BBL, Fraport Skyliners Frankfurt

Die deutsche Antwort auf Marc Gasol

Wie sich Johannes Voigtmann zum besten Center der BBL entwickelt hat
15.11.2015 / Basketball BBL / -17- Johannes Joe Voigtmann / FRAPORT SKYLINERS (blau) / -4- Nicolo Melli / BROSE BASKETS BAMBERG (rot) /

Wer auf Wikipedia nachschaut, welche Aufgaben ein Center im Basketball hat, findet dort folgende Definition: „Die Aufgaben des Centers beschränken sich fast ausschließlich auf die Arbeit in der Zone, also direkt unter dem Korb. Der Center versucht aufgrund der Nähe zum Korb, Rebounds – also Abpraller vom Brett oder vom Ring – zu holen, sowie in der Offensive leichte Punkte zu erzielen. Der Center steht dabei meist mit dem Rücken zum Korb und […] ist in der Regel sehr massig.“ Allerdings haben wir ja bereits aus mehreren Artikel auf go-to-guys.de gelernt, dass die Positionsaufgaben immer mehr von den klassischen Definitionen abweichen. Dies trifft (vor allem) bei den Big Men zu. In der deutschen Beko Basketball-Bundesliga findet sich dabei kaum ein Spieler, der dies so gut verkörpert wie Frankfurts Johannes Voigtmann.

Der moderne klassische Basketball

Dabei passt dieser Vergleich mit Voigtmann auf den ersten Blick überhaupt nicht, wenn man sich die Entwicklung des Spiels anschaut. Denn mit dem positionslosen Basketball wird auf den großen Positionen meist ein kleinerer Spieler in Verbindung gebracht. Immerhin wird das Spiel immer schneller, immer breiter und hat die Entwicklung, dass jeder Spieler so variabel sein sollte, wie möglich. Aus diesem Grund spielen einige BBL-Teams bereits mit Fünfern, die gerade so die zwei Meter überschreiten. Wie passt dort also nun ein 2,11m-Hüne rein, der alles mitbringt um einfach ein ganz altmodischer und klassischer „Seven-Footer“ zu sein?

Um sich dies besser vorstellen zu können, eignen sich wie immer Beispiele am besten. Dafür nutzen wir gerne die NBA, die eben auch in diesem positionslosen Basketball Vorreiter und Vorbild ist und den Trend in Maßen auch nach Europa kommen lässt. Wenn wir an Teams wie die unfassbaren Golden State Warriors denken, bringen wir diese mit extrem schnellem, wurfwütigem aber eben auch häufig kleinerem Basketball in Verbindung. Schön anzusehen und zusätzlich noch erfolgreich. Doch auch Teams wie die San Antonio Spurs, die eine ganz andere Philosophie verfolgen, spielen dieses Jahr in historischen Sphären. Somit lässt sich also ein Trend erkennen, aber bei weitem nicht erfolgreicher Basketball erklären. Und das ist auch gut so.

In der Beko BBL können ganz ähnliche Dinge verfolgt werden. Während Mannschaften wie der FC Bayern Basketball ständig auf das Tempo drücken, viele Fastbreaks laufen wollen und damit Erfolg haben, schieben die Brose Baskets oder Fraport Skyliners die langsamsten Kugeln der Liga und stehen trotzdem weit oder sogar ganz oben in der Tabelle. Letztendlich geht es nur darum, den Spalding öfter im Korb zu versenken als der Gegner, ganz egal wie.

Genau in dem Zusammenhang sind in der NBA die Memphis Grizzlies immer wieder ein gutes Beispiel. Sie spielen schon seit Jahren entgegen der Trends und alles andere als attraktiv. Trotzdem konnten sie in den vergangen Spielzeiten immer wieder die Playoffs erreichen. Insbesondere der spanische Center Marc Gasol sticht dabei heraus, der ähnlich wie Voigtmann alles mitbringt, um ein waschechter klassischer Fünfer zu sein. Doch gerade bei seinen Fähigkeiten mit dem Ball und seinem herausragenden Passing wird schnell offensichtlich, wie variabel der Big wirklich ist.

Immerhin zählt Marc Gasol, genauso wie sein Bruder Pau, seit Jahren zu den besten Passing-Bigs der besten Basketball-Liga der Welt. Insbesondere aus dem Post-Up heraus findet der Spanier seine Mitspieler per Backdoor- oder High-Low-Pass wie kaum ein anderer. So wird aus dem normalerweise eher statischen Isolations-Play Post-Up viel Bewegung generiert, indem darauf gesetzt wird, dass Gasol einen offenen Teamkameraden finden wird. Genauso gelingt es Voigtmann ähnlich wie Gasol immer wieder nach einem erfolgreichen Pick&Roll die Mitspieler, die durch die kollabierende Defensive, frei werden mit einem klugen Pass anzuspielen.

Diese wenigen Beispiele zeigen schon, welches Offensiv-Arsenal der spanische Nationalspieler trotz seiner Größe und Position mitbringt. Auch aus diesem Grund wurde durch die starke „Small Ball“-Bewegung dieser Begriff deshalb schon bald klarer definiert. So spricht Seth Partnow von Nylon Calculus beispielsweise viel eher von „Skill Ball“, als von „Small Ball“. Heißt: Auf die Größe des Spielers kommt es gar nicht an, es geht letztendlich nur darum wie viele Fähigkeiten er besitzt. Denn Headcoaches wollen es sehen, dass jeder Spieler so viele Skills wie möglich besitzt, um eben variabel einsetzbar zu sein. Ob dieser Akteur dann am Ende 2,11m oder 2,01m misst, ist höchstens für die Spieler-Datenbank wichtig. Auf dem Court selbst zählen nur noch die vielen verschiedenen Möglichkeiten, die jeder Spieler durch seine Variabilität erschaffen soll.

Genau deshalb lassen sich Marc Gasol und Johannes Voigtmann, zumindest auf der Ebene, vergleichen. Beide zählen in ihren Ligen zu den wenigen klassischen Centern, bieten aber aufgrund ihren ungewöhnlichen Fähigkeiten für einen Big Man, viel mehr, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Welche das sind und was Johannes Voigtmann noch so mitbringt, dass ihn das zum besten Center der Beko Basketball Bundesliga macht, soll im Folgenden genauer erläutert werden.

Der Blick zurück

Seit der Saison 2012/13 steht der gebürtige Eisenacher nun schon im Basketball Bundesliga-Team der Fraport Skyliners. Es begann mit 26 Spielen, in denen er gerade zwei Mal von Anfang an auf dem Parkett stand. Damals startete noch Zachery Peacock für die Frankfurt und Marius Nolte sah noch einige Minuten von der Bank. So kam der damals 20-jährige Voigtmann auf durchschnittlich etwa zehn Minuten Einsatzzeit und drei Punkte pro Spiel, während er in der kompletten Saison nur einen einzigen Dreier versuchte.

Dies änderte sich in den folgenden zwei Spielzeiten schlagartig: In den 68 regulären Saisonspielen der Saisons 2013/14 und 2014/15 startete Voigtmann 65(!) Mal. Zudem stieg seine durchschnittliche Spielzeit auf 21 bzw. 26 Minuten an. Seinen Punkteschnitt konnte er erst auf 8,1 dann auf 12,5 verbessern. Zusätzlich traf er 19 seiner 48 Dreier in diesen beiden Jahren und verteilte insgesamt 136 Assists (2.0 pro Partie).

Diese enormen Leistungssteigerungen brachten Voigtmann am Ende der Saison 2014/15 dann die beiden Awards zum „Most Improved Player“ und besten Nachwuchsspieler (U23) ein. Was folgte war eine Nominierung zur Nationalmannschaft und die Teilnahme bei der Eurobasket 2015 im eigenen Land, wo er aufgrund der Verletzungssorgen auf den Big Man-Positionen eine erstaunlich große Rolle spielte. Nach eigener Verletzung zum Saisonstart, fand sich der 2,11-Mann bei den Skyliners auch immer besser rein. Durch einen Core, der nun seit Jahren in Frankfurt zusammenspielt, fiel es ihm nicht schwer sich wieder an die Abläufe zu gewöhnen und auf hohem Niveau zu spielen. So konnte Voigtmann seinen Punkteschnitt (13,0), seine Reboundzahlen (6,9) und die Dreierquote (40,0%) nochmals leicht nach oben schrauben. Zudem stellten die Hessen plötzlich das viertbeste Team der Liga und fanden sich zweitweise sogar noch weiter oben in der Tabelle wieder.

Seine Rolle im Team

Es ist wirklich eine erstaunliche Entwicklung, die die Fraport Skyliners in den letzten drei Jahren vollzogen haben. Während sie in den Saisons 2012/13 und 2013/14 jeweils nur auf 14 Siege in 34 Spielen kamen, konnten sie diese Marke in dieser Spielzeit bereits nach 20 Spieltagen erreichen. Hinzu kommen Siege gegen die Brose Baskets, den FC Bayern Basketball oder die EWE Baskets Oldenburg sowie eine makellose Bilanz im FIBA Europe Cup. Dabei wird in Frankfurt immer wieder betont, dass kein einzelner Spieler für diesen Erfolg ausgemacht werden kann, sondern dass das Team als Ganzes einfach so hervorragend funktioniert. Dies beweist die Truppe Woche für Woche, allerdings können schon bestimmte Spieler herausgestellt werden, die besonders viel Verantwortung übernehmen. Dazu zählt eben Johannes Voigtmann, sowie vor allem auch Jordan Theodore.

Der Aufbauspieler der Skyliners steuert die Offense und übernimmt vor allem dann, wenn es wichtig wird. Seine Fähigkeiten sich selbst Würfe zu kreieren und aus Iso-Situationen zu agieren, machen ihn damit zum wichtigsten Spieler im Gefüge der Hessen. Doch dicht gefolgt wird er von Johannes Voigtmann, der in Crunchtime-Situationen bislang häufig unterging beziehungsweise mit schwacher Entscheidungsfindung nicht gerade überzeugte. Trotzdem darf auch hierbei nicht vergessen werden, dass der Eisenacher dieses Jahr erst 24 Jahre alt wird und somit noch mitten in seiner Entwicklung steckt.

Weiterhin trägt er ja bereits einen größeren Teil der Offense auf seinen Schultern und wird dabei sowohl als Finisher als auch als Creator eingesetzt. So kommt es häufig vor, dass die gegnerische Defense einen starken Fokus auf dem jungen Deutschen hat und er somit die Möglichkeit hat seine Teamkameraden zu bedienen. Diese besitzen dabei ganz unterschiedliche Fähigkeiten, um den freigewordenen Raum zu nutzen. Während Aaron Doornekamp, Konstantin Klein und der nachverpflichtete Philip Scrubb eher auf den Distanzwurf setzen, zählen Quantez Robertson und Jordan Theodore zu den schnellsten und wendigsten Slashern der Beko Basketball Bundesliga. Durch Offball-Action wie beispielsweise Weakside-Screens wird es diesen Spielern noch einfacher gemacht in Position zu kommen und die Skyliners schaffen es so immer wieder den Fokus von Voigtmann zu nehmen.

JoVo2

www.telekombasketball.de

Auch wenn Voigtmann also eine große Last in der Offensive der Frankfurter trägt, gelingt es ihnen im Endeffekt immer wieder, das Scoring auf viele Schultern zu verteilen und somit als Team den Gegner zu bezwingen.

Die Rotation auf der Center-Position bei den Skyliners ist hingegen klar definiert. Johannes Voigtmann startete bislang in 15 seiner 16 Partien, während der US-Amerikaner Mike Morrison sechs Mal in der Starting Five stand, als der 23-Jährige noch mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Zusätzlich sieht Johannes Richter, der aber eher ein Vierer ist und für die Position etwas undersized scheint, einige Minuten hinter den beiden.

Der große Vorteil für Headcoach Gordon Herbert ist, dass er mit Voigtmann und Morrison zwei ganz unterschiedliche Spielertypen auf der Fünf hat. Voigtmann zeichnet sich eher durch einen soliden Wurf, ein weiches Handgelenk sowie eine gute Übersicht aus. Morrison dagegen ist ein Power-Athlet und Energizer, der auch defensiv Impulse setzen kann, allerdings offensiv ein limitiertes Arsenal besitzt. Durch die zusätzliche Belastung unter der Woche im FIBA Europe Cup kann der Kanadier die beiden sehr gezielt einsetzen und ihnen auch mal Verschnaufpause geben und die jungen Spieler einsetzen. Dies ist vor allem durch die Frankfurter Dominanz im europäischen Wettbewerb sehr gut möglich.

Allerdings ist in den letzten Wochen aufgefallen, dass Voigtmann insbesondere in der Crunchtime häufiger auf der Bank zu finden war. Dies schien der Tatsache geschuldet, dass Herbert in diesen Minuten gerne einen besseren Verteidiger auf dem Court haben wollte. So musste von Voigtmann von der Seitenlinie aus mit ansehen, wie seine Kollegen das Game beendeten.

Beim TopFour-Pokalwochenende bekam er im extrem engen Spiel gegen ALBA Berlin in den letzten Minuten das Vertrauen. Allerdings fiel auch da auf, dass Voigtmann noch nicht mit komplettem Selbstvertrauen Entscheidungen trifft. So verweigerte er den relativ offenen Dreier für ihn und den Pass zu Robertson, der ebenfalls freistand.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Letztendlich entschied er sich dann zum Korb und ziehen und da den Abschluss zu suchen. Allerdings passierte dies nicht entschlossen genug, sodass der 23-Jährige schon abstoppte als sich Kresimir Loncar in den Weg stellte. So kam es dann zu einem einbeinigen Floater von kurz hinter der Freiwurflinie – einer der schwersten Würfe im Basketball. Auch wenn Voigtmann talentiert ist und ein weiches Handgelenk hat, konnte dies im Endeffekt nicht als guter Wurf bezeichnet werden. Deshalb war es am Ende wieder Jordan Theodore, der sich den Wurf selbst kreierte, um die Skyliners im Spiel zu halten.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Doch wie bereits eingangs erwähnt, gehört insbesondere sowas zu den Dingen, die Voigtmann im weiteren Verlauf seiner Entwicklung noch lernen wird. Für ihn war das Pokal-Halbfinale eines der ersten wirklich großen Spiele in seiner Karriere. Es kann jetzt schon mit Sicherheit gesagt werden, dass noch weitere folgen werden und er somit genug Zeit hat, sich in diesen Bereichen zu verbessern und auch auf Top-Niveau Spiele zu entscheiden.

Auf der anderen Seite des Courts hingegen geht es in der Crunchtime über die mentale Ebene hinaus. Zwar hat Morrison bei weitem offensiv nicht denselben Einfluss wie Voigtmann, allerdings strahlte er in den wichtigen Minuten defensiv mehr Stärke aus, die die Gegner davon abhalten sollten zum Ring zu ziehen. Morrison macht hier einiges mit seiner Athletik wett und kann auch in aussichtslosen Sequenzen noch zum Block einfliegen. Die Gefahr bei dem 26-Jährigen besteht deshalb viel eher darin, dass er vorher schon seine fünf Fouls eingesammelt hat und somit gar nicht mehr eingreifen kann. Morrison lässt sich immer wieder zu leichten Fouls verleiten, wenn er beispielsweise auf Pump Fakes reinfällt und unbedingt jeden Wurf blocken will.

So lässt sich insgesamt sagen, dass Voigtmann auf der Center-Position in Frankfurt die klare Nummer Eins ist. Seine 26 Minuten pro Spiel in der Beko BBL, die viertmeisten im Team hinter Robertson, Doornekamp und Theodore, sprechen dort eine eindeutige Sprache. Allerdings hat er aber auch gemerkt, dass sich bei dem enormen Spielpensum auch immer mal wieder schwächere Spiele einschleichen können. Hier haben die Skyliners Glück, dass sie mit Morrison (17:53 Minuten pro Partie) einen guten Backup haben, der in den Phasen ohne Voigtmann die nötige Energie und Defense mitbringt, um dies zu kompensieren. 

Offense

Im Set-Play

Headcoach Gordie Herbert hat mehrere Möglichkeiten um Johann es Voigtmann in die Skyliners-Offense einzubinden. Das beliebteste Set-Play für den Fünfer ist dabei das sogenannte „5 down“. Ein Set, welches beispielsweise auch der FC Bayern Basketball für John Bryant oder Deon Thompson spielt. In Frankfurt kann es häufiger direkt zu Beginn der Partie, zum Start der zweiten Halbzeit oder nach Timeouts gesehen werden. Ziel ist es dabei den Center in gute Low-Post-Position zu bringen und am besten zwei einfache Punkte direkt am Korb zu erzielen. So startet man mit einem guten Gefühl beziehungsweise stoppt einen Lauf des Gegners nach einer Auszeit.

Das Play „5 down“ ist relativ simpel. Der Ballhandler trägt den Ball nach vorn und positioniert sich mittig oberhalb der Dreipunktlinie. Die anderen vier Spieler stehen innerhalb der Dreipunktlinie und sich jeweils zu zweit gegenüber. Nun setzt ein Flügelspieler (2 und 3 können getauscht werden), bei den Skyliners meist Robertson oder Scrubb, zum Iverson-Cut an und bekommt dabei den Block vom Vierer (Doornekamp, Barthel) gestellt. Gleichzeitig passiert unter dem Korb dieselbe Action. Der kleine Spieler stellt direkt unter dem Korb einen Screen für den Fünfer, der so eine sehr gute Low-Post-Position erhalten soll. Nun muss der Pass zum Center nur noch erfolgen und dieser kann sich zum Korb vorarbeiten.

5down

 

5down1

 

Mit diesem Play schaffen es die Skyliners immer wieder ihren 2,11m-Mann in die richtige Position zu bringen. Voigtmann hat zudem auch einige Moves im Low-Post, die es ihm ermöglichen, seine Gegenspieler fern zu halten. Zudem hilft ihm sein weiches Handgelenk für leichte Hookshots oder Floater.

Doch um nicht zu berechenbar zu sein und weitere Optionen zu haben, falls der Screen zum Post-Up nicht wie gewünscht gelingt, haben die Frankfurter auch noch verschiedene Variationen ihres „5 down“-plays. Dort spielt Johannes Voigtmann weiterhin eine große Rolle und kann ganz unterschiedlich in den Sets in Erscheinung treten und seine Stärken ausspielen.

In diesem Fall („5 down P&R“ von uns genannt) stellen sie sich zwar genauso wie im oberen Beispiel auf, allerdings nutzt der Center den Block unter dem Korb nicht als Cross-Screen, sondern läuft direkt zum Flügel durch, um einen Block für den Ballhandler zu setzen. Die beiden haben dann an der Seite eine gute Two-Men-Action, die die Defense kollabieren lässt und mehrere Optionen bietet. Da die drei ballfernen Spieler sich zusätzlich am Perimeter positionieren, ist ein gutes Spacing vorhanden und ein offener Dreipunktwurf kann die Folge sein.

5downpr

 

5downpr1

 

Als weitere Variation (hier von uns „4 down“ genannt) haben die Frankfurter die Möglichkeit statt Voigtmann ihren Vierer, meist Doornekamp oder Barthel, in den Low-Post zu schicken. Dafür stellt der Spieler, der normalerweise den Cross-Screen unter dem Korb setzen würde, einen Backscreen für den Gegenspieler des Power Fowards. Der nutzt den Raum dann, um sich eine gute Positionen zu erarbeiten. Voigtmann bzw. Morrison haben dann die Möglichkeit zur Freiwurflinie hochzukommen, um als weitere Anspielstation zu fungieren. So entsteht eine Art „Triangle-Action“, wo der Fünfer dann entweder das High-Low oder das Pick&Roll mit dem Aufbauspieler suchen könnte.

5down4

 

5down4_1

5down4_2

 

Hier im Spiel gegen die Eisbären Bremerhaven nutzen die Skyliners diese Option. Doornekamp stellt den Screen, um den Iverson-Cut von John Little zu ermöglichen. Voigtmann und Roberson befinden sich ebenfalls in Position.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Nun hat Little den Ball am Flügel bekommen und warten nun die Action auf Höhe der Freiwurflinie ab. Dort stellt Robertson den Backscreen, damit Doornekamp es leichter hat um „down low“ in Position zu kommen.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

In der Folge kommt Voigtmann zum Charity Stripe hoch und bietet sich an. Da Doornekamp gut verteidigt wird, wählt Little den Pass zum Frankfurter Center. Der denkt kurz über das High-Low-Anspiel nach, geht aber letztendlich zu einem Pick&Roll mit Jordan Theodore über. So haben die Skyliners viel Bewegung in die gegnerische Verteidigung gebracht und können Rotationen und daraus folgende Mismatches ausnutzen.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Ein weiteres beliebtes Set der Skyliners, welches aber auch jedes Team aus der Beko Basketball Bundesliga in irgendeiner Variation spielt, heißt „Horns“. Die Frankfurter spielen es so, wie Andrea Trinchieri es beispielsweise auch gerne in Bamberg laufen lässt. Allerdings ist die Voraussetzung hierbei, dass mindestens einer der beiden Screener ein gefährlicher Schütze von außen ist. Wenn Coach Herbert mit Doornekamp und Voigtmann auf den großen Positionen spielt, wird das Play umso effektiver. Die beiden Bigs positionieren sich standardmäßig an den Elbows, so dass der Ballhandler wählen kann, welchen Block er nutzt. In der Folge rollt nun ein großer Spieler zum Korb ab, der andere bleibt im Rücken des Ballhandlers am Perimeter. Wenn die Defense sich auf den abrollenden Akteur fokussiert, hat der Schütze fast jedes Mal einen offenen Wurf.

Da Joe Voigtmann eben auch von Downtown gefährlich ist, kann sich die gegnerische Defensive kaum darauf einstellen, welcher der beiden Bigs zur Dreipunktlinie poppt. Genauso gibt es auch die Möglichkeit, dass entweder der Spieler zum Perimeter geht, der den Block gesetzt hat, oder eben der ballferne Spieler.

Wie im folgenden Beispiel zu erkennen ist, macht die Bremerhavener Defense keinen guten Job, dieses handelsübliche Play zu verteidigen. Der Gegenspieler von Voigtmann, in dem Fall Jannik Freese, hedget nämlich auf der anderen Seite das Blocken und Abrollen, sodass der Center der Skyliners viel Zeit hat, um sich freizulaufen. Daraus resultiert dann logischerweise ein offener Dreier für Voigtmann.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Mit diesen einfachen Sets schafft es Coach Gordon Herbert immer wieder, seinem Center offene Würfe zu ermöglichen. Voigtmanns Vielseitigkeit trägt dazu bei, dass diese Plays gar nicht immer so korbnah gespielt werden müssen und der 23-Jährige zudem dank seines tollen Wurfs auch noch zusätzlich für Spacing sorgt.

Im Pick&Roll

Doch natürlich wird der Big Man auch aus der laufenden Frankfurter Offense heraus immer wieder im Blocken und Abrollen gesucht. Da aber Voigtmanns meiste Abschlüsse in direkter Ringnähe erfolgen, spielt natürlich auch das Pick&Roll eine große Rolle. Dabei helfen dem amtierenden Most Improved Player vor allem zwei Dinge: seine Schnelligkeit bzw. Beweglichkeit und seine gute Ballführung. So haben viele Gegenspieler seiner Größe Probleme mit ihm mitzuhalten, wenn er beispielsweise schnell aus den Screens rausspringt. Wenn dann der ballführende Frankfurter nicht genug unter Druck gesetzt wird, kann das einfache Anspiel auf den Fünfer folgen.

Hier verteidigt Oldenburg das Ganze zu luftig. Brian Qvale kommt sehr weit hoch, um Druck auszuüben, allerdings ist Voigtmann schon auf dem Weg zum Korb. Robertson hat die Fähigkeiten, um sich Platz zu verschaffen und bedient seinen Center. Selbst eine Rotation in der Oldenburger Defense hätte wohl die zwei einfachen Zähler nicht mehr verhindern können.

JoVo5

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Shooting

Wie eben bereits angesprochen besteht für Voigtmann auch immer die Möglichkeit nicht zum Korb zu gehen, sondern das Pick&Pop zu spielen. Dies muss gar nicht immer am Perimeter stattfinden, stattdessen kann es auch häufig beobachtet werden, dass Voigtmann seitlich aus dem Block rausspringt. So verschafft er sich noch mehr Platz und kann den Abschluss aus der Mitteldistanz suchen. Von dort aus trifft Voigtmann in dieser Spielzeit immerhin starke 47,6 Prozent. Insbesondere auf der rechten Seite scheint er seinen „Sweet Spot“ der Midrange ausgemacht zu haben.

Doch neben dem Spielen des Pick&Pops macht sich der Respekt der Gegenspieler vor Voigtmanns Wurf noch an anderen Stellen bemerkbar. So können es sich die gegnerischen Center nicht erlauben, tief abzusinken, wenn Voigtmann den Spalding am Perimeter erhält. Selbst aus einem einfachen Dribble-Handoff-Spielzug kann der 2,11m-Mann mit seinen Skills eigenständig aussteigen und stattdessen zu einem Dreipunktwurf ansetzen, wenn sein Gegner zu viel Abstand hält.

In dieser Sequenz beispielsweise kann es sich Robin Smeulders einfach nicht erlauben, so weit von Voigtmann weg zu stehen. Er hat zwar die Arme nach oben gereckt, aber eine wirkliche Beeinträchtigung des Wurfs stellt dies nicht dar.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Der etwas langsamere Oldenburger Big Man, Brian Qvale, kann aus den genannten Gründen bei einem Post-Up eines anderen Frankfurters eben auch nicht so tief absinken. So wäre eine Help-Defense von Rickey Paulding und eine anschließende Rotation wohl eine bessere Verteidigungsmöglichkeit. Wenn allerdings niemand eingreift, kann Doornekamp dank des tollen Spacings im Low-Post seine Arbeit machen.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Ein weiteres Problem des tiefen Absinkens von Qvale in diesen Fällen ist, dass er nach einem möglichen Pass zu Voigtmann extrem schnell an die Dreierlinie sprinten und den Close-Out forcieren muss. Dies eröffnet dem Frankfurter Center in der Folge weitere Möglichkeiten. Zum einen kann Voigtmann aufgrund seines hervorragenden Ballhandlings den Wurf lediglich antäuschen und mit seinem für einen Center flotten ersten Schritt an Qvale vorbeiziehen.

In der folgenden Szene setzt er sogar erst noch zum Wurf an, was Qvale zusätzlich aus der Balance bringt. Nun stellt es für Voigtmann keine Probleme dar zum Korb zu ziehen. Eine Bewegung, die man wohl von den allerwenigsten Centern erwartet, aber beim 23-Jährigen zum Grundrepertoire gehört.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

So läuft es im Endeffekt für Voigtmanns Gegenspieler auf eine Art „Pick-your-poison“-Entscheidung heraus. Entweder man sinkt tief in die Zone ab, beschützt damit bei einem möglichen Pass auch noch den Ring, und gibt somit dem Frankfurter Big Man den offenen Wurf. Bei seiner Quote von 40 Prozent (12-30 3er) von jenseits der Dreipunktlinie ist dies zwar eine respektable Alternative, allerdings ist davon auszugehen, dass Voigtmann seinen Wurf weiter verbessern und damit wohl immer mehr zur Gefahr aus diesen Regionen wird.

 Im Umkehrschluss gäbe es die Möglichkeit den harten Close-Out zu machen und Voigtmann damit den Raum zum Kreieren zu geben. Hier kann er bei zusätzlicher Help-Defense auf dem Weg zum Korb, dank seines guten Passings, auch immer wieder die freien Schützen am Perimeter finden. Welche Verteidigungsvariante besser ist, kann nur von Fall zu Fall entschieden werden. Weiterhin spielen die Fähigkeiten und die physischen Voraussetzungen des gegnerischen Centers eine große Rolle.

Passing

Ohne Frage handelt es sich beim Passing um die Paradedisziplin von Johannes Voigtmann, beziehungsweise macht ihn genau dies erst so besonders und wertvoll in der Liga. Voraussetzung für ein gutes Passspiel ist für jeden Spieler erstmal die Courtvision, um seine freien oder schneidenden Mitspieler zu finden. Für Aufbauspieler, die das Spiel fast zu jeder Zeit vor sich haben, stellt dies eine leichtere Aufgabe dar. Die Big Men arbeiten allerdings auch viel mit dem Rücken zum Korb und müssen Blöcke stellen und haben es deshalb häufig schwerer alle Teamkameraden direkt zu erblicken.

So ist es wohl der Ausbildung und „der darauf ausgerichteten Spielweise“ von Voigtmann zu verdanken, dass er heute diese Fähigkeiten auch trotz seiner Größe und Position miteinbringt.

Auch Headcoach Gordon Herbert weiß natürlich um diese Fähigkeiten und legt deshalb Plays drauf aus. Wie in der folgenden Szene zu sehen, wird Voigtmann hier zu aller erst auch seine Position im Low-Post mit einigen Blöcken freigespielt. Dazu stellt Little den obligatorischen Crossscreen direkt unter dem Korb, während Doornkemap und Robertson jeweils zu den unterschiedlichen Seiten cutten.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Nun bekommt der Pivot der Frankfurter das Anspiel in den Low-Post und hat es nun selbst in der Hand, wie das Play gefinished wird.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

In den meisten Fällen allerdings rechnen die Gegner nicht mit dem Pass quer über das Feld und sind dementsprechend auch nicht auf den Flare Screen von Doornekamp eingestellt. Wie im folgenden Bild gut zu sehen ist, hat Little schon viel Platz und sein Gegenspieler muss sich zusätzlich erst um den Block herumkämpfen. In der Folge muss Voigtmann nun ein genaues Anspiel aus der Drehung gelingen, um den komplett offenen Dreier zu ermöglichen. Ein Play, welches extrem simpel aussieht, aber mit vielen Centern, die nicht auf den Namen Joe Voigtmann hören, wahrscheinlich scheitern würde.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Aufgrund dieser Passing- und Ballhandling-Skills ist es bei Voigtmann auch manchmal zu erkennen, dass er am liebsten komplett den Ballvortrag übernehmen würde. So ist es keine Seltenheit, dass der 23-Jährige nach eigenem Rebound den Ball selbst nach vorne bringt und somit einen Schnellangriff einleitet. Die Anlagen dazu hat er ohne Frage, allerdings muss er an manchen Stellen aufpassen, nicht zu überdrehen. Seine 2,2 Ballverluste pro Partie in dieser Saison sind aufgrund der hohen Usage-Rate natürlich ein Career-High, und viele davon kommen eben aus riskanten Pässen oder Dribblings. So muss Voigtmann manchmal daran erinnert werden, dass es eben doch noch bessere Ballhandler in der Frankfurter Mannschaft gibt. Insbesondere in wichtigen Phasen wie in den kommenden Playoffs sollte Voigtmann also versuchen das richtige Maß in seiner Spielweise zu finden, um seinem Team nicht durch übertriebene Dribblings zu schaden.

Defense

Auch wenn der Artikel von einem Vergleich zwischen Marc Gasol und Johannes Voigtmann ausging, muss spätestens hier gesagt werden, dass dieser sich lediglich auf die Offensive beschränkt. Der spanische Center der Memphis Grizzlies konnte 2013 den „Defensive Player of the Year“-Award in der besten Basketballliga der Welt einheimsen, während Voigtmann bislang weit davon entfernt ist, diesen Award in der Beko BBL zu gewinnen.

Voigtmann zeigt sich auch in der Defense sehr mobil und scheut auch keineswegs davor zurück zu switchen, um dann ins Eins-gegen-Eins gegen kleinere Spieler zu gehen. In der folgenden Sequenz lässt sich gut erkennen, dass Voigtmann bis über die Dreierlinie gegen Rickey Paulding verteidigt, um diesem nicht den offenen Dreipunktwurf zu geben. Als Paulding dann seine Schnelligkeit ausnutzen will, zeigt sich aber, dass Voigtmann auch mit Guards auf dem Weg zum Korb gut mithalten und am Ende sogar fast den Wurf blocken kann.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Zusätzlich beweist er gute Ansätze in der Help-Defense oder beim Erkennen von Rotationen, wenn die Ordnung der Frankfurter Defensive mal nicht stimmt. Einen weiteren positiven Aspekt stellt das Doppeln oder „Trappen“ dar. Hier ist immer wieder zu erkennen, dass Voigtmann sich zutraut, weit vom Korb entfernt zu verteidigen, um Steals zu forcieren. So ist die Verteidigung der Skyliners darauf ausgelegt, die Gegenspieler immer wieder zur Seitenlinie zu drehen, um dort effektiv doppeln zu können. Mit seiner enormen Größe hilft Voigtmann somit zusätzlich, mögliche Anspiele aus dem Doppeln heraus zu verhindern.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Auch in der Verteidigung des Post-Ups gibt es in der Defensive der Hessen klare Grundsätze. So wird auch dort immer versucht den Spieler zur Baseline zu drehen, um ihn dann mit zwei Spielern attackieren zu können. An der Fußstellung von Voigtmann lässt sich erkennen, dass er Matt Stainbrook hier keinesfalls in die Mitte lassen möchte. Aaron Doornekamp warten schon unter dem Korb um Voigtmann dann an der Baseline aushelfen zu können.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

All diese Fähigkeiten machen ihn zwar zu einem soliden Verteidiger auf seiner Position, allerdings ist er damit von der Liga-Elite noch ein gutes Stück entfernt. So macht sich vor allem die fehlende Athletik gegen körperlich starke Gegenspieler immer wieder bemerkbar. Dies sticht vor allem im Low-Post heraus, wenn Voigtmann nicht immer genug entgegensetzen kann, um die Center vom Korb fern zu halten. Weiterhin wird diese Schwäche auch immer wieder beim Kampf um die Rebounds gnadenlos ausgenutzt.

Doch der größte Schwachpunkt in Voigtmanns Defense ist wohl, dass er alles andere als ein Rim-Protector ist. Zwar streut der 23-Jährige immer mal wieder ein Block ein, allerdings ist es grundsätzlich zu einfach  – auch für Guards, aber vor allem für gegnerische Big Men – gegen Voigtmann zu scoren. Direkt unter dem Korb fehlt ihm eben wieder die Sprungkraft, um gerade hochzusteigen und die Würfe ohne Fouls zu stoppen. Häufig gelingen Voigtmann die Blocks lediglich, wenn er frühzeitig einen Drive erkennt und mit Anlauf Würfe an den Absender zurücksenden kann. Laut unseren hauseigenen Rim-Protection-Stats über die letzten zwei Spielzeiten lässt Voigtmann direkt am Ring etwa eine Feldwurfquote von 50 Prozent zu. Im Vergleich mit anderen BBL-Bigs ist dies, wie bereits angesprochen, ein mäßiger Wert.

Weitere Probleme hat der Center der Frankfurter bei der Verteidigung des Pick&Rolls. Hier nutzt er gerne die Hedge-Verteidigung, um dann den ballführenden Spieler zu doppeln, wie bereits oben gezeigt. Wenn er allerdings in die Zone absinkt, fällt es Voigtmann häufig schwer den abrollenden Big oder den ziehenden Guard am Korb zu stoppen. Genauso sinkt er auch nicht immer tief genug ab und so kann er einfach von extrem schnellen Guards überlaufen werden, was in der Defense viele Rotationen forciert.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Genauso gelingt es Voigtmann dann nicht mehr, Würfe in Korbnähe noch zu verhindern.

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

www.telekombasketball.de

Da bewegte Bilder immer noch mehr sagen als tausende Worte oder Bilder, findet ihr in diesem Video noch einen kleinen Scouting Report mit Szenen zum Passing, Finishing und der Defense aus dem FIBA Europe Cup:

Der Blick voraus

Auch wenn die Skyliners in dieser Saison noch zwölf Spieltage sowie sehr wahrscheinlich die Playoffs vor sich haben, ist ein Blick in den Sommer auch jetzt schon erlaubt. Immerhin steht Johannes Voigtmann ein mehr als richtungsweisender Sommer bevor. Der 23-Jährige unterschrieb 2014 bei den Skyliners eine Vertragsverlängerung über zwei Jahre mit einer Option für eine weitere Saison. Somit scheint es für Voigtmann im Sommer die Möglichkeit zu geben, den Verein zu wechseln. Auch wenn er, wie er selbst sagte, so wenig wie möglich davon mitbekommen wolle, werden die Spekulationen nach einer weiteren starken Saison nicht nachlassen.

Es kann somit jetzt schon mit Sicherheit gesagt werden, dass die großen deutschen Teams im Sommer ihre Fühler nach dem 23-Jährigen ausstrecken werden. Dass es dort durchaus (italienische) Coaches gibt, die ein besonderes Auge auf mannschaftsdienliche Bigs werfen, steht auch außer Frage. Allerdings sollte dabei auch immer nicht vergessen werden, was die Fraport Skyliners sich derzeit selbst aufbauen. Sie haben es innerhalb von drei Jahren von einem Mittelklasse-Klub in die Top Vier der Liga geschafft und sind ein legitimer Halbfinal-Kandidat für die Playoffs. Zusätzlich haben Danilo Barthel oder Konstantin Klein auch noch längst nicht ihren Zenit erreicht. Dahinter warten zudem junge Spieler wie Johannes Richter oder Niklas Kiel. Somit sollte bei all dem Geld, welches im Süden des Landes oder auch in Europa sitzt, trotzdem berücksichtigt werden, welche Möglichkeiten auch Voigtmann bei einem Verbleib in Frankfurt hätte.

Doch im Endeffekt bleibt trotz aller Wechselspekulationen erstmal die folgenden Erkenntnis: Der deutsche Basketball hat einen weiteren richtig starken Big Man im Aufbau, der in Zukunft hoffentlich auch noch für die Nationalmannschaft das ein oder andere Ausrufezeichen setzen wird. Weiterhin dürfen wir in der Beko BBL einen Spielertypen genießen, wie wir ihn wohl ganz selten wieder erleben werden. Ein Aufbauspieler in dem Körper eines Centers. Oder: Die deutsche Antwort auf Marc Gasol.

Alle Rechte an den Bildern liegen bei Telekom Basketball.

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben