Gedanken, Golden State Warriors

Stephen’s Sophomore Slump?

Ein Leser des Artikels „Das verflixte zweite Jahr“ von meinem Kollegen Sebastian Hagner äußerte sich im Kommentarbereich zum diesjährigen Leistungsabfall von Stephen Curry im Vergleich zu dessen Leistung zum Ende der vergangenen Saison. Ist dies wirklich der Fall?

Ein Leser des Artikels „Das verflixte zweite Jahr“ von meinem Kollegen Sebastian Hagner äußerte sich im Kommentarbereich zum diesjährigen Leistungsabfall von Stephen Curry im Vergleich zu dessen Leistung zum Ende der vergangenen Saison.

In den Monaten Februar, März und April des Jahres 2010 (insgesamt 34 Spiele) konnte Curry mit herausragenden Zahlen glänzen: 21.9 Punkte bei Wurfquoten von 46.5% aus dem Feld, 43.9% von der Drei-Punkt-Linie sowie 90.6% bei den Freiwürfen. Das Ganze neben 7.5 Assists und 5.2 Rebounds. In der aktuellen Saison sind es 18.5 Punkte, 3.6 Rebounds und 5.8 Vorlagen in bisher 53 Partien. Auf dem ersten Blick sieht es nach einem Leistungsabfall aus, aber bei einem etwas genaueren Hinschauen schon nicht mehr. Die Golden State Warriors spielten unter Coach Don Nelson den schnellsten Basketball der gesamten NBA und erzielten mit durchschnittlich 108.8 Punkten die zweitmeisten aller Mannschaften – in der 34-Spiele-Phase lag der Durchschnitt gar einen Punkt darüber. Unter Keith Smart spielt das aktuelle Team weiterhin schnell, aber in der Kategorie Spielgeschwindigkeit befinden sich die „Dubs“ nur noch auf dem fünften Platz, bei den Punkten liegen sie auf Rang 7 und kommen pro Spiel auf sieben Zähler weniger als in der Spanne Februar-April 2010. In den besagten Monaten stand Curry fast ein halbes Viertel pro Spiel länger auf dem Feld, als er es derzeit tut (38.7 zu 33.6 Minuten). Eine höhere Spielzeit gepaart mit einer größeren Rolle, die auch mit dem verletzungsbedingten Fehlen von Star-Guard Monta Ellis (er stand nur in 18 der 34 Spiele an der Seite von Curry) zusammenhing, resultierte fast zwangsläufig in besseren absoluten Zahlen.

Einen großen statistischen Sprung (Verbesserungen sind dennoch vorhanden, bspw. bei der Wurfeffizienz) konnte der Sohn vom ehemaligen „NBA Sixth Man of the Year Award“-Gewinner Dell Curry in dieser Saison nicht vollführen, aber wenn man bedenkt, dass der letztjährige All Star David Lee und der jetzige Anwärter auf die „Most Improved Player“-Auszeichnung Dorell Wright auch ihre Ansprüche im Team geltend machen, kann und sollte man nicht von einem Leistungsabfall bei Stephen Curry sprechen.

Wenn man Curry bei den individuellen Zahlen glänzen sehen möchte, muss man sich wohl einen Trade von Ellis wünschen. Über den Sinn und Unsinn kann man streiten…

…was ihr sehr gerne im Kommentarbereich tun dürft.

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2 comments

  1. Amar'e

    @ Hassan,

    vielen Dank! Das ging ja schnell.
    Interessant die häufigen Verletzungen am Knöchel nanntest du gar nicht. Wahrscheinlich waren sie ein nicht all zu großer Faktor. Ja, das dachte ich mir auch. Da Lee da ist und Wright besser spielt, die Warriors insgesamt langsamer spielen… sind seine Leistungen ganz ok.

    Mfg

    Amar’e

  2. Hassan Mohamed

    |Author

    Ja, Curry hat in dieser Saison acht der 62 Spiele seiner Warriors verpasst. Dennoch messe ich dem nicht zuviel Bedeutung bei. Er hat u.a. auch an Spaßveranstaltungen wie dem Rookie Game oder dem Skills Challenge mitgemacht, während bspw. ein Tyreke Evans aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme darauf verzichtet hat. Es mag eine Rolle spielen bzw. gespielt haben – speziell bei den Spielen direkt nach den verletzungsbedingten Auszeiten. Ich denke aber, dass die genannten Punkte viel eher der Grund sind, weshalb man meinen könnte, dass Curry zum Ende der letzten Saison wesentlich besser war.

    Wenn Curry bspw. neben einem Anthony Morrow (statt Monta Ellis) spielen würde, hätte er sicherlich auch bessere Zahlen und würde mehr Leistung bringen, aber es stellt sich dann halt die Frage, ob das Team dadurch vorankommen würde. Es ist ja auch nicht so, dass Curry neben Ellis gar nicht zurechtkommt und keine Luft zum Atmen hat.

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