NBA

Draft Team Needs 2017: Picks 4-8

Suns, Kings, Magic, Wolves und Knicks

Teil 1

Pick 4: Suns

Herzlich willkommen zu einer ziemlich frustrierenden Ausgabe der Team Needs, denn keines der folgenden Teams hat im letzten Jahr den gewünschten Schritt nach vorne gemacht. Umso wichtiger ist der Draft, so auch für die Suns: Sie haben zwar in Devin Booker einen extrem talentierten Scorer, der mit seiner 70-Punkte-Performance gegen die Celtics im März das Highlight der Suns-Saison lieferte. Ansonsten ist die Situation allerdings nicht so rosig: Der 4. Pick des letzten Drafts, Dragan Bender, verpasste die Hälfte der Saison – und spielte sonst im Schnitt keine 15 Minuten pro Partie. Marquese Chriss sah schon besser aus, was zeigt, dass der Trade für den 8. Pickgrundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung war. Wie letztes Jahr gefordert, brauchten die Suns einen Umschwung in der Teamstruktur. Allerdings gaben sie nicht etwa Veteranen dafür ab, sich von 13 auf 8 hochzutraden, sondern weitere Assets wie die Rechte an Bogdan Bogdanovic.

Aus diesem Grund blieb vieles beim Alten in Phoenix, was nicht unbedingt als Erfolg verbucht werden kann: In Eric Bledsoe, Brandon Knight und Tyson Chandler standen drei win-now-Spieler des Vorjahres weiter im Kader, Leandro Barbosa und Jared Dudley wurden sogar noch zusätzlich verpflichtet. Der Deadline-Trade von P.J. Tucker ändert nicht viel. Somit steht die Franchise weiterhin vor der Aufgabe, irgendetwas mit den Veteranen anzufangen, während sie junge Spieler ansammeln. Angesichtes Rosters ist die Frage jedoch, auf welcher Position der Draftee Minuten erhalten würde –  Booker ist ohnehin gesetzt, ein Playmaker hat noch Bledsoe vor sich, ein Frontcourt-Spieler sowohl die Picks des letzten Jahres als auch Dudley und Chandler. Dass unter dieser Situation die Spielanteile leiden, war an Bender zu sehen.

Die Suns sollten sich aber nicht von den Veteranen abhalten lassen, den bestmöglichen Spieler zu ziehen. Der Fit mit Booker und, in geringerem Maß, mit Chriss und Bender kann aber nicht ganz vernachlässigt werden, wenn die Suns nicht ihre eigenen Picks entwerten wollen.

Tendenz: Qualität und Upside dürften im Vordergrund stehen, aber ob die Suns tatsächlich in der Offseason Veteranen abgegeben, muss sich noch zeigen.

 

Picks 5 und 10: Kings

Dass die Sacramento Kings dieses Jahr zwei Lottery-Picks haben, mag auf den ersten Blick positiv wirken. Allerdings ist gerade bei den Kings selten Gold, was glänzt. So auch in diesem Fall, und zwar gleich in vielerlei Hinsicht. Erstens ist der 5. Pick nicht der, den die Kings durch die Lottery zugelost bekamen – das wäre Nummer drei gewesen. Allerdings waren die Kings vor knapp zwei Jahren einen von Anfang an sehr skeptisch beurteilten Trade mit den Sam Hinkie-Sixers eingegangen: Sie schickten die ausgemusterten Carl Landry und Jason Thompson gemeinsam mit Lottery-Pick Nik Stauskas, einem ungeschützten (!) Pick 2019 und zwei Pick Swaps 2016 und 2017 nach Osten und erhielten nur Cap Space und praktisch uninteressante Spielerrechte zurück. Das Tausch-Recht haben die Sixers jetzt wahrgenommen und so eine fragwürdige Entscheidung der Kings noch etwas schlechter aussehen lassen.

Auch der 10. Pick sieht weniger gut aus, berücksichtigt man seine Herkunft: Er war neben Buddy Hield der Hauptgegenwert, den die Kings im Winter für DeMarcus Cousins erhielten – alles andere als eine berauschende Ausbeute für einen Allstar-Center. Ob die Ungeduld des Managements mit Cousins oder Vivek Ranadives Begeisterung für Hield letztendlich der Auslöser für die Entscheidung zum Trade waren, spielt jetzt allerdings genauso wenig eine Rolle wie der Gegenwert. Die Kings müssen in die Zukunft blicken und das Beste aus der Situation machen. Dafür müssen die Kings so viel Talent wie möglich ins Team holen, auch wenn an fünfter Position vermutlich kein Franchise Player verfügbar ist. Deswegen ist die Teamstruktur ein weiteres Problem: Sollte man auf Spieler mit relativ begrenzter Upside wie Hield und Willie Cauley-Stein oder Reaches wie den letztjährigen 13. Pick Georgios Papagiannis Rücksicht nehmen, indem man auf ihrer Position nicht nochmal draftet? Angesichts der Tendenz der Kings, praktisch nur Center und Shooting Guards zu wählen, scheint diese Frage noch berechtigter als bei anderen Teams.

Tendenz: An sich brauchen die Kings zwei Mal den bestmöglichen Spieler. Aufgrund der eher mageren Erfolgsbilanz des Teams in Sachen Spielerentwicklung sollten sie sich den Rebuild aber nicht durch zu große Überschneidungen noch schwieriger machen. Normalerweise müsste bei Pick 5 und 10 eine sinnvolle Balance zwischen Fit und Talent machbar sein, da die Talentunterschiede geringer sind als in der Top 3. Aber wie immer der Kings-Disclaimer: Optimum und Realität können weit voneinander entfernt liegen…

 

Pick 6 und 25: Magic

Die Situation der Magic hat sich zum ersten Mal seit Jahren grundlegend geändert und ist doch irgendwie die gleiche geblieben: General Manager Rob Hennigan musste angesichts des letztendlich erfolglosen Rebuilds seit dem Trade von Dwight Howard den Posten räumen und hat damit dem ehemaligen Bucks-Duo Jeff Weltman/John Hammond Platz gemacht. Damit gesteht sich die Franchise wohl ein, dass die Playoffs vorerst außer Reichweite sind. Statt teurer Win Now-Verpflichtungen wie Bismack Biyombo oder Trades wie dem für Serge Ibaka geht der Rebuild wohl von vorne los. Der 6. Pick bedeutet nicht gerade optimale Startbedingungen, lässt aber zumindest die Hoffnung auf Talent und Upside.

Besonders wichtig wäre es für die Magic, nicht einen weiteren Durchschnittsstarter zu draften. Daran ist Hennigan letztendlich gescheitert: Zwar fand er auch mit späteren Picks oder durch kleinere Trades solide Spieler wie etwa Nikola Vucevic, Tobias Harris und Evan Fournier, von denen aber keiner wirklich Allstar-Talent erkennen lässt. Das gilt ebenfalls für die hoch gepickten Victor Oladipo (2. Pick 2013, im Ibaka-Trade nach OKC geschickt), Aaron Gordon (4. Pick 2014), Elfrid Payton (10. Pick 2014) und insbesondere Mario Hezonja (5. Pick 2015). Selbst wenn Gordon, Payton und der bisher enttäuschende Hezonja noch nicht ganz abgeschrieben werden sollten, muss das neue Management an dieser Stelle unbedingt ansetzen. Oder anders gesagt: Ein Spieler mit möglichst viel Upside muss her, die derjenige auch möglichst wahrscheinlich erreicht. Dafür ist logischerweise ein möglichst hoher Pick gefragt. An dieser Stelle findet sich auch die Parallele zu den vergangenen Jahren: Wieder mal sollten die Magic versuchen, ihre Assets zu kombinieren. Dafür hätten sich möglicherweise die Sixers angeboten – diese Chance fällt mit dem Trade für den 1. Pick weg. Aber vielleicht möchten auch die Celtics noch weitere Optionen ausloten?

Tendenz: Falls sich kein Trade ergibt, müssen die Magic ähnlich wie die Kings abwägen – wie viel Konkurrenz im Team ist hilfreich, wann werden die Überschneidungen zu viel? Vermutlich sollten die Magic aber klar nach Upside/BPA Ausschau halten.

 

Pick 7: Wolves

Was den Wolves sicher nicht fehlt, sind hochtalentierte Spieler. Trotzdem, oder gerade deswegen, war die abgelaufene Saison eine gewisse Enttäuschung. Mit der Ankunft von Tom Thibodeau und der an sich zu erwartenden Qualität von Karl-Anthony Towns, Andrew Wiggins und Co. waren die Playoffs das Ziel, nicht ein weiterer Top 10-Pick. Entsprechend schwer ist die Einschätzung, was für die Wolves die richtige Draftstrategie ist – hilft ein Trade für einen Win Now-Spieler, ähnlich wie bei den Jazz vor einem Jahr mit George Hill? Oder ist es doch sinnvoller, weiter Talent zu sammeln? Schließlich gab es auch in der individuellen Entwicklung letztes Jahr einige Rückschläge: Rookie Kris Dunn konnte nicht überzeugen, Zach LaVine riss sich das Kreuzband.

Da von den schon etwas älteren übrigen Startern Ricky Rubio und Gorgui Dieng genauso wenig eine weitere Steigerung zu erwarten ist wie von den Thibodeau-üblich mit kaum Spielanteilen bedachten Bankspielern, könnte es neben den beiden Stars gerade mittelfristig an Talent fehlen. Es würde sich daher anbieten, eine solide dritte bis vierte Option (je nach LaVines Gesundheit und Entwicklung und möglichen Free Agency-Verpflichtungen) anzupeilen. Also: Zumindest einen einigermaßen NBA-fertiger Spieler statt eines High Risk, High Reward-Picks. Mit Towns und Wiggins im Kader können die Wolves auf Franchise Player-Upside im Zweifel verzichten.

Tendenz: Nach mittlerweile 13 Jahren ohne Playoffs dürften die Wolves nicht mehr allzu viel Geduld an den Tag legen, zumal Thibodeau auch hier die Entscheidungshoheit hat. NBA-Ready zu draften dürfte einen sinnvoller Mittelweg zwischen Upside-Pick und Trade darstellen.

Pick 8: Knicks

In der Liste der in den letzten Jahren nicht gerade erfolgsverwöhnten Teams geht es weiter mit den Knicks. Nachdem bis zum Draft 2016 noch die Nachwirkungen der Trades für Carmelo Anthony und Andrea Bargnani zu spüren waren, hätte Phil Jackson eigentlich auf einen erfolgversprechenden Rebuild um Kristaps Porzingis bauen können. Stattdessen entschied er sich, für Derrick Rose zu traden und dem dauerverletzten Joakim Noah einen 70-Millionen-Dollar-Vertrag zu geben. Das Ergebnis kann nicht überraschen – statt ‚Superteam‘ (Rose) gab es Mittelmaß und dazu die Kosten für Noah als langfristige Hypothek.

Da Jackson in aller Deutlichkeit einen Abschied von Melo trotz No-Trade-Clause bewirbt, sollte die Richtung der Knicks zumindest jetzt klar in Richtung Talent gehen. Außer Porzingis und mit viel gutem Willen Willy Hernangomez passt allerdings kaum ein Spieler im Roster in diese Richtung – was immerhin einen Pick für praktisch alle Positionen sinnvoll macht. Gefragt ist Upside, also schlicht BPA.

Tendenz: Jackson scheint sich mit einem längeren Rebuild angefreundet zu haben, so dass es wohl wirklich auf den bestmöglichen Spieler hinauslaufen sollte. Allerdings sind weitere Richtungswechsel nicht auszuschließen.

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