Boston Celtics, Playoffs 2017

Die drei Faktoren für das 0:2-Comeback der Celtics

Wie Adjustments und langfristige Entscheidungen die Serie beeinflussten

Als die Celtics in der Serie gegen die Chicago 0-2 zurücklagen, sah es zunächst einmal düster aus, denn First-Seeds sollten sich nicht in dieser Situation wiederfinden. Die Bulls haben für all ihre Schwächen ein recht großes Team, erst recht verglichen mit den Celtics, die dieses Jahr das kleinste Team der Liga auf das Feld stellten. Dennoch konnten die Celtics die Serie 4-2 gewinnen, dank ein bisschen Glück, einer guten Umstellung von Brad Stevens und der Kurzsichtigkeit des Bulls Front Office.

Faktor 1: Glück

In Game 2 brach Rajon Rondo seinen Daumen. Die Einschätzung von Rondo als Spieler ist in den letzten Jahren enorm gesunken, da er nicht besonders gut in moderne Pace- and Space-Offenses zu integrieren ist und ihm defensiv eindeutig die Motivation fehlt. Gerade Letzteres sah in den Playoffs anders, was zu 7 Steals führte. Rondo ist dafür bekannt, dass er alle Plays des Gegners kennt und dieses Wissen ist defensiv auch eine große Hilfe.

Offensiv war Rondo nicht umwerfend gut, aber immerhin effektiv und kompetent. Soviel konnte man von seinen Backups leider nicht behaupten. Jerian Grant wurde vom Feld gespielt und Michael-Carter Williams war vielleicht sogar schlimmer. Letztendlich entschied Hoiberg sich für Isaiah Canaan, der immerhin keine Negative für die Bulls war und Isaiah Thomas das Leben manchmal sogar schwer machen konnte.

Welcher Rondo sich über die letzten vier Spiele der Serie hinweg gezeigt hätte, werden wir wohl nie herausfinden, aber man kann durchaus davon ausgehen, dass er besser wäre als die Alternativen.

Faktor 2: Five Out

Es geschieht nicht oft, dass ein Spieler, der in der regulären Saison kein einziges Spiel startet und DNP-CDs sammelt, in einer Playoffserie den entscheiden Unterschied macht, jedoch hat Brad Stevens genau das mit dieser Anpassung geschafft.

Gerald Green war selber weder besonders effizient noch hatte er gut verteidigt, dennoch war die Entscheidung wichtig, da Green die Stärken der Celtics akzentuieren konnte. Es ermöglichte den Celtics Al Horford als Center zu spielen und sorgte dafür, dass Robin Lopez einen Shooter verteidigen musste.

Amir Johnson hatte zwar eine besonders effektive Saison von der Dreierline, seine Wurfmechanik ähnelt jedoch der eines mittelalterlichen Trebuchets und ist mit ein bisschen Fokus nicht besonders schwer zu decken. Nachdem Johnson aus der Rotation geholt wurde, spielten die Celtics keinen einzigen Spieler mehr, der keine Dreier werfen konnte – je nachdem, was man von Marcus Smart und Terry Rozier hält.

Hoiberg erhielt viel Kritik für seine Rotationen und der Tatsache dass er sich den Celtics nicht angepasst hat, jedoch war dies unter den Umständen fast unmöglich.

Faktor 3: Das Bulls Front Office

Es ist schade für die Bulls, dass sie sich das Leben unnötig schwer gemacht haben, denn sie hatten im Laufe der Saison einige Spieler im Kader, die gerade gegen diese Smallball Lineups effektiv gewesen wären.

Bereits im Sommer tauschten sie Tony Snell für Michael Carter-Williams. Nicht nur wäre Tony Snell ein hervorragendes Matchup für Gerald Green gewesen, er war einer der besten Schützen in diesen Playoffs und die Bulls waren eins von zwei Teams, das weniger als 30% ihrer Dreier trafen.

Zur Trade Deadline tauschten die Bulls Taj Gibson, Doug McDermott und Draft Picks für Cameron Payne, Joffrey Lauvergne und Anthony Morrow. Diese drei Spieler erhielten zwar alle eine Chance gegen die Celtics, aber keiner von ihnen konnte überzeugen.

Taj Gibson ist das perfekte Matchup gegen Al Horford. Er ist mobil, energisch und ein richtig guter Rebounder. Im Grunde ist er Robin Lopez recht ähnlich, mit dem Unterschied, dass er wohl Power Forwards verteidigen und in manchen Situationen auch Wings und Guards decken kann. Die Kombination der beiden bereitete den Celtics schon das ganze Jahr über große Schwierigkeiten und hätte wahrscheinlich mehr als Gerald Green gebraucht, um die Bulls zu kontern.

Doug McDermott tut im Grunde nichts anderes als effektiv Dreier zu werfen, aber wenn ein Team einen Schützen brauchen kann dann sind es die Bulls.

Fazit

Diese 3 Faktoren hatten alle einen positiven Einfluss auf die Serie für die Celtics, dennoch haben die letzten 4 Spiele gezeigt, dass die Celtics viel talentierter sind. Isaiah Thomas, Al Horford und sogar Avery Bradley sahen für den Großteil der Serie aus wie All-Stars. Der einzige Bull, der das von sich behaupten konnte, ist Jimmy Butler, denn weder Wade noch Rondo hatten letztendlich mehr als ein gutes Spiel.

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