Draftprofile 2016

Domantas Sabonis

Gonzaga Bulldogs

Datenblatt

Domantas Sabonis- Gonzaga Men's BasketballName: Domantas Sabonis

Position: Big

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: Gonzaga University

College-Erfahrung: Sophomore

 

Arvydas Sabonis ist einer der größten Spieler in der Geschichte des europäischen Basketballs. Für eine würdige NBA-Karriere hat es dabei jedoch nicht gereicht. Einer der Gründe war sicherlich sein spätes Übersiedeln in die NBA.  Erst mit 31 Jahren ging es für den Bigman über den großen Teich. 19 Jahre später ging seinen Sohn ebenfalls diesen Weg. Der führte ihn allerdings nicht direkt in die NBA sondern zunächst zu den Gonzaga Bulldogs. Nach einer ersten Saison, in der er oftmals nur von der Bank kam, gab es den Durchbruch in seiner Sophomore-Spielzeit.

Tools

Mit seinen 6′ 10″ verfügt der Bigman über eine solide Größe. Seine gemessene Spannweite von 6′ 10.5″ kann als Schwäche angesehen werden. Dafür ist er aber zumindest kräftig gebaut und weiß seine 238 lbs. gut in Szene zu setzten. Ein explosiver, sprunggewaltiger Modell-Athlet ist er nicht, weiß aber stets mit tollen Einsatz zu überzeugen.

Fundamentals

Man merkt es Sabonis durchaus an, dass er als Sohn eines NBA-Spieler aufgewachsen ist. Seine Grundlagen und die Spielintelligenz sind sehr ausgeprägt. Vor allem seine Fußarbeit kann sich sehen lassen. Offensiv merkt man ihm dies bei seinen Lowpostfinishes an. Bei Drives zeigt er neben dieser Fußarbeit auch seine vorhandene Passfähigkeit: 

Hier zeigt er ebenfalls, dass er in der Lage ist, mit dem Ball in der Hand zu kreieren. Auch wenn er also nie als Secondary-Ballhandler auflaufen sollte, kann er notfalls Verantwortung übernehmen.

Und auch defensiv kann sich sein Einsatz sehen lassen. Zumindest gegen große Gegenspieler schafft er es so den Drive zu verhindern:

Gegen kleinere Gegenspieler tut er sich allerdings schwer und lässt Würfe sowie Drives zu. 

Offense 

Die meisten seiner Abschlüsse kommen über den Lowpost. Er trifft dabei, dank guter Fußarbeit und gutem Einsatz seines Körpers, 71,9% seiner Würfe in Ringnähe:

Seine Abschlüsse führt er häufig mit der starken linken Hand aus:

Bei Abschlüssen mit der rechten Hand muss Sabonis weiter arbeiten.  

Seinen guten Instinkt zeigt er auch bei Abschlüssen im Fastbreak. Trotz seiner geringen Sprungkraft schließt er dank schnellem Erkennen der Situation per Dunk ab:

So richtig wertvoll macht ihn allerdings ein anderer Skill, den er im letzten Jahr angedeutet hat. Es ist sein Jumpshot. Diesen trifft er zuletzt immer besser. Im Vergleich zum Vorjahr hat er in der abgelaufenen Spielzeit sein Spiel deutlich mehr in die Mitteldistanz verlegt. Waren es 2015 noch rund ein Drittel seiner Würfe, nahm der Litauer 2016 39 Prozent seiner Abschlüsse als 2P Jumper. Zusätzlich zu dieser Steigerung trifft er diese aber auch besser und liegt nun bei 48 FG% 2P Jumper. Er fängt sogar langsam an auch seine Dreier zu treffen. Es waren in der abgelaufenen Saison nur 5 3PM, doch seine 35% sprechen für seinen Wurf. Dasselbe Bild zeigt sich bei seinen Freiwürfen. Hier steigert sich von 66 FT% im Vorjahr auf 76 FT%. Die Formkurve zeigt deutlich nach oben. 

Defense

In der Verteidigung zeigt sich der Bigman als recht vielseitig. Seine Rolle wird wohl in die Richtung Forward-Defender gehen. Dies liegt vor allem daran, dass er sich gegen schnelle Wings schwer tut. Am Perimeter ist er dafür, durch die gute laterale Schnelligkeit, aber zumindest in der Lage Bigs aufzuhalten. Allerdings fällt er noch zu oft auf Shotfakes rein. Seine 4,0 Fouls pro 40 Minuten könnten ihn einschränken. 

Größere Vorteile ergeben sich in der Lowpost-Verteidigung. Sabonis weiß hier seine Kraft gut einzusetzen. Im Lowpost musste er sich so vor keinem Offensivspieler verstecken. Ob das allerdings auch in der NBA der Fall sein wird, darf bezweifelt werden. Dank seinem stets hohen Einsatzes wird er sich allerdings, trotz körperlicher Nachteile, nie vor einem Lowpost-Battle zurückschrecken.

Die Rimprotection des Litauers ist quasi nicht vorhanden. Hier machen sich seine fehlende Armspannweite und die geringe Sprungkraft am meisten bemerkbar. Bedeutet im Klartext: Aus Sabonis wird sich nie ein Ringbeschützer entwickeln (2,7 BLK%).

Rebounding 

Der Bigman gehört zu den besten Rebounder der gesamten NCAA.

Offensiv zeigt er bereits erwähnte Tugenden. Guter Einsatz, gepaart mit seinem hohen IQ können dabei sogar über seine fehlende Länge hinwegtäuschen. In seinen Zahlen schlägt sich dies ebenfalls nieder. 3,9 offensive Rebounds schnappt der Gonzaga-Big hochgerechnet auf 40 Minuten. 

Und auch in am defensiven Ende kann er überzeugen. Er kommt auf 11,2 defensive Rebounds pro 40 Minuten. Hier setzt er wieder seine gesamten 238 lbs ein und boxt sehr gut aus. Wie auch offensiv verfügt er hier über ein gutes Spielgefühl. Dadurch ist er auch in der Lage Rebounds abzugreifen, wenn er “out of position” ist.  Egal ob direkt am Mann oder nicht, man muss damit rechnen, dass Sabonis sich den Ball schnappt. 

Spielervergleich

Das Skillset des Gonzaga Bigman ist schwer zu umschreiben. Offensiv war seine Rolle zuletzt die eines Lowpost-Center, defensiv allerdings nicht. Dafür fehlen die körperlichen Fähigkeiten. Da es aktuell so aussieht, als könnte er einen Wurf zu seinem Spiel hinzuaddieren, wäre die Entwicklung in Richtung Jared Sullinger denkbar. Offensiv wäre er dann deutlich variabler. Realistisch scheint der Vergleich zu Enes Kanter, und das nicht wegen seiner europäischen Wurzeln. Sein wichtigster NBA-Skill sollte nämlich das Rebounding sein. Schaden würde er in diesem Fall wohl nur im Lowpost oder in Runouts anrichten. Als Verteidiger würde es ihm dann allerdings noch immer an Rimprotection mangeln. Sollte er keinen Wurf entwickeln können, sollte er dank hohen Einsatzes und seiner Rebounding-Fähigkeiten dennoch ein Rollenspieler werden.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

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Draftaussichten 

Rebounding ist bei jedem Team nachgefragt. Genau dies bringt Sabonis zur Genüge und macht ihn deswegen für einige Teams interessant. Bekommt er seine Defensive in den Griff, dürfte er sogar weiter nach oben schielen. Da diese Probleme allerdings eher körperlicher Natur sind, muss sich der Bigman wohl mit einem Bereich in den mittleren/späten Top-20 anfreunden. 

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