Dallas Mavericks, Gedanken, Miami Heat

NBA-Finals: Gedanken zu Spiel 4

We have a series. Dallas siegt mit drei, nachdem man zehn Minuten vor Ende des Spiels bereits mit neun Punkten hinten lag. Damit ist auch klar: Die Finals werden in Miami enden, unabhängig vom Ausgang des nächsten Spiels und unabhängig vom Sieger der Serie. Wie in den letzten drei Spielen zuvor, war Go-to-Guys-Redakteur Jan Karon auch dieses Mal live mit von der Partie. Warum Dallas gewann, erklärt er in seinen Gedanken zu Spiel 4:

• Supporting Cast! Endlich. Nachdem ich in meinem zuvorigen Gedanken zu den Finals Dallas’ Supporting Cast kritisiert habe und Nowitzki in meinen Augen lange Zeit alleine gegen die Heat ankämpfen musste, konnte Dallas heute als Team überzeugen und seinem Go-to-Guy Hilfe zur Seite stellen. An erster Stelle hervorzuheben: Tyson Chandler. Ein unfassbar energisches und physisches Spiel des Dallas-Centers. Das erste Mal in dieser Serie konnte Chandler auch offensiv zum Erfolg beitragen, war eine wichtige Anspielstation im Pick-and-Roll und zog Freiwürfe am Brett. Doch nicht nur das: Chandler zeigte sich auch als einziger Verteidiger, der Chris Bosh (16 Punkte, 8-12 FG in Halbzeit 1) unter Kontrolle hielt. Darüber hinaus waren seine Rebounds von großer Bedeutung. Obwohl Dallas das gesamte Spiel über mit Problemen am Brett zu kämpfen hatte (Miami mit zwischenzeitlich mehr als doppelt sovielen Offensivrebounds), war er der Anker einer funktionierenden Teamdefense, der gerade am Brett absolut von Nöten war. In der Crunchtime holte Chandler zwei immens wichtige Offensivrebounds, kreierte somit 48 Sekunden an „extra possessions“. Gold wert.

Aber auch der Rest der Mavericks, abstrahiert von Nowitzki, konnte überzeugen: Marion mit einem erneut bärenstarken Spiel auf beiden Seiten des Feldes, Terry, der immer wieder Lücken in die Defense der Heat riss, und gerade in Drangphasen der Heat für wichtiges Scoring sorgte, und auch DeShawn Stevenson, der mit elf Punkten zur Halbzeit einen maßgeblichen Teil dazu beisteuerte, dass das Spiel nicht bereits nach den ersten 24 Minuten vorentschieden war. So, und zwar nur so, kann Dallas gegen die Heat ankämpfen.
• Ein schwächeres Spiel von Nowitzki, wenn man auf seine Statline schaut, aber: Nowitzki ging mit knapp 40°C Fieber ins Spiel, litt noch an seiner Mittelfinger-Verletzung und wurde von Anthony/Haslem sicherlich nicht verschont. Trotz der Verletzung ist er am Ende der Begegnung Topscorer der Mavs, trifft den entscheidenden Lay-Up zur Dreipunkteführung Sekunden vor Ende und scort im vierten Viertel zehn Punkte. Hatte jemand irgendwann Zweifel an Nowitzkis Toughness? Dann ist es jetzt an der Zeit, diese entgültig abzulegen.
By the way: Jemand Nowitzki auf der Pressekonferenz gesehen? Puh, der Typ sah total fertig aus, Dauerhusten und gerötete Augen. Der Tank ist leer – es gilt sich bis Donnerstag soweit es geht zu regenerieren.
• LeBron James erneut mit einem extrem schwachen Spiel. In der Offensive völlig passiv, aber mit vielen unforcierten Fehlern und in der Defense das erste Mal erschreckend schwach. Terry konnte ihn gestern im vierten Viertel drei Mal mit anschließendem Korberfolg schlagen. Mir fällt es derzeit sehr schwer, eine Fehlerdiagnose oder Erklärung für das schwache Spiel James’ zu finden. Heute wirkte es für mich so, dass er es in der Offense nicht mal versuchte; dass er das (zweifellos harte) Duell gegen Stevenson, Marion und Kidd selten annahm. Ich weiß nicht, warum er nicht aggressiver spielt und öfter das 1-gegen-1 sucht. Phasenweise lässt er seine grandiose individuelle Klasse aufblitzen, beispielsweise beim Pass auf Wade übers ganze Feld oder dem Alley-Oop auf Wade, aber weitestgehend bleibt er blass.
Auch vielleicht um nochmal das Thema Wade-vs.-Lebron aufzunehmen, das in meinen Gedanken zu Spiel 3 von einigen Lesern kritisiert wurde: Ich wollte gar nicht anzweifeln, dass Wade im Falle, dass die Heat Champion werden, der Finals-MVP ist, denn das ist er ohne Zweifel. Alle Zahlen und auch alle Argumente sprechen für ihn, auch wenn der nicht gefangene Ball in der letzten Miami-Possession unglücklich war. Aber die erste Geige, der Leader, bleibt LeBron. Ohne ihn wären die Heat vielleicht nicht in den Finals, genauso wie sie ohne Wade wahrscheinlich keine zwei Spiele gegen die Mavs gewonnen hätten. Ich finde es lediglich extrem bedauernswert, dass er nun dafür kritisiert wird, dass er die Entscheidungsgewalt und Verantwortung nicht an sich reißt. Hey, LeBron wechselt, um einen Titel zu gewinnen: er wird kritisiert. LeBron übernimmt in Spiel 2, 3 und 4 keine Verantwortung, sondern gibt Wade den Ball, (um Erfolg so gut es geht sicherzustellen): er wird kritisiert. Würde er es selbt machen, würden Stimmen laut werden, er ist nicht mannschaftsdienlich und stellt sein eigenes Ego vor den Teamerfolg, ergo: er würde kritisiert werden. Connect the dots.
• Der Wechsel in der LineUp und Rotation Dallas’ schien mir nicht der ausschlaggebende Punkt zum Erfolg zur sein. Carlisle beförderte Juan José Barea in die Starting LineUp, brachte dafür Stevenson von der Bank; Stojakovic verschwand aus der Rotation, Brian Cardinal übernahm seine paar Minuten. Die Starting LineUp mit Barea, Kidd, Marion, Nowitzki und Chandler spielte bisher in der gesamten Regular Season 43 Minuten gemeinsam; in den Finals sechs Minuten, in denen sie Miami 15-4 outscorte. Der Schlüssel zum Erfolg waren die „Adjustments“ heute aber nicht. Barea spielte bis auf zwei, drei stärkere Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit erneut extrem schlecht und wirft in den gesamten Finals bisher 8-32 FG. Cardinals Einfluss war ebenfalls nicht der Rede wert, denn er hatte keinen.
• Umso länger die Serie geht, desto mehr entwickelt sich Mario Chalmers zum X-Faktor der Heat. Heute erneut mit einem extrem starken Spiel. Ich kann hier nochmals wiederholen: Chalmers profitiert extrem von seiner Kansas-Ausbildung und weiß, wie man in wichtigen Spielen zu spielen hat. Jeff van Gundy teilte heute mit, dass er mitbekam, dass Chalmers zu Spoelstra ging, und sagte, dass er bereit sei, wichtige Würfe zu nehmen. In Spiel 4 brachte Chalmers viele starke Defense-Sequenzen und starke Courtvision. 6 Assists sprechen eine deutliche Sprache – und einige von ihnen waren extrem starke sowie sehenswerte Pässe.
• Nachdem ich nach Spiel 1 auf die fehlende Effizienz der Dallas-Zone aufmerksam machte (zur Erinnerung: Die Heat erzielten in Spiel 1 im Durchschnitt 109 Punkte auf 100 Posessions – und 111 gegen die Zonenverteidigung), war diese heute wieder das, was sie in den Serien zuvor war: ein wirksames Mittel, den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Dallas lag kurz nach Beginn des Schlussviertels mit neun Punkten hinten, Terry scorte, ab dann folgte eine 5.30 Minuten lange Sequenz, in der die Mavericks Zone spielten. Das Ergebnis: 17-4-Run, Heat mit mehr als fünf Minuten ohne einen einzigen Punkt, Dallas mit der Zurückeroberung der Führung.
• Erneut ein Spiel, das von Hektik, Aufregung und Runs auf beiden Seiten lebte. Man merkte heute förmlich, was auf dem Spiel stand; für Dallas war Spiel 4 „Do or Die“, für Miami die Möglichkeit eine Vorentscheidung zu schaffen. Die 24 Turnover spiegeln dabei den Spielverlauf wieder. Der twitter-Account von Hardwood bringt es mal wieder auf den Punkt:

Biggest adjustment in this series has been both teams getting used to each other enough to play passing lanes. It’s a gamble conversion game.

Alles, was mir nach diesem Spiel zu sagen bleibt: unfassbar geniale Serie, gute Besserung, Dirk, diese Finals sind Nervenkitzel pur, verlangen dem Zuschauer eine Menge an Nerven ab und sind alles, nur eines nicht: entschieden. Ich freu mich wie ein Honigkuchenpferd auf Spiel 5. Ihr auch?

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29 comments

  1. Amar'e

    Hey Jan,

    wieder mal sehr interessante gedanken zu spiel 4.
    du meinst sicherlich, dass du dich auf spiel 5 freust?!

    ich frag mich auch, warum LeBron so passiv spiel. Möchte er Wade’s flow nicht unterbrechen, oder widmet er sich vermehrt dem spielaufbau? Oder muss er garnicht so stark spielen, da MIA so erfolgreich ist? Limitieren ihn MArion und STevenson doch zu sehr? Oder hebt er sich sein bestes Spiel zum Scluss auf? Oder unterschätzte er einfach Dallas? Vielleicht ist er nicht brereit für die Finals, vielleicht ist im dieses Bühne zu groß? In einem Interview tönt er das er aggressiver spielen werde, und er nicht nachvollziehen kann, wie ihn Marion im one-on-one stoppen soll? Er meinte, dass Ihn nienamnd in der Liga im one-on-one halten kann. Was auch der Wahrheit entspricht. Der einzige der Lebron aus dem spiel nehmen kann ist er selber… naja wenn ich ehrlich bin, weiß ich auch nicht, warum lebron so schlecht spielt.

    zu chalmers, übernimmt er die rolle des rondos in miami? Ich meine nicht die exakt gleiche, sondern, dass er sich zurück nimmt, verteidigt und würfe trifft.

    Glaubst du chalmers wird weitere schritte nach vorne in seiner entwicklung machen, neben den big 3? oder stagniert er, in seiner rolle? das er auch teil des erfolges sein will, sprich wichtige würfe treffen, glaubst du das sein ego probleme machen wird?
    Momentan freut es mich, das mario der x-faktor ist und stark aufspielt.

    aber darum geht es mir nicht. Das lebron in der offense die erste geige spielt mag sein, aber ichj seh aboslut nicht ein, dass lebron der leader des teams ist. Da bin ich nicht deiner meinung.

    Könnstest du mir deine aussage erklären bzw. begründen?

    Das würde mich sehr interessieren, warum du lebron als leade des teams siehst. Wie ich bereits im vorrigen artiekl gepostet habe, sind für mich haslem und besonders wade, die leader des teams.

    freu mich auf deine antwort.

    Gruß Amar’e

  2. Smido83

    Leute… ich bin während dieses Spiels gestern Nacht um Jahre gealtert!

    10 Minuten vorm Ende saß ich sterbens traurig vorm Bildschirm, weil Dirks vermeintlich letzte Chance wohl so an einer Krankheit scheitern würde! Dann 3 Minuten vorm Ende war ich hellauf begeistert und geschockt zugleich, wie sich Dallas nocheinmal so rankommen konnte! Dann 2 Min später war ich stocksauer, das sie einfachste Würfe einfach net trafen! 2 mal Terry, 2 mal Stevenson (an sonsten überragend der Mann), und auch Dirk!

    Dann noch 14 Sekunden… DIIIIRRRRRKKKKKK… 9 Sekunden… 6 Sekunden… Auszeit Miami… Stream kackt ab… WTF???? o_O

    Ich hab fast nen Herzinfakt bekommen! In kompletter Aufregung nen neuen Stream gesucht… keiner ging! Irgendwann dann nen mongolischen/sudanesischen/arabischen (keine Ahnung was das für ne Sprache war) gefunden und… “challamachalla Wade, machamachala Miller, machalla machalmarucha WIN DALLAS”! Ich bin fast ausgeflippt vor Freude!

    Echt, Statistiken hin oder her, Wurfquoten, Rebounds, Fouls… wichtig war einzig und alleine der Sieg! Wichtig war, das endlich auch mal der Rest der Mavs offensiv ordentlich gespielt hat! Wenn jetzt noch Kidd/Barea zur offensiven Form finden UND Nowitzki schnell gesund wird, dann haben die Mavs ne riesen Chance! In diesem Spiel konnten sie die Heat mit ihren Lineups komplett überraschen! Ich glaube zwischenzeitlich standen Cardinal/Marion/Stevenson/Terry/Barea auf dem Feld… ich meine… hä? Nochmal wird das so wohl nicht gelingen Miami zu verwirren!

    Zum Thema Wade/James… in diesen Finals wird eindeutig klar wer der Boss des Teams ist! Ich weiß net was oder ob überhaupt was passiert ist, aber es ist nicht normal, dass James freiwillig den Aufbauspieler gibt wie in den letzten beiden Spielen! Dazu ist er für mich mit seinem Ego gar nicht in der Lage. Also sich zurückzunehmen und anderen freien Spielern den Ball freiwillig so zu geben! Ich weiß, das sehen andere anders, weil er fast immer 5-10 Assists hat, aber 80% davon sehen für mich so aus: Er zieht zum Korb, merkt der Weg ist zu und findet noch irgendwie den freien Mann! Aber nun macht er fast alles vom Perimeter und nicht vom Paint aus!

    Ganz ehrlich… ich glaube das auch er nicht bei 100% ist und ihm Wade, der BOSS, der CHEFF, der ANFÜHRER der Heat sowas gesagt hat wie: “Du bist net bei 100%, gib Bosh und mir den Ball, wir machen dass! Nimm dir nur einfache Würfe und ziehe nur zum Korb wenn der Weg komplett offen ist!”

    Wenn man sich alleine mal die nakten Zahlen ansieht!
    Spiel 1: 24 Pkt. 9/16 FG 9 Reb 5 Ast 45 Min.
    Spiel 2: 20 Pkt. 8/15 FG 8 Reb 4 Ast 40 Min.
    Spiel 3: 17 Pkt. 6/14 FG 3 Reb 9 Ast 45 Min.
    Spiel 4: 8 Pkt. 3/11 FG 9 Reb 7 Ast 46 Min.

    Mir zeigt dies, dass in Spiel 2, wo er troz sehr gutem Spiel überdurchschnittlich lange auf der Balk saß, irgendwas passiert sein muss! Denn auch wenn ich den Mann nicht ausstehen kann! Er hat viel zu viel Klasse, als das ihn ein Marion/Stevenson selbst mit ihrem A-Game komplett aus dem Spiel nehmen könnten! Auch sieht man, dass er im Spiel 3 beim Rebound gehemmt war. Also anscheinend nicht mit allerletzter Kraft hoch ging! 3 Reb? In den gesamten Playoffs hatte er bis dahin immer mindestens 6! Obendrein nahm die Anzahl seiner Assists deutlich zu und seine Wurfquote ging von Spiel 2 an deutlich in den Keller!

    Daher steht für mich zumindest fest, dass er NICHT fit ist, genauso wie Wade in den Conf. Finals NICHT fit war! Auch wenns nicht korrekt ist, aber “Gott sei Dank”… sonst wäre die Serie in meinen Augen schon entschieden!

  3. bartek

    nette Gedanken zu Spiel 4. Kann ich unterschreiben. Einzige was ich vermisse …. Wieso hat Marion kaum Minuten im vierten Viertel gesehen ? Er spielt mehr als stark in den Finals und man könnte ihm paar Minuten mehr geben. Die von Cardinal z.b.! Marion und Stevenson sind die 2 Spieler die für mich (defensiv und teils offensiv) die Roleplayer die diese Serie entscheiden werden/können 🙂

    Trust the Matrix 😛

  4. Amar'e

    @ Smido83, stimm dir zu, iregndetwas ist faul mit james…

    ich kann mir gut vorstellen, dass er von wade, oder haslem, oder coach spo, oder pat riley für das feiern nach wade’s 3er zusammengestaucht wurde..und dadurch in irgendeiner weise, wie auch immer, schlecht spielt…

    könnte jemand von Euch (go-to-guy’s) james relativ miese finalsspiele analysieren?

    Gruß Amar’e

  5. Smido83

    @bartek:
    Wenn ich das richtig mitbekommen habe wollte er selber weniger Einsatzzeit! Lieber 25 Minuten mit 110% übers normale Leistungsniveau gehen, als sich in 40 Minuten Auszeiten nehmen zu müssen und das Spiel somit zu “behindern”!

    Außerdem hatte Stevenson dadurch viel mehr Minuten. Nämlich die 10 mehr von Marion! Diese konnte er zu Beginn offensiv und später im Spiel dann defensiv sehr sehr gut nutzen! Er spielte im letzten Viertel die ganze Zeit gegen James, was normalerweise Marion machte! Cardinal kam ja eher als PF für Dirk oder sogar als C für Chandler zum Einsatz, Stevenson hat dafür halt vornehmlich SF für Marion gespielt!

    Beide zusammen geht im letzen Viertel halt nicht, weil dann Terry auf die Bank müsste bzw. man ohne Aufbauspieler spielen würde (wenn Kidd draußen wäre)! Einen Terry braucht man aber in Crunch-Form wenn man gewinnen will! Man nehme nurmal seine Statistiken dieser Serie! Terry trifft ordentlich im letzten Viertel, Dallas gewinnt! Terry versagt im letzten Viertel, Dallas verliert! Und ohne Kopf in der Offence agieren? Also ohne Kidd? Auch nicht möglich!

    Ergo: Entweder Marion spielt überdurchschnittlich lange, oder Stevenson bekommt seine Minuten! Beides zusammen funktioniert leider net, wenn Dallas Spiele closen will bzw. Comebacks starten muss!!

  6. Jan Karon

    |Author

    Haben wir auf unserem Notizblock ganz oben stehen 😉 Aber erst sollte man fair genug sein und James die Finals fertig spielen lassen. Der Drops ist noch nicht gelutscht 😉

    @bartek: Gute Frage, ich erklär’s mir durch Stevensons Auftritt. Der war in der ersten HZ ein sicherer Dreipunkteschütze und spielt die ganze Serie über als unfassbarer Wadenbeißer ggb. James. Im Zweifelsfall hat man sich an diesem Tag für ihn entschieden, und wollte lieber mit Terry zusätzliches Shooting + Scoringpower und Kidd Veteran Leadership auf dem Feld haben. Im Zweifel behält der Gewinner Recht, wenngleich Marion gestern ebenfalls stark aufgespielt hat und eigentlich in der Crunchtime stehen müsste.

    Warum ich James als Leader sehe? Nun ja, die Regular Season und eigentlich alle Playoffserien geben mir diesbezüglich Recht. Vergleich die Usage-Rate von James und Wade. LeBron ist der deutlich bessere Verteidiger, eigentlich auch die erste Option in der Crunchtime, der bessere Verteidiger, dazu der Spieler, den die Mavs in den ersten drei Spielen gedoppelt haben. Abgesehen von der Finalsserie war nunmal klar zu erkennen: James 1a, Wade 1b, Bosh 3. Dass James nun in den Finals den Ball abgibt und teilt, wenn es bei anderen besser läuft, ist nur mannschaftsdienlich und richtig. Woran es liegt, dass es bei ihm schlechter läuft, schwer zu sagen, das müsste man wie gesagt in einem ganzen Artikel analysieren.

    Übrigens: euer Output zu diesen Finals-Gedanken ist wirklich fantastisch. Wir sind sehr froh, dass ihr so zahlreich mitlest und kommentiert. Kann ich wirklich nur loben. Jeder, der selbst mal Redakteur war, wie cool es ist, Rückmeldung und Feedback zum Geschriebenen zu erhalten. Wirklich verdammt cool. Danke jetzt schon dafür!

    1L.

  7. Smido83

    @bartek:
    Wenn ich das richtig mitbekommen habe wollte er selber weniger Einsatzzeit! Lieber 25 Minuten mit 110% übers normale Leistungsniveau gehen, als sich in 40 Minuten Auszeiten nehmen zu müssen und das Spiel somit zu “behindern”!

    Außerdem hatte Stevenson dadurch viel mehr Minuten. Nämlich die 10 mehr von Marion! Diese konnte er zu Beginn offensiv und später im Spiel dann defensiv sehr sehr gut nutzen! Er spielte im letzten Viertel die ganze Zeit gegen James, was normalerweise Marion machte! Cardinal kam ja eher als PF für Dirk oder sogar als C für Chandler zum Einsatz, Stevenson hat dafür halt vornehmlich SF für Marion gespielt!

    Beide zusammen geht im letzen Viertel halt nicht, weil dann Terry auf die Bank müsste bzw. man ohne Aufbauspieler spielen würde (wenn Kidd draußen wäre)! Einen Terry braucht man aber in Crunch-Form wenn man gewinnen will! Man nehme nurmal seine Statistiken dieser Serie! Terry trifft ordentlich im letzten Viertel, Dallas gewinnt! Terry versagt im letzten Viertel, Dallas verliert! Und ohne Kopf in der Offence agieren? Also ohne Kidd? Auch nicht möglich!

    Ergo: Entweder Marion spielt überdurchschnittlich lange, oder Stevenson bekommt seine Minuten! Beides zusammen funktioniert leider net, wenn Dallas Spiele closen will bzw. Comebacks starten muss!!

    @Amar’e:
    Meinst das es nur das ist? o_O
    Also das sie sozusagen sein Ego erschüttert haben und er deshalb seine Selbstsicherheit verloren hat? Kann ich mir so eigentlich bei ihm nicht vorstellen! Ne, ich denke eher irgendwas körperliches hemmt ihn, wodurch er sich unsicher fühlt! Zwar hat er dies auf der Pressekonferenz verneint, aber er war für mich dabei eher wenig überzeugend. Genauso wie damals auch Wade der sagte: “Ich bin fit, sonst würde ich net spielen!”

    Wenns nur sein Wurf wäre… ok, vieleicht! Aber im letzten Spiel hat er sich ja sogar in der Defense ein ums andere mal von Marion bzw. später Terry abkochen lassen! Und dies hat nix mit Wurfrhythmus oder Wurfsicherheit zu tun!

    P.s. Könnt ihr meinen ersten Beitrag bitte löschen? Das Bearbeiten funktioniert bei mir leider net! Irgendwas mache ich falsch… 🙁

  8. Eastwood

    “Ich finde es lediglich extrem bedauernswert, dass er nun dafür kritisiert wird, dass er die Entscheidungsgewalt und Verantwortung nicht an sich reißt. Hey, LeBron wechselt, um einen Titel zu gewinnen: er wird kritisiert. LeBron übernimmt in Spiel 2, 3 und 4 keine Verantwortung, sondern gibt Wade den Ball, (um Erfolg so gut es geht sicherzustellen): er wird kritisiert. Würde er es selbt machen, würden Stimmen laut werden, er ist nicht mannschaftsdienlich und stellt sein eigenes Ego vor den Teamerfolg, ergo: er würde kritisiert werden. Connect the dots.”

    Hier geht es nicht ums kritisieren. Sondern darum, ob er der Leader ist. Ihn würde keiner kritisieren, wenn er, wie du es nennst “selber machen würde” und Miami wegen ihm die Spiele gewinnt. So lief es ja gegen Boston und Chicago. Gab es da Kritik? Nein!
    In den Finals spielt er scheisse und nur deshalb wird er kritisiert. Keiner von uns wird heraus finden warum er so unmotiviert bzw. lustlos agiert. Er ist nicht er selbst, warum auch immer. Von mir aus soll er aber geanu so weiter spielen 😉

    Zum Spiel: Mich freuts echt, dass die Mavs Rollenspieler ihr Wort gehalten haben und Dirk so eine große Stütze waren. Jeder hat sich voll reingehänt, das war wirklich ein Genuß, das zu sehen. Warum Marion im Vierten auf der Bank Platz nehmen musste ist mir aber auch ein Rätsel. Hat bis dahin wirklich einen guten Job gemacht. Jedoch muss man sagen, das RC wieder einmal das Richtige gemacht hat. Ich gehe mal davon aus, dass er Stevenson eingesetzt hat um das Spiel breiter zu machen um mehr Platz für Dirk zu schaffen. Denn in der Defense ist DeShawn ähnlich gut wie the Matrix und offensiv macht er das Spiel in der Zone nicht so eng. Dadurch dass Terry und Stevenson an der Dreierlinie geklebt haben und somit Wade und James diese verteidigten konnte die Help-Defense gegen Dirk nicht so effektiv arbeiten wie sonst. Ich meine wenn Stevenson und Terry ihre 3er im letzten verwandelt hätten wäre das Ding viel früher entschieden gewesen. So zumindest war mein Eindruck. Wenn das der Plan war, war das ein wirlklich guter Schachzug des Mavs-Coaches.

  9. Amar'e

    @ Jan, und alle anderen…danke für eurer posts, macht echt spaß mit euch zu diskutieren.

    @ Jan, das klingt alles nach der spielerischen veranlagung, seiner physis und dem talent was er mitrbingt. er ist der go-to-guy, was ich langsam mal hinnehmen muss.
    allerdings, kann ich mich nur wiederholen. der beste spieler, beste scorer etc. muss nicht der MVP, der anführer oder in diesem fall der LEADER sein.

    leider kam bisher noch neimand dazu den begriff “leader” zu definieren.

    einen leader beschreiben NICHT die spielerischen fähigkeiten oder die “stats”… viel mehr sind es die mentalen fähigkeiten, die führungsqualitäten die einen teamleader auszeichnen.

    ich versuch jetzt mal ganz spontan, die dinge aufzulisten, welche einen leader auszeichnen. ala brainstorming:

    – herz – kampf – einsatz – gewinnermentalität – wille – einstellung – kritikfähigkeit – fokus – mit 110% spielen – alles, aber wirklich alles geben – niemals aufgeben – (kein zufrühes jubeln, tanzen oder sicher sein, gewonnen zu haben) – killerinstinkt – entschlossenheit – professionelle arbeitseinstellung – vorbild – mit gutem beispiel vorangehen – “vocal leader” – die richtigen dinge zur richtigen zeit sagen – motivation – leidenschaft – hingabe – geduld – fleiß – harte arbeit – teamgeist – respekt gegenüber seinen mitspielern und dem gegner – nur der sieg zählt einstellung – hart spielen – glaube an sich selbst und an das team – selbstvertrauen –

    so das waren jetzt nur ein paar spontan gesammlete begriffe die für mich mehr oder weniger einen teamleader beschreiben.

    würde mich sehr interessieren, wie ihr das sieht, ob ihr mir zustimmt, oder mich korrigieren müsst.

    so wenn der begriff leader dann geklärt und definiert wurde. dann schlaf ich vor, können wir sachlich diskutieren wer der leader der heat ist.

    bitte um viel feedback, das thema lässt mich nicht in ruhe…

    peace

  10. Amar'e

    oh mir sind noch ein paar dinge eingefallen:

    körpersprache – seinen körper für das ziel opfern – keine schwäche/angst dem gegener zu zeigen –

    und in betracht all dieser begriffe sehe ich deutliche unterschiede zwischen lebron und wade… oder auch gemeinsamkeiten unter kobe, dirk, garnett, wade, brandon roy, aldrige, duncan, ginobili, randolph, durant, al horford, derrick rose, yoakim noah usw.

  11. Smido83

    @Amar’e

    Einige dieser Dinge treffen sowohl auf James als auch auf Wade zu (kampf – einsatz – selbstvertrauen – entschlossenheit usw…) aber einige halt nur auf Wade (kritikfähigleit – respekt – vorbildfunktion usw…)! Trozdem sehe ich die Sache aus einem anderen Blickwinkel!

    Denn an sich ist es verdammt einfach festzustellen wer der absolute Leader ist! Nämlich, gal wie schlecht bis dahin gespielt, wer bekommt den Ball wenns drauf ankommt! Nicht wer verteidigt den besten Spieler des Gegners oder wer sichert den Rebound. NEIN, wer bekommt den letzten Ball im Spiel wenn noch 10 sek. zu spielen sind und das Spiel auf “Messers Schneide” steht!!

    Das ist im Normalfall halt einfach Wade! Gegen die Bulls war er für mich nicht fit, produzierte im entscheidenden Spiel 9 Turnover, aber im letzten Viertel machte er, genau wie Dirk gestern 10 Punkte! Das ist es was einen Leader auszeichnet bzw. was ihm die benötigte Anerkennung der anderen Spieler einbringt! Wie viele hat James gestern gemacht? Wer bekam im letzten Viertel fast immer den Ball? Genau Wade! Nochmal zum absoluten unangefochtenen Leader. Terry war in der Crunch Time saugut drauf, Dirk den ganzen Abend über total außer Form (alleine 1/5 bis dahin im letzten Viertel)! Wer bekam trozdem den Ball und machte entgegen aller Hindernisse den entscheidenden Korb? Genau… der anerkannte Leader Dirk Nowitzki!

    Nochetwas was einen Leader auszeichnet:
    Ein Rose setzte sich nach dem verlorenen 5. Spiel gegen die Heat in die Pressekonferen und sagte in ungefähr: “Ich alleine bin daran schuld das wir verloren haben. Ich habe unsinnige und falsche Entscheidungen getroffen! Turnovers verschossene Würfe Fouls… Ich werde daraus lernen und diese Fehler nicht wieder begehen! Nächste Saison verspreche ich besser zu sein! Ich war nicht müde oder so, ich habe einfach nur dumme Entscheidungen getroffen…” Diese eine Pressekonferenz hat ihn m.M.n. in seinem Team viel mehr Anerkennung gebracht wie 10 Reg Season MVP Awards! Solche selbstkritischen Aussagen sind es die ihm das Vertrauen und die Gefolgschaft der Mitspieler bringt! Die alle wissen das auch sie alles andere als gut gespielt haben. Aber er nimmt die Schuld auf sich und ist demütig, gesteht Fehler ein… sowas macht einen zum Leader! Schonmal sowas aus dem Mund eines James gehört? o_O

    http://www.nba.com/video/channels/playoffs/2011/05/26/0041000305_chi_postgame2.nba/index.html

    Insgesamt gesehen ums mal kurz und knapp auszudrücken: Statistiken machen dich nicht zum Leader. Egal ob du der beste Scorer, Rebounder oder Passer bist! Das absolute Vertrauen deiner Mitspieler in deinen Charakter und deine Fähigkeiten, sowie deren Loyalität und Anerkennung machen dich dazu! Und da gibts bei Miami nur einen… Dwyane Wade

    q.e.d. ;P

  12. Amar'e

    @ Smido83,

    das sehe ich genauso, stimme absolut zu. ich selber bin ein riesen rose fan, weil ich seinen charakter mega geil finde. das postgame kenn ich.

    um zu ergänzen. selbstkritik, noch härter im training arbeiten..

    z.B wade spielte aggresiver im training nach der niederlage in spiel 2 , diese mentalität nahm er mit in spiel 3 und übertrug er auf s team.

    das stimmt schon mit, dem letzten angriff, den ball in die hände usw. allerdings beschreibt das mehr die rolle des go-to-guys, der der punkte liefern soll, wenn hart auf hart kommt. das muss aber nicht unbedingt der leader sein.

    z.B die mavs vor 6-7 jahren…da war nowitzki der beste spieler des teams, der go-to-guy und der top scorer, aber er war nciht der leader und nicht so clutch, das war michael finley!!!

    hhmm, also ich denke miami ist die große ausnahme, weil alle drei ihr ego zurück nahmen und selbstlosspielen, selsbt wenn es drauf ankommt. das hat man gut am ende der partie 3 gesehn. bosh bekommt denn ball!

    die big 3 geben dem den ball der grade am besten steht, den besten wurf bekommt, heiß ist, im flow oder in the zone ist wie auch immer…

    das wird auch in zukunft so sein..das wird auch miami in der zukunft bärenstark und unausrechenbar machen…

    allerdings stimme ich deiner argumentation zu. das ist ja auch meine meinung.

    es kann nur dwyane wade der teamleader sein. besonders wenn er schon 8 jahre bei dem club ist und lebron grade mal eine saison!

    danke dir smido83 nochmals für deinen entry

  13. Eastwood

    Schließe mich meinem Vorredner an.
    Ein Leader ist jemand der das Team in der entscheidenden Phase trägt. Klar sind Leute wie Chandler oder Haslem mit ihrer Aggressivität und ihrem Einsatz auch irgnedwo wichtige Leute. Aber es sind keine Teamleader sondern einfach nur Führungsspieler.
    Man spricht doch so oft davon, dass die ganze Franchise der Mavs auf Dirks Schultern lastet. Und genau diese Aussage trifft es für mich exakt. Jeder verlässt sich auf diesen einen Spieler, jeder arbeitet für ihn. Alle vertrauen und folgen ihm und hören auf das was er sagt. In Miami scheint mir so, dass dieser Mann Dwayne Wade ist.
    Rose, Paul, Bryant usw., das sind für mich ebenfalls echte Leader. James war in Cleveland ebenfalls einer dieser Spieler, jetzt aber nicht mehr. Klar, die Situation in Miami ist eine andere, weil man zwei absolute Weltstars hat. Trotzdem zeigt nur einer der beiden, dass er ein Star ist. James konnte in den Finals einfach nicht beweisen, dass man sich auf ihn verlassen kann wenn es drauf ankommt. Meiner Meinung nach wird sich das in den Finals auch nicht mehr ändern, weil die Miami Spieler mittlerweile verinnerlicht haben, dass Wade der Boss im Team ist. James hat zwar im zweiten Spiel versucht, das Spiel an sich zu reißen hat in der jedoch Crunchtime jämmerlich versagt. Man kann sogar sagen, dass er den Kopf hängen lässt. Unglaublich, aber so kommts mir echt vor. Ein Leader macht sowas nicht!

  14. Amar'e

    @ Eastwood

    YESSIR

    * kopfnick*

    bin gespannt, wie Jan argumentieren wird, um James als Leader Miami’s zu beweisen.

    nette diskussion leute

  15. Geniales Spiel. Ich hoffe dass es diesmal die Mavs mit ihrem Turnaround geschffat haben den Heat das Herz bei lebendigem Leibe raus zu reißen! Hoffe auf ein Mavs in 6!

  16. qwertz

    wo genau ist denn bitte der unterschied zwischen leadern und führungsspielern? Ehrlich gesagt ist für mich das eine nur die Übersetzung des anderen. Von der Bedeutung her sind die Begriffe deckungsgleich.

    Leader=Führungsspieler.

    Derjenige, der die wichtigen Würfe nimmt, also offensiv am potentesten ist, mag der go-to guy sein – muss aber kein Leader sein (vgl. Beasley in Minnesota und etliche weitere beispiele). Natürlich kann man beides sein, aber leader kann man in viel mehr als einer Art und Weise sein.

    Jetzt drüber zu streiten, ob Wade oder James offensiv erste Geigen spielen ist in meinen Augen mehr als müßig, denn James hat Miami gegen Chi-city getragen und jetzt wo Wade von der Dallas Defense nicht zu stoppen ist, ist es genau andersherum. Der Versuch eine feste Hackordnung hineinzudeuten, ist überflüssig und beruht auf der Sensationsgier der Medien. In der Mannschaft selbst stellt sich diese Frage gar nicht – da man sowohl für Wade als auch für James höchsten Respekt hat und die beiden bisher keine Machtkämpfe ausgetragen haben um eine Rangordnung herzustellen.

    Wäre schön, wenn man zum Spiel zurückkehren könnte, anstatt sich auf diese dämlich nicht-diskussion einzulassen.

    BTT: Schön wenn ich recht behalte: Stevenson kam zwar von der Bank, hat aber knapp 25 min geloggt und ein paar dreier eingenetzt. Peja kam nur bei einem out of bounds play 5 sekunden lang zum einsatz 🙂

    Dirk hat man seine Krankheit angemerkt – würfe zu kurz, unkonzentriert beim abschluss in korbnähe, aber gott sei dank dann im 4. Viertel wieder zur Stelle (vor allem von der Linie und beim Drive ggn Haslem)!

  17. Wie qwertz das schon richtig herausgestellt hat: Ein Leader ist ein Führungsspieler innerhalb des Teams. Das, was die Vorposter mit dem Go-to-Guy oder dem Spieler, der den letzten Wurf nimmt, meinen, ist eher die Definiton eines “Closers”. Es gibt viel zu viele Beispiele dafür, dass diese Rollen sich innerhalb eines Teams auf mehrere Schultern verteilen. Tim Duncan clost die Spiele ebensowenig wie Shaquille O’Neal oder generell jeder Big Man, dessen Freiwurf wackelt und der keine Range hat. Man kann als Big dann trotzdem klarer Leader des Teams sein.

    Trotzdem würde niemand bestreiten, dass Tim Duncan der Leader des Team ist: Tim Duncan’s Team.

    In abgeschwächter Form weise ich dann auch mal auf den Gedanken zu Spiel 1 von Jan hin. Dort ist ein Video eingebttet, das die Heat vor dem Spiel zeigt. Wer hält dort die Ansprache? LeBron James.
    Generell sollte man mal davon wegkommen, anhand von 1 oder 2 Spielen ein Urteil zu revidieren, das in den vorherigen 97 Spielen Bestand hatte: es ist LeBrons Team. Ja, sicherlich übernimmt momentan Dwyane Wade das Scoring. Und ja, James’ Performance in Spiel 4 war miserabel. Aber das ändert nichts am teaminternen Status von James.

    @Amar’e: Warum James so underperformed, ist schwer zu beantworten. Die Spiele 1 und 2 hat er (sehr) gut bestritten, erst in Dallas kam der Knick. Ein Grund mag hier auch sein, dass der Staff der Heat meint, dass Wade das größere Mismatch hat und demzufolge Wade zum primären Ballhandler macht. Das halte ich für einen Fehler. Natürlich verteidigt Marion James besser als jeder andere Maverick Dwyane Wade, aber LeBron James hat bisher 717 NBA-Spiele bestritten. In 715 war er der primäre Ballhandler, der “on-the-ball”-Spieler, der für sich und seine Mitspieler kreiert hat. Seit zwei Spielen muss er off-the-ball agieren – und das kann er nicht. Woher auch? Er hat immer den Ball in den Händen gehabt, um ein Play zu laufen. Woher soll er wissen, wie er sich verhalten soll, wenn er es nie gespielt hat? Die ganze Saison über hat Dwyane Wade sich bemüht, einen Weg zu finden, wie er sich abseits des Balles bewegen muss. Dies erfordert Zeit und Übung. Diese hat James nicht. Er lungert also nur am Perimeter rum, wirkt passiv und wartet auf den Ball, weil er keine off-the-ball-plays gewohnt ist. Das mag ein Manko im Spiel von James sein, aber als Staff muss man sehen, dass man seinen besten Spieler optimal einsetzt. Und das ist nun mal LeBron James.

  18. Eastwood

    Ein Leader ist eben nicht gleich ein Führungsspieler!
    Ein Leader ist DER Anführer eines Teams. Führungsspieler gibt es immer mehrere in jeder Mannschaft.
    Du kannst es so sehen oder nicht, aber es ist eben doch so, dass der go-to-guy meistens doch der Anführer seines Teams ist, weil dieser “seine” Mannschaft zum Sieg führt. Bei dem Beispiel mit Beasley gebe ich dir Recht. Grund dafür ist aber nur das Alter des Spielers. Er ist noch nicht der Leader, weil sich das Team so wie von mir oben schon beschrieben nicht in jeder Situation auf ihn verlassen kann und er nicht immer das Team tragen kann. Er muss dieser Sieger-Rolle erst gerecht werden. Wenn er über einige Jahre der beste Spieler des Teams sein kann wird er automatisch in diese Rolle reinwachsen. James und Wade haben beide genug Erfahrung um dieser Rolle gerecht zu werden und haben ebenso den Anspruch. James war in den Serien zuvor wirklich gut, aber jetzt wo es um alles geht, taucht er ab. Beweis für mich: James ist nicht der Leader der Heat.
    Muss die Diskussion auch nicht führen, bin Mavs-Fan, aber seinen Senf dazu beitragen ist doch der Sinn der Sache hier 😉

  19. Nun, ob es wirklich LeBrons Team ist oder nicht, darüber lässt sich meiner Meinung nach eben doch streiten. Wade hat ihn in “sein” Team geholt – Miami als Wohnort hin, Steuererleichterungen her, das zählt erst einmal für etwas. Und wenn ich mir die Playoffs ansehe, ist da für mich Wade der insgesamt bessere Spieler. In der ersten Runde gegen Philly haben sich da beide nicht viel genommen, die zweite Runde gehörte ganz klar Wade. Über 30 Punkte im Schnitt, wobei er auf der anderen Seite noch Ray Allen so gut verteidigt hat wie niemand sonst in den letzten Jahren, das ist einfach krank. LeBron hat eine ähnliche Serie gegen Chicago gespielt, nur da war plötzlich der Hype da. Insofern bis dahin ein Unentschieden, während Wade gerade in seinen zweiten Finals zum zweiten Mal auf einem völlig anderen Niveau als vorher spielt und LeBron gerade in seinen zweiten Finals zum zweiten Mal völlig enttäuscht. Gut, die Spurs konnten sich 2007 nur auf ihn konzentrieren, aber diesmal ist das alles einfach nur schwach.

    James schien so lange gut zu sein bzw. ein Closer zu sein, solange er seine Dreier traf. Die fallen nun nicht mehr (und es war klar, dass das irgendwann passieren würde) und Dallas kann ihn mit simplen blitzen verteidigen. Das ist nicht das, was ich mir von einem Spieler seiner Klasse erwarte. Es geht hier gerade um seinen ersten Ring und er läuft mittlerweile mit dem Gesichtsausdruck rum, den Karl Malone in den letzten zwei Minuten eines jeden Playoff-Spiels hatte. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass LeBron ihn während des gesamten Spiels drauf hatte, sich schon in Spiel Drei völlig versteckt hat, er mit seiner miesen Ausführung in Spiel Zwei sicher nicht der Alleinverantwortliche, aber auch nicht völlig schuldlos war. Gott, man kann nicht einmal sagen, dass Miami in dieser Serie einen deutlichen Vorteil auf der Drei hat, weil Shawn Marion “out of his mind” spielt und er James alles gibt, was er hat – und das ist momentan nicht sehr viel schlechter als anders rum. Es ist mir völlig egal, wenn jemand in der Regular Season ach so tolle Statistiken auflegt, aber dann hinterher, wenn es wirklich zählt, derart abtaucht. Gut, ist vielleicht ein bisschen krass von mir, er hat bis zu den Conference Finals sehr gut bis teilweise überragend (Spiel Vier und Fünf gegen Chicago) gespielt. Das hat Wade aber auch – und jetzt dieser frappierende Unterschied.

    Bei allem, was man anbringen kann, um James zu verteidigen (saudämliche Dreier zum Beispiel, die trotzdem irgendwie fallen und den Eindruck eines Closers zulassen) – man muss sich vergegenwärtigen, dass hier jemand spielt, der sich selbst als einen der besten aller Zeiten sieht, der von anderen in die G.O.A.T.-Debatte geworfen wurde, als er gerade seine ersten Punkte in der Liga erzielt hat. Da hat man andere Ansprüche, die er seit Jahren nicht erfüllt und er hat auch nicht den Killerinstinkt, den zum Beispiel Wade hat. Niemand hätte jemals überhaupt daran gedacht, eine Debatte darüber anzufangen, ob Jordan der beste Spieler in seinem Team ist, oder selbiges bei Bird, oder Magic, oder Duncan, oder sonstwem. Ergo: Es sollte diese Debatte ncah seinen eigenen Ansprüchen eigentlich nicht geben. Und doch gibt es sie. Und es gibt gute Argumente, dass Wade der bessere und wichtigere Spieler ist, es gibt sie für James. Das allein ist doch schon die eigentliche Niederlage für ihn.

  20. Scheitert LeBron also nur an den (überzogenen) Erwartungen der Fans und der Medien? Wenn hier die Stichworte GOAT-Diskussion, Closer, Gesichtsausdruck usw. fallen, dann scheint mir das so. Wo steht Dwyane Wade in der GOAT-Diskussion denn? Gibt es diese überhaupt? Und wenn nein, wieso nicht? Ich denke, dass die Erwartungshaltung einfach unmenschlich ist (ja, LeBron hat in Spiel 3 und 4 versagt, keine Frage).
    LeBron ist vielleicht kein Killer (eventuell auch deswegen nicht mehr, weil dies nun Wades Rolle im Team ist und Wade noch mehr Killer ist; man vergisst aber eben auch schnell. Man denke nur an sein Spiel gegen die Pistons, wo er die Cavs ganz alleine in die Finals führte) und kein Closer. Darüber lässt sich diskutieren. Gehören diese Attribute denn zu einem Leader? Ich verweise weiterhin auf die Big Men, die ihre Teams führten. Für mich ist das Closen von Games wichtig, aber eine Qualität ist es auch, die Spiele vorher zu entscheiden. Das kann LeBron dann schon bieten.

    Mal losgelöst von den ganzen psychischen Konzepten, die wir nicht ausreichend belegen können, weil wir nicht im Team stecken. Welche Statsline würdet ihr wählen?
    18,8 PPG, 40% FG, 6,2 RPG, 2,2 APG
    17,25 PPG, 46% FG, 7,25 RPG, 6,25 APG

    Statsline 1 ist von Wade gegen Chicago über die ganze Serie, die zweite gehört zu LeBron in den Finals. Gab es nach der Chicago-Serie einen Menschen auf der Welt, der meinte, dass es trotzdem Wades Team ist? Gab es eine Diskussion, dass Miami vielleicht doch James’ Team sei? Nein, gab es nicht. Weil nach 97 Spielen klar war, dass LeBron James die #1 im Team ist. Nicht nur, weil er das höchste PER hat, sondern auch, weil man sich entschied, dass James der Ballhandler der Heat ist. Das besagt schon mal, dass man lieber einem SF als einem SG den Ball anvertraut. Das besagt auch, dass man Wade zwingt, sein Spiel umzustellen. Er muss sich dme besten Spieler des Teams anpassen. Dazu kommen dann die Indizien, dass James zum Team spricht, obwohl er erst ein jahr in Miami ist, obwohl Wade drei Jahre älter ist. Man findet schon genug Indizien, dass James der Kopf des Teams ist.

  21. Hassan Mohamed

    bartek schrieb:
    Einzige was ich vermisse …. Wieso hat Marion kaum Minuten im vierten Viertel gesehen ? Er spielt mehr als stark in den Finals und man könnte ihm paar Minuten mehr geben. Die von Cardinal z.b.! Marion und Stevenson sind die 2 Spieler die für mich (defensiv und teils offensiv) die Roleplayer die diese Serie entscheiden werden/können

    Trust the Matrix

    ESPN berichtet:

    In other injury news, Mavs small forward Shawn Marion will also be ready for Game 5 after he got kicked in the left calf and exited Game 4 late in the third quarter. He sat out the entire fourth quarter until returning with 14.4 seconds left in the game for defensive purposes.

    Das Glück ist wirklich nicht auf Seiten der Mavericks.

    Dennis Spillmann schrieb:
    Nicht nur, weil er das höchste PER hat, sondern auch, weil man sich entschied, dass James der Ballhandler der Heat ist. Das besagt schon mal, dass man lieber einem SF als einem SG den Ball anvertraut. Das besagt auch, dass man Wade zwingt, sein Spiel umzustellen. Er muss sich dme besten Spieler des Teams anpassen.

    Ich würde es nicht zwingend so interpretieren. Ich denke, man hat gesehen (bzw. es war ja vorher bereits klar), dass Dwyane Wade der bessere Spieler abseits des Balles ist (bzw. Cuts, Post-Ups, etc.). Es wäre von Coach Spoelstra unsinnig gewesen, die Rollen anders zu verteilen.

  22. Amar'e

    erstmal danke an alle die sich an dieser diskussion beteiligen…wow das macht einfach richtig spaß mit argumenten so um sich zu werfen… das hier die wade-fans und lebron-fans ihren spieler in schutz nehmen ist klar…

    wie gesagt, die debatte ist eine streitfrage.

    @ malte, oh man ich verlieb mich gleich.. 200 % signed

    @ dennis, war zu erwarten das du lebron verteidigst.

    ich bleib dennoch dabei das wade für mich der eindeutige leader der heat ist. er muss nicht IN der kamera im huddle stehen um zu zeigen das er der leader ist. wo sind den die szenen über den mavericks huddle und über die motivationsreden der mavs? ich sah bisher keine. dirk ist nciht grade der vocal leader, kobe auch nicht der freundlichste zu seinen mitspielern. doch gibt es keinen zweifel dass sie die leader ihres jeweiligen teams sind. ich denke du verstehst auch, dass das ein medien ding ist, dieser allgegenwertige lebronhype. ich bin mir sicher, das wade in der kabine der mann ist, der neben den coaches und pat riley am meisten zu sagen hat.

    ich finde es nicht schlimm, das einer der großen drei je nach serie besser bzw. schlechter spielt. das hat mehr mit den match-ups und der form zu tun, als “mir gehört das team, nicht dir – streitfrage”… wade/lebron waren stark gegen philly, klar das bosh etwas zu kurz tritt neben den beiden superstars. er erfüllt auch eine andere rolle in der offense. wade/lebron stark gegen boston. bosh/lebron stark gegen chicago, dafür schwächelte aber wade.

    jetzt, aber wo es um alles geht und wo das spiel 4 die entscheidung gebracht hätte, wenn es um den ring geht, MUSS man alles geben. egal wie es bei einem selber aussieht, wie es einem geht oder wie das match-up ist. und lebron hat in dallas nicht alles gegeben. besonders in spiel 4. man hat es ihm angesehn, das er neben der spur war, das er in den entscheidenden momenten im vierten viertel neben terry stand (in der einen szene), aber defensiv nicht reagierte.

    du argumentierst damit, das er nicht off the ball spielen kann. das ist ein starkes argument, aber dies gilt nur für die offense. nur weil es offensiv nicht für ihn läuft, ist es keine entschuldigung sich defensiv nicht voll reinzuhängen, zu kämpfen, jeden erdenklichen rebound zu schnappen, würfe zu blocken, jeden wurfversuch des gegner so hart wie möglich zu machen. und das hat lebron nicht getan.

    lebron steht in seinen zweiten finals, er MUSS sich jetzt beweisen. er muss beweisen, das er den ring will und alles dafür gibt. wenn er das nicht tut, was das 4te spiel (eine eventuelle 3:1 führung) der fall war, wird man das ihm im falle der serienniederlage vorwerfen. er wird als looser gelten.

    zu den erwartungen. ist er nicht selbst schuld? wenn man sich chosen one auf dem rücken tätooviert? wenn man in einem interview tönt, mich kann keiner in der liga eins gegen eins stoppen? ich sehe nicht, dass mich shaun marion irgendwie stoppen kann?

    der grund warum lebron schlecht gespielt hat, weiß er nur selber und ist ein mentales porblem. es sieht so aus, als kommen die gleichen verhaltensmusster zum vorschein, wie gegen boston letztes jahr. er versucht es noch nicht mal.

    zu wade. ich schließe mich der meinung von hassan und malte an. ich denke, es war im vornerein klar, das wade off the ball agieren muss, um platz für lebron in der offensive zu machen. wade ist von der mentalität und vom killerinstinkt her der geborene scorer (und erfüllt diese rolle als zweier gut / ein zweier soll punkten bzw. “schießen” und nicht das spiel aufbauen), lebron der verteiler der point forward. was auch für die scoringfähigkeiten von wade spricht, er soll eben keine energie mit dem spielaufbau und dem ballvortrag verschwenden. es war nur logisch beide so spielen zu lassen. das hat nichts damit zu tun, wessen team es sei. jason kidd organisiert auch das spiel, und hält am meisten den ball in seinen händen. ist es somit gleich sein team? ok schlechtes beispiel.

    zu wades schlechter serie gegen chicago: lebron spielte großartig und genial gegen die bulls. ich glaube nicht das luol deng ein schlechterer spieler und ein schwierigeres match-up als marion ist. was ich damit sagen will ist, lebron dominierte die serie und seinen gegenspieler, gegen dallas ist der gegenteil der fall. weil marion ihn besser verteidigt? glaube ich nicht. lebron schaltete rose im letzten viertel der letzten beiden partien aus. in den finals gegen terry nur einmal. zwischen rose und terry sind welten offensive. wo war die defense von lebron in spiel 4? zu wade, wade spielte schlecht gegen chicago, keine frage. sie hatten auch die richtigen verteidiger um ihn aus dem spiel zu nehmen. zudem struggelte wade mit sich selbst etwas, er meinte er sei “hurt” aber egal. trotz des miesen offensiven beitrags von wade, war er zur stelle, als es darum ging in der OT gegen chicago in spiel 4 den sack zu zu machen, egal wie mies das spiel und die spiele davor waren. außerdem gab wade alles was er hatte in der defensive, reoundetet stark und blockte wichtige würfe. das zeigt mir, das sich wade voll reinhängt, auch wenn s bei ihm nicht läuft. bei lebron? in spiel 4 gegen dallas? nope.

    und das ist der große unterschied zwischen den beiden. wade gibt alles, egal wie mies es bei ihm läuft. lebron nicht. und das macht für mich einen leader aus, der kampfgeist, der glaube an sich selbst usw. und diese attribute vermisse ich bei lebron. klar, lebron hatte ein schlechtes spiel. wer hat das nicht? allerdings war das ein sehr deutliches spiel, was parallelen zu der boston-cleveland serie vor einem jahr aufwirft. sogar statistisch war das spiel scoringmäßig mies. 8 punkte in einem wichtigen spiel, von einem spieler solchen kalibers sind einfach zu wenig. es lag in seiner hand alles zu geben, das tat er nicht. der einzige der lebron aus dem spiel nehmen kann, ist er selber. und das hat er in spiel 4 getan. mag alles etwas krass und hart klingen, aber einen anderen eindruck bekomme ich von ihm momentan nicht. verhält sich so ein leader?

    aber warten wir erstmal den ausgang der serie ab, bevor lebron gesteinigt wird.
    lebron wird sicherlich besser spielen. besonders nach “relativ” schlechten spielen.

    letztendlich zu dieser frage, wessen team es sei. ich bin der meinung es ist wade’s team. er hat lebron und chris zu sich geholt. nicht umgekehrt. er hat einen ring, die meisterschaft und den finals MVP, lebron nicht. er ist seit 7/8 jahren bei dem team. lebron seit einem.

    wie kann man sagen, dass wenn ein neues teammitglied zum team stößt und gleich die stellung des alphatieres einnimmt? wie kann ein neuling einem alles wegnehmen was man aufgebaut, hart erarbeitet und mit dem team erreicht hat? aus diesen gründen kann es nicht lebrons team sein. egal wie gut lebron james individuell im vergleich zu dwyane wade ist. ein weiteres beispiel: als shaq nach miami kam, sagte er auch deutlich, dies sei wade’s team, obwohl shaq zu dem zeitpunkt (auch heute) als der bessere spieler galt, mehr individuell und mannschaftlich erreicht hat. spricht das nicht für wade und gegen lebron?

    die amis denken ja auch etwas anders als wir europäer, allgemein denke ich kann man sagen, das sich lebron selbst ein minus in seine legacy eingebracht hat, als er cleveland verlies und zu miami stieß. was sagt die sportwelt, die großen namen des spiels, auf die frage, wessen team es sei? lebrons team? denke ich nicht.

    noch eine kruze anekdote zu wade. war es nicht wade, der das vertrauen des teams bekam und gleich in seiner rookiesaison die heat in die playoffs führte? bekam er nicht das vertrauen des trainiers und entschied das playoffspiel gegen die hornets mit buzzer? das spricht eine deutliche sprache, dem rookie in den entscheidenden momenten den ball zu geben. lebron mag bärenstark in cleveland gewesen sein. das finale 2007 werfe ich ihm nicht vor, ich werfe ihm nur seine führungsqualitäten vor und die serie gegen boston 2010.

    ich denke lebron/wade/bosh das sind alles führungsspieler. jeder auf eine andere art und weise. der eine mehr, der andere weniger. der eine hat andere stärken und qualitäten, welche der andere nicht hat.

    alles kurzgefasst.

    die go-to-guy-rolle ist bei den heat eine große ausnahme im (amisport), wo nur ein alphatier THE MAN sein darf. bei den heat bekommt der den ball, der am besten steht, oder jener welcher grade heiß ist. so weit so gut.

    lebron ist die nummer eins in der offense der heat.
    lebron ist der go-to-guy während des größten teils des spiels der heat.
    lebron ist der teaminteren MVP.

    ABER

    Wade ist neben haslem der captain der heat.
    wade ist der leader der heat.
    es ist wades team.

    so viel geschrieben. einige stellen meines posts mögen aggresiv oder ähnlich klingen. ich möchte niemanden zu nahe treten oder angreifen. ich denke ich hab jetzt meinen standpunkt deutlich vertreten. ich hoffe ihr könnt meinen beitrag gut lesen und meinen wirren gedanken folgen.

    freue mich auf feedback und meinungsverschiedenheiten.

    gruß Amar’e

  23. Amar’e, ich denke, dass wir hier zu einem agree-to-disagree kommen werden. Letztlich kann niemand nachweisen, wie es wirklich im Locker Room der Heat aussieht. Du argumentierst damit, dass Wade Team-Captain ist und stellst dann eine Reihe weiterer – nicht be- oder widerlegbarer – Behauptungen auf.
    Für mich hat Verstecken oder schlecht performen nichts mit Leadership zu tun. Wie gesagt: niemand spricht Wade Leadership (die zweifelsfrei in ihm ist und die er auch so auf dem Feld transportiert, das ist ja keine Frage) ab. Nur die Argumente gegen LeBron sehe ich nicht und bin mir auch sicher, dass sie nicht nachweisbar sind. Letztlich ist das keine Diskussion (in dieser könnte man mit Fakten aufwarten und sich nicht nur etwas zusammenreimen. Das gilt für dich, wie für mich oder jeden anderen hier), sondern eine Vermutung.

    Viel erstaunlicher fand ich, dass du mich in die LeBron-Ecke drängst. In die gehöre ich nämlich nicht. Ich schildere – so wie die anderen auch – nur das, was ich wahrnehme. Wenn ich LeBron hier als Kopf des Teams sehe, dann muss das natürlich nicht stimmen, nur die Gründe gegen LeBron (wieso wird das alles auf zwei Spiele reduziert und die anderen 97 fallen hinten rüber?) bringen mich auch nicht dazu, meine Sichtweise zu revidieren.

  24. Amar'e

    @ dennis, stimmt.

    wie gesagt, dass war alles etwas schnell und wirr abgetippt… im eifer des gefechts.
    ok, wollte dich nicht bewusst in die ecke drängen, dachte unterbewusst nur an einen artikel wo du lebron als saison MVP sahst. ich muss auch sagen das ich kein großer lebron fan bin. bin mit den heat in einem riesen zwikonflikt. wade ist mein absoluter lieblingsspieler und verfolge seine karriere seit 06, als ich mit basketball anfing. allerdings kann ich lebron schon seit 06 nicht leiden und alle dinge die seitdem geschahen bestätigten mein bild. ein ziemlich großer schock 5 jahre später den choosen one in selben team mit flash zu sehen. ich glaube du ahnst wie es mir geht.

    naja ich hab es nicht so mit hieb und stich festen argumenten. meine aussagen beruhen zu meist auf das was ich sehe. alle erfahrungen die ich auf dem court oder neben den court gesammelt habe, beeinflussen mich in meiner sichtweise auf das spiel, vielleicht ist das der grund, warum ich so pro wade und so contra lebron bin (weil ich viele parallelen zwischen mir und wade sehe). du hast natürlich recht, dass vieles von mir vermutungen sind.

    mich interessiert jetzt konkret, welche stellen du meist, welche argumente nicht fruchten und welche argumente du gegen lebron nicht siehst. leider bist du nicht näher auf meine aussage eingegangen. deshalb bitte ich dich hier an dieser stelle genauer darauf ein zu gehen, was von mir nicht korekt ist. beleg-, oder wiederlegbar mit egal.

    da hast du auch recht. ich denke bei dem thema wird es immer ein agree-disagree geben. finde unsere unterhalung trotzdem sehr interessant. ich würde mich freuen, wenn du genauer auf deinen standpunkt eingehen würdest und erklären würdest. vielleicht diesem thema sogar einen eigenen artikel widmest.

    ich möchte hier zum abschluss nur noch ein paar links zu dem thema und besonders zu lebrons spiel 4 hinterlassen.

    http://sports.espn.go.com/nba/playoffs/2011/news/story?page=5-on-5-110608

    http://sports.espn.go.com/dallas/nba/news/story?id=6641556

    http://sports.yahoo.com/nba/news?slug=dw-wetzel_lebron_james_game5_finals_struggle060811

    ich muss dazu sagen, dass ich meine post unabhängig von diesen drei texten geschrieben habe. interessant finde ich allerdings das die kernaussage aller drei text die ähnliche botschaft vermitteln wie mein post. damit will ich sagen, dass die autoren der texte die gleichen dinge gesehen haben wie ich. also sind meine vermutungen nicht so daneben.

    ich möchte niemandem die zeit stehlen mit unnötigen posts.

    gruß Amar’e

  25. Amar'e

    @ dennis,

    hier ist ein text, der eher zu deiner argumentation passt

    #http://www.washingtonpost.com/sports/wizards/lebron-james-isnt-a-hog-does-that-make-him-a-bad-boss/2011/06/08/AGy6fMMH_story.html

    oh je, das thema lässt mich nicht in ruhe.

    dennis, ich möchte gern wissen, wie du leadership definierst. warum hat ein schlechtes spiel nichts mit mangelnder leadership zu tun?

    mir geht es nicht unbedingt um s scoren, sonder das er nicht alles gegeben hat. was ein echter leader getan hätte.

    @ smido83

    sagmal was ist den da los… das ist echt schon gespänstisch der hype, die kritik und jede überreaktion über lebron… die medien spielen jedes mal verrückt, wenn lebron seinen mund auf macht oder basketball spielt. jetzt sogar zum wiederholten mal sein privatleben.

    wie bereits die leute von http://www.kickz.com/five in einem bullet schrieben.

    ich habe mitleid mit lebron james…

  26. Ich bin Amar’e noch eine Antwort schuldig: Ein (Vocal) Leader ist jemand, der sich zuvorderst nicht über Leistung definiert – oder noch genauer: nicht übers Scoring. Derek Fisher ist beispielsweise auch ein Leader in Los Angeles und produziert mittlerweile drei schlechte und ein gutes Spiel. Trotzdem sind seine Führungsqualitäten anerkannt. Jason Kidd hat in den Finals-Runs der New Jersey Nets auch abenteuerliche Quoten geworfen (TS% von 49% oder 51% sind grausam), trotzdem war er der Kopf des Teams und hat es angeführt.
    Ein Leader ist vor allem eines: akzeptiert von seinen Mitspielern. Darüber hinaus wird er angehört, wenn es Probleme im Team gibt – oder er ergreift das Wort, wenn sich eine unangenheme Situation für das Team anbahnt. Und all diese Dinge kann man meiner Meinung nach nicht von außen erkennen, außer es gibt solche Zufälle wie bei Tim Duncan, wo man eindrucksvoll sieht, dass es Duncans Team ist.

    Dirk ist dahingehend eher ein Leader by example. Er führt sein Team nicht durch Ansprachen an, nicht durch Rhetorik, sondern durch Leistung. Er wird alleine schon aufgrund seiner unglaublichen Leistungen akzeptiert. Zum Leistungsnachweis in den Playoffs gab es heute im Blog von Basketball-Reference eine Berechnung, wer seit 2003 die besten PO-Leistungen erbracht hat: das Ergebnis. Komischerweise ist also LeBron – aus Sicht des Leaders by example – die bestmögliche Wahl.

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