Draft, Gedanken

Baylor is Dunn

Gestern erreichten die Bears aus Baylor schlechte Neuigkeiten, nachdem man sich noch vor gut einer Woche freuen konnte, dass die Anklage wegen Körperverletzung gegen Senior-Guard LaCeDarius Dunn fallengelassen wurde. Ausgerechnet wenige Stunden vor dem wichtigen Big 12-Tournament-Spiel gegen Oklahoma wurde dem Team mitgeteilt, dass ihrem Superfreshman Perry Jones III, der während der Saison auch als potentieller #1 Pick der anstehenden Draft gehandelt wurde, die Spielberechtigung entzogen worden ist. Die NCAA bestrafte den jungen Forward, weil seine Mutter zu seinen Highschool-Zeiten Geld von dessen damaligen AAU-Coach (Amateur Athletic Union) angenommen hat und auch eine Reise zu einem Profi-Footballspiel nicht aus eigener Kasse bezahlt worden ist. Jones hat von diesen Vorgängen angeblich nichts gewusst. Nun stellt sich die Frage welche Auswirkungen diese Strafe auf Team und Spieler hat?

Baylor hat rein rechtlich mit dem ganzen Vorfall nichts zu tun, da sich alle Handlungen zwischen Highschool-Coaches und Jones’ Familie ereignet haben. Es ist also mit keinen Bestrafungen für die Uni durch die NCAA zu rechnen. Allerdings wurde man durch die Sperrung eines Starters, der 14 Punkte und 7 Rebounds im Schnitt bringt, seiner letzten Chance beraubt, durch eine tolle Performance im Conference-Tournament eventuell doch noch eine Chance auf das NCAA-Tunier zu haben, auch wenn diese Chance, selbst mit Jones, wohl verschwindend klein war. Man hätte meiner Meinung nach mindestens bis in das Finale vordringen müssen, um für eine Einladung zum „Big Dance“ auch nur in Erwägung gezogen zu werden können. So wird Baylor nach dieser Saison den besten Recruit der Schulgeschichte sofort wieder verlieren und durfte mit ihm nicht einmal eine Postseason erleben.

Für Jones ist dieser Vorfall sehr unglücklich, besonders wenn man daran glaubt, dass er wirklich nichts von den Zahlungen an seine Mutter gewusst hat. Aber nüchtern betrachtet hatte der Freshman eher Glück im Unglück. Wäre eine Sperre zu einem früheren Zeitpunkt verhängt worden, hätte dies seinem Draftstock einen erheblichen Schaden zufügen können. Jetzt wurde er lediglich einer minimalen Chance auf das Tournament und somit einem Auftritt auf größerer Bühne beraubt. Dieser hätte ihn in Draftboards noch weiter nach oben bringen können. Ohne diese Möglichkeit, seine Fähigkeiten noch einmal zu Schau zu stellen, wird sein Wert trotzdem nur stagnieren und nicht sinken, da er sowieso ein Spieler ist, der eher wegen seines Potentials und nicht wegen seiner jetzigen Leistungen gedraftet werden wird.

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1 comment

  1. Das Pfaff

    Es ist einfach eine Frechheit wie die NCAA von Fall zu Fall anders entscheidet! Würde Dunn für Texas oder Ohio State spielen, hätte er sicher das Big 12-Turnier spielen können und wahrscheinlich auch das NCAA-Tournament…

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