Draftprofile 2017

Dennis Smith Jr.

North Carolina State Wolfpack

Datenblatt

Name: Dennis Smith Jr.

Geburtsdatum: 25.11.1997

Größe: 6’2”

Gewicht: 195 lbs

Spannweite: 6’3‘‘

Position: Playmaker

Team: NC State Wolfpack

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Explosivität / Schnelligkeit / Sprungkraft

+ Vision / Passing / Handling

+ Drive

+ Pullup-Game

– Defense

– Motor

– Offball-Game

Scouting – Logbuch

12.02.2017

Zu Beginn des Jahres sah ich Dennis Smith Jr. als klare Enttäuschung. Der junge Playmaker betrat mit großem Hype die CBB-Bühne und wurde diesem lange nicht gerecht. Frühe Shooting-Schwächen, Probleme beim Abschluss am Korb und klar negativer Impact auf der defensiven Seite des Courts ließen mich zwischenzeitlich sogar am Starter-Potential des Freshman zweifeln. Doch in den letzten Wochen ging Smith Jr. einige dieser Baustellen an und stimmte mich, als recht kritischen Beobachter seines Spiels, wieder positiver. In einer starken Playmaker-Klasse 2017 sah ich ihn im Hinblick auf das NBA-Potential schon etwas abfallen. Nach den letzten, gezeigten Leistungen ist dem aber nicht mehr so.

Einen ersten guten Überblick zu diesem Meinungsumschwung kann unser Podcast zu ihm geben:

Tools & Athletik

Dennis Smith Jr. musste sein komplettes Senior-Year an der High School wegen einer Kreuzbandverletzung aussetzen. Dass er aktuell trotzdem als potentiell athletischster Aufbauspieler des kommenden Draftjahrgangs gilt, zeigt, welche herausragenden, physischen Fähigkeiten der 19-Jährige mitbringt.

Smith Jr. verfügt über einen explosiven ersten Schritt und eine hohe Top-Geschwindigkeit. In Kombination mit seiner Agilität kann er sich auf engstem Raum bewegen und so viele Lücken in Defensivreihen reißen.

Gleichzeitig wirkt der sehr flinke Playmaker mit seinen 195 Pfund Körpergewicht schon recht austrainiert. Der robuste Rumpf verleiht ihm Stabilität und Balance bei Kontakt mit Gegenspielern. Die starken Beine bieten ihm jede Menge Sprungkraft und Hangtime für spektakuläre Slashing-Momente.

Durch diese starken, athletischen Voraussetzungen fällt es nur in wenigen Situationen auf, dass Smith Jr. abseits dessen über eher unterdurchschnittliche Tools verfügt. Besonders durch seine kurze 6‘3‘‘ Wingspan wird der 6‘2‘‘-Aufbau später in der NBA als einer der kleineren Playmaker gelten müssen. Am College hat er keine Probleme seine fehlende Länge durch seine starke Athletik zu kaschieren. In der NBA könnte seine Größe sein Spiel in einigen Facetten stärker beeinträchtigen und dadurch seinen Impact beschneiden.

Offense

Drive

DSJ ist ein hervorragender Ballhandler mit vielen Moves. Durch Crossover, Körpertäuschungen oder Geschwindigkeitsveränderungen bringt der Freshman Gegenspieler leicht aus der Balance. Seine tolle Beschleunigung erlaubt es ihm im Anschluss an den Verteidigern vorbeizuziehen und sich öffnende Räume zu nutzen. Folgerichtig ist der Zug zum Korb Smiths stärkste Waffe. Am College kommt er nach Belieben zum Ring. Dabei ist es ihm egal, ob es vorher eine Screener-Action gab, er aus der Isolation kreieren muss oder er in einem Fastbreak Coast-to-Coast geht. Seine Kombination aus starker Fußarbeit, Kreativität mit dem Ball und einem guten Gefühl für das Ausmanövrieren des direkten Gegenspielers bringen ihn immer wieder zum Ziel.

Dass er rund 40% seiner Würfe am Ring nimmt, circa 65% dieser auch trifft, aber nur knapp 18% dieser Punkte in der Zone ein Assist vorausgeht, unterstreicht, wie gut DSJ als Driver ist. Er kann mit Leichtigkeit Raum für sich selbst kreieren, ist ein kreativer Finisher und kann recht viel Kontakt wegstecken. Seine 0,52 FTr freut jeden Effizienz-Liebhaber. Dies sind ungemein starke Zahlen.

Trotz dessen ist wegen des Eye-Tests etwas Vorsicht geboten. In manchen Situationen offenbarte Smith Jr. Probleme, wenn er gegen große Gegenspieler abschließen musste, weil er durch seine fehlende Länge leichter zu schwierigen Wurfwinkeln gezwungen werden kann bzw. er weniger Spielraum für Fehler beim Abschluss hat. In der NBA, gegen größere und athletischere Verteidigungen, könnte er öfter an diese Grenzen stoßen. Um seinen Zug zum Korb weiterhin als seine stärkste Waffe behalten zu können, muss Smith Jr. konstant am Finishing arbeiten und seine Aktionen in Richtung Zone etwas besser auswählen. Den Setup seiner Drives sollte er aber auch gegen bessere NBA-Verteidiger bewerkstelligen können. Handling, Gefühl und Speed machen es möglich.

Passing

Auch das Passspiel des jungen Aufbauspielers ist gut entwickelt. Smith Jr. verfügt über die nötige Courtvision und das passende Ballgefühl, um seine Mitspieler sowohl im Halbfeld als auch im Fastbreak zu finden. Seine 38 AST% zeigen, dass er sich selbst zumeist als Floor-General und nicht als Score-First-Guard versteht. Über seine Drives kollabierende Verteidigungen kann er mit Leichtigkeit sezieren.  

Im Pick’n’Roll ist er sehr geduldig, kann mit viel Druck der Verteidigung umgehen und findet teilweise auch schwieriger freizuspielende Optionen.

Von gutem Pass-Gefühl und Vision zeugen auch solche Advanced Entries, mit denen er seine Bigs teilweise zu einfachen Körben führt.

Allerdings steht Smith Jr. für mich nicht auf der allerhöchsten Playmaker-Ebene. Er hat Phasen, in denen er dieses Niveau erreichen kann. Oft ist sein Decision Making nicht zu 100% elitär, weil er den Ball zu lange hält, ohne seinem Team irgendeinen Vorteil zu erarbeiten, er in Scoring-Tunnel-Vision verfällt oder aber zu optimistische Passversuche in Ballverlusten enden lässt (16 TOV%).

Dabei kann aber angemerkt werden, dass solche Punkte in diesem Jahr eventuell gesondert auffallen, da er sich Quervergleiche mit dem vor basketballerischer Leichtigkeit strotzenden Markelle Fultz und dem Basketball-IQ-Monster Lonzo Ball gefallen lassen muss. Negative Schatten werfen auch die Advanced Statistics seines Teams, welches laut Vorhersagen vor der Saison eines der besseren Offensivteams stellen sollte, aber bis zu diesen Zeitpunkt Schwierigkeiten hatte, zu den Top 40 der Adjusted Offense-Statistik zu gehören.

Shooting

Der Freshman ist kein Scharfschütze, durchaus aber ein solider Werfer. Besonders aus dem Dribbling selbst kreierte Pullups bringt er auch mit Hand im Gesicht gern an. Ob von hinter der Dreierlinie oder aus der Mitteldistanz verfügt er über diese Waffe, um Verteidigungen davon abzuhalten, ihn nur als Driver respektieren zu können.

Derzeit netzt Smith Jr. knapp zwei Dreier pro Partie bei 38 3P% ein und trifft gleichzeitig rund 72 FT%. Diese Zahlen zeigen, dass der Guard über einen soliden Shooting-Touch verfügt, der sich auf die NBA übertragen könnte. Seine etwas verdreht wirkende Wurfbewegung zu kritisieren, bringt wenig, wenn er doch trifft. Problematisch könnte für ihn, als recht kleinen Spieler, lediglich der verhältnismäßig langsame Release werden. Zudem wird er lernen müssen, auch als Offball-Shooter Gefahr auszustrahlen. Bisher ist sein Spotup-Game weniger überzeugend.

Defense

In der Verteidigung können Smiths Leistungen als durchwachsen bezeichnet werden. Grundsätzlich verfügt er durch seine flinken Füße die Möglichkeit vor nahezu jedem Gegenspieler bleiben zu können. Hinzu kommt seine Masse. Der durchschnittliche Aufbau kann den kräftigen Freshman mit seinem recht tiefen Körperschwerpunkt nicht so einfach umherschieben. Setzt Smith diese Voraussetzungen zusammen, kann das gut aussehen.

Leider lässt sein Einsatz an diesem Ende des Courts oft zu wünschen übrig. Das ist etwas frustrierend, da seine 3,4 STL% ohne wirkliches Investieren von Energie anzeigen, dass er Defensivarbeit zumindest so gut versteht, dass er in Passwegen spekulativ unterwegs sein kann.

Zumeist wirkt er aber lustlos. Defensive Stance ist für ihn nicht immer ein Muss. Closeouts läuft er halbherzig. Bei der Mann-Verteidigung steckt er nicht sprichwörtlich im Jersey des Gegners, sondern schaut sich das Geschehen eher aus ein, zwei Schritt Entfernung an. Er scheint gern Kraft zu sparen, um mehr offensive Last Schultern zu können. Sein Coach unterstützt ihn teilweise mit diesen Ausruhephasen, indem er ihm systembedingt oft erlaubt von Ballhandlern wegzuswitchen.

Eventuell lässt sich positiv auslegen, dass er gegen renommiertere Colleges motivierter zu Werke geht und damit vielleicht über eine Art Schalter im Kopf verfügt, der in der NBA für längere Zeit auf „Kettenhund-Modus“ gestellt ist.

Allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass Smith Jr. durch seine fehlende Länge selbst bei stimmendem Einsatz gewisse Limitationen mitbringt. Gerade wenn er verteidigt, ist es spürbar, dass seine Arme verhältnismäßig kurz sind. Er spielt sehr klein. Das lässt ihn auf NBA-Niveau höchstens andere Playmaker anständig verteidigen. Idealerweise wird er gegen die meisten Lineups wohl immer mit größeren Guards gepaart werden müssen.

Spielervergleich

DSJ ist zweifelsfrei ein ungemein talentierter, junger Playmaker-Athlet, der seinen Weg in der NBA gehen wird. Die Frage wird sein, wie effektiv er als eher kleiner Aufbauspieler sein kann. Selbst bei toller Entwicklung scheint der Best Case eher bei Kyle Lowry als bei Chris Paul zu liegen. Danach sinkt der Impact für diesen Spielertyp aber schnell, besonders wenn der Wurf nicht tödlich ist. So ähneln seine College-Statistiken denen von Stephon Marbury. Genauso gut könnte er zu einem Spieler wie Brandon Jennings werden, der mit großem Hype in die Draft ging, in der NBA auch Highlights bringt, von einem Contender aber von der Bank gebracht werden sollte.

Videos

Playlist

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

Statssektion

International: 

High School: 

McDonalds All-American:
0 PTS, 13 AST, 4 REB, 2 BLK, 1 TO in 15 Min

Awards:

North Carolina Gatorade Player of the Year (2015)

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@Dennis4Smith

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben