Draftprofile 2011

Kenneth Faried

Datenblatt

Name: Kenneth Faried

Position: Power Forward

[xrr rating=1/4] (Rollenspieler)

College: Morehead State

College Erfahrung: Senior

Obwohl Kenneth Faried schon seit Jahren unglaubliche Zahlen auf den Statistikbogen zaubert, war er bis zu diesem März der weiten Basketballwelt eher unbekannt. Dies lag zum einen daran, dass sein Team Morehead State in der weitestgehend wenig beachteten Ohio Valley Conference spielt und sich mit wenig klangvollen Gegnern, wie Jacksonville State oder Tennessee Tech, herumschlagen muss. Zum anderen durfte der 21 Jährige bis zu dieser Saison nie ein Spiel im NCAA Tournament gewinnen.

Skills

Am College ist Faried eine echte Macht unter den Körben. Dabei ist es dem 2,03m großen Senior egal, ob er als Center oder als Power Forward aufläuft. Die fehlenden Zentimeter und Kilos für den Kampf im Lowpost weiß Faried mit klugem Stellungsspiel, Intensität, Explosivität und viel Herz auszugleichen. Nachteile scheint es für ihn kaum zu geben, ist der Forward doch in dieser Spielzeit zum besten Rebounder der College-Neuzeit aufgestiegen. Unglaubliche 1673 Abpraller sammelte er in den vier Jahren für seine Alma Mater ein und verdrängte damit keinen geringeren als NBA-Star Tim Duncan auf Platz 2 in dieser Kategorie. Dabei ist es Faried egal, ob er die Fehlwürfe seines oder des gegnerischen Teams einfangen soll. Er führte in diesem Jahr die NCAA sowohl in der offensiven als auch in der defensiven Reboundrate an. Auch der Rest seiner Verteidigungsarbeit ist auf einem hohen Niveau. Für seine Größe ist der Senior ein hervorragender Shotblocker. Durch seine gute Sprungkraft, immer durchdachte Positionierung und exzellentes Timing beim Absprung sendet er rund 2 Würfe zurück zum Absender. Auch in der Man-to-Man Defense weiß Faried zu überzeugen. Immer aktiv und intensiv bearbeitend, hindert er seinen eigenen Gegenspieler zu punkten und kann durch seine schnellen Hände für einige Ballgewinne sorgen. In dieser Saison waren es knapp 2 pro Partie.

Offensiv ist Faried allerdings (noch) sehr roh. Da darf man sich nicht von seinen 17,3 Punkten im Schnitt blenden lassen. Seine sehr hohe Wurfquote von rund 62% gibt dem geneigten Fan schon einen kleinen Hinweis auf sein Offensivrepertoire. Dieses beschränkt sich weitestgehend auf den Druckkorbleger von oben, egal ob im Fastbreak, nach dem Durchstecker des Mitspielers oder aber als Putback nach dem Offensivrebound. Durch seine Einstellung versucht Faried auch löblicherweise möglichst jeden Ball zu dunken. Allerdings sollte dies auf dem NBA-Level nicht mehr in diesem Maße funktionieren, zu stark werden die Gegenspieler sein. Im Tournamentupset gegen Topteam Louisville traf Faried nur 4 seiner 17 Wurfversuche. Dies bestätigt die Annahme, dass seine Offensive nicht für den nächsten Karriereschritt bereit ist. Denn alle anderen Abschlüsse, wie der Hakenwurf, sehen sehr holprig aus und fallen nicht immer. Dabei bezieht der Forward vorher zumeist gute Positionen im Lowpost und gewinnt weitestgehend das Duell gegen den Gegenspieler im Kampf um die Sweetspots. Ein Sprungwurf ist quasi nicht vorhanden und auch das Passspiel stark verbesserungswürdig.

Charakter

Auf dem Feld glänzt Faried mit einer grandiosen Einstellung. Kein Zweikampf wird gescheut, kein Rebound ab- und kein Looseball verlorengegeben. Er hat die Art von Feuer in seinem Spiel, die jeder Coach in seinem Team wissen will. Aber auch abseits des Courts gibt es keine Probleme mit dem Forward. In seinen 4 Jahren in Morehead State ließ er sich nie etwas zu schulden kommen. Außerdem besitzt er nun den Collegeabschluss, für den er im letzten Jahr extra noch einmal an die Uni zurückkehrte.

Draftausblick

Alle NBA-Teams wissen, dass Faried kein Franchisechanger sein wird. Auch die ständigen Vergleiche mit dem auch aus New Jersey stammenden Dennis Rodman scheinen überzogen. Allerdings ist der Forward mit seiner Einstellung und vor allem seinen Reboundfähigkeiten ein Spieler, den jedes Team gebrauchen kann. Auch standen kleine Powerforwards mit guten Collegestatistiken hoch im Kurs, denkt man an Paul Millsap oder aber Carl Landry. Faried wird wegen seines, für einen Rookie, hohen Alters und dem damit beschränkten Potential nicht in der Lottery gezogen werden. Aber schon kurz danach könnte sich ein Team mit Playoffambitionen den Power Forward ins Boot holen.

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