Taktik, Telekom Baskets Bonn

Rotnei Clarke und ein Zwischenfazit in Bonn

Über die Bonner Saison, seine Wurfform und das Karriereende in Australien

So hatten sich die Telekom Baskets Bonn die bisherige Saison sicherlich nicht vorgestellt: Die Rheinländer schlitterten von Verletzungen zu Nachverpflichtungen, Nachverpflichtungen, die fehlschlugen, und zwei Trainerwechseln. Nach dem kritischen Sieg gegen Tübingen scheint die Mannschaft nach unten in der Tabelle sicher zu sein und unter dem neuen Headcoach Silvano Poropat zeigt sich das Team im Training in einer guten, positiven Stimmung. 

Poropat legte in der Außenkommunikation besonderen Wert darauf zu kommunizieren, dass er die gewünschten taktischen Veränderungen langsam angehen möchte. Offensiv führte er in der bisherigen Zeit zwei neue Setplays ein und veränderte alte Systeme teilweise leichter (zum Vergleich: Sebastian Machowkski brachte in Bremerhaven in einer halben Woche sieben neue Setplays ein). 

Pick and Roll Defense

Ligaweit ist Bonn eine der Mannschaften, welche den Gegnern die meisten Penetrationen zum Korb erlauben. Carsten Pohl konkretisierte es vor einigen Wochen in einem grandiosen Podcast bei GiveandGo “wir erlauben so viele Punkte durch Penetration wie Frankfurt Penetrationen zulässt”. Folglich wurde schnell versucht viel über ICE zu arbeiten. Clarke bestätigte im Interview, dass es häufiger Schwierigkeiten in der Team-Kommunikation gab, sich auf die situationsabhängige Pick&Roll-Verteidigung zu einigen. “Wir haben uns darauf verständigt, dass wir den Gegner immer zur Seite forcieren möchten. Wenn der Gegner auf der Korb-Korb-Achse das Blocken und Abrollen spielt, versuchen wir sie zur linken Hand zur zwingen”. 

Das Thema on-court Kommunikation begleitet die Bonner schon seit Beginn der Saison. Zuerst war es Xavier Silas, der in Interviews sich selbst häufig die Rolle des “Chef-Kommunikators” zuschob. Der um den Jahreswechsel verpflichtete Sean Marshall sah ebenso eine seiner Hauptaufgaben in der Kommunikation auf dem Feld. Es sind zwar häufig Phrasen, sich selbst eben jene Position aufzuerlegen, doch auch die Aussagen Clarks zu dieser Thematik, bestätigen den Eindruck, das hier eine Konstante über die gesamte Saison fehlte. 

Im letzten Spiel gegen Tübingen zeigten sich aber auch die Nachteile, ICE in solchen Situationen anzuwenden. “Gerade Bogdan Radosavljevic hat uns hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir hatten ihn vorher nicht als Drei-Punkt-Schützen auf dem Scouting Report, haben ihm aber am Anfang zwei sehr offene Würfe gegeben, dann hat er Feuer gefangen.” 
Gerade in der Schlussphase waren es solche Distanzwürfe, die den Bonnern das Leben schwer machten. “Es war besonders problematisch, dass er als Fünfer auf dem Feld stand, mit einem Vierer hätten wir eher switchen können, mit einem echten Center fällt dies aber besonders schwer”.

Mit der schmelzenden Führung gen Ende der Partie initiierte die Mannschaft von Headcoach Poropat Großteile ihrer Offensive über Sean Marshall, der im Post-Up freigespielt wurde, und anschließend meist nach dem Face-Up in die Mitte zog. “In diesen Situationen haben wir sehr häufig Größenvorteile, besonders gegen klein-spielende Hagener sollten wir das zu unserem Vorteil nutzen. Gegen Tübingen hat er hochprozentig in diesen Situationen gepunktet und auch anderen Spielern Räume geschaffen”.

“Mit Aaron White, Tadas Klimavicius, Isaiah Philmore und Dirk Mädrich haben wir jetzt wieder alle unsere Big-Men zusammen, mit ihnen können wir das Pick&Roll deutlich besser verteidigen, da sie deutlich agiler sind.”

Der Abgang von Yancy Gates

Kurz vor dem Tipp-Off gegen Tübingen verkündeten die Baskets auch den Abgang von Yancy Gates. Der US-Amerikanische Center hatte sich in seiner bisherigen Vita nicht den Status eines einfachen Charakters erarbeitet. Auch in Bonn wurde er diesen Status nicht los: “er hat sich unprofessionell  gegeben und das Team im Stich gelassen.” So wurde Gates in eben der Woche entlassen, in der sich auch der Trainerwechsel vollzog, einen direkten Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen gab es laut Michael Wichterich jedoch nicht. 

Dabei schätzen dennoch viele das in ihm schlummernde Talent, welches angesichts seiner Arbeitseinstellung jedoch nicht voll ausgespielt werden konnte. 

“Gerade Defensiv im Pick&Roll hat er uns wehgetan”, bestätigte dies auch Clarke. Gates, defensiv sehr statisch wirkend, fiel zwar auf den ersten Blick durch geblockte Würfe in Ringnähe auf, zeichnete sich darüber hinaus eher als Schwächung für die Bonner Verteidigung aus.

Im Umschaltspiel war es meist Gates, der mit einigen Sekunden Verzögerung erst in den Blickfang der Telekom Basketball Kameras gelangte. Offensiv liefen die Bonner unter Carsten Pohl vermehrt das Set-Play Five, um den kräftigen Center im Low-Post zu positionieren. 

Mit dem Setplay “Five” liegt für den Post-Up eine zwar einfache Variation vor, die sich dennoch, mit Dynamik gespielt, in Form der tiefen Post-Up Position auszahlen kann. Entscheidend ist hier der Block von Spieler 3 für 5. Das in der Skizze abgebildete Laufweg-Schema ist dabei nur eine Option. Es liegt an der Spielsituation, für Spieler fünf die Situation richtig zu lesen und, wenn nötig, beispielsweise auch schnell unter dem Block her zum Zonenrand zu schneiden. Besonders für dynamische Big Men wie White ist dies häufig die bessere Option. Gerade White, der über kein ausgeprägtes Post-Up Spiel verfügt, kann sich einfacher durchsetzten, wenn sein Gegner hinter ihm noch nicht positioniert ist. 

Abseits des Spaldings setzt die Vier auf der Korb-Korb-Achse den Screen für den Shooting Guard. Sollte bereits das Anspiel in den Post für den Aufbauspieler verhindert sein, ist der Pass auf Zwei und dessen Pick&Roll mit seinem vorherigen Blocksteller die zweite Option. 
Doch nachdem der Ball auf den Weg in den Post gebrachte wurde, verfügten die Bonner an der Dreipunktelinie über keine weiteren Bewegungsmuster. In den meisten Fällen machten sie so das Feld zwar breit, blieben aber stehen und boten keine Anspielstation.

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In den meisten Fällen kollabierte mit den letzten Screens am Perimeter jedoch auch die Bewegungen abseits des Balls. Im Gegensatz zu Gates, der den entscheidenden Screen eher behäbig nutzte und mehr mit seiner körperlichen Statur in geeignete Position kam, konnten andere Bonner Big Men mit mehr Dynamik und dem Überraschungsmoment des Screens unter dem Korb, eine sehr tiefe Post-Up Position gewinnen, die häufig zu schnelleren und einfacheren Punkten führte. Die Bonner Nachverpflichtung musste sich so jedoch häufiger mit einer größeren Distanz zum Korb aufposten, was mehr Zeit beanspruchte und dem Gegner ein Doppeln vereinfachte. 

Gates, oft im Low-Post eingebracht, bot dort anfangs zwar eine attraktive Anspielstation, was leider aber auch seine einzige Offensiv-Option darstellte. Nach wenigen Spielen hatten sich die Teams auf ihn eingestellt und konnten Gates, wie es Bremerhaven vormachte, durch geschicktes Doppeln aus dem Spiel nehmen. Darüber hinaus fehlte es den anderen Bonner Spielern an Bewegung am Perimeter, das ein Inside-Out Spiel quasi unmöglich machte und Gates kaum gute Passoptionen nach außen offerierte. 

Mit dem Abgang von Gates ging auch die Rückkehr von Isaiah Philmore einher. Seine Bedeutung für das Team betonte Headcoach Mathias Fischer in der letzten Woche im Interview mit Jannes Schäfer für 3meter5.de, als der ehemalige Headcoach ihn als Auslöser für die prägende Niederlagenserie ausmachte.  Der deutsch-US-Amerikaner, als Starter für die Position des Power Forward verpflichtet, zeichnet sich besonders defensiv durch seinen Einsatzwillen und Körpereinsatz aus, “jedes Mal, wenn Isaiah das Feld betritt, zieht er in den Krieg”.
Poropat sieht Philmore mit dem aktuellen Kader auch häufiger auf der Center-Position, “wir müssen ausprobieren, inwiefern das funktioniert, aber ich sehe hier definitiv eine gute Option”, sagte der neu-Bonner auf seiner ersten Pressekonferenz im Telekom Dome.  

Rotnei Clarke und sein Wurf

Clarke hatte sich in den ersten Wochen immer mehr durch seine schnelle Wurftechnik einen Ruf erarbeitet. “Ich bin nicht der größte, aber wenn ich so schnell werfe und die Flugkurve hoch wähle, dann bin dennoch nur schwer zu blocken”.
Früh brachte ihm sein Vater bei, seine Wurfmechanik richtig auszurichten. “Er hat mir früh klargemacht, statt des Hoop aus dem one-two zu arbeiten. Es bringt mir weitaus mehr Stabilität und ich kann mit dem Extra-Schritt mehr Freiheit nutzen. Ich habe früh am College festgestellt, wie wichtig Fußarbeit dabei in meinem Spiel und für einen komfortablen Wurf ist.”

Neben der Fußarbeit liegt das wichtigste Element in der Wiederholung. Während der Preseason waren es laut eigenen Angaben 700 Würfe pro Tag, aus verschiedensten Situationen: Pick&Roll, Offscreen und Isolation. Zur regulären Saison schnitt er sein Pensum auf 400-500 Würfe, reduziert auf einfache Spot-Up Würfe ohne starke Bewegungen. 

Fischer setzte in seinen Set-Plays verstärkt in der Eröffnung auf den Cross-Screen, bei dem ein perimeter-orientierter Spieler parallel zur Baseline auf den Flügel schneidet. Mit diesem Laufweg kommt es häufig dazu, dass der cuttende Spieler den Ball mit dem Rücken zum Korb empfängt und so nicht direkt attackieren kann. Darauf angesprochen sieht Clarke das entscheidende Elemente zum einen darin, den Gegenerspieler stets über die Schulter zu beobachten, als auch mit der richtigen Fußarbeit, direkt nach dem Fangen mit der Brust zum Korb zu zeigen.

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Bonn_3Side23-Side zeigt beispielhaft, wo Bonn die Stärken der eigenen Spieler sieht. Vor allem Fischer ließ häufig viele Variationen aus diesem System laufen. 

Beginnend mit dem ballführenden Spieler an der Seitenlinie, schneidet meist einer der anderen beiden perimeter-orientierten Spieler per Zipper Cut zentral zum top of the key, erhält dort den Ball, um ihn aber gleich wieder abzugeben und anschließend nach dem Backscreen in die Zone zu schneiden. 

Währenddessen nutzt der zweite Guard eben jenen Cross-Screen, um auf den Flügel eine aussichtsreiche Position zu erwerben. Dies ist eine der oben angesprochenen Cross-Screen-Situationen, die auch Clarke häufiger läuft. 

Optional können statt des Cross Screens auch beide Bigs an den Zonenrändern den Elevator Screen setzen, was sich bisher aber nur vereinzelt in den Spielen angedeutet hatte. Ebenso lässt der letzte Screen von Fünf für Drei viel Spielraum offen, ob, wie abgebildet der Flare Screen entsteht, oder der Weg auf den Flügel oder der Curl in die Zone. 

Chicago, die Dynamik der Bonner Großen ausspielen

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Chicago, von Fischer zu Beginn der Saison installiert, erlaubte es den Bonnern gerade zu Beginn der Saison, mit hohen Trefferquoten von außen, viele offene Distanzwürfe zu generieren. Auch gegen die Zonenverteidigung des Gegners war es immer wieder eine der Optionen. Mit White, Philmore und Klimavicius sind drei der vier Bonner Bigs bisher fast nur auf der Vier aufgelaufen, und sind mit der dementsprechenden Mobilität ausgestattet. Mit schnellen Blockstellern, die dieses Setplay erfordert, entfaltet sich erst die Gewalt dieses Systems. Denn die zwei schnell hintereinander kombinierten Blöcke am Perimeter setzten gerade Zonenverteidigungen so unter Druck, dass die Rotation nach dem Überladen der Strongside zu Beginn nicht nachkommt, das zweite Pick&Roll richtig zu verteidigen und dabei auch den Spieler drei auf dem Flügel unter Kontrolle zu halten. 
Die Häufigkeit, dieses System so zu laufen, gerade den Verletzungen geschuldet, nahm jedoch unter Pohl ab. Gerade der behäbige Gates ist nicht der prädestinierte Spieler. 

Wurfauswahl: Rotnei Clarke

Mit seiner aktuellen Form jenseits der Drei-Punkte-Linie wird Clarke von den meisten Teams auch als Pick&Roll Ballhandler angemessen versucht zu verteidigen. “Ich versuche gerade im Fastbreak im frühen Pick&Roll Dreier zu kreieren. Wir haben sehr schnelle Spieler wie Aaron, die im Fastbreak vorne frühzeitig den Block setzen können, dann ist die Chance für mich am höchsten, einen offenen Wurf von draußen zu bekommen.” Nach dem Trainerwechsel fühlte er sich ebenso deutlich freier andere Würfe zu nehmen, die er unter Fischer nicht genommen hat, “gerade im Fasbreak nehme ich jetzt auch “contested jumper” beispielsweise aus dem frühen Pick&Roll oder Drag-Screen”.
Mitte Dezember, kurz vor der Entlassung des Headcoach Mathias Fischer, verpflichteten die Bonner Point Guard Langston Hall, um zum einen auf eine Verletzung von Eugene Lawrence zu reagieren, die ihn zwar nicht spielunfähig machte, dennoch belastete und auch, um Clarke als primären Ballführer zu entlasten und mehr auf die Position zwei zu verschieben. Gerade zu Beginn der Saison waren seine Anteile als Spielmacher extrem hoch. Erst die Verpflichtung von Jimmy McKinney, als Reaktion auf die unerwartet schwerwiegendere Verletzung von Michal Chylinski, hatte ein wenig Variation im Aufbauspiel mit sich gebracht. McKinney, der anschließend mit einem Saison-Vertrag ausgestattet wurde, brachte im Gegensatz zu Chylinski die Möglichkeit, den Ballvortrag zu übernehmen. Chylinski, durch eine langwierige Verletzung gerädert, konnte sowohl offensiv als auch defensiv sein Potential zu keinem Zeitpunkt abrufen und wirkte zu häufig wie ein Fremdkörper im Spiel unter Mathias Fischer. 
Aus dem ballführenden Pick&Roll war besonders zu Beginn der Saison die hohe TO% von Clarke auffällig, 32% seiner Würfe entstanden aus dem Pick&Roll, 27% aus dem Spot-Up. Erstere kategorisierte Synergy als sehr gut in seiner Effizienz, letzteres gar als exzellent, trotz der TO%. “In der letzten Hälfte der Saison nehme ich wohl mehr Abschlüsse aus dem Spot-Up als aus dem Pick&Roll, aber es ist wichtig, hier eine Balance zu halten. In der letzten Saison bin ich auch einige Off-Screen Plays gelaufen, das findet momentan eher seltener statt.”

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Der Vergleich seiner Trefferquoten vor (rechts) und nach (links) der Nachverpflichtung von Langston Hall zeigen deutlich, dass Clarke nun seinen Wurf gefunden zu haben scheint. Im Interview ist ihm das Staunen über die hohen Quoten, 47% von Downtown, nach Langston Hall deutlich anzusehen. Einen klaren Punkt für den Umschwung seiner Trefferquoten möchte er hingegen nicht ausmachen, vielmehr sei es ein Prozess gewesen, da er in der Folge mehr mit Point Guard Lawrence auf dem Feld stand, der ihm viele offene Würfe kreieren konnte. 

Doch mit zunehmender Zeit minimierten sich die Spielanteile von Langston Hall, der seit den Nachverpflichtungen von Marshall und Gates in Hoodie und Jeans die Rolle des nicht spielberechtigten Ausländers einnimmt. Nach den Verpflichtungen von Gates und Marshall standen Lawrence und Clarke in 40% aller Possessions gemeinsam auf dem Feld (Daten vor dem Gießen-Spiel erhoben). Ebenso war es McKinney, der während der Zeit von Yancy Gates den zweiten, nicht spielberechtigten Ausländer-Spot einnahm. 

Der Blick auf die Shot Chart von Rotnei Clarke lässt eine Prägung der Schule Moreyball erahnen, was der US-Amerikanische Combo-Guard in der Folge dann auch so bestätigte: “Coach (Brad) Stevens hat während der College-Zeit viel mit diesen Statistiken gearbeitet, mit Synergy-Sport hat er uns immer versucht, möglichst viele hilfreiche Daten an die Hand zu legen. Wenn ich den langen Zweier nehmen muss, dann nehme ich ihn, aber ich versuche dann doch meist eher die Distanz zum Korb zu verringern und den Drive zu nehmen, auch weil ich hier besser Freiwürfe ziehen kann.”

In der Defensive, so Clarke selbstkritisch, muss er sein Spiel am stärksten verbessern. Im körperlichen Vergleich zu seinen Gegenspielern ist er meist unterlegen und verliert zu häufig seinen Gegenspieler aus den Augen. Nicht zuletzt in der momentanen Abstinenz von Co-Kapitän und Defensiv-Spezialist Andrej Mangold fällt weit mehr Defensiv-Arbeit auf Clarke zurück. Defensiv nun häufiger per ICE das Blocken und Abrollen zu verteidigen, kommt ihm dabei sicher zugute, als dass er sich bei dem vorher häufig gespielten contain and go under zu häufig im Block des Gegenspielers verfangen hatte. 

Stets wenn der Gesprächsfokus auf die Transition-Offensive wandert, ist auch der Name Aaron White nicht fern, über den Clarke kein negatives Wort verliert. “Offensiv laufen wir in unseren Set-Plays nicht viele direkte Optionen für Aaron. Er findet aber dennoch seine Räume: Er ist athletisch, schafft sich und seinen Mitspielern im Fastbreak viele Räume, wenn er in höchstem Tempo gen Zone sprintet und ist im Halfcourt-Spiel sehr aktiv am Brett.”
White startete, wie das gesamte Team, in einer herausragenden Form in die Spielzeit, doch konnte während der Niederlagen-Serie größtenteils nicht positiv herausstechen. In vielen Aspekten seines Spiels zeigt sich, in welchem Stadium seiner Karriere er sich noch befindet. Vor einigen Wochen sprach er im Vereins-Podcast darüber, wie er momentan an einfachen Post-Moves arbeite, um sie wenigstens gegen kleinere Gegner im Post-Up erfolgreich anbringen zu können. Carsten Pohl erzählte ebenfalls über den Prozess, White in der Verteidigung im Post-Up zu stärken. Gerade körperlich ist der College-Abgänger und NBA-Draft-Spieler noch nicht dem europäischen Spiel unter den Brettern gewachsen. 
White selbst betonte immer wieder die Wichtigkeit seines Wurfes aus der Distanz für sein Spiel. Zu Beginn der Saison hatte er sich, neben seinen potent werfenden Mitspielern aus der Distanz eher zurückgehalten und schwächere Wurfquoten aufgelegt. Seit Beginn des Jahres trifft er von Downtown 43%, zuletzt den spielentscheidenden Wurf gegen Tübingen. 

Basketball in Down Under

Geht der Beobachter Clarks Profi-Stationen sowie dementsprechende Interviews durch, dann fällt auf, wie sehr der 26-jährige seine Entscheidungen in der Vereinsfindung in die Hände seines Agenten legt. Nach dem Verlassen des Colleges zog es Clarke für seine erste Profi-Station nach Australien zu den Wollongong Gangs. “Es ist wohl die perfekte Liga zum Karriereende, die Lebensbedingungen waren während meiner Zeit perfekt, in einem permanenten Sommer habe ich nur wenige Meter vom Strand entfernt gelebt.” Die australische Liga besteht aus nicht mehr als 10 Mannschaften, eine davon aus Neuseeland. Ein einziges Auswärtsspiel wurde nicht per Flugzeug bestritten. Die Tatsache, dass die Menschen alle Englisch sprechen, war gerade in meinem ersten Profijahr sehr wichtig für mich”.

Clarke heimste den Titel des Liga-MVP ein und nahm folglich den nächsten Schritt und unterschrieb in der Spielzeit 2014/15 einen Vertrag bei Okapi Aalstar in Belgien. Als Shooting Guard zu Beginn vorgesehen, rückte er während der Saison auf die Aufbauposition auf, und machte besonders auf dieser Position Werbung bei den Bonner Verantwortlichen.

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