Draftprofile 2017

Jarrett Allen

Texas Longhorns

Datenblatt

Name: Jarrett Allen

Geburtsdatum: 28.07.1998

Größe: 6’10”

Gewicht: 235 lbs

Spannweite: 7’5‘‘

Position: Big

Team: Texas Longhorns

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Tools

+ Defense

+ Mobilität

– Wurf

– Handling

Scouting – Logbuch

Der junge Mann mit dem schönsten Afro des Collegebasketballs hat in seiner noch jungen Karriere schon einiges erreicht. Dekoriert als McDonalds All American und Hoop Summit Alumni wurde Allen zum ersten Blue Chip-Recruit des neuen Longhorns-Regimes unter Coaching-Shootingstar Shaka Smart, dessen Havoc-Defensivsystem wir einst zu seinen VCU-Zeiten schon einmal bei GTG analysiert hatten. Über den Fakt, dass Allen mit Texas letztlich das NCAA-Torunament verpasste, dürfte ihn hinwegtrösten, dass er an der Seite zweier potentieller #1-Picks im vergangenen Sommer eine Goldmedaille bei den U18 FIBA Americas gewann. Wir betrachteten sein Spiel im Anschluss des Turniers schon ein erstes Mal genauer.

Tools & Athletik

Der Freshman ist kein reiner Sevenfooter. Er wurde beim Combine auch mit Schuhen „nur“ mit 6‘10‘‘ Körpergröße gemessen. Dennoch verfügt Allen über ausreichend Länge, um auch mit NBA Centern mithalten zu können. Seine 7‘5‘‘ Wingspan macht es möglich. Zusätzlich verfügt der Longhorns-Big nach Harry Giles über die größten Hände des aktuellen Draftjahrgangs, die in Kombination mit seinem Alter sogar noch Raum für Spekulation eröffnen, ob der 19-Jährige nicht in Zukunft gar noch etwas wächst.

Der Teenager besitzt trotz seiner Jugend schon einen robusten Frame. Mit seinen durchtrainierten 235 Pfund Körpergewicht ließ er sich nur von wenigen Gegnern in der Zone umherschieben. In Zukunft sollte Allen aber sogar noch in der Lage sein, an Masse zuzulegen. Seine Arme und Schultern sind noch nicht so definiert, wie bspw. bei Kentucky-Freshman Bam Adebayo, der schon nah an seinem Muskelpanzer-Maximum sein dürfte. Auch Allens Beine wirken noch vergleichsweise dünn. Das Aufbau-Training in der NBA wird dies aber mittelfristig ändern.

Abseits seiner physischen Attribute ist der ehemalige 5*-Recruit ebenso eine athletische Erscheinung. Über das Jahr präsentierte er sich als extrem beweglicher und mobiler Big Man mit ordentlicher Sprungkraft. Beim NBA Combine konnte Allen diese Beobachtungen durch 35 Inches in der Max-Vertical-Kategorie und guten Werten in den Agility-Drills erfolgreich mit Zahlen unterfüttern.

Defense

Die Verteidigung ist die interessanteste Facette seines Spiels. Von seinem eher defensivorientierten und experimentierfreudigem Coach Shaka Smart wurde Allen in unterschiedlichsten Formationen und Systemen genutzt. Natürlich agierte der Freshman oft als klassischer Anker im Halbfeld. Genauso selbstverständlich wurde er aber auch an vorderster Front einer Fullcourt-Presse oder einer 1-3-1-Zone im Halbfeld installiert, um mit seiner Länge und Beweglichkeit Druck auf Ballhandler auszuüben und Passwege zu minimieren.

Allen ist durch seine Kombination aus Agilität, Schnelligkeit und Länge ein besonderer Spieler. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit er extrem viel Raum abdecken kann.

Seine größten Stärken sind seine Beweglichkeit und Balance, die es ihm erlauben, am Perimeter eine sehr gute Figur abzugeben. Mit ihm sind Switches auf kleinere Spieler möglich, mit denen nicht jeder Big Man umgehen könnte. Das Pick’n’Roll kann er auf unterschiedliche Arten ordentlich verteidigen. Wegen dieser Fähigkeiten setzte ihn sein Coach in vielen Situationen auf die Stretch-Fours oder gar größten Flügelspieler des Gegners an und ließ Allens Kollegen die Post-Bigs übernehmen.

Diese oft in Richtung Perimeter orientierte Einsatzweise Allens rückt seine Shotblocking- und Rebounding-Zahlen noch einmal in ein anderes Licht, die auf den ersten Blick nicht zu beeindruckend erschienen (5 BLK% und 19 TRB%). Berechnet man aber ein, dass der Longhorn für Rejections oder Boards in vielen Situationen lange Wege gehen muss, weil er eben nicht wie viele andere Big Men in der Zone geparkt ist, wertet dies seine Statistiken gehörig auf. Gerade als Shotblocker sehe ich ihn als unterbewertet. Durch Schnelligkeit, Timing und Sprungkraft kann er als Weakside-Helper großen Einfluss auf das Spiel ausüben.

Für die NBA wird Allen noch an seiner individuellen Post-Defense und seinen Boxout-Skills feilen müssen, während er im Kraftraum an seiner Core-Strength und seinen Beinen arbeitet. Durch die vielen Aufgaben am Perimeter zu Texas-Zeiten muss er sich für die klassische Zonenarbeit in der NBA noch etwas schulen müssen.

Offense

Scoring

Als Scorer zeigte Allen eine steile Lernkurve. Während er zu Anfang des Jahres noch keinen ernstzunehmenden Faktor für die Longhorns-Offense darstellte, wurde er in den Conference-Spielen größtenteils als erste Angriffsoption genutzt. Dass der Freshman trotz besserer Gegenspieler und gesteigerter Verantwortung erstaunlicherweise sogar seine Effizienz steigern konnte, unterstreicht die großen Schritte, die er auf dieser Seite des Courts genommen hat. 108 ORtg bei 24 USG% in den Spielen der Big 12 ragen aus seinen Durchschnittswerten  von 105 Ortg bei 22,6 USG% für die gesamte Spielzeit deutlich heraus. Dennoch kann an dieser Stelle direkt konstatiert werden: Kein Team wird Allen wegen seiner offensiven Fähigkeiten draften, da diese eher nur Zubrot zu seinen Defensiv-Skills sind. Seine Wege zu Punkten prädestinieren ihn für eine Resteverwerter-Rolle.

Der 19-Jährige wirkte im Postup durchaus flüssig in seinen Bewegungen, streute ab und zu sogar Konterbewegungen ein und konnte so auf seinen individuellen Verteidiger reagieren. Sogar Abschlüsse mit der schwachen Hand lieferte er gegen Ende des Jahres immer wieder.

Dennoch ist davon auszugehen, dass sein solides Positioning in der NBA eher durch Cuts oder Short Corner-Finishes genutzt werden wird.

Gleichzeitig sollte er als guter College-Offensivrebounder (11 ORB%) auch in der NBA eine interessante Putback-Option darstellen.

Zudem könnte er jede Menge Potential als Pick’n’Roll-Partner besitzen. Leider verhinderte das schlechte Guard-Play der Longhorns uns Allen öfter mit klugem Ballhandler in diesen Situationen zu zeigen. Seine Rollman-Plays wirken nicht überdurchschnittlich aber solide.

Wichtig ist, dass der 19-Jährige über das Jahr seinen Touch verbessert hat und gegen Ende der Saison sogar Sprungwürfe aus dem Spiel heraus zeigte. Im Training scheint er demnach an seinem Schuss zu arbeiten und in dieser Hinsicht nicht komplett talentfrei zu sein. Das macht in Bezug auf seine aktuell noch Hack-A-Allen-würdige Freiwurfquote von 56 Prozent etwas Mut.

Ballskills

Eine Zahl, über die jeder Scout in Allens statistischen Profil stolpern sollte, sind seine 18 TOV%. Viele dieser Ballverluste entstanden aus teilweise dummen Pässen unter Druck, aus Schrittfehlern oder weil er Bälle nicht sicher fängt. Decisionmaking, Handling und seine Hände dürfen angezweifelt und eher nicht als Assets verbucht werden.

Aber auch in diesen Facetten seines Spiels gibt es lichte Momente, die von Zeit zu Zeit aufblitzen. Für kurze Faceup-Drives kann er den Ball durchaus auf den Boden setzen.

Seinen mageren 5,5 AST% setzt er teilweise direkte Korbvorlagen aus dem (High-)Post entgegen, die von wenigstens durchschnittlicher Vision und soliden Passing-Skills zeugen.

Allen ist in vielen Bereichen noch sehr roh, bietet aber ein Fundament, auf dem sich aufbauen lässt. NBA Franchises müssen nur gewillt sein, geduldig in seine Entwicklung zu investieren.

Spielervergleich 

Die Art und Weise, wie flexibel und leicht Allen als Big Man am College defensiv am Perimeter agieren konnte, erinnerten mich an einen etwas weniger athletischen, dafür offensiv etwas beschlageneren Willie Cauley-Stein. Longhorns-intern liegt der Vergleich zu Tristan Thompson recht nahe. Wie der Cavalier sollte Allen in erster Linie durch variable Defense auf Groß und sein Rebounding Wert generieren. Ob es für einen ständigen Starter-Posten reicht oder aber eine Ian Mahinmi-artige Backup-Rolle für ihn herausspringt, hängt von Allens Entwicklung ab.

Videos

Playlist

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

Statssektion

McDonalds All American:

9 P, 6 R, 5 B in 19 Mins

Hoop Summit:

9 P, 9 R, 3 B in 19 Mins

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@JarrettAllen55

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •