Cleveland Cavaliers, Golden State Warriors, Playoffs 2017

NBA Finals 2017: Game 1

Golden State Warriors vs. Cleveland Cavaliers
Screenshot: NBA League Pass

Spiel Eins der NBA Finals 2017 ist in den Büchern und die Hoffnung, dass die Finals für die restlichen Playoffs entschädigen könnten, hat sich leider nur zu Teilen bewahrheitet. Dies liegt auch an der Performance der Cleveland Cavaliers um LeBron James.

In Game 1 sahen die Cavaliers nicht so aus, als ob sie darauf vorbereitet waren, was Golden State ihnen zu bieten hatte. Folgerichtig ging das Spiel mit 91-113 verloren. Die Rotationen waren zu träge, ein Problem, mit dem sie schon das ganze Jahr kämpften, welches sich gegen die Eastern Conference in den Playoffs aber kaum zeigte. Golden States Defense machte es Cleveland schwer, indem sie 20 Turnover erzeugte, was auch zu leichten Punkten in Transition führte.

Der beeindruckendste Spieler des ersten Spiels war Kevin Durant, der von Anfang an klar machte, was ihn von Harrison Barnes unterscheidet. Für all die Brillianz die die Warriors über die letzten Jahre zeigen konnten, hatten sie noch keinen Isolation Scorer dieses Kalibers auf ihrem Kader. Er fühlte sich sehr wohl in eins zu eins Situationen mit LeBron James, und bekam öfter den Ruf, um entscheidende Possessions zu Gunsten der Warriors zu schwingen.

3 Gründe, um Richard Jefferson zu starten

Die Cavaliers sollten sich eventuell überlegen, ob sie ähnlich wie letztes Jahr, Richard Jefferson starten und Kevin Love von der Bank bringen. Die Umstände sind sicherlich anders, da Love soweit die besten Playoffs seiner Karriere spielt, während er letztes Jahr wegen einer Gehirnerschütterung eingeschränkt war, jedoch sind die Probleme die gleichen.

Die Cavaliers können es sich einfach nicht erlauben, alles zu switchen und die Warriors Pick and Rolls aufzubrechen, da Kevin Love selten im Stande ist, den Ballhandler erfolgreich zu stoppen. Richard Jefferson kann das über kurze Strecken hinweg durchaus übernehmen.

Außerdem ist Draymond Green ein furchtbares Matchup für Love. Loves Stärken basieren darauf, dass er langsamere Verteidiger an der Dreierlinie abhängen oder kleinere Verteidiger in der Paint einfach wegschieben kann. Draymond ist einer der besten für seine Position in gerade diesen beiden Aspekten. Gleichfalls tut Love sich defensiv schwer mit einem Spieler wie Green, der auch als Ballhandler die Offense initiieren kann.

In Transition zeigte sich die Cavs-Defense auch nicht von ihrer besten Seite, ihre Spieler stoppten den Ball oft viel zu spät und ihre Floor Balance war ziemlich schlecht. Hier fiel Kevin Love wieder auf, denn Draymond fand sich oft ganz alleine in der Mitte des Feldes mit Shootern um ihn herum, was es für Love unmöglich machte, seine Fehler wieder gutzumachen, denn die Warriors sind zu effektiv, wenn man ihnen solche Chancen bietet.

Diese Entscheidung wird für Cleveland sehr schwierig sein, denn Love bleibt einer ihrer drei besten Spieler – obwohl in diesem spezifischen Matchup Tristan Thompson wahrscheinlich wichtiger ist – und man will für Spieler, die so talentiert sind, auch die passende Anzahl an Minuten finden. Zudem besteht dieses Jahr ein Problem, das es letztes Jahr nicht gab; mit 4 All-Stars ist es noch leichter, mindestens einen auf dem Feld zu lassen.

Defense der Warriors

Die Statlines von Draymond Green und Klay Thompson fallen zwar kaum positiv auf, aber defensiv haben die beiden genau das gebracht, was Golden State von ihnen brauchte. Green beschütze effektiv den Ring und kreierte Chaos in den Passing Lanes. Klay ließ sich nicht von Kyrie Irving abhängen und konnte ihn dazu zwingen, ineffiziente Midrange Shots zu nehmen. Die Flexibilität dieser beiden bietet den Warriors einen weiteren Vorteil, den die Cavs nicht haben, offensiv kann Golden State diese beiden nämlich entbehren. Klar, Thompson hat auch, wenn er nicht trifft, einen positiven Einfluss aufs Spiel, da sein Wurf seinen Mitspielern viel mehr Raum und Zeit schafft.

Andre Iguodalas Einfluss darf auch nicht unterschätzt werden. Wie gewohnt spielte er gegen LeBron James so gut wie kein anderer und konnte dafür sorgen, dass die Cavs seine Präsenz defensiv nicht ausbeuten konnten.

Wenn sich das Trio von Green, Thompson und Iguodala auf die Defense konzentrieren kann, schafft das Durant und Curry die Möglichkeit um ihre Energie für die Offense zu bewahren. Curry hatte ein unglaubliches drittes Viertel und konnte mehrfach in Transition und in Pick and Rolls offene Dreier treffen. Wie üblich, sind die Warriors in diesen Phasen auch am Beeindruckendsten denn sie zwingen den Gegner um Curry ab der Mittellinie schwärmen zu müssen, was bei einem Mitspieler wie Durant aber fast unmöglich ist, ohne einen offenen Wurf abzugeben.

Pace

Das Tempo des Spiels war auch klar im Vorteil der Warriors, die einfach bedeutend athletischer sind als die Cavaliers. In den letzten beiden Finals war Cleveland auch erfolgreicher, als das Spiel etwas langsamer war, was ihnen auch die Möglichkeit bot, um etwas physischer zu spielen. Ein großer Nachteil für Cleveland ist, dass sich ihr defensives Rebounding erheblich verschlechtert hat – der Preis, wenn man keinen traditionellen Center in der Rotation hat. Clevelands 15 Offensiv-Rebounds sind zwar wichtig, aber beeinflussen das Spiel nicht genug, wenn sie den Warriors 14 geben.

Die Cavaliers müssen auch einen Weg finden, um die Turnover-Diskrepanz ein wenig auszugleichen, denn die Warriors sind eigentlich für “sloppy plays” bekannt. Für Cleveland ist dies ziemlich untypisch, da so viel ihrer Offense auf Isolations basiert. James und Irving fanden beide wenige Möglichkeiten sowohl an ihrem Mann vorbeizukommen als auch Green und Durants Armen zu entweichen. Deren Länge hilft den Warriors auch dabei Currys Schwächen zu vertuschen. Keines der Teams im Osten hatte eine vergleichbare Kombination aus Rim Protection und Perimeter Defense, was sich sich in Game 1 sehr schnell gezeigt hat.

Es wird interessant sein zu sehen, ob James, wie üblich, eine Antwort auf die Warriors Defense finden kann. Seine Teams treten in Game 2 immer stark auf und wenige Spieler sind so schlau wie er, wenn es um Anpassungen geht. Er wird auf jeden Fall vorsichtiger spielen müssen, um den Warriors nicht so viele Chancen in Transition zu geben. Clevelands Shooter bewegen sich oft nicht viel, wenn Irving oder James den Ball haben, was Golden State die Sache um einiges erleichtert. Green und Durant können so schnell in die Paint zurückfallen und gleichzeitig Passing Lanes blockieren, sodass dieser Spielstil womöglich nur schwer zum Erfolg führt. Cleveland muss die Warriors wenigstens zwingen, schwere Entscheidungen treffen zu müssen, was nur möglich ist, wenn die Mitspieler in Bewegung bleiben.

Fazit

Damit die Cavaliers die Warriors besiegen können, muss LeBron James der beste Spieler der Serie sein. In Game 1 gewann Kevin Durant eindeutig das Matchup. Überraschend war, dass er nicht nur als Scorer sondern auch als Playmaker einen größeren Einfluss auf das Spiel hatte als James. Durch die konstante Bewegung der Warriors Offense und dem Spacing, welches diese ihm bot, hatte er es natürlich leichter als James, der die Offense der Cavaliers manchmal ganz alleine leiten musste. Die Rollenspieler der Cavaliers hatten kein gutes Spiel und werden ihm wahrscheinlich im nächsten Spiel mehr Hilfe verleihen. Wenn er sich darauf verlassen kann und Kyrie Irving wie in den letzten Finals wenigstens mit Curry gleichziehen kann, sieht ein möglicher Cavaliers-Sieg schon viel realistischer aus.

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