NBA

Draft Team Needs: Picks 9-15

Mavs, Hornets, Nuggets, Pistons, Heat und Blazers

Teil 2

Pick 9: Mavs

In Teil 3 drei Team Needs geht es um die Teams, die in der letzten Saison einigermaßen realistische Playoffchancen hatten. Das verändert normalerweise auch das Draftverhalten – schließlich muss der Spieler umso besser zum Kader passen, wenn auch im nächsten Jahr die Postseason das Ziel ist. Im Fall der Mavericks ist ein weiterer Faktor vermutlich entscheidender: die ziemlich magere Erfolgsbilanz mit Draftees in den letzten Jahren. Praktisch alle Picks wurden entweder schon im Voraus oder nach einigen wenig erfolgreichen Jahren in Dallas weggetradet. Seit Rodrigue Beaubois, der immerhin noch in der Rookie-Saison einige Ausrufezeichen setzen konnte, zogen die Mavs in der ersten Runde praktisch nur Guards, die sich innerhalb von nicht einmal vier Jahren auf die internationalen Ligen verteilen. Namentlich: Dominique Jones, Jared Cunningham, Shane Larkin, Justin Anderson – letzterer steht immerhin noch bei den Sixers im Kader. Der einzig erfolgreiche Mavs-Draftee ist der ehemalige 34. Pick Jae Crowder, der allerdings auch erst bei den Celtics wirklich aufblühte.

Entsprechend skeptisch wird das Scouting und Player-Development der Mavs oft beurteilt, sicher nicht ganz zu unrecht. Dass riskante Picks jenseits der Lottery sich nicht durchsetzen können, ist allerdings nicht sonderlich erstaunlich. Außerdem gelang es Rick Carlisle und Co. oft, ungedraftete Rookies oder andere junge Spieler in den Kader zu integrieren. Allerdings waren diese Spieler – etwa Al Farouq Aminu, Seth Curry, Salah Mejri oder die diversen Rookies mit Spielzeit in der vergangen Saison – meist schon deutlich über 20. Es spricht somit einiges dafür, dass die Situation bei den Mavs und/oder Carlisles Coaching-Stil für extrem rohe Spieler ungeeignet ist. Die Bedingungen für einen Top 10-Pick sind natürlich etwas andere, aber trotzdem sollte diese Mavs-Spezialität berücksichtigt werden.

Tendenz: Mark Cuban ist eigentlich alles zuzutrauen, ein High Upside-Pick, ein NBA-fertiger Rookie oder ein Trade – so tauchten etwa Gerüchte um Ricky Rubio auf. Mit Rücksicht auf Dirk Nowitzikis letzte Karriere-Jahre scheint der Mittelweg aber am realistischsten.

 

Pick 11: Hornets

Die Charlotte Hornets sind so etwas wie das Mittelmaß-Team schlechthin in der NBA. Seit der Neugründung als Bobcats steht kein Playoff-Serien-Sieg zu Buche, in den letzten Jahren wechselten sich Postseason- und Lottery-Saisons ab. Nach der 48-34-Saison 2015/16 musste das Team 2016/17 mit einer Bilanz von nur 36-46 einen klaren Rückschlag hinnehmen, obwohl die Schlüsselspieler der Vorsaison gehalten werden konnten. Dafür gaben die Hornets auch noch den eigenen 22. Pick 2016 für Marco Belinelli aus, nachdem sie schon im Jahr zuvor in College-Senior Frank Kaminsky einen Low-Upside-Draftee gezogen hatten. Stattdessen stand auch das Angebot der Celtics im Raum, die mehrere Picks für den 9. Der Hornets abgeben wollten.

Es sieht aber nicht so aus, als könnten die Hornets mit dieser Strategie langfristig wirklich mehr aus dem Roster herausholen. Kaum einer der Spieler hat noch wirklich Luft nach oben, so dass nur mit viel Glück noch ein Seriensieg in den Playoffs möglich ist. Also müssen sich Michael Jordan und Rich Cho vielleicht eingestehen, dass ein weiterer Rebuild ansteht – dafür wäre mit dem 11. Pick ein Upside-Spieler naheliegend.

Tendenz: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Hornets den Weg der letzten Jahre fortsetzen. Zur Abwechslung wäre ein wirklich junger Spieler aber vermutlich die bessere Wahl.

 

Pick 12: Pistons

Die Pistons sind auf den ersten Blick in einer sehr ähnlichen Situation wie die Hornets – nach einem Playoffjahr wieder in der Lottery, relativ viele gute Spieler, aber keinen klaren Franchise Player. Allerdings hat der Detroit-Kader vergleichsweise mehr Upside: Die Spieler sind tendenziell etwas jünger, aber vor allem blieben einige in der abgelaufenen Saison klar unter den Erwartungen, allen voran Reggie Jackson. Auch Andre Drummond hat vermutlich noch nicht das Level erreicht, das man aufgrund seiner physischen Voraussetzungen erwarten würde.

Daher wäre für die Pistons ein Trade möglicherweise die naheliegende Idee. Konkret: ein Veteran, der mehr Stabilität ins Team bringt. Vielleicht würde sich auch ein etwas größer angelegtes Retooling anbieten, so dass der Pick mit weiteren Assets kombiniert wird. Allerdings hat Stan van Gundy bisher der in der GM/Coach-Doppelfunktion großen Verlockung widerstanden, zu sehr auf schnelle Erfolge abzuzielen…

Tendenz: Durch die unklare Situation des Teams kann viel passieren, vermutlich wird sich van Gundy alle Optionen offenhalten.

 

Pick 13: Nuggets

Für die Nuggets ging es dagegen im letzten Jahr sportlich klar nach oben, auch wenn es nicht ganz für die Playoffs gereicht hat. Vor allem Nikola Jokic und Gary Harris wirken wie eine gute Basis für den weiteren Rebuild. Dafür ist allerdings noch zusätzliches Talent nötig: Die beiden letzten hohen Picks Emmanuel Mudiay und Jamal Murray konnten (noch) nicht wirklich überzeugen, eher noch Juan Hernangomez. Außerdem zählten weiterhin die Veteranen Danilo Gallinari, Wilson Chandler, Jameer Nelson und Kenneth Faried eine große Rolle. Trotz der Free Agency von Gallinari erscheint daher ein Trade wenig logisch, auch wenn die Nuggets im vergangenen Jahr bereits eine Art Win Now-Trade versucht haben: Der Tausch von Jusuf Nurkic und einem Pick gegen Mason Plumlee sah allerdings von Anfang an wie ein Fehler aus. Mittlerweile wirkt es so, als hätten die Nuggets den besseren Spieler und das zusätzliche Asset abgegeben, nur um jetzt Plumlee auch noch bezahlen zu müssen – er ist Restricted Free Agent.

Daher sollten die Nuggets einfach weiter Talent sammeln, das möglichst gut zum übrigen Roster passt. Konkret wäre durch das schlechte Defensivrating (Rang 30, dafür Rang 4 offensiv) die Richtung auch schon vorgegeben. Optimal dürfte vom Fit her ein großer, flexibler Defense First-Wing sein.

Tendenz: Der Nurkic-Plumlee-Trade verdüstert das Bild etwas, aber der weitere Plan für die Nuggets sollte dank Jokics Qualität eigentlich klar sein – möglichst die Spieler anzupeilen, die zu Stärken und Schwächen des Big Man passen.

 

Pick 14: Heat

Nach dem Abgang von Dwyane Wade und den anhaltenden gesundheitlichen Problemen von Chris Bosh wirkten die Heat wie einer der besten Kandidaten auf einen hohen Lottery-Pick. Auch der Saisonstart glückte nicht gerade, doch dann legte das Team etwas überraschend eine Siegesserie hin, die fast für eine Playoffteilnahme gereicht hätte. Das klingt wie eine Erfolgsgeschichte, ist aber mit Problemen verbunden: Erstens werden einige wichtige Rollenspieler wie etwa James Johnson Free Agents, so dass eine innere Weiterentwicklung des Teams nicht ganz so einfach wird. Gravierender ist jedoch, dass die Heat einen hohen Pick hätten brauchen können: Aus dem Goran Dragic-Trade gehen zwei kommende Erstrundenpicks (2018 oder 2019 und 2021) nach Phoenix. Entsprechend ist dieser Draft eine der wenigen Möglichkeiten der nächsten Jahre, an junge, talentierte Spieler zu kommen.

Daher sollte Upside das erste Kriterium für Pat Riley und Co. sein – ähnlich wie schon bei Justise Winslow, der allerdings bisher lange Ausfallzeiten durch Verletzungen zu verbuchen hat. Rotationsspieler finden die Heat, wie auch letzte Saison wieder demonstriert, auch in der Free Agency oder unter ungedrafteten Spielern wie Rodney McGruder und zuvor Tyler Johnson.

Tendenz: Die Heat dürften ihren Run nicht überschätzen und eher zurückhaltend weiterplanen, auch wenn Riley vermutlich unter seiner Ägide nochmals Erfolge sehen möchte.

 

Picks 15, 20 und 26: Blazers

Zuletzt auch noch ein Team außerhalb der Lottery, da die Blazers gleich drei Picks im Draft haben. Innerhalb nur gut eines Jahres hat Neil Olshey die beiden zusätzlichen Draftrechte eingesammelt, indem er zuerst den Vertrag von Anderson Varejao aufnahm und in diesem Jahr, wie oben beschrieben, die Nuggets von einem Plumlee-Nurkic-Tausch überzeugte. Im gleichen Zeitraum sorgte Olshey jedoch auch dafür, dass die Blazers praktisch überhaupt keinen Gehaltsspielraum mehr haben: Die massiven Verträge vor allem für die vergleichsweise wenig eingesetzten Evan Turner, Allan Crabbe und Meyers Leonard bringen die Franchise ab kommender Saison selbst ohne weitere Verpflichtungen in die Luxussteuer.

Mit drei zusätzlichen Picks weiteres Gehalt aufzunehmen erscheint entsprechend unwahrscheinlich. Falls es nicht ohne Assets sinnvoll möglich ist, dürften die Blazers daher mindestens einen der Picks nutzen, um schlechte Verträge loszuwerden. Angesichts des recht tiefen Rosters ohne Free Agents in diesem Sommer wird es ohnehin schwer, Spielanteile für mehrere Rookies zu finden. Weitere Trades – entweder ein 2 für 1 mit den Picks oder für einen defensivstarken Veteranen – wären daher ebenfalls naheliegend.

Tendenz: Es würde schon sehr überraschen, wenn die Blazers nicht um den Drafttag herum einen Trade durchführen.

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben