Draftprofile 2017

Luke Kennard

Duke Blue Devils

Datenblatt

Name: Luke Kennard

Geburtsdatum: 24.06.1996

Größe: 6’5”

Gewicht: 190 lbs

Spannweite: 6’5‘‘

Position: Wing

Team: Duke Blue Devils

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Shooting

+ Playmaking

+ Basketball-IQ

– Defense

– Tools

Scouting – Logbuch

Während in den nationalen Medien in den vergangenen Jahren die Dukies Brandon Ingram, Harry Giles, Jayson Tatum und vor allem auch Grayson Allen viel Rampenlicht erhielten, war Luke Kennard der laufende Trivia-Punkt im Hintergrund. Viele Reporter kannten den Fakt, dass der Ohio-Native mehr High School-Punkte als LeBron James erzielt hatte, beachteten den Flügelspieler abseits dessen aber weniger. Zu Unrecht! Kennard reifte in der Spielzeit 16/17 zum besten und wichtigsten Blue Devil heran. Mit etwas mehr Teamerfolg hätte gar eine ernsthafte Chance auf den Titel Player of the Year bestanden. So wurde er „nur“ Second Team All American. Die vorzeitige Draftanmeldung des Sophomores dürfte aber aufmerksame Beobachter weniger überraschen. Schließlich bringt Kennard ein interessantes Skillset mit, das ihm eine lange NBA-Karriere verspricht.

Tools & Athletik

Gerade im Vergleich zu anderen Draftees wirkt Luke Kennard rein äußerlich nicht unbedingt wie ein Topathlet, der ab der kommenden Saison zu den besten 400 Basketballern des Planeten gehören möchte, sondern eher wie der durchtrainierte Nachbar von nebenan. Der Sophomore ist, gemessen am NBA-Standard, ein Wing mit eher unterdurchschnittlichen Maßen. 6‘5‘‘ Körpergröße bei einer Armspannweite von 6‘5‘‘ lassen keine Tools-Liebhaber-Herzen höher schlagen. Seine 195 Pfund Körpergewicht geben ihm zwar einen recht kompakten, aber keineswegs muskulös wirkenden Frame. Er überzeugt weder mit herausragender Geschwindigkeit noch mit besonders starker Explosivität.

Dennoch wäre es falsch, Luke Kennard als unathletisch zu bezeichnen. Der 20-Jährige hat eine exzellente Hand-Augen-Koordination, die es ihm ermöglicht bei Dribblings, Pässen und Abschlüssen beidhändig zu agieren. Zudem verfügt Kennard über die gleiche, unterbewertete Fähigkeit, die auch James Harden zuletzt als bester, physischer Skill angeheftet wurde: Der Blue Devil versteht es wie kaum ein anderer Spieler auf engstem Raum plötzlich zu stoppen und mit toller Körperspannung und Balance konzentriert abzuschließen.

Offense

Shooting

Kennard kam als guter Shooter nach Durham. Nach zwei Jahren College verlässt er die NCAA als einer der besten Volume-Scharfschützen des Landes. Eine Mitgliedschaft im 50-40-85-Club bei 2,4 3PM und ein Offensivrating von 130,6 bei 24 USG% sprechen Bände. Kein anderer Major-Conference-Spieler seit 2009/10 konnte 19 PpG mit seiner Effizienz verbinden für eine gesamte Saison.  

Defenses können Kennard und seinen Schuss zu keiner Zeit ignorieren. Seine Wurfbewegung ist sehr sauber und konstant, sein Release ungemein schnell. Spot Up-Abschlüsse wird er so auch in kleinsten Zeitfenstern los. In Transition kann er sofort den Abzug betätigen, wenn sich die Möglichkeit bietet.

Abseits des Balles bewegt sich der Sophmore flink und klug, um sich Wurfmöglichkeiten zu erarbeiten. Besonders gern ließ Coach K ihn schnelle Curls laufen, die ihm Looks auf Elbowhöhe geben. Ineffizienter Wurf im allgemeinen –  doch Kennard könnte zu der raren Kaste an Spielern gehören, für die auch Midrange-Würfe eine beständige Waffe sein können. Er verwandelte in der abgelaufenen Spielzeit 48 Prozent seiner 195 Sprungwürfe aus dem Zweipunkt-Bereich. Ihm reicht kleinster Raum, um den Wurf loszuwerden. Ist dieser nicht gegeben, kann er sich diesen durch variantenreiche Fakes oder eine kleine Änderung der vom Verteidiger antizipierten Laufrichtung erarbeiten.

Abschlüsse müssen ihm aber nicht immer auf diese Art und Weise von anderen Spielern erarbeitet werden. Kennard konnte auf College-Level auch für sich selbst kreieren. Fußlahme Pick’n’Roll-Verteidigungen bestrafte er herzlich gern.

Hinzu kommen agile Dribblings zu beiden Seiten und die angesprochene Fähigkeit des schnellen Stoppens, durch die er immer wieder balancierte Abschlüsse anbringen kann.

Es ist beachtlich, wie gut Kennard in nahezu jeder Situation seine Füße setzt und dadurch bei jedem seiner Würfe extrem balanciert wird.

Drive

Der Blue Devil ist kein übermäßig guter Slasher. Dafür fehlt es ihm an athletischen Tool. Ihn aber als eindimensionalen Shooter abzutun, würde seiner auch nicht gerecht werden. Vielmehr würde ich Kennard als opportunistischen Driver bezeichnen. Der Sophomore nimmt zwar nur knapp 20 Prozent seiner Würfe am Ring, diese sind aber zumeist gute Würfe (61 FG%@Rim), die er sich weitestgehend selbst erarbeitet (nur 18%assisted@Rim).

Kennard ist nicht in vielen Matchups in der Lage, seine Gegner auf dem Weg zum Korb über Explosivität oder bloßes Überpowern zu schlagen. Doch der Wing weiß sich über ein weitreichendes Repertoire an Bewegungen und sein überdurchschnittliches Handling zu helfen. Jabsteb hier, Head-Fake da und ab geht die Post. Am Korb hilft ihm seine Beidhändigkeit ungemein.

Sein bei solchen Drives ebenfalls öfter einmal genutztes Floater-Game ist ebenfalls auf einem guten Level.

Erfreulich war in dieser Saison seine Entwicklung in Bezug auf das Erarbeiten von Freiwürfen. Als Sophomore wies er eine Freiwurfrate von 0,38 auf, die ihn in dieser Hinsicht exakt auf eine Ebene mit Markelle Fultz und weit über bspw. Lonzo Ball (0,28) und Malik Monk (0,32) hievt.

Kennards Drive ist ohne Frage kritisch zu beäugen. Ich schrieb, dass athletische Probleme schon am College zu sehen waren. Diese sollten sich in der NBA eher noch vergrößern. Wer am College wenig dunkt, wird bei den Profis nicht plötzlich ein Slasher werden. Dennoch lassen sich meines Erachtens physische Limitationen durch Basketball-IQ und Crafty-Moves eher ausgleichen als das komplette Fehlen von Ballhandling bei einem Top-Athleten.

Playmaking

Was Kennard aus meiner Sicht zu einem besonderen Talent macht, sind die Playmaking-Fähigkeiten, die er mitbringt. Duke agierte in der abgelaufenen Saison ohne klassischen Playmaker. Ballhandling-Verantwortung wurde unter den verschiedenen Combo-Guards und Flügelspielern. Auch Kennard hielt dementsprechend oft den Ball in der Hand und war dazu angehalten Entscheidungen zu treffen. In diesen Situationen bewies Kennard einen hohen Basketball-IQ, gute Court-Vision und solide Passingfähigkeiten.

Das Pick’n’Roll lief er mit seiner Geduld, seinem Timing und der Möglichkeit zum multiplen Read so effektiv wie kein anderer Blue Devil. Seine 13,6 AST% deuten in dieser Hinsicht seine Qualitäten aus meiner Sicht nur unzureichend an. Duke hätte ihn mit seinem Playmaking-Talent öfter als Initiator nutzen müssen.

Aber auch abseits von geplanter Screen’n’Roll-Aktion bewies Kennard gute Übersicht und den Willen zum richtigen Pass.

In der NBA werden Kennard seine Passing- und Handlingfähigkeiten massiv helfen. Er wird nicht plötzlich eine erste Pick’n’Roll-Option eines Teams werden. Ihm könnten sich aber zusätzliche Spielminuten bieten, wenn er in manchen Lineups zusätzlich zum Spacing als sekundärer oder tertiärer Ballhandler die etatmäßigen Playmaker entlasten kann. Dazu hilft es Shootern immer, selbst dazu in der Lage zu sein, auf ihre Gravity überreagierende Verteidigungen bspw. nach Closeout-Attacke mit dem richtigen Pass zu bestrafen.

Defense

Die Verteidigungsarbeit muss klar als Schwachstelle in Kennards Spiel angeprangert werden. Er wirkt zwar zumeist engagiert und steht nicht oft komplett falsch. Trotzdem ist es offensichtlich, dass ihn seine physischen Voraussetzungen auf dieser Seites des Feldes limitieren. Ein schöner Indikator für seine athletischen Defizite ist seine unterdurchschnittliche Steal-Rate von nur 1,3 Prozent.

Ihm fehlt es oft an Länge oder Schnelligkeit, um überhaupt in die Position für defensives Playmaking zu kommen. Athletischere Spieler überpowern ihn gern. Schnellere Guards ziehen recht einfach vorbei, langsamere, größere Wings finishen in Korbnähe einfach über ihn hinweg. Eventuell besteht etwas Hoffnung, aus ihm wegen seines Verständnisses für das Spiel einmal einen durchschnittlichen Teamverteidiger formen zu können, der wenigstens seine eigene Position ansprechend verteidigt. Darauf wetten würde ich aber nicht, da der Pool an maximal mittelgroßen Zweiern, denen Kennard mit seinen Tools in der Defense ebenbürtig sein kann, eher klein ist.

Spielervergleich 

Wie wäre es mit einer Duke-Only-Version für die Spielervergleiche?! Der offensichtliche Blue(Devils)Print dürfte JJ Redick sein. Der Clippers-Guard ist mit vergleichbaren Maßen und skilltechnischen Voraussetzungen genau der Spieler, der Kennard bei guter Entwicklung sein könnte. Wäre der Sophomore etwas größer und einen Funken athletischer, hätten wir ihn an dieser Stelle auch gut mit Mike Dunleavy Jr. vergleichen können, der seiner Zeit mit einer ähnlichen Wurfstärke und Craftieness daherkam. Das Level eines etwas besseren Austin Rivers sollte für den neusten Dukie, durch seine eher auf Understatement und Effizienz ausgelegte Einstellung und Spielweise, zu erreichen sein. Ebenso sollte der Fall Seth Curry Mut machen, dessen Senior-Jahr Kennard mit seiner Sophmore-Kampagne bei weitem überragt und sich damit auf einer entsprechend höheren Spielerentwicklungskurve befinden sollte.

Videos

Playlist

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

Statssektion

High School: 

McD All American:

9 PTS, 4 REB, 1 AST in 17 Mins bei 4-7 FG

Hoop Summit:

22 PTS, 5 REB, 2 AST in 22 Mins bei 9-18 FG

Awards:

Consensus second-team All-American (2017)

First-team All-ACC (2017)

ACC Tournament MVP (2017)

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@LukeKennard5

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