Draftprofile 2017

Zach Collins

Gonzaga Bulldogs

Datenblatt

Name: Zach Collins

Geburtsdatum: 19.11.1997

Größe: 7’0”

Gewicht: 230 lbs

Spannweite: 7’0”+

Position: Big

Team: Gonzaga Bulldogs

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Mobilität

+ Defensiv-Potential

+ Post-Game

+ Shooting-Potential

– Passing

– Handling

 

Scouting – Logbuch

Geduld ist eine Tugend, die Gonzaga-Big Zach Collins in jedem Fall besitzt. Anders als vergleichbar talentierte Basketballer war er nicht zu jedem Zeitpunkt seiner Karriere der uneingeschränkte Star-Spieler seiner Teams. An seiner Highschool stand er lange im Schatten von Magic-Pick Stephen Zimmerman und dem ehemaligen Duke-Recruit Chase Jeter, wurde aber trotzdem McDonalds All American. Am College startete Collins hinter dem talentierten, polnischen Fünftjahres-Senior Przemek Karnowski nicht ein Spiel, kann sich aber dennoch nach nur einer Saison für den Vize-Champ aus Spokane mit Chancen auf eine Lottery-Platzierung für die Draft anmelden. Hat eine NBA-Franchise nun Geduld mit ihm, könnte sich der 19-Jährige auf dem nächsten Level zu einem der besten Big Men dieser Klasse entwickeln.

Tools & Athletik

Zach Collins wirkt auf den ersten Blick wie ein eher durchschnittlicher Athlet. Er ist weder ein explosiver Leaper, der die Gegner mit Blocks und Dunks terrorisiert, noch ist er ein massiges Zonenbiest, das sich offensiv kaum bewegen lässt und defensiv die gesamte Zone ausfüllt. Seine noch nirgendwo offiziell gemessene Armspannweite wirkt gemessen an seiner Größe auch eher durchschnittlich.

Aber wie wir hier bei Go-to-Guys oft betonen, zeigt sich Athletik nicht unbedingt nur über Sprungkraft und Muskelmasse. Collins großes athletisches Talent ist beispielsweise seine Mobilität. Beobachtet man ihn in seinen Bewegungen, fällt es gar nicht auf, dass der Big Man ein echter Sevenfooter mit 230 Pfund auf den Rippen ist. Fastbreak-Sprints sind kein Problem. Auf engerem Raum bewegt er seine Füße und wirkt in den meisten seiner Bewegungen sehr koordiniert. Seine Statur unterscheidet sich trotz seiner Größe kaum von der eines größeren Flügel-Spielers und böte für die Zukunft sogar die Möglichkeit zu weiterem Masseaufbau. Bei allem (und teilweise natürlich auch berechtigten) Hype, um Wingspan und Standingreach, wird bei Bigs oft die Frage nach natürlicher Beweglichkeit und Agilität oft vernachlässigt. Collins überzeugt in dieser Hinsicht auf ganzer Linie.

Offense

Post

Der junge Big nennt in erster Linie die Zone sein Zuhause. Rund 70 Prozent seiner Würfe nimmt der 19-Jährige in Korbnähe. Starke 70 FG%@Rim weist er dazu auf. In der Art, wie er zu seinen Abschlüssen am Ring kommt, ist Collins allerdings variabel. Einen Großteil seines Postscorings produziert er über sein gutes Positioning. Der Sevenfooter weiß, wie und wo er sich platzieren muss, um Verteidigungen in Schwierigkeiten zu bringen. Als tougher, kontaktfreudiger Spieler suchte der Bulldogs-Freshman immer wieder das klassische Postup. Gute Rumpf- und Beinstärke ermöglichten es ihm oft, sich einfach mit dem Rücken zum Korb durchzutanken. Dabei verlässt sich Collins aber nicht nur auf Powermoves, sondern deutete immer wieder guten Touch bei Hakenwürfen und entsprechende Gegenbewegungen an, wenn seine rechte Wurfhand übermäßig stark verteidigt wird.

Sein Gefühl für Positionierung zeigte er auch immer wieder in High-Low-Situationen oder als Shortcorner-Verwerter. Er muss dadurch gar nicht Hauptteil einer Possession sein, in der eine Seite für ihn freigelaufen wird und er zwangsläufig selbst kreiert. Vielmehr bindet er oft auch nur einen Gegenspieler durch seine physische Präsenz und gibt bei dessen Fehler eine dankbare Anspieloption.

Aus dem Pick’n’Roll heraus war Collins am College eine gute Option. Auch hier zeigt sich wieder sein gutes Gefühl für sich bietende Räume und seine überdurchschnittlich guten Hände. Für die NBA wird er aber weiter an seinen Screen’n’Roll-Fähigkeiten arbeiten müssen, da er als eher mäßiger Springer und damals oft Below-the-Rim-Finisher auf dem nächsten Level eher über Timing als über Athletik kommen wird.

Bei all diesen Facetten seiner Postoffense fehlt Collins in manchen Situationen an etwas mehr Masse, Explosivität, um noch mehr seiner Touches verwandeln zu können. Auf der einen Seite bereitet es ein paar Kopfschmerzen, dass er als Sevenfooter nicht öfter zu einfachen Dunks kommt und so direkte, physische Dominanz seiner Gegenspieler suggeriert. Auf der anderen Seite ist es spannend, dass sein Spiel trotz dieser kleineren Finishingprobleme auf hohem Niveau dennoch vor Effizienz so strotzt (125 ORtg bei 24 USG%). Dies liegt vor allem an Collins‘ verrückter Freiwurfrate von 0.71. Immer wieder suchte der Freshman den Kontakt zu Gegenspielern und lebte quasi an der Linie. Gute 74 Prozent seiner Würfe verwandelte er von dort und es scheint eventuell sogar noch Luft nach oben zu bestehen. In Conference-Spielen traf er sogar 78 FT%. Solides Offensivrebounding (12 OREB%) und gutes Verwerten dieser zweiten Scoringmöglichkeiten (84 FG% bei Putbacks) runden sein Paket im Post ab.

Non-Post

Etwas weiter weg vom Korb stößt Collins an ein paar Grenzen. Zu diesem Zeitpunkt hat er Probleme, wenn er den Ball länger als ein, zwei Dribbles auf den Boden setzen soll. Er produziert immer wieder Turnover, wenn er mit dem Leder in der Hand längere Strecken zurücklegen soll (17,8 TOV%). Dieser Umstand nimmt ihm die Möglichkeit als Creator aufzutreten und bspw. aus dem Faceup via Drive Gefahr auszustrahlen. Er ist aktuell ein strikter Possession-Finisher. Seine Assistzahlen unterstreichen dies zusätzlich (4,4 AST%). In keinem seiner Spiele konnte er mehr als zwei direkte Korbvorlagen auflegen, weil er sich sehr auf das Punkten fokussiert. Ein Playmaker wird er wohl nie werden.

Muss er aber auch nicht, wenn er sich auf einfache Finishes in Korbnähe konzentriert und vor allem an einer über das Jahr immer wieder zaghaft angedeuteten Fähigkeit arbeitet – seinem Dreipunktewurf. Collins konnte immer wieder mal als Spotup-Schütze mit guter Range auftreten. Über die Saison traf er 10-21 3P und 25-45 2P Jumper. Natürlich sind dies der geringen Sample Size geschuldete Wunderquoten, die sich in diesem Maße nicht übertragen lassen. Dennoch beweisen die Treffer gemeinsam mit seiner Freiwurfquote ein für einen Sevenfooter gutes Wurftalent, dass ihn in Zukunft zu einer brauchbaren Pick’n’Pop-Option werden lassen könnte.

Defense

Collins stellte für Gonzaga defensiv eine ungemeine Bereicherung dar. Dies ist für einen Freshman extrem ungewöhnlich. Für die Bulldogs gab der 19-Jährige in erster Linie den Defensivanker der Second-Unit, konnte interessanterweise aber auch neben dem Big-Man Kollegen Karnowski (7‘1‘‘, 280 lbs.) kleinere, schnellere Bigs bzw. größere Flügel verteidigen und so echte Twin-Tower-Linieups ermöglichen.

Auch auf dieser Seite profitiert Collins besonders von seiner guten Fußarbeit und der daraus entstehenden Mobilität. Als nomineller Fünfer eingesetzt, bewies er gute Rimprotector-Fähigkeiten. In der Zone deckt er viel Raum ab und erschwert viele Abschlüsse am Ring. Als individueller Post-Verteidiger könnte er noch etwas mehr Stärke und Masse vertragen. Dafür rotiert er in Korbnähe ungemein gut und wird oftmals als Helpside-Shotblocker tätig (10 BLK%). In 33 seiner 39 Partien blockte er mindestens einen Wurf.

Spannend ist, dass Collins auch am Perimeter wertvoll ist. Mit seiner Agilität ermöglicht er viele defensive Switches, die anderen eher fußlahmen Bigs nicht möglich wären und lässt ihn das Pick’n’Roll auf einem hohen Niveau verteidigen.

Die fehlende Top-Athletik wird verhindern, dass Collins auf NBA-Ebene ein Elite-Verteidiger wird. Dazu sollten die in vielen Fouls resultierenden Freshmen-Fehler, die er begeht, auch nicht verschwiegen werden (8,8 PF/100 Poss). Sein Rebounding kann er noch verbessern (23 DRB%). Dennoch mag ich das defensive Potential, das der Bulldog mit seiner Mobilität und seinen soliden Instinkten mitbringt. Er hat dadurch die Chance auch in der modernen NBA auf beiden Seiten des Feldes Einfluss zu haben und so Minuten zu rechtfertigen.

Spielervergleich 

Gonazaga-Coach Mark Few beschrieb seinen Schützling einmal so:

“Zach is the type of guy that can play multiple positions in the front court. I think he’ll remind people of Domas [Sabonis] and Kelly [Olynyk]. He’s really a combo of those two with his physicality and how well he moves.”

Dem kann ich zustimmen. Collins vereint die Toughness und den Bruiser-Stil des Litauers mit der Größe und dem Wurfgefühl des Kanadiers. Die gute Defensive trotz fehlender, elitärer Tools ließ mir zusätzlich Jakob Pöltl in den Kopf schießen. Offensiv-Spiel, Mobilität und Statur erinnern mich an Cody Zeller. Dies ist auch ungefähr das Spielerlevel, welches ich für Collins erwarte – ein wertvoller Rollenspieler und eventueller Teilzeitstarter bei guter Entwicklung.

Videos

Playlist

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

Statssektion

High School: 

McD All American:

9 PTS, 6 REB, 3 AST in 12 Mins bei 3-5 FG

Awards:

Second-team All-WCC (2017)

WCC All-Freshman Team (2017)

McDonald’s All-American (2016)

 

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@zcollins_33

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2 comments

  1. Avatar

    Coach K

    Danke für den Interessanten Bericht, da der Spieler bei mir nicht so im Fokus stand, dachte ich muss mal nachschauen wo Ihn einschlägige Mockdrafts Ihn listen.

    Da er überall so an Stelle 10-12 gesehen wird, plus dein Einschätzung wieder dieser Spieler mal ein guter werden, wenn er die Zeit bekommt.


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