Noch EIN Sieg und Dallas hätte das Unmögliche geschafft. Oder wer hätte vor den Playoffs damit gerechnet?
    Beat the Heat!

  6. Smido83

    @Jan: @andi79:

    Ja das ist echt unter aller Sau!
    Ich konne James noch nie leiden, aber wie der sich verhält… und dann noch solche Leistungen bringt… ne mittlerweile hasse ich den Typen! Und dieses Wort benutze ich sehr sehr selten! Ich bin schon lange Jahre BVB-Mitglied, aber würde niemals sagen: “Ich hasse Schalke!” (das hier zählt jetzt net ^^) Aber doch… James hasse ich mittlerweile!

    Und zu Wade? Ich finds einfach nur traurig was menschlich aus ihm geworden ist! Er passt sich komplett dem kindischen, egomanen und arroganten Charakter eines James an, anstatt diesen mal zum annehmbaren Menschen zu erziehen! Vor ihm kann ich mittlerweile leider auch leinen Respekt mehr haben! Auch wenn er leistumngstechnisch zumindest immernoch überzeugen kann, kann er es charakterlich leider nicht mehr!

    Dallas gewinnt hoffentlich in 6!
    Und dann das D-Generation-X “SUCK IT”- Zeichen zu den beiden von Dirk! 😉

  7. andi79

    Ja, echt schade das gerade Wade sowas macht. Eigentlich mochte ich ihn immer und hielt ihn für einen fairen Sportsman und hoffe es gibt in Zukunft eher eine Chicago/Oklahoma Dynastie(von mir aus auch jedere andere Mannschaft), als von den Heat um Bosh,James und Wade.
    Zumindest könnte ja James zweite Finals Niederlage ihn mal zum Nachdeneken bringen.

    Dirk,Kidd,Marion und Co. haben den Titel dieses Jahr einfach verdient. Weil sie eine “richtiges” Team sind, mit bodenständigen Typen, die keine Selbstdarsteller sind(ok, vielleicht Terry etwas) und vor allem den Gegner respektieren.

  8. Ich glaube dieses Spiel hat endgültig den Willen von James gebrochen. Er wird in Spiel 6 wohl versuchen das Spiel an sich zu reißen und hoffentlich Wade, dem besten Spieler seines Team so wenig wie möglich Ballkontakte lassen. Und das alles nur um zu beweisen, dass er ja der King – der legitime Nachfolger von Jordan ist.
    James konnte mich noch nie in den Playoffs überzeugen, im fehlt einfach die Bodenständigkeit und manchmal wenn ich ihn spielen seh, denk ich auch das der Basketball-IQ nicht sonderlich hoch sein kein. Bei all den gezwungen Aktionen die er bringt und diesmal kann er es nicht wie in Cavs Zeiten auf seinen Supporting-Cast schieben, der ihn hängen lässt…

  9. Juicy-Fruit schrieb:
    James konnte mich noch nie in den Playoffs überzeugen, im fehlt einfach die Bodenständigkeit und manchmal wenn ich ihn spielen seh, denkich auch das der Basketball-IQ nicht sonderlich hoch sein kein. Bei all den gezwungen Aktionen die er bringt und diesmal kann er es nicht wie in Cavs Zeiten auf seinen Supporting-Cast schieben, der ihn hängen lässt…

    Amar’e wird mir wieder vorwerfen, dass ich LeBron-Kiddie bin, aber das lasse ich sicherlich nicht so stehen. Ja, LeBron hat in keinem einzigen Spiel in Dallas überzeugt, vollkommen richtig. 17/10/10 sehen trotzdem nicht so aus, als hätte man ihm das Basketball-Talent abgesaugt.

    Aber was hier für teilweise abenteuerliche Aussagen zu James getroffen werden, ist einfach dann doch des Guten zuviel. LeBron James hat in den Playoffs noch nie überzeugt? James hat bisher in 40 Spielen mehr als 30 Punkte erzielt. Man erinnert sich noch heute (und wahrscheinlich wird man dies immer mit James verbinden) an die Performance gegen die Detroit Pistons.

    Und James soll keinen Basketball-IQ besitzen? Der James, der als einziger Small Forward (mit den physischen Voraussetzungen eines Power Forwards) den Ballvortrag übernimmt; der die Entscheidungen trifft, welches Play gelaufen wird; der seine Mitspieler durch seine Passing-Skills und seine Courtvision einsetzt; dieser James hat keinen Basketball-IQ? Das ist letztlich einfach nicht haltbar und nur mit persönlicher Abneigung zu erklären. Argumente findet man dafür kein einziges.

  10. qwertz

    @Smido83

    tut mir leid, wenn ich dir widersprechen muss, aber das +/- gezähle ist das albernste und unnötigste was es gibt. Über größere Zeiträume (zB ne Saison) mag es Aufschlüsse geben welche Fünf zusammen gut harmoniert. Aber einzelne Spieler über einen Zeitraum von nicht mal 10 Minuten kann diese Statistik einfach nicht beschreiben.

    Wenn ne Saison mit James, Wade, Dirk und Dwight aufm Feld stehen würde, müsste ich aufgrund meines +/- eigentlich ins All NBA 1st Team gewählt werden.

    Mahinmi war sicherlich nützlich im dem Sinne, dass er groß ist, ein paar Fouls ausgeteilt hat und Chandler ein paar Minuten zum gegeben hat. Aber ansonsten gab es wirklich nichts, was er zum Sieg beigetragen hat. Ohne Verletzungssorgen würde er zurecht ein DNP – Coach’s decision in jeder Finalpartie bekommen. Dabei hat er diese Saison schon ansprechende Leistungen gezeigt. Für die Heat ist er einfach nicht reif genug!

    Cardinal hat, trotz seiner dämlichen Flops (ok, Wades verletzung war ein offensiv foul) anständig verteidigt und gehustlet. Dazu nen Wurf getroffen. Ein klares Upgrade zu Peja, der offensiv ein non-factor war und defensiv eine absolute Schwachstelle, die selbst durch eine Zone nicht kaschiert werden konnte.

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