Atlanta Hawks, Gedanken, Washington Wizards

Hinrich hilft den Hawks

In dem Wahnsinn vor der Trading-Deadline haben sich die Washington Wizards und die Atlanta Hawsks auf einen Trade geeinigt, der auf den ersten Blick sehr ausgeglichen scheint. Doch dem ist nicht so: Kirk Hinrich und Hilton Armstrong verlassen die Hauptstadt im Tausch für Mike Bibby, Maurice Evans und Jordan Crawford.

Für Kirk Hinrich ist der Trade wohl ein sehr willkommenes Geschenk, da ihm in Atlanta der Posten als Starter winkt. Der 30-Jährige hat ein sehr ähnliches Skill-Paket wie Bibby, kann sich jedoch damit rühmen, auch noch hervorragend zu verteidigen und  Joe Johnson beim Spielaufbau entlasten zu können. Dadurch passt er perfekt zu Backcourt Partner Joe Johnson. Hilton Armstrong gehört nicht gerade zur Elite der NBA-Big Men, jedoch kann auch er von dem Wechsel profitieren. Hinter Horford sieht es auf der Hawks-Bank verdammt düster aus. Die Chance für den 27-Jährigen. Natürlich reichen die Statistiken aus der bisherigen Saison nicht aus, bei einer Verbesserung könnten aber einige Spielminuten mehr im Formular erscheinen.

Das Team von Head Coach Larry Drew bekommt mit Hinrich ein Upgrade auf der Eins und einen weiteren Big Man für die Bank. Die Abgänge von Bibby, Evans und Crawford sind zu verschmerzen.

Um zu verstehen, warum der Deal die Wizards als klarer Verlierer hinterlässt, müssen die Statistiken von Mike Bibby in Betracht genommen werden. Der Aufbau erzielt in dieser Spielzeit nur 9.4 Punkte und liegt somit sechs (!) Zähler unter seinem Karriereschnitt. Da kann auch die verbesserte Dreierquote von 44.1 Prozent wenig retten. Außerdem verteilt er in knapp 30 Minuten pro Spiel nur 3.6 Assists, was auch deutlich unter dem Karrierewert liegt. Außer der Mentorrolle für John Wall wird die Verpflichtung keinen nennenswerten Vorteil haben. Bibby hat bereits geäußert, dass er aus dem Vertrag herausgekauft werden möchte. Das Arbeitspapier läuft aber noch bis 2012 und macht diese Forderung schwerer realisierbar.

Maurice Evans’ Vertrag läuft bereits nach dieser Saison aus. Es erklärt sich von selbst, dass die Saison für die Wizards frühzeitig beendet sein wird und somit braucht der Guard gar nicht erst auszupacken, es sei denn, beide Parteien entscheiden sich für eine Verlängerung. Dies ist aber unter gegebenen Umständen sehr unwahrscheinlich.

Somit bleibt schlussendlich nur Rookie Jordan Crawford. Der ehemalige Xavier Musketeer konnte noch nicht so richtig Fuß fassen, deutete aber teilweise sein Potential an. Dennoch bleibt der 22-Jährige ein schießwütiger Shooting Guard, der noch eine Menge lernen muss, um auf diesem Niveau mithalten zu können. Vor allem seine Feldwurfquote von 35.1 Prozent bestätigt dies. Im dünn besetzten Backcourt der Wizards wird er trotz alledem seine Chancen bekommen.

Mit Hinrich ist der einzige echte Verteidiger im Team getauscht worden, was heißt, dass jetzt die Team-Defense überzeugen muss. Allerdings ist bekannt, dass Teamgeist in Washington nicht gerade das erste Gebot ist.

Schlussendlich haben sich die Hawks mit diesem Deal einen großen Gefallen getan. Im Rennen um die guten Playoffplätze im Osten können sie jetzt nochmal verstärkt angreifen. Das kann man nicht gerade von John Wall & Co. sagen. Man hat einen wichtigen Spieler verloren und praktisch nichts bekommen. Diese Transaktion ist beispielhaft für den aktuellen Stand der Wizards. Mit diesem Verhalten der Verantwortlichen wird auch in naher Zukunft kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein.

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