Draftprofile 2016

Deyonta Davis

Michigan State Spartans

Datenblatt

 

Name: Deyonta Davis

Position: Big

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: Michigan State Spartans

College-Erfahrung: Freshman

 

 

Die Michigan State Spartans unter Tom Izzo sind bekannt dafür, dass ihre letztendlich gedrafteten NBA-Spieler in der Regel über mehrere Jahre College-Basketball und Player Development in East Lansing ihre Attraktivität für die Franchises bis zur Draftreife steigern konnten. Der heute bei anderen College-Powerhäusern wie Kentucky, Duke und Kansas allgegenwärtige Typus des One-and-Done-Prospects ist bei den Spartans noch die absolute Ausnahme. So versuchte zuletzt Zach Randolph vor 15 Jahren nach nur einem Spieljahr am College sein Glück in der NBA.

Diesem Weg folgt nun auch der dekorierte (Mr. Basketball of Michigan und McDonald’s All-American 15′) Big Man Deyonta Davis und bricht damit, mit Blick auf u.a. die zukünftige hochwertige Recruiting-Klasse 16′ (Top 5 landesweit), das Eis für weitere mögliche One-and-Done-Spartans. Der Vier-Sterne-Rekrut wurde am Ende seiner High School-Spielzeit unter den Top 25-Spielern der USA verortet und konnte in seiner Freshman-Saison in 35 Spielen mit 18.6 Minuten pro Spiel (7.5 PpG ; 5.5 RpG ; 1.8 BlkpG) die Rotation von Izzos Team (29-6) knacken. Die geringe Spielzeit von unter 20 Minuten lässt sich im Vergleich zu ehemaligen Spartans und heutigen NBA-Stars wie Zach Randolph (19.8 MpG als Freshman) und Draymond Greene (11.3 MpG) besser einordnen. Zusätzlich hatte er mit Senior Matt Costello, neben dem er ab der Saisonhälfte startete, sowie dem Deutschen Gavin Schilling recht starke und erfahrene Konkurrenz im Frontcourt. Davis’ totale Stats klingen vielleicht intuitiv nicht nach NBA-Draft und One-and-done, trotzdem wurde er über das zurückliegende Jahr in den gängigen Mockdrafts robust als später und sicherer Lottery-Pick eingestuft. Was macht ihn also so reizvoll für NBA-Teams?

Tools

Das athletische Potenzial und die Maße von Davis sind für NBA-Teams im Hinblick auf seine langfristige Entwicklungsfähigkeit und ein mögliches hohes Ceiling auf jeden Fall ein sehr starkes Draft-Argument. Er bringt mit seiner Größe (6’10.5″) und sehr guten Armspannweite (7’2.5″) eine hervorragende Länge für einen modernen NBA-Big Man mit. Außerdem konnte er von der High School bis zum Draft Combine seinen Körper deutlich stärken und brachte letztlich überzeugende 237,2 lbs bei 9,7 % Körperfett auf die Waage. Seine recht breiten Schultern bieten für den nötigen Aufbau von weiterer nützlicher Muskelmasse für die zukünftigen Schlachten im Paint einen perfekten Rahmen.

Leider hat sein Agent Bill Duffy ihn beim Draft Combine aus den Athletik-Tests zurückgezogen. Es fehlen uns also verlässliche Vergleichsdaten zu Sprungkraft und Geschwindigkeit. Wichtiger als die rohen Athletik-Stats sind aber ohnehin die im Spiel umgesetzten und regelmäßig gezeigten körperlichen Fähigkeiten. Hier besticht Davis (#23) mit guter Mobilität und ist jederzeit zu zügigen Richtungswechseln in der Lage, wenn es die Spielsituation erfordert. Er läuft im Fast-Break nahezu mühelos mit den Guards mit und ist sowohl in der Transition als auch im Halbfeld aufgrund seiner guten Sprungkraft und sehr guten Länge eine ideale Anspielstation per Alley-oop.

Davis ist zwar kein wirklich explosiver Athlet, bei dem automatisch die Augenbrauen hochgezogen werden müssen, jedoch bieten seine Tools eine sehr gute Perspektive, um die Rolle eines modernen Big-Man für NBA-Teams wertvoll auszufüllen. Hierbei wird er vielseitig je nach Line-up die Position des Centers oder Power Forwards bekleiden können.

Defense

Wenn Davis frühzeitig viele NBA-Minuten sammeln sollte, dann höchstwahrscheinlich aufgrund seines defensiven Impacts (90.2 DRtg ; Teamleading 7,5 DBPM). Er verfügt über  hervorragende Instinkte und die nötige Gier beim Blocken von Würfen (10.2 BLK%), insbesondere wenn er seinen Mann verteidigt.

Hierbei folgt seinem Eifer nicht immer die nötige Cleverness (4,9 PF/40).

Wenn er seinen Körper nicht weiterentwickelt und im Low-Post keine gute Position etablieren sowie Haltung bewahren kann, werden kräftig gebaute NBA-Bigs – hier zum Draft Combine eingeladenes NBA-Talent Caleb Swanigan – zeitweise einfaches Spiel mit ihm haben.

Er zeigt außerdem noch unzureichende Erfahrung, wenn er aushelfen muss. Ordentliches und schlechtes Timing wechseln sich häufig ab.

Seine Mobilität sollte ihm allerdings zukünftig auch beim Verteidigen des Pick’n’Roll in der NBA helfen.

Davis fehlt häufig noch die Abgezocktheit am defensiven Ende. Hiermit befindet er sich jedoch in der guten Gesellschaft vieler junger Big-Men, die in Sachen Timing, Vermeidung von Foulproblemen und richtiger Positionierung in der Post-D über die Jahre dazulernen müssen, um konstanter zu werden. Seine Länge, Blockinstinkte  und Mobilität sind für NBA-Teams aber jetzt schon ein attraktiver defensiver Potenzial-Mix. Dazu kommt als Zugabe sein gutes defensives Rebounding (19% DRB). Idealerweise kann ein Team Davis zum echten Rim-Protector entwickeln, der hart hedgen kann und bis zu 3 Positionen streckenweise gut verteidigt.

Postgame

Die offensive Rolle von Davis war bei den Spartans noch recht vorhersehbar aber effizient (59.8 FG%). Sein Bread’n’Butter erarbeitete er sich in direkter gegnerischer Korbnähe (61.3 % seiner Fieldgoals bei 71.3 FG%@Rim), wo er dank seines elitären Offensiv-Reboundings (13.5%ORB; vgl. Tristan Thomspon in Texas: 14.0%) mit guter Positionierung immer wieder zweite Chancen verwerten konnte.

Gegnerische Defensiven mussten jederzeit mit Davis’ Putbacks (41 insgesamt) rechnen, allzu oft konnte er hier einfache Punkte mitnehmen.

In der Transition kann er als sehr gute Abschlussoption per Dunk oder Alley-oop gefunden werden.

Sein Spiel im Low-Post bedarf hingegen noch einiger Weiterentwicklungen. Seine recht flüssige Lieblingsbewegung ist die Drehung über die linke Schulter mit Abschluss per Hook-Shot mit der rechten Hand.

NBA-Scouts werden ihre Teams jedoch dazu anhalten, ihm im Low-Post nur die Drehung über die rechte Schulter anzubieten. Umso schwerwiegender wird seine fast vollständige Verweigerung von Abschlüssen mit der linken Hand wirken. Seine Lösung ist bis jetzt ein Push Shot mit der rechten Hand, den NBA-Defender vermutlich zu häufig blocken können.

Auf der To-do-Liste zur Weiterentwicklung steht das Aneignen von wenigstens verlässlichen linkshändigen Abschlüssen über die rechte Schulter sowie die Verbesserung der Fußarbeit und Fakes, um seine komfortable Lieblingsbewegung doch oft genug weniger ausrechenbar anbringen zu können.

Shooting

Der eher schwierig zu prognostizierende Teil von Davis’ Offense in der NBA ist sein Wurf aus der Mitteldistanz (5-13). Im Gegensatz zu vielen anderen Big Men mit der Charakterisierung als mögliche Ringbeschützer sieht seine Wurfmechanik sehr gut aus. Das eröffnet natürlich den Rahmen für eine potenzielle Wertsteigerung. Seine Freiwürfe schloss er hingegen nur mit 60.5% ab. Daten aus der High School (Jr: 62.5% ; Sr: 73.1%) lassen allerdings eine Verbesserung dieses Wertes erwarten.

Er selbst gab beim Draft Combine an, auch den Dreier werfen zu können – ein kalkulierte Aussage, die auf die Idealvorstellung des modernen Big Man abzielt. Die Spartans hätten ihm dies nur nicht ermöglicht. Man traut ihm aufgrund seiner Mechanik durchaus zu, langfristig einen passablen Dreier zu entwickeln. Unterm Strich hat er jedoch in seiner gesamten High School- und College-Zeit einen einzigen Wurf hinter der Dreipunktlinie verwandelt, während moderne stretchende Big Men wie Karl-Anthony Towns schon im Alter von 15 Jahren Mixtapes voller Dreipunktwürfe an der High School vorweisen konnten.

Spielervergleich

Wenn sich Deyonta Davis unerwarteter Weise offensiv kaum weiterentwickeln sollte, kann er trotzdem aufgrund seines defensiven Potenzials und seines Reboundings regelmäßige NBA-Minuten sehen. Mit dem entsprechenden Elan und Einsatzwillen am Brett kann er eine Rolle wie Ed Davis einnehmen. Im besten Fall ohne entwickelten Dreier und mit voll ausgeschöpften Fähigkeiten und körperlichen Potenzial wäre ein Spiel wie von Derrick Favors denkbar, wobei er Vorteile beim Ringbeschützen entwickeln könnte, während er kleinere Gegenspieler beim Switchen aufgrund geringerer Explosivität zwar gut aber nicht ganz so herausragend verteidigen wird. Als erste oder auch zweite Option einer Offensive ist er aus heutiger Sicht nicht denkbar, wenn er aber wirklich alle Entwicklungsschritte erfolgreich geht und dazu einen brauchbarer Dreier entwickelt, ist ein Typ Serge Ibaka aus meiner Sicht das absolute Ceiling.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

StatsvergleichBigs2016

Draftaussichten

Was NBA-Teams direkt am Draftabend ziehen können, ist ein gut verteidigender mobiler Big Man mit Gardemaß und ausgeprägten Block-Instinkten, der sich die Cleverness, Konstanz und auch verbale Autorität in seiner Defense erarbeiten muss. Der Ist-Zustand in seiner Offense ist weniger NBA-Ready, wobei er in direkter Ringnähe per Putback und im Fast-Break einfache Punkte erzielen kann. Eine wahrscheinliche Platzierung als Lottery-Pick erreicht er aber vor allem durch sein enormes Gesamtpotenzial als möglicherweise bester Rim-Protector im Draft, der im Idealfall aufgrund seiner Wurfmechanik das Feld öffnen kann und somit den Prototyp des modernen Big Man entspräche. In einer Draft, die nach der Top 2 eine Menge Fragezeichen bereithält, kann Davis durchaus in der Top 10 gezogen werden. Spannend hierzu werden auch Workouts gegen Spieler wie Marquese Chriss mit ähnlich hohem Ceiling und welche letztendliche Hackordnung sich auf den großen Positionen bei den unterschiedlichen NBA-Frontoffices mit vielen grundverschiedenen Anwärtern (Bender, Labissiere, Chriss, Poeltl, Ellenson) ergibt.

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben