Draft, Gedanken

Ist „One-and-done“ done?

Seit Jahren leidet die NCAA darunter, dass talentierte Freshmen ihr Jahr in der Division I absitzen und sofort weiter in die NBA ziehen (das so genannte “One and done”. Ein Jahr College, danach in die NBA). Insbesondere Programme wie die University of Kentucky unterstützen diesen Vorgang kontinuierlich. Doch in diesem Jahr scheint es eine Trendwende zu geben. Ausnahmetalente wie Jared Sullinger und Tristan Thompson werden zur nächsten Saison an ihre Alma Mater zurückkehren. Andere Überflieger vom Schlage eines Harrison Barnes sind sich noch immer nicht sicher. Die Coaches werden über diese plötzliche Entwicklung sehr erfreut sein. Doch wie kann es sein, dass innerhalb von einem Jahr ein solch extremer Wandel vonstatten geht?

Gerade bei jungen Akteuren wie eben Sullinger hört man immer wieder, dass sie sich mit dem Gewinn einer Meisterschaft in der NCAA-Geschichte verewigen wollen. In einem Jahr, dass der Freshman dominiert hat, konnten die Buckeyes nur das Sweet Sixteen erreichen. Gegen die Schützlinge von Coach Calipari war Schluss. Das will der zuweilen etwas übergewichtig wirkende 19-Jährige nicht auf sich sitzen lassen.

Auch die Longhorns enttäuschten auf ganzer Linie, weshalb nicht nur Thompson seine Rückkehr angesagt hat. Auch Freshman Cory Joseph und Sophomore Jordan Hamilton werden ein weiteres Jahr in Texas verbringen.

In Chapel Hill ist eine vergleichbare Situation zu beobachten, da John Henson (Sophomore) und Tyler Zeller (Junior) ebenfalls ein weiteres Jahr an ihrer Bildungsstätte verweilen werden. Ob sich Barnes dem Trend anschließt, bleibt abzuwarten.

Mindestens genauso wichtig ist aber die Tatsache, dass der NBA nächstes Jahr ein Lockout bevorsteht. Somit könnte es der Fall sein, dass die jungen Spieler teilweise ein halbes Jahr kein Spiel absolvieren, während sie am College noch weiter Praxis sammeln können. Auf eine schnelle Einigung der Parteien zu hoffen, kann man getrost vergessen. Daher ist es nur logisch, seine Ausbildung sowohl im Basketball, als auch in der Schule fortzusetzen.

Ein Punkt spricht aber deutlich gegen einen Verbleib an der Uni: Geld. Natürlich ist die Chance, einen hoch dotierten Vertrag abzugreifen, jedes Jahr vorhanden, jedoch könnte die Höhe für den einen oder anderen deutlich besser ausfallen als erwartet. Der diesjährige Draft-Jahrgang gilt als äußerst schwach. Es stechen kaum Spieler hervor, wodurch gute Ergebnisse im NCAA Tournament oder den Draft-Workouts die Position pushen können. Außerdem stehen schlicht und ergreifend nicht sehr viele mögliche Stars zur Auswahl. Also könnten die General Manager auch mal etwas zocken und ihre subjektiven Favoriten auswählen.

Schlussendlich wird die NCAA nur von diesen Entscheidungen profitieren. Die Unerfahrenheit der Teams nagt an der Qualität der Liga, da man vergebens nach abgezockten Teams voller Seniors suchen kann. Ich persönlich hoffe sehr, dass der Trend, auch wenn es unwahrscheinlich ist, anhält. In der NBA wird man auf verschiedene Meinungen treffen, allerdings sollten auch die Vorteile der dann reiferen und erfahreneren Spieler erkannt werden.

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