Dallas Mavericks

Nowitzki und die Schuldfrage

Die Mavericks haben es wieder einmal geschafft, sich zu blamieren. Das Verspielen der 23 Punkte-Führung im vierten Playoffsspiel der ersten Runde gegen die Portland Trailblazers erinnerte durchaus an vergangene Spiele wie die Niederlage gegen die Lakers 2002, als eine 27 Punkte-Führung im letzten Viertel noch hergegeben wurde, der Verlust der Playoffsserie gegen die achtplatzierten Golden State Warriors oder an den noch viel schmerzhafteren 13 Punkte-Swing im dritten Spiel der 2006er Finals, der letztlich vermutlich die Championship kostete. Trotz der fabulösen Leistungen im vierten Viertel der ersten beiden Spiele, in denen Nowitzki das Dallas-Team zu zwei Siegen tragen konnte, kommt aufgrund der neuerlichen Ereignisse die Frage nach den Führungsqualitäten des Deutschen auf. Welche Mitschuld trägt Nowitzki am Versagen der Mavericks in Spiel 4, und welchen Anteil hat er am Ausscheiden der Playoffs in den letzten Jahren?

Usage Rate – Der Schlüssel zur Aufklärung?

Betrachtet man den “Playoff-Nowitzki” der letzten Jahre statistisch, erkennt man schnell, dass man es hier mit einem der effizientesten Scorer und Offensivspieler überhaupt zu tun hat. Er ist einer der vier Spieler, die einen Playoff-Karriereschnitt von über 25 Punkten und 10 Rebounds haben, rangiert auch im Player Efficiency Rating (PER) weit oben, schießt hocheffizient und verliert den Ball so selten wie kein anderer Spieler, der eine solch große Rolle in der Offensive seines Teams einnehmen muss. Zudem zeigt er, dass er in wichtigen Spielen seinen Mann stehen kann. In den Elimination Games legt er durchschnittlich 28.6 Punkte, 11.7 Rebounds und 2.7 Assists auf, bei gewohnt starken Quoten. Der Vorwurf, der fehlenden Führungsschwäche sollte damit eigentlich entkräftet werden – ist er aber nicht. Hauptgrund dafür ist Nowitzkis ruhiges Naturell, dass ihn hindert, einen „Vocal“ Leader darzustellen, wie es selbstverliebte Egomanen wie Jordan oder Bryant jahrelang mühelos taten und tun. Diese ruhige Art hindere ihn ebenfalls daran, fordernd zu sein, um das Spiel zu übernehmen, wenn der Spielverlauf dies verlangt.

Völlig falsch sind diese Einwände jedenfalls nicht. Während die offensive Effizienz Nowitzkis auch in den letzten Jahren in den Playoffs zunahm, hatten seine Mitspieler Probleme. Niemand schaffte es, über einen längeren Zeitraum Verantwortung zu übernehmen, wobei dies insbesondere in der Offensive problematisch wurde. Doch anstatt einiges der Offensivlast, auf Kosten seiner eigenen Effizienz, zu übernehmen, verminderte sich die Häufigkeit der Offensivaktionen von Nowitzki. In den 2009er Playoffs verringerte sich seine Usage Rate von 30% auf 28%, während andere Spieler, deren Offensive Rating mit ihrer größeren offensiven Rolle sank, wie Josh Howard und JJ Barea, in diesem Wert zulegten. Ähnliches lässt sich in den 2010er Playoffs beobachten, in denen Butler offensiv mehr Verantwortung übernahm. Um das grob zusammenzufassen: Nowitzki, einer der effizientesten und effektivsten Offensivspieler, den die NBA je gesehen hat, agiert in derselben Regelmäßigkeit wie in den unbedeutenden Regular Season Spielen, während seine Mannschaftskameraden, die bereits Probleme haben, ihrer kleinen Rolle gerecht zu werden, mehr Verantwortung übernehmen müssen.
Dazu kommt, dass die Mannschaften, die gegen die Mavericks in den letzten Jahren agierten (zwei mal die Spurs, einmal die Nuggets) stets der Taktik folgten, Nowitzki im 1 gegen 1 zu verteidigen, und damit bewusst in Kauf nahmen, dass dieser sich offensiv entfalten kann, während die Rollenspieler kontrolliert werden sollten. Eigentlich ein Freifahrtschein für den Power Forward, der genutzt werden muss.

2011 – Alles bleibt anders?

Doch die gleichen Beobachtungen in den letzten Playoff Jahren wiederholten sich auch im vierten Viertel des vierten Spiels gegen Portland. Bei nur drei Wurfversuchen und zwei Ballverlusten liegt der Verdacht nahe, der Power Forward verstecke sich. Dabei spielte er bis zum letzten Viertel eine gute Partie. Natürlich ist Nowitzki darauf angewiesen, dass ihn seine Guards den Ball einsetzen und es steht auch fest, dass es schwer ist, sich ständig gegen eine aggressive Deny-Defense durchzusetzen, aber  dies nimmt ihn nicht aus seiner Verantwortung. Vermutlich wäre ein deutliches „Give me the Ball“ in einer Auszeit ausreichend gewesen, vielleicht hätte der ein oder andere Ball in den Händen Nowitzkis den Ausschlag für einen Sieg geben können. Stattdessen sah er zu, wie Jason Terry und Jason Kidd sich an Fehlwürfen und Ballverlusten überboten.

Dass es auch anders geht, und anders auch erfolgreich ist, zeigt der bisherige Verlauf der Erstrundenserie der Mavericks gegen Portland. Die ersten beiden Spiele entschied Nowitzki fast alleine, indem er im vierten Viertel pausenlos den Ball forderte und damit die Entscheidungen erzwang. Während die Presse die 18 bzw. 14 Punkte im Schlußviertel feierte, ging beinahe unter, dass sich Nowitzkis Usage Rate mit 42 bzw. 41% weit über dem Saisonwert von 27% befand. Als sich der Wert in den nächsten beiden Spielen wieder auf 33 und 30% normalisierte, verloren die Mavericks die Partien in Portland. Natürlich gibt es eine Vielzahl von Gründen, weshalb diese Spiele verloren wurden, angefangen bei den schwächer aufspielenden Rollenspielern bis hin zum Trainer. Die Verbindung von “aktiver Nowitzki” zu “Sieg Dallas” ist allerdings unverkennbar. Spiel 5 scheint davon bisher die Ausnahme zu sein, aber da die Aufholjagd der Blazers im letzten Viertel ausblieb, bedarf es keiner Heldentaten des Power Forwards, der sogar von der 43. bis zur 46. Minute auf der Bank Platz nehmen durfte. Es scheint offensichtlich: wenn Nowitzki eine größere Rolle übernimmt, hat seine Mannschaft eine größere Chance zu gewinnen. Das scheint auch Nowitzki erkannt zu haben, vielleicht aber ein oder zwei Jahre zu spät.

Fazit

Wie steht es also nun um die Mitschuld Nowitzkis? Hat er einen Anteil am frühzeitigen Ausscheiden seiner Mannschaft in den letzten Jahren? Scheiterte er sogar Jahr für Jahr selbst an seiner Rolle als Franchise Player, weil er das Volumen seiner Offensivaktionen in den Playoffs nicht erhöhen konnte, obwohl dies der Mannschaft geholfen hätte? Sicher trifft ihn eine Teilschuld an den Erst- und Zweitrunden-Niederlagen der Mavericks. Sehr hoch dürfte diese allerdings nicht sein, wenn man bedenkt, welche Rolle seine Mitspieler und Trainer in dieser Zeit spielten. Reicht diese Kritik, um zu argumentieren, dass Nowitzki keine Mannschaft als erste Option mehr führen kann? Nach meiner Ansicht nicht, schließlich ist die Qualität des Maverick zu hoch, als dass er den einen Aspekt, den er nicht erfüllt, nicht auffangen kann. Andere „Franchise Player“ würden sterben, um an Nowitzkis offensive Qualität heranzukommen, ohne die es gar nicht nötig wäre, mehr “Verantwortung” übernehmen zu müssen.

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11 comments

  1. Tobias Scholz

    Sorry für die drastischen Worte, aber: Wie kommt man dazu, solch einen hirnrissigen und ahnungslosen Artikel unmotiviert in die Welt zu setzen?

    Dirk Nowitzki ist über Jahre hinweg der einzige Weltklasse-Basketballer in Dallas gewesen und hat stets mit Graupen wie Dampier als Center, Jamison oder sonstwem als “Support” auskommen müssen.
    In diesem Jahr hat er endlich Hilfe, nicht nur von Jason Kidd, der noch einmal richtig aufblüht, sondern in erster Linie von Shawn Marion UND Tyson Chandler, der ihm in der Offense unzählige Male pro Spiel durch geschickte Laufwege den Weg bereitet und der ihm in der Defense mit dem Rebounden hilft, wie seit Jahren kein Spieler in Dallas.
    Dank dieser Spieler und einer unheimlich stark besetzten Bank mit Peja, Jet etc. muss sich Dirk dieses Jahr endlich einmal NICHT jedes einzelne Spiel in die Verantwortung gezwungen fühlen – und das tut ihm sichtlich gut. Tyson ist in Spiel 5 überragend in die Bresche gesprungen und Kidd hat, wenn er eben nicht so viele Punkte macht, assisted wie Rajon Rondo in guten Spielen.

    Und von wegen Dirk sei der “ruhige” Typ. Ich bezweifle, dass der Autor ein Spiel in voller Länge verfolgt hat. Dabei wäre ihm nämlich aufgefallen, wieviel Dirk mit seinen Leuten spricht, vor und nach Timeouts, bei Freiwürfen, nach Fehlwürfen. Dass er nicht handtuchwedelnd wie Jet durch die Halle rennt und die Crowd aufheizt, bedeutet für den Autor also, dass er ein “ruhiger” Typ ist. Sorry, aber da kann ich nur müde lächeln.

    Und nur weil Dirk in Spiel 4 eben nicht die Rolle wie in Spiel 5 eingenommen hat, nämlich im vierten Viertel den Go-to-guy zum Besten zu geben, beginnt der Autor, an der gesamten Führungsqualität zweifeln? Lächerlich.
    Fast genauso lächerlich wie zu behaupten, Dirk habe die ersten beiden Playoff-Spiele fast alleine entschieden, dass ich nicht lache.
    Spiel 1: Kidd mit 24 Punkten, Dirk mit 28.
    Spiel 2: Ja, Dirks bestes, 33 Punkte. Allerdings mit Unterstützung von Peja in einer heißen Phase mit 21 Punkten, Kidd mit 18.

    Und wie oft haben sich Terry oder Marion in vierten Vierteln dieser Saison als Spieler gezeigt, die Verantwortung übernehmen können und wollen? Oft. In Spiel 4 war es niemand. Und das lässt auf einen Mangel an Leitwolffähigkeiten seitens Dirk schließen? Sicher nicht. Ich sage nur “2 von 9” ohne Nowitzki in der regular season. Da sollten die Führungsqualitäten anderer Spieler in Frage gestellt werden. So etwas über Nowitzki zu schreiben, löst bei mir Brechreiz aus.
    Ebenso wie zu schreiben, dass Dirk seinen aktiven Einfluss auf den Erfolg seines Teams ein paar Jahre zu spät erkannt hat. Entschuldigung für die Wiederholung aber: Wie kommt man auf so einen Müll?
    Wird man MVP, wenn man das nicht erkannt hat? Nochmals: Lächerlich.

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  2. 27_Jan

    Ähm… der Artikel ist gut recherchiert und in sich schlüssig! Nur 2 Kommentare zur Kritik:

    1. Mit 18 und 14 Punkten im Shlussviertel hat Nowitzki die Spiele entshieden, Scheißegal wieviel andere vorher gescored haben!!!

    2. Nur weil Dirk viel mit seinen Kollegen spricht ist er trotzdem ein ruhiger Typ, und definitiv kein Vocal Leader aller Bryant oder Garnett!!!

    Fazit: Autor hat vollkommen recht Nowitzki muss in den Playoffs agressiver den Ball fordern…

    PS: Mir gehen verblendete Nowtzki/Dallas Fans so auf den Sack!!!

  3. Hassan Mohamed

    Tobias Scholz schrieb:

    […]

    Vote for keine Artikel mehr von diesem “Autor”.

    Tobias, es ist natuerlich Dein gutes Recht, komplett anderer Meinung zu sein. Aber das Herabsinken auf dieses (unsportliche) Niveau ist doch wirklich vermeidbar. Verschiedene Meinung hin oder her – am Ende des Tages sind wir alles Basketballfans und keine rivalisierenden Gangs, die sich “beschimpfen” muessen. 😉

  4. Tobias Scholz

    Noch so einer, der kein Spiel gesehen hat. Traurig, dass ihr hier trotzdem den Mund aufmacht.

    Ich bin kein “verblendeter” (mir scheint, du kennst den Sinn des Wortes nicht) Dallas oder Nowitzki – Fan, ich bin einfacher Dallas-Fan.
    Und ich analysiere relativ sachlich, was da abläuft und wie du aus meinem Kommentar auch ablesen kannst, hebe ich andere Spieler hervor, die Dirk hervorragend entlasten.

    Und in Dingen “Vocal Leader”: Er ist es. Warst du in der Arena? Hast du auch nur ein Spiel live gesehen und warst hautnah dabei? Schätze nein, sonst würdest du ja wissen, wovon ich rede 🙂

    Grüße
    Also bitte: erst lesen, dann kommentieren. Danke dir.

  5. Tobias Scholz

    Hassan Mohamed schrieb:
    Tobias Scholz schrieb:
    […]
    Vote for keine Artikel mehr von diesem “Autor”.

    Tobias, es ist natuerlich Dein gutes Recht, komplett anderer Meinung zu sein. Aber das Herabsinken auf dieses (unsportliche) Niveau ist doch wirklich vermeidbar. Verschiedene Meinung hin oder her – am Ende des Tages sind wir alles Basketballfans und keine rivalisierenden Gangs, die sich “beschimpfen” muessen.

    Ich beschimpfe niemanden. Nur hat es bislang Spaß gemacht, hier sachliche Berichte und Artikel zu lesen.
    Aber solch schlechter Hobbyjournalismus ist eine Qual für jeden guten Autor und interessierten Leser. Vor allem, wenn es nicht nur schlecht geschrieben, sondern eben inhaltlich vollkommener Unsinn ist. Gibt es keine Redaktion, welche sich der Inhalte, die hier veröffentlicht werden, annimmt?

  6. 27_Jan

    Mit jedem deiner Posts bestätigst du das Bild das ich von dir habe… Verblendet bedeutet in diesem Fall übrigens, dass du nicht in der Lage bist im Artikel genannte Fakten anzuerkennen oder zumindest zu verstehen… Dinge die deine Meinung in frage stellen scheinen dir Angst zu machen oder waum reagierst du so agressiv auf einen gut argumentierenden Artikel? Ist mir eigentlich auch egal…

    By the way Mr. “Ich war schon immer Dallas Fan”, warst du schon mal in LA oder Boston? Deiner Meinung nach kann man Vocal Leader ja nur beurteilen wenn man im Stadion war… komplett lächerlich!!!

  7. Daniel Glowania

    |Author

    Hallo Tobias,
    zunächst einmal kann ich dir versichern, dass ich seit den Playoffs aus dem Jahre 2004 alle Endrundenspiele der Mavericks gesehen habe, ich würde vermuten ca. 70% davon live. Seitdem es den League Pass gibt, konnte ich auch jedes Regular Season Game von Dallas sehen. Wie du meinem Profil auch entnehmen kannst, bin ich ein Unterstützer der Mannschaft und ebenso bin ich ein Unterstützer von Nowitzki, den ich sehr schätze. Allerdings wollte ich in diesem Artikel auch punktuell kritisieren, welche Fehler Nowitzki beging, ohne ihm damit die Hauptschuld für irgendein Ausscheiden zu gehen. Dies sollte möglich sein, auch wenn ich ihn für den womöglich besten Power Forward halte, den es bisher in der NBA gegeben hat.

    Nun zur inhaltlichen Kritik:

    In diesem Jahr hat er endlich Hilfe, nicht nur von Jason Kidd, der noch einmal richtig aufblüht, sondern in erster Linie von Shawn Marion UND Tyson Chandler, der ihm in der Offense unzählige Male pro Spiel durch geschickte Laufwege den Weg bereitet und der ihm in der Defense mit dem Rebounden hilft, wie seit Jahren kein Spieler in Dallas.
    Dank dieser Spieler und einer unheimlich stark besetzten Bank mit Peja, Jet etc. muss sich Dirk dieses Jahr endlich einmal NICHT jedes einzelne Spiel in die Verantwortung gezwungen fühlen – und das tut ihm sichtlich gut. Tyson ist in Spiel 5 überragend in die Bresche gesprungen und Kidd hat, wenn er eben nicht so viele Punkte macht, assisted wie Rajon Rondo in guten Spielen.

    Vielleicht sollte ich an dieser Stelle die USG% Statistik kurz noch einmal erläutern. Dabei beziehe ich mich auf die Variante von basketball-reference. Danach sagt die USG% aus, wie viel Prozent der Possessions vom jeweiligen Spieler (Nowitzki) genutzt werden um eine Aktion zum Korb zu starten. Dabei fließt jeder Wurfversuch (2er, 3er oder Freiwurf) oder Ballverlust in die Wertung ein. Die Statistik hat überhaupt nichts mit Rebounds oder Assists zu tun.
    Dein Argument, dass Nowitzki endlich die passende Unterstützung hat, kann aus folgendem Grund keine Kritik an meinem Artikel sein: ich vergleiche Nowitzkis Aktivität in der Offensive (mit Hilfe der USG%) aus den Playoffs und vergleiche ihn jeweils mit seiner Aktivität aus derselben Regular Season. Es stellt sich also die Frage: wie verhält sich Nowitzki in den wichtigen Playoffspielen mit den gleichen Mitspielern im Vergleich zu den relativ unbedeutenden Saison Spielen? Den Schluss den ich ziehe: er zieht sich etwas zurück, obwohl er noch effizienter spielt als in der Regular Season und seine Mitspieler schlechter Spielen als in der Regular Season. Das mMn nach eine falsche Entscheidung.

    Nebenbei: Hast du dir schon einmal überlegt, dass die Rollenspieler (Terry, Kidd, Marion) eventuell erst deshalb so überraschend gut in den Playoffs agieren können, weil sie weniger übernehmen müssen? Wie gesagt, die USG% von 35% ist bei Nowitzki recht hoch, nimmt den Druck von den übrigen Spielern und gibt ihnen die Freiheit Würfe zu nehmen, die sie auch treffen können.

    Und von wegen Dirk sei der “ruhige” Typ. Ich bezweifle, dass der Autor ein Spiel in voller Länge verfolgt hat. Dabei wäre ihm nämlich aufgefallen, wieviel Dirk mit seinen Leuten spricht, vor und nach Timeouts, bei Freiwürfen, nach Fehlwürfen. Dass er nicht handtuchwedelnd wie Jet durch die Halle rennt und die Crowd aufheizt, bedeutet für den Autor also, dass er ein “ruhiger” Typ ist. Sorry, aber da kann ich nur müde lächeln.

    Im Artikel kommt durchaus beabsichtigt der Vergleich

    Hauptgrund dafür ist Nowitzkis ruhiges Naturell, dass ihn hindert, einen „Vocal“ Leader darzustellen, wie es selbstverliebte Egomanen wie Jordan oder Bryant jahrelang mühelos taten und tun. .

    zu dem, was die Allgemeinheit unter einem Vocal Leader versteht. Ja, auch Nowitzki kommuniziert mit seinen Mitspielern und weist sie hin und wieder zurecht, aber bist du wirklich der Meinung er ist der Typ, der auch mal die Ansprachen übernimmt? Davon hört man bisweilen weniger, im Gegenteil, zuletzt las man selbst von Tyson Chandler Aussagen, dass es kommunikative Probleme im Team gibt.

    Abschließend möchte ich nochmal anmerken, dass es mir fern war, Nowitzki die Hauptschuld für das Playoff Scheitern der letzten Jahre zu geben. Eine kleine Teilschuld sehe ich trotzdem bei dem Deutschen, nicht weil er nicht das Niveau eines Führungsspielers hat, sondern weil er starke Leistungen zeigte und trotzdem in der Lage gewesen wäre, seinem Team noch ein wenig mehr zu helfen. Leider tat er dies nicht, scheint aber durchaus daraus gelernt zu haben. Oder wieso sollte er deshalb völlig untypisch deutlich mehr Anteile in der Offensive übernehmen?

  8. Fabian Thewes

    @Tobias: So wie du dich hier benimmst, wird dich niemand – auch nicht die anderen Leser unserer Seite – ernst nehmen. Mit deinem Verhalten disqualifizierst du dich selbst und deine Argumente gleich noch dazu. Du forderst von anderen eine gewisse Sachlichkeit und lässt selbst alles, was man darunter verstehen kann, vermissen. Eine Diskussion ist so sicherlich mit dir nicht möglich. 😉

    Zur Sache:

    Ich stimme dem Autor jedenfalls zu. Dirks Stats lesen sich die letzten Jahre in den Playoffs meist richtig gut, doch beeinflusste Dirk in den Playoffs nachweislich immer weniger Possessions (=Ballbesitze) als in der jeweiligen RS. Gerade weil in den letzten Jahren seine Mitspieler regelmäßig versagten (das konnte jeder sehen, der die Spiele schaut), wäre es sinnvoller gewesen, selbst mehr für das Spiel zu tun und deutlich mehr Würfe zu nehmen, das Spiel also mehr an sich zu ziehen. Doch das passierte nicht. Dass er dies diese Saison endlich erkannt hat und dementsprechend handelt, wird Dallas ohne Frage helfen, auch trotz der dämlichen Niederlage in Portland. Noch wichtiger könnte ein verändertes Verhalten von Dirk Nowitzki gegen die Lakers in Runde 2 werden, falls beide Franchises weiterkommen (wovon ich jetzt ausgehe).

  9. Alex A.

    Ich glaube wenn man Dirk auf dieses Problem ansprechen würde, würde er völlig irretiert reagieren. Meiner Meinung nach, ist diese Kritik, die ja im Grunde keine ist, einfach unnötig und nicht zutreffend. Ein Spiel hängt von soviel Faktoren ab, dass fällt einem Spieler gar nicht auf, dass er in den Playoffs 5% weniger Ballbesitz oder ne 4% schlechte FG Quote hat als in der RS. Statistiken sind oft einfach nicht aussagekräftig genug. Es sind einfach nur Statistiken. Wie gesagt, es hängt alles immer von der jeweiligen Situation im Spiel ab. Es ist ja nicht so als ob Dirk freistehend in der Gegend rumschaut und den Ball nicht will. Er wird in den Playoffs nunmal einfach anders verteidigt. Die Blazers wussten, dass Dirk in den Spielen zuvor im Vierten fast 20 Punkte im Schnitt gemacht hat und deshalb haben Sie versucht den Ball von Dirk fernzuhalten. Ging ja auch gut, da kann man Dirk doch keinen Vorwurf machen, dass er den Ball nicht wollte.

    Die Diskussion ist ja mal was Neues und auch ganz interessant zu lesen. Aber ich finde trotzdem, dass Stats oft nicht viel über die Wahrheit aussagen. Dirk übernimmt meiner Meinung nach brutal viel Verantwortung auf dem Court und ist wenns drauf ankommt immer zur Stelle. Dass er nicht der lauteste bzw kein “vocal leader” ist mag ja sein, aber ist nur ein “vocal leader” ein guter Leader? Meiner Meinung nach nicht. Wenn ich mir immer anhöre wie seine Teamkollegen zu ihm stehen und ihm diesen Titel bringen wollen (Interview Butler), dann sagt es mir, dass er ein absoluter Leader im Team ist.

    Trotzdem sehr interessanter Artikel!

  10. Danke für deinen Kommentar, Alex.

    Sicherlich ist es richtig, dass es Dirk völlig egal ist, wie oft er wirft oder trifft, solange das Team Erfolg hat. Das will der Artikel auch gar nicht primär aufzeigen. Hierbei geht es viel mehr um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Allgemein wird gesagt “bei Dirk brauche ich mir keine Sorgen machen, der packt in den Playoffs noch mal was drauf”. Ich vereinfache das mal (es ist ungenau, nur mit den totalen Werten zu arbeiten, aber es langt zur Veranschaulichung in diesem Fall aus): Wenn man die totalen Zahlen ansieht, stimmt das auch:
    08/09 RS: 25,9 Punkte, 48%FG
    08/09 PO: 26,8 Punkte, 52%FG
    09/10 RS: 25,0 Punkte, 48%FG
    09/10 PO: 26,7 Punkte 57%FG

    Aber ebenso gilt:
    08/09 RS: 37,7 MPG, 20 FGA, 6,7 FTA
    08/09 PO: 39,4 MPG, 17 FGA, 9,3 FTA
    09/10 RS: 37,5 MPG, 18,5 FGA, 7,2 FTA
    09/10 PO: 38,8 MPG, 17,6 FGA, 7 FTA

    Die Frage, mit der sich dieser Artikel beschäftigt hat, war, wieso Dirk Nowitzki weniger Würfe in mehr Minuten in den Playoffs als in der Regular Season nahm, obwohl Dirk nicht durchgängig gedoppelt wurde. Zudem verlor man in den Playoffs auch in Runde 2 bzw. 1. Diese Frage fand ich legitim und diskussionswürdig. Die USG% fasst dies sehr gut zusammen. Zudem liefert sie auch die Antwort, dass Dirk NOCH mehr hätte tun können, anstatt den versagenden Mitspielern die Würfe zuzugestehen.

  11. David Klingbeil

    also auch wenn die worte von tobias etwas überzogen waren, stimme ich von der essenz her zu. diese diskussion überhaupt anzufangen, ist meiner meinung nach ziemlicher quatsch, und zwar genau ob der punkte die er genannt hat.

    der schreibstil mag nicht jedermann gefallen, aber dazu ist man ja individuell 😉

    greetings und go mavs!

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