Phoenix Hagen

Phoenix Hagen – Großer Frontcourt, große Probleme

Die Probleme des großen Frontcourts bei Phoenix Hagen in der Analyse

Phoenix Hagen. Diese beiden Worte stehen schon seit Jahren für schnellen, attraktiven und athletischen Basketball. Genauso auch dafür, dass man auch mit geringen finanziellen Mitteln konstant in der Liga bleiben und sogar auch mal die Playoffs erreichen kann. Doch zu Beginn der aktuellen Spielzeit sieht es so aus, als würde nach sieben Jahren alles anders werden. Hagen findet sich nach vier Niederlagen aus den ersten vier Partien am Tabellenende wieder und zeigt sich zudem spielerisch extrem schwach. Was ist in diesem Sommer in Westfalen passiert? Die Analyse soll Aufschluss geben.

Variabilität wird schmerzlich vermisst

Eigentlich hatte sich für Hagener Verhältnisse in diesem Sommer gar nicht so viel verändert. Mit David Bell, Owen Klassen, Jonas Grof und Adam Hess blieben gleich vier Stützen aus dem letztjährigen Team erhalten. Diese wurden dann mit den Neuzugängen Richard Williams, Yannick Anzuluni, Chris Hass und Trent Plaisted ergänzt. Dabei war insbesondere die letztgenannte Verpflichtung ein wichtiger Fingerzeig für die folgende Entwicklung. Immerhin hatte man in den vergangenen Jahren, auch aus finanziellen Gründen, immer ein relativ kleines Team. So fungierte Owen Klassen beispielsweise letzte Saison als der nominelle Fünfer und auch in den Jahren zuvor waren die Big Man wie D. J. Covington, Dino Gregory oder Keith Ramsey zwar athletisch, aber nicht besonders groß. Dies sollte sich also nun spätestens mit der Addition von 2,11m-Mann Plaisted ändern. Denn gleichzeitig verändert dieser ja auch die Rollen von Owen Klassen. Während der Kanadier letzte Saison meist einziger Big Man auf dem Court war, bekommt er nun viele Minuten mit Plaisted zusammen.

Doch die Auswirkungen sind noch weitreichender. In der vergangenen Spielzeit hatten die Hagener mit Ivan Elliott einen vielseitig einsetzbaren Forward, der vor allem als Small Ball-Vierer eingesetzt wurde. Er konnte das Spielfeld mit seiner Gefährlichkeit von der Dreierlinie breit machen, aber auch dank seiner Athletik und Beweglichkeit zum Korb ziehen. Diese Komponente fällt nun komplett raus, da Klassen diese Fähigkeiten in der Form nicht besitzt und auch sonst kein anderer Spieler dafür in Frage kommt. Backup Adam Hess agiert fast ausschließlich vom Perimeter und ansonsten haben die Westfalen keinen Forward der diese wichtige Rolle einnehmen kann. Mit der Nachverpflichtung von David Godbold könnte sich dies ändern, allerdings bleibt auch da abzuwarten, wie schnell dieser noch auf den Beinen ist und sich in das Hagener System integrieren kann.

Es lässt sich somit bereits festhalten, dass Phoenix Hagen im Sommer eine erhebliche Portion Variabilität verloren gegangen ist. Nur ganz wenige Spieler besitzen die Fähigkeiten, um mehrere Positionen zu spielen beziehungsweise zu verteidigen. Damit verschob sich die Balance zwischen kleinen und großen Spielern. So war es teilweise zu beobachten, dass Headcoach Ingo Freyer mit Williams, Bell und Grof drei Guards aufs Parkett schickte, wozu sich dann Klassen und Plaisted gesellten. Grof kann zwar auf dem Flügel spielen, allerdings ist die Diskrepanz zwischen den Perimeter- und den Inside-Spielern einfach riesig. In der Defense kann das Switchen von Gegner sofort ausgenutzt werden und in der Offense fehlt das Spacing, wenn drei Spieler mit Drang zum Korb mit zwei Akteuren, die nur in Ringnähe agieren können, zusammenspielen. Dies behindert somit das schnelle Spiel der Hagener und wird ihnen auf der Gegenseite zum Verhängnis.

Wo ist der Platz geblieben?

Ein ganz typisches Bild des Hagener Basketballs aus dem letzten Jahr: vier kleine Außenspieler machen am Perimeter das Feld extrem breit, während ein großer Spieler in der Zone für Gefahr sorgen soll. Zieht sich die Defense zusammen, wenn der Ball nach innen gepasst wird, kann jederzeit ein Schütze bedient werden. Genauso konnten diese auch mit geschickten Cuts immer wieder Lücken in die gegnerische Defensive reißen und zu einfachen Zählern kommen.

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In dieser Spielzeit sieht dies allerdings, aufgrund der Neuverpflichtungen, häufig ganz anders aus. Da Freyer in den ersten vier Spielen regelmäßig Klassen und Plaisted zusammen spielen ließ, schrumpfte dieser für den Hagener Basketball so wichtige Raum. So konnte beobachtet werden, dass aus der ursprünglichen 4-1-Aufteilung in der Offense nun ein 3-2 wurde, welches zum einen für die Guards den Weg zum Korb erschwerte und zum anderen auch die Bigs in größere Probleme beim Post-Up brachte. Exemplarisch steht dafür die folgende Szene aus der Partie gegen Science City Jena.

Dabei wird Plaisted am Zonenrand von Bell bedient, um vor dort aus gegen den etwas kleineren Kenny Frease zu Werke zu gehen. Im Rücken des Hagener Centers schleicht sich allerdings mit Immanuel McElroy direkt schon ein zweiter Gegenspieler an, um einfache Punkte zu verhindern. Der Jenense kann dies hier ungestraft machen, da er Klassen den Wurf aus weiterer Entfernung zugesteht und außerdem dank seiner Beweglichkeit bei einem möglichen Pass wohl rechtzeitig wieder zurück bei seinem Mann wäre. In diesem Fall gelingt es McElroy allerdings Plaisted den Ball zu stehlen, weil diesem scheinbar niemand die drohende Help-Defense ausgerufen hat.

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Natürlich ergeben sich auch diese Probleme, wenn beide Big Men auf der Suche nach guter Post-Position sind und sich somit gegenseitig im Weg stehen. So scheint Klassen häufig noch an die Automatismen aus der letzten Saison gewöhnt zu sein, wo er im bemalten Bereich anstellen konnte, was er wollte. Mit Plaisted auf dem Parkett, der gerne seine Vorteile in der Zone ausspielen will, sieht das anders aus.
Wenn der US-Amerikaner da inside zu Werke gehen will und Klassen weiter unmittelbar in seiner Nähe steht, werden die Würfe schwieriger. Immerhin bringt Klassen auch seinen Gegenspieler noch mit in die Zone.
In dieser Sequenz will Plaisted sich für einen Hakenwurf zum Korb vorarbeiten, kommt aber gegen zwei Gegenspieler letztlich auch nicht weiter.

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Hier kommt es vor allem auch darauf an, ob es aus dem Fluss des Spiels passiert oder ob es starre Post-Up-Isolationen sind. Mit viel Ball- und Spielerbewegung kann eine Big Men-Combo in Korbnähe auch viel Gefahr ausstrahlen, da sie sich bei einem möglichen Doppeln den Ball für einfache Zähler zupassen können. Dies gelang den beiden allerdings bis jetzt erst in den seltensten Fällen, vor allem auch, weil die Hagener Offense nicht die Qualität besitzt, um beide Großen in Szene setzen zu können.

Solange aber auch die Außenspieler wenig in Tritt kommen und der Fokus der Offensive auf den Innenspielern liegt, wird es für Hagen schwer, den Problemen zu entkommen. Dafür sind sich beide Big Men in ihren Anlagen und Stärken einfach zu ähnlich. Es wird schon einen Owen Klassen brauchen, der, wie beispielsweise in einer solchen Szene, das Feld breiter macht und seinem Partner mehr Platz gibt, um Gefahr auszustrahlen.

Defensive Immobilität 

Doch diese Probleme finden sich nicht nur in der Offensive wieder, denn in der Defense, die zwar im ligaweiten Vergleich gar nicht so schlecht dasteht (Defensive-Rating: 111,78, Rang 8), reicht es trotzdem nicht, die unterirdische Offense zu egalisieren. Dabei scheint insbesondere die Verteidigung des Pick&Rolls ein großes Problem für die Mannschaft von Ingo Freyer darzustellen.  Denn auch dort sind die beiden großen Spieler involviert und bekommen es so gut wie immer mit Teams zu tun, die mindestens einen Big einsetzen, der auch werfen kann.

Dies fordert bei der Verteidigung des Blocken und Abrollens besondere Konzentration, da der gegnerische Stretch-Vierer meist die Funktion hat die mögliche Help-Defense aufgrund seiner Präsenz zu unterbinden. Mit dieser Konstellation hatten Plaisted und Klassen ebefalls große Probleme, weil sie aus Gewohnheit beide lieber eng am Ring verteidigen und es so immer wieder zu offensichtlichen Absprachefehlern kam.

Als gutes Beispiel kann das Spiel gegen RASTA Vechta genommen werden, wo mit Christian Standhardinger ein Vierer auf dem Parkett stand, der viel an der Dreipunktlinie zu finden ist. So konnte sich Vechta immer wieder aus dem Hedgen oder Doppeln nach dem Pick&Roll befreien, was Plaisted in ungünstige Situationen brachte.
In dieser Szene ist er nach dem Hedgen extrem spät dran und sein Gegenspieler, Devin Searcy, steht schon anspielbereit im Post. Instinktiv will Owen Klassen diese Lücke schließen, was aber letztendlich Klassens Gegenspieler, Standhardinger, ganz frei an der Baseline lässt. Hier fehlte es deutlich an Absprache bei dem Hagener Big Man-Duo.

phoenix1Ganz ähnliche Situationen entstanden aus dem Pick&Pop des Aufsteigers, bei dem die Großen der Westfalen letztendlich beide Searcy deckten und Standhardinger ganz offen an der Dreierlinie ließen. Dies ist wiederum auf ihre defensiven Instinkte zurück zu führen, wo sie einfach beide offenbarten, dass sie zu ähnliche Anlagen haben und somit mit einem beweglicheren Vierer besser aufgehoben wären.

phoenix2Zusammenfassen kann somit gesagt werden, dass Vechta aus dem Pick&Roll gleich zwei Optionen hatte, um Phoenix Hagen zu schlagen. Zum einen war das direkte Abrollen des Big Man möglich, der den unbeweglichen Plaisted immer wieder auf dem falschen Fuß erwischte. Genauso eröffneten sich eben aus diesem Grund auch Lücken am Perimeter. Denn wenn Klassen seinen Partner überspielt sah, war meist er es, der noch aushelfen wollte. Dies spielte RASTA natürlich in die Karten, die so eine Überzahlsituation an der Dreierlinie generieren konnten.

phoenix3Die Unwichtigkeit der Reboundstatistiken

Doch, so könnte man meinen, ist der derzeitige Tabellenletzte immerhin in einer Statistik führend: im Rebounding. Ganze 37,8 Rebounds sammelte das Team von Ingo Freyer pro Spiel ein, gewann aber trotzdem keine der fünf Partien. Dies ist auf mehrere Gründe zurückzuführen. Einerseits darf hier auf keinen Fall die Geschwindigkeit des Hagener Basketball außer Acht gelassen werden. Mit 80,57 Possessions pro Spiel sind die Westfalen mit Abstand das Team in der Liga, welches, wie in den letzten Spielzeiten auch, den schnellsten Basketball spielt. Dies führt zwangsläufig dazu, dass nicht nur die Hagener selbst, sondern auch die Gegner zu mehr Würfen in einer Partie kommen. Bei mehr Versuchen aus dem Feld erhöht sich zwangsläufig auch die Zahl der verfügbaren Rebounds. Somit ist es ein logischer Prozess, dass in Spielen mit Beteiligung der Hagener die Anzahl der Rebounds höher ist. Vor allem, weil das Team von Ingo Freyer selbst extrem schwach aus dem Feld wirft und die Anzahl damit nochmals weiter steigt.

Da lohnt sich viel eher der Blick auf die Defensive Rebounding-Percentage. Diese sagt nämlich aus, wie viel Prozent der verfügbaren Defensivrebounds die Hagener auch wirklich abgegriffen haben. Dort zeichnet sich schon ein ganz anderes Bild ab: Gerade mal 64,6 Prozent der Abpraller landeten in den Händen der Westfalen. Das ist der schlechteste Wert der kompletten Liga.

Lediglich am offensiven Brett sieht die Bilanz besser aus. Dort schnappen sie sich prozentual gesehen die sechstmeisten Boards (OREB% 31,4%). Dies könnte aber auch wiederum eng mit den großen Aufstellungen zusammenhängen, wo Plaisted und Klassen extrem viel Reboundarbeit übernehmen. Der große Haken ist allerdings, dass die geholten Offensivrebounds in dem folgenden Ballbesitz natürlich am besten sofort verwertet werden sollten. Mit Wurfquoten um die 40 Prozent wird das für Hagen allerdings weiterhin ein schwieriges Unterfangen. Möglicherweise lässt sich dieser Fakt auch auf die eingesetzten taktischen Mittel zurückführen.

Taktisch am Limit?

Wer Phoenix Hagen über die letzten Jahre verfolgt hat, weiß, dass ihr Spiel viel mehr auf die direkte Transition-Offense ausgelegt war, als das der meisten Bundesligisten. Am liebsten sollte innerhalb der ersten zehn Sekunden des Angriffs ein freier Mann für einen Wurf gefunden werden, um der Defense auch nicht die Zeit zu geben sich zu positionieren. Angeführt von David Bell, der das Hagener System lebt, wie kaum ein anderer, konnten die Feuervögel immer wieder sehr schnell heiß laufen und zu vielen offenen Würfen kommen. Der Gegner wurde schlicht mit der Pace überrollt und hatte bei schwacher Transition-Defense wenig entgegen zu setzen. Interessanter wurde es meist erst, wenn man es schaffte, das Hagener Tempo zu kontrollieren und sie auch häufig in die Halfcourt-Offense zu zwingen.

In der aktuellen Spielzeit scheint auch das für die Gegner immer einfacher zu werden, da Hagen zum einen bei der großen Lineup mit weniger Schützen unterwegs und mehr auf die Low-Post-Offense ausgerichtet ist und zum anderen vielen Spielern auch das Selbstverständnis fehlt die Würfe zu treffen. So war es in allen Spielen bislang zu erkennen, dass die gegnerische Mannschaft klar den Plan verfolgte, zu aller erst David Bell aus dem Spiel zu nehmen. Der Kapitän konnte die für ihn gestellten Ballscreens kaum nutzen, weil clevere Gegner ihn eng verteidigten und mit dem großen Spieler auch hedgten, um ihm den Wurf von außen komplett wegzunehmen. Es gibt zahlreiche Szenen, wo Bell die Transition-Offensive läuft und eigentlich wie gewohnt abdrücken will, aber er immer wieder von gleich mehreren Spielern unter Druck gesetzt wird. Dies kann sich der Kontrahent auch häufig leisten, da die restlichen Außenspieler bislang noch gar keine Gefahr ausstrahlen konnten.

Sobald der Gegner den Hagenern diese Option zustellte, blieb letztlich häufig nur der Weg über die Halfcourt-Offense. Dort zeigte sich der Tabellenletzte allerdings bislang uninspiriert. Ob Freyer es dem Team einfacher machen will oder ob die Qualität fehlt, kann nicht beantwortet werden. Allerdings erstreckte sich das Repertoire kaum über mehr als drei fest Setplays. Gerade im Spiel gegen Giessen war zu beobachten, wie Hagen alleine im ersten Viertel das folgenden Play exakt sieben Mal lief, ohne auch nur ansatzweise damit erfolgreich zu sein.  Dabei sollte immer wieder für Chris Hass (2) ein offener Wurf aus der Mitteldistanz oder ein Drive entstehen, was aber letztendlich für Giessen sehr leicht zu verteidigen war. Immerhin wählte Hagen irgendwann auch mal die Variante über den Big Man, um es für die gegnerische Defensive nicht langweilig werden zu lassen. Es fehlte zwar mit Richie Williams der Aufbauspieler, trotzdem war es schon sehr verwunderlich, dass es die Hagener immer wieder aus ganz ähnlichen Plays forcierten.  

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hagen_horns3Auch das zweite, häufig wiederkehrenden, Setplay läuft in dieser Spielzeit wenig erfolgsversprechend. Dabei scheint Freyer einen Blick in Andrea Trinchieris Playbook erhascht zu haben. So versucht Hagen nämlich eine Variante des Bamberger „Head“-Plays, welches mittlerweile fast von jedem Team gelaufen wird. Dabei wird ein Block in den Rücken des Pick&Roll-verteidigenden Big Man gestellt, um so Räume für Drives zum Korb zu öffnen und dem gegnerischen Großen keine Chance zu lassen diese zu blocken. In Hagen wird dieser Spielzug „Fist Up“ oder „Fist Down“ genannt.

Allerdings braucht es bei diesem Play ein perfektes Timing, um es auch zielführend ausführen zu können. Hier fehlt es den Hagenern häufig, sodass beispielsweise manchmal der Backscreen-Steller zu spät dran ist und der Block somit ineffektiv wird. Genauso kann das Play auch sehr schnell zu Spacingproblemen führen, weil sich sehr viele Spieler auf einem engen Raum befinden und somit auch in dieser Hinsicht eine perfekte Ausführung benötigt wird. Da dies bei Phoenix Hagen zu selten gegeben ist, blieb auch bei diesem Spielzug die Punkteausbeute in den letzten Partien gering.

hagen_fistupSomit muss hier die Frage erlaubt sein, ob Hagen mit dem bisher gezeigten taktisch wirklich schon am Limit ist und ob es für die Gegner in dieser Saison wirklich so leicht ist das Team von Ingo Freyer zu verteidigen. Wenn sie weiterhin so ausrechenbar bleiben und David Bell als einzige Offensivoption von außen vom Gegner zu verteidigen ist, wird es ganz schwer werden sich aus dem Loch zu kämpfen. Hier können die Hagener Fans nur darauf hoffen, dass David Godbold mit seinen Fähigkeiten auf den Forward-Positionen für mehr Variabilität sorgt und die gegnerischen Defensiven auseinanderziehen kann.

Fazit

Phoenix Hagen hat sich in der Transferperiode im Sommer zwar vergrößert, allerdings wohl nicht wirklich verstärkt. Nachdem Owen Klassen im letzten Jahr als einziger wirklicher Big Man noch aufblühte, wurde er mit der Verpflichtung von Trent Plaisted in eine Rolle gesteckt, in die er keineswegs passt. So dürfte Hagen wohl nun das einzige Team der Liga sein, welches zwei großen Spielern, die nicht werfen können, mehr als 25 Minuten Einsatzzeit gibt. Mit der defensiven Entwicklung der Teams und der Cleverness der gegnerischen Coaches wurde dieser Faktor bislang gnadenlos ausgenutzt. Die Mannschaften scheuen nicht davor zurück zu doppeln und versperren zudem immer mehr den Weg zum Korb.

Für Phoenix Hagen, die jahrelang der Inbegriff des modernen, schnellen Basketballs waren, war ausgerechnet das, bislang tödlich. Es ist nicht so, als könnte man nicht noch mit klassischen Bigs Erfolg haben, allerdings muss dann von einer anderen Gehaltsklasse als der der Hagener ausgegangen werden. So müssen sich die Verantwortlichen selbst wohl jetzt die Fragen gefallen lassen, ob die Konstellation der Mannschaft zum Start der Saison wirklich so glücklich war. Dass zusätzlich auch noch finanzielle Probleme bestehen, macht es für den Verein keineswegs leichter. Phoenix Hagen. Zwei Worte, die hoffentlich irgendwann wieder für den Basketball stehen, mit dem sie über Jahre hinweg die erste Basketball-Bundesliga geprägt haben. Ganz egal, in welcher Liga das dann auch sein möge.

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1 comment

  1. Avatar

    Coach K

    Sehr guter Bericht wie ich finde.
    Die Frage die mich mir hier immer wieder Stelle, warum verändert der Coach seine Art des Spiel bzw. Philosophie, wenn er gerne mit 4 Außen Spieler agiert hat. Und für sein Budget sehr erfolgreich war.


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