Draftprofile 2017

Malik Monk

Kentucky Wildcats

Datenblatt

Name: Malik Monk

Geburtsdatum: 04.02.1998

Größe: 6’3”

Gewicht: 195 lbs

Spannweite: 6’3,5‘‘

Position: Wing

Team: Kentucky Wildcats

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Shooting

+ Explosivität / Sprungkraft

+ Transition

– Handling

– Creation

– Defense

Scouting – Logbuch

Gäbe es einen Award für den elektrisierendsten CBB-Scorer, hätte Malik Monk diesen in der vergangenen Saison mit Leichtigkeit gewonnen. Er ist einer dieser Spieler, der zu jeder Zeit heißlaufen und damit ein Spiel im Alleingang bestimmen kann. 12 Punkte in drei Minuten rausrotzen, um eine knappe Partie zu drehen? Kein Problem. Eine 20P+ – Halbzeit hinlegen, um eine enge Begegnung nach Hause zu schaukeln? Auch passiert. Dem amtierenden Meister im Dezember mit effizienten 47 Punkten nahezu in Eigenregie niederringen? Ebenfalls passiert.

Genau wegen solcher Momente erhielt der UK-Freshman nicht nur unseren inoffiziellen „Mr. Microwave“-Titel (Vinnie Johnson kennt doch sowieso keiner mehr, oder?), sondern auch die Auszeichnung All American-Second Teamer.

Tools & Athletik

Malik Monk ist keine physische Ausnahmeerscheinung. 6‘3‘‘ Körpergröße bei 6‘3,5‘‘ Armspannweite sind für einen angehenden NBA-Wing eher sogar als undersized zu bezeichnen. Auch sein Muskelpanzer hält sich in Grenzen. Mit seinen knapp 195 Pfund verfügt er über den typischen, eher hageren Shooter-Build. Nur durchschnittlich breite Schultern lassen darauf schließen, dass Monk auch mit NBA-Conditioning nicht signifikant an Masse zulegen wird.

Doch dies sind nicht unbedingt schlechte Neuigkeiten. Zum einen verlangen seine Position und Spielweise gar nicht so viel Physis. Zum anderen steckt auch schon jetzt mehr athletisches Talent in Monk, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Gerade in Transition-Situationen wird deutlich, wie schnell, explosiv und sprunggewaltig der Wildcats-Star sein kann. Er ist nach schnellem Umschalten regelmäßig der erste Spieler, der die gesamte Länge des Feldes zurückgelegt hat. Sein beim Kentucky-internen Combine gezeigtes Max-Vert von 42‘‘ (Vince Carter brachte seinerzeit 43‘‘) konnte er oft in beeindruckende Fastbreak-Dunks ummünzen.

Offensive

Shooting

Der aufmerksame Leser weiß es wahrscheinlich – wir bei GTG vermeiden „traditionelle“ Positionsbezeichnungen zunehmend. Malik Monk möchte ich trotzdem als einen klaren Shooting Guard bezeichnen, da diese Bezeichnung perfekt beschreibt, was er auf dem Parkett bringt. Er ist in allererster (und wohl auch zweiter und dritter) Linie ein Spieler, der seinen eigenen Wurf sucht und findet. Damit ist er im etymologischen Sinne eher ein klassischer Zweier als das Jordan, Bryant oder auch Wade jemals waren, die jeweils noch andere Facetten mitbrachten.

Monks Shooting-Saison 16/17 kann nur als herausragend bezeichnet werden. Nur zehn andere Freshmen erreichten seine beeindruckenden Werte von über 2,5 3PM, 38 3P% und 19 PpG bei mehr als zwanzig gespielten Partien. Entfernen wir alle Low-Major-Guys, stehen dort nur noch die Namen Jamal Murray, OJ Mayo, D’Angelo Russell, Kevin Martin und Steph Curry – keine schlechte Referenz für einen Werfer.

Aus Scouting-Sicht ist an dieser Stelle interessant, wie Monk zu seinen Abschlüssen kommt, denn Werfer ist nicht gleich Werfer. Einen Großteil seiner Abschlüsse generiert Monk aus klugen Bewegungen abseits des Balles. Er ist ungemein flink auf den Beinen, findet Lücken für potentielle Laufwege und nutzt für ihn gesetzte Blöcke abseits des Balles sehr gut. An der für ihn vorgesehenen Position angekommen, braucht er nur wenig Zeit, um seinen sauber aussehenden Wurf loszuwerden. Ihm fällt es leicht, seine Füße richtig zu setzen. Sein verhältnismäßig schneller Release tut sein Übriges. Er ist eine Macht aus dem Spotup heraus.

Während der Saison lernte Monk solche Bewegungen zu variieren, wenn sich nicht sofort ein Wurf-Fenster bietet. Er muss nicht mehr schwierigste Würfe forcieren, sondern kann sich mit ein, zwei Dribbles (besonders gern Stepbacks) etwas Platz für Pullup-Würfe erarbeiten.

Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass Monk weiterführende Fähigkeiten zum Vorbereiten des eigenen Abschlusses fehlen. Dies hängt eng mit seinem Handling zusammen, das er zwar während der Saison schon merklich verbessert hat, dennoch aber nicht auf ein Level hieven konnte, das ihm beispielsweise effizientes Nutzen von Isolation-Possessions erlauben würde. Rund 80 Prozent seiner Dreier ging ein Assist voraus. Zum Vergleich: D’Angelo Russell wurden in seiner Freshman-Saison für Ohio State nur knapp 50 Prozent seiner Distanzwürfe direkt aufgelegt. Solche Nuancen sind bei der Betrachtung von Werfern wichtig.

Slashing/Playmaking

Die stetig wachsende Wertschätzung des Dreipunktewurfs macht Shooting so wertvoll wie noch nie. Tödliche Werfer haben somit immer eine Chance auf ein NBA-Roster. Um sich in der Liga zu halten und größere Rollen zu finden, kommt es aber auch für die besten Schützen darauf an, neben Spacing und hochprozentigen Abschlüssen von Distanzwürfen irgendeinen weiterführenden Skill anzubieten.

Am College bot Monk einen solchen zusätzlichen Wert vor allem als Waffe im Fastbreak. Coach Cal ließ seine Wildcats wegen seines schnellen, athletischen Backcourts Monk/Fox extrem viel in Transition attackieren. Mit Erfolg – Monk beendete die Saison mit den meisten Fastbreak-Punkten pro Partie aller Power Conference-Spieler. Neben vormals schon gezeigten, direkten Abschlüssen am Ring, sind auch seine Fastbreak-Dreier sehr gefährlich, weil schwer zu verteidigen. Erfreulich ist außerdem seine solide Vision und sein guter Passing-Touch in diesen Situationen. Mitlaufende Teamkollegen findet er in Transition gern.

Abseits dessen legte er laut Synergy die meisten Off Screen Drive-Dunks aller NCAA-Spieler auf, was für seine generellen Slashing-Fähigkeiten sprechen sollte. Diesem Punkt stehe ich aber sehr kritisch gegenüber. Durch sein guten Offball-Bewegungen hat Monk starkes Cutter-Potential. Dieses potenziert sich auf theoretischer Ebene sogar, da Defenses ihm lieber seinen Wurf nehmen wollen. Allerdings sehe ich sein Slashing als ausgeschrieben Plus-Skill auf dem nächsten Level als nur schwer übertragbar. Sprungkraft hin oder her, in der NBA wird er als kleiner Wing weniger Erfolg mit Finishes über dem Ring haben.

Er wird eher um seine verhältnismäßig geringe Größere herumspielen müssen, wenn er nicht als eindimensionaler Shooter an der Dreierlinie festkleben möchte. Was möglich sein könnte, deutete er teilweise an. Closeouts attackieren oder mit einem schnellen Schritt eine kleine Lücke reißen und via Floater über Länge abschließen, kann für ihn funktionieren, da er den nötigen Touch mitbringt.

Allerdings verfügt Monk zu diesem Zeitpunkt über wenig Balance in seiner Wurfauswahl. Sein noch immer unterdurchschnittliches Handle verhindert es, dass er ohne größere Hilfe seiner Mitspieler zum Korb kommt. Nur 20 Prozent seiner Würfe nahm er am Ring. Rund 50 Prozent der dortigen Abschlüsse ging ein Assist voraus. Seine Quote von 68,4 FG%@Rim ist beachtlich, wird aber sicherlich durch die vielen Transition-Punkte geschönt. Halbfeld-Drives funktionieren nur oft nur nach Screens als Straightline Attack, bereiten aber gern auch Probleme.

Oft wird Monk aber auch in der Mitteldistanz gehalten und dort zu schwierigen Würfen gezwungen. Er forciert solche schlechten Looks relativ oft, was seiner Effizienz nachhaltig schadet. Immerhin ein Drittel seiner Abschlüsse sind Zweipunkte-Sprungwürfe, von denen er nur 38 Prozent verwandelt. Immerhin war ein kleinerer Wandel innerhalb des Jahres festzustellen. Seine Freiwurfrate stieg über das Jahr, was als Indikator für Mentalitäts- und Handling-Verbesserung gewertet werden kann.

Als letzter Punkt zur Offense muss an dieser Stelle noch das Playmaking betrachtet werden. Es klang schon an. Um im Halbfeld die Fäden zu ziehen und Würfe für andere Teamkollegen direkt zu kreieren, fehlen Monk die Mittel. Der 19-Jährige wurde selbst während der Verletzungspause von Fox nicht mit signifikant mehr Ballhandling-Aufgaben versehen. Eine sekundäre Playmaker-Rolle für die NBA ist eher auszuschließen. Dennoch würde ich Monk als durchaus soliden Passer anführen (13 AST% und positive AST/TO-Ratio), der teilweise mit kreativen Assists zu überraschen weiß.

Es sind in mehreren Facetten gute Ansätze vorhanden. Um mehr als ein Rollenspieler sein zu können, wird Monk einen weiteren Bereich abseits des Shootings zu einer Stärke ausbauen müssen. Viel wird von seinen Verbesserungen als Ballhandler abhängen.

Defensive

Ein weiterer Weg, um als Shooter den NBA-Wert zu steigern, ist als Verteidiger zu glänzen. All hail to the true 3&D-Wings.

Leider ist es zu bezweifeln, dass sich Monk zu diesem so wichtigen und wertvollen Spielertypen entwickelt. Mir fällt als erstes Attribut zu seiner Defense „bemüht“ ein. Das ist wohl schon bezeichnend. Off-ball hilft ihm seine Agilität und Schnelligkeit. Er bleibt zumeist recht dich am Gegenspieler. On-ball ist er in einer Vielzahl der Possessions im Defensiv-Stance und will den Gegner stoppen. Ihm fehlen aber oft die Mittel. Seine kurzen Arme ärgern niemanden. Seine Fußarbeit passt nur selten. Hinzu kommen manchmal mentale Aussetzer, die für Gegenspielern einen frisch ausgestellten Passierschein darstellen.

Besonders fraglich wird es, wenn wir uns die Athletik- und defensiven Playmaking-Indikatoren BLK% und STL% anschauen. Für einen Spieler mit seinen physischen Voraussetzungen schneidet Monk mit Werten jeweils unter 1,7 ziemlich schlecht ab. Alle als Shooting-Vergleiche genannten NBA-Spieler brachten als Freshmen bessere Werte, obwohl sie teilweise als unathletisch und/oder schlechter Verteidiger gelten. Auch als Rebounder ist der auf Transition gedrillte Wing keine große Hilfe (7,1 DRB%). Nicht das Ende der Fahnenstange für Monk, sicherlich aber keine positiven Indikatoren.

In der NBA könnte der Wildcats-Star Probleme haben, seine eigene Position zu verteidigen. Sinnvolle Switches sind nur auf gegnerische Einser und Zweier denkbar. Größere Wings haben schon die Möglichkeit ihn zu überpowern. Das erschwert das Finden von potentiellen Backcourt-Partnern für schon etwas. Ideal wäre ein größerer, defensivstarker Playmaker neben ihm. Allerdings sind Schwächen in der Verteidigung bei kleineren Spielern nicht so schwerwiegend, wie bei Bigmen und deshalb nicht maßlos überzubewerten.

Spielervergleich 

Monks Shootingprofil und Spielweise glich der von Buddy Hield schon sehr. Gerade, wenn der UK-Freshman wegen seines Altern noch ein paar Zugeständnisse erhält. Teilweise ließ Coach Calipari Plays für Monk laufen, die im letzten Jahr noch für Jamal Murray genutzt wurden. Die beiden verbindet ihre Wurfstärke. In Sachen Athletik und Playmaking sind aber teilweise gehörige Unterschiede festzustellen. Wenn ich an einen erfahreneren Vergleichsspieler denken soll, assoziiere ich mit Monk einen etwas kleineren JR Smith. Wurfstarker Spieler mit guter Athletik, der durch sein Scoring für viel Schwung von der Bank oder als Teilzeit-Starter sorgen kann, aber Creator um sich herum braucht. Extrem optimistische Kentucky-Fans werden darauf verweisen, dass Monk am College bessere Leistungen als Shooter-Kollege Devin Booker erbracht hat und auf eine ähnliche Wunderentwicklung hoffen.

Videos

Playlist

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

Statssektion

High School: 

Jordan Brand Classics:

22 PTS, 5 REB, 3 AST in 24 Mins bei 10-19 FG

McD All American:

11PTS, 4 AST in 21 Mins bei 5-12 FG

Awards:

Consensus second-team All-American (2017)

Jerry West Award (2017)

SEC Player of the Year – AP (2017)

First-team All-SEC (2017)

SEC All-Freshman Team (2017)

McDonald’s All-American (2016)

McDonald’s All-American Three-Point Champion (2016)

Jordan Brand Classic (2016)

Jordan Brand Classic Co-MVP (2016)

Mr. Basketball of Arkansas (2016)

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@AhmadMonk

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1 comment

  1. Poohdini

    Sein Fit bei den Sixers wäre natürlich auch ziemlich, ziemlich gut. Er könnte die 1 verteidigen, was ihm vllt besser liegen könnte, aber braucht nur, wenn überhaupt sekundäres Ballhandling zu übernehmen. Passt ziemlich gut. Ich mag ihn und ich vertaue seinem Shooting, aber würden die Sixers aus der Draft nur mit Monk rauskommen, wäre ich irgendwie trotzdem ein wenig enttäuscht. Monk will ich also nur, wenn man den LA Pick erhält. Isaac + Monk; Smith+Monk; Fultz + Monk.


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